Dienstag, 1.10.2013

 

9.00

Anmeldung

Ausgabe der Tagungsunterlagen

11.00

Eröffnung der Tagung

Video

Prof. Dr. Gabriele Beger (Direktorin der SUB Hamburg) 
Video

Prof. Dr. Klaus Tochtermann (Direktor der ZBW) 
Video

Prof. Dr. Claudia Leopold (Vizepräsidentin der Universität Hamburg)
Video

Dr. Dorothee Stapelfeldt (Senatorin für Wissenschaft und Forschung der Freien und Hansestadt Hamburg) 
Video

11.30

Keynote

Wie neue Informations- und Kommunikationstechnologien das wissenschaftliche Publikationswesen verändern
Prof. Dr. Justus Haucap (Universität Düsseldorf) 
Abstract | Folien/PDF | Video

Neue Informations- und Kommunikationstechnologien führen zu weitreichenden Veränderungen des wissenschaftlichen Publikationswesen. Wissenschaftliche Zeitschriften spielen bei der Diffusion von Wissen tendenziell eine geringer werdende Rolle, Working Paper Archive hingegen werden immer wichtiger. Noch ist diese Entwicklung auf die Preprint-Fächer (wie Physik, Ökonomie) beschränkt, doch sollte sich dies im Laufe der Zeit auch auf Fächer ohne Preprint-Kultur (wie Medizin, Soziologie) ausdehnen. Nach wie vor dienen Zeitschriften jedoch in jedem Fall dazu, Beiträgen einen Gütesiegel zu verleihen, sie funktionieren vor allem als Qualitätssignal. Für die wissenschaftliche Karriere von Akademikern wird jedoch auch das Publikationsoutlet (A-, B-, C-Zeitschriften) weniger bedeutsam als die Anzahl der erhaltenen Zitate, die heute durch Datenbanken wie SCOPUS leicht zu ermitteln sind. Dies macht für Wissenschaftler aber eine schnelle Verbreitung ihrer Beiträge auch durch soziale Medien noch wichtiger und schwächt tendenziell die Marktmacht einzelner Zeitschriften. Verlage reagieren darauf durch Konzentrationsprozesse, um ihre Marktmacht durch das Zusammenfassen von Zeitschriften-Bündeln zu sichern. Zeitschriften bei kleinen und wenig bedeutenden Verlagen werden daher bald kaum noch eine Marktchance haben. Um die Marktmacht der großen Verlage gegenüber Bibliotheken aufzubrechen, wäre ein konsequenteres Vorgehen der nationalen und supranationalen Forschungsförderungsinstitutionen (DFG, BMBF, Rahmenprogramme der Europäischen Union, etc.) notwendig, die ein konsequentes Publizieren im Open Access-Bereich einfordern müssen.

12.10

Präsentation der Poster

Ausführliche Informationen, Abstracts und Poster finden Sie hier.

12.30

Mittagspause

13.30

Plenumssession I: "Open Access in Europa"

Open Access in Großbritannien – Finch und die Folgen
Wolfram Horstmann (Universität Oxford) 
Abstract | Folien/PDF | Video

Open Access in Großbrittanien hat durch den Finch Report und die darauf folgenden Fördergprogramme der Regierung und der Research Councils UK neue Impulse erfahren. Der Vortrag gibt einen Überblick über Richtlinien und Mandate, verschiedene institutionelle Strategien der Implementierung im Hinblick auf Repositorien, OA Journals, Universitätsverlage, Urheberrecht und die internationalen Implikationen.

Open Access in Frankreich - Grandeur und langer Weg
Herbert Grüttemeier (INIST-CNRS, Nancy) 
Abstract | Folien/PDF | Video

Trotz eines frühen Einstiegs in die Open Access-Bewegung (Aufbau des HAL-Repositoriums, Unterzeichnung der Berlin Declaration), mit CNRS und Inserm als Vorreiter, hat die französische Wissenschaft lange gebraucht, sich in diesem Bereich zu organisieren und Strategien zu entwickeln.

Die Existenz von  HAL (Hyper-Articles on Line) als zentrales und Institutionen-übergreifend empfohlenes und benutztes Repository gilt als französische Besonderheit. Als solche hat HAL Interessen und Kräfte vereint, allerdings ohne von Kritik verschont zu bleiben. Allgemein bleibt die Open Access-Situation gekennzeichnet durch die Chancen und Probleme einer traditionellen politischen Zentralisierung, aber auch durch die Komplexität des Forschungs- und Bildungssystems.

Einige signifikante Entwicklungen sind in jüngster Zeit zu verzeichnen, und werden im Vortrag eingehend behandelt:

HAL hat seine dominierende Rolle auf nationaler Ebene gestärkt, obwohl parallel einige alternative (und erfolgreiche) Repositorien existieren; Gold OA  in den Human- und Sozialwissenschaften wird weiterhin gefördert und macht auch international von sich reden; Open Access ist zunehmend eingebettet in eine globale Politik der wissenschaftlichen Information, durch die Initiative BSN (Bibliothèque Scientifique Numérique); eine Task Force wurde ins Leben gerufen im Rahmen des europäischen Projekts MedOANet; der Dialog mit wissenschaftlichen Verlagen hat sich verbessert und konkrete Ergebnisse erbracht und das Forschungsministerium hat erstmals offiziell und positiv zu Open Access Stellung bezogen.

Open Access in the Netherlands – Linking resources
Marnix van Berchum (DANS, Den Haag) 
Abstract | Folien/PDF | Video

The Open Access movement has always been strong in the Netherlands. In the years after the signing of the Berlin Declaration, many initiatives and projects worked towards the implementation of OA. The focus has primarily been on Open Access to publications, both the archiving in repositories (Green OA) as well as publishing (Gold OA). There is a growing interest though in Open Access to research data. DANS – the data institute of the Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences (KNAW) and the Netherlands Organisation for Scientific Research (NWO) – supports the Open Access principles and provides access to the Dutch OA content via its portal www.narcis.nl.  Currently work is carried out to meaningfully link the various types of research output.

Open Access in Europe and how SPARC Europe is trying to help
Frank Scholze (Karlsruher Institut für Technologie, KIT)
Abstract | Folien/PDF | Video

There is a lot of progress on Open Access in Europe, and the past 12 months especially have seen some intense policy activity. Alongside this has been further infrastructural development and some interesting scholar-led initiatives. SPARC Europe has various activities in its advocacy programme, and we will elaborate on those. We have been particularly focused on ensuring that the Rules for Participation for Horizon 2020 include a good policy for Open Access. Now that this seems to be finalised, we will be building up other strands of our work programme to help maintain the momentum for change in scholarly communication across Europe. This presentation will give an overview of developments and of SPARC Europe's role and plans.

15.10

Kaffeepause

15.30

Session 1: Wie kommunizieren (mit) WissenschaftlerInnen über Open Access? - Social Media, Projektarbeit und mehr (parallel)

Lichthof
Organisation: Lambert Heller (TIB Hannover)
Abstract | Video

Für viele Projekte im Open-Access-Bereich sind WissenschaftlerInnen die Zielgruppe Nr. 1. Dass bei der Kommunikation mit dieser Gruppe Social Media (z. B. Twitter oder ein Projektblog) eine Rolle spielt, ist mittlerweile selbstverständlich. Aber wie kommt Open Access als Thema in der digitalen Öffentlichkeit dieser Zielgruppe vor, welche Initiativen entstehen hier, wo und wie können neue Projekte und Dienste daran anknüpfen?

Die Gründung von arXiv (Paul Ginsparg 1991) und PLoS (Patrick O. Brown, Michael Eisen, Harold Varmus et al. 2001) sowie der Elsevier-Boykott “The Cost of Knowledge” (Timothy Gowers 2012) sind wichtige Meilensteine von Open Access, die direkt von Wissenschaftlern initiiert worden sind.

Mit der Wissenschaftssoziogie lässt sich hinter derartigen Initiativen die Generation der Cyberscientists (Michael Nentwich 2003) ausmachen. Als digitale Avantgarde schöpft diese Gruppe jeweils alle Möglichkeiten des Netzes für ihre eigene Forschung aus, und verliert sich lieber in einer technischen Spielerei zu viel als eine Chance zu verpassen.

Dazu gehören nicht nur schlagzeilenträchtige Open-Access-Großprojekte, sondern z.B. auch subversive Nischenphänomene wie der Twitter-Hashtag #ICanHazPDF.

Anhand konkreter Beispiele aus den letzten Jahren wollen wir Tipps für Open- Access-Projekte entwickeln, um das Zusammenspiel von Informationsinfrastruktur und Forschenden zu verbessern.

Nach einer Reihe kurzer Impulsvorträge wollen wir in dieser Session konkrete Tipps für Open- Access-Projekte entwickeln, um das Zusammenspiel von Projekte-Machern, Diensteanbietern und Forschenden zu verbessern.

Community-Arbeit bei ORCID
Martin Fenner (PLoS)

Crowdfunding in der Wissenschaft
Ulrich Herb (SULB Saarbrücken)
Folien/PDF | Slideshare

Kleine Ethnographie der Cyberscientists
Lambert Heller (TIB Hannover)
Folien/PDF

Kollaboration in der Übersetzungshermeneutik
Marco Agnetta (Uni Saarbrücken) ?
Abstract | Folien/PDF

Seit Anbeginn der Philosophie ist das Hinterfragen dessen, was „ist“, immer eine Gemeinschaftsleistung gewesen und bis heute ist die Komplementarität und die Mitberücksichtigung mitunter sogar divergierender Forschungslinien notwendigerweise ein konstitutives Merkmal des wissenschaftlichen Diskurses. Das Open-Access-Prinzip und die durch die neuen Medien sich bietenden Möglichkeiten der weltweiten und zeitökonomischen Vernetzung sind im Begriff, die Forschung und die Präsentation von Forschungsergebnissen nachhaltig zu prägen. Der notwendig kollaborative Aspekt des wissenschaftlichen Fortschritts geht bei aller Skepsis in der Science Community dennoch in eindrucksvoller Weise als Konstante hervor.

Session 2: Hosting von Open-Access-Journals (parallel)

Sitzungsraum 205
Moderation: Katja Mruck (Freie Universität Berlin); Isabella Meinecke (SUB Hamburg / Hamburg University Press)
Abstract

Gegenstand der Session sind Themen, die mit dem Hosting von Open-Access-Zeitschriften verbunden sind. Diese betreffen die Frage, wo ggf. welche Infrastruktur (lokal, national, international) zur Verfügung steht, über die interessierte Redaktionen ihre Zeitschriften betreiben können ebenso wie Fragen zu verfügbarer Software und der Vernetzung sowie des weiteren Ausbaus bereits bestehender Angebote. Alle Beiträge werden als Lightning Talks konzipiert sein, d. h. als knappe, maximal 10-minütige Präsentationen, sodass hinreichend Zeit für Fragen und Diskussion bleibt. Ziel ist es, einen möglichst umfassenden Überblick über den aktuellen Stand zu gewinnen, bestehende Vernetzungen aufzuzeigen und eventuellen Bedarf an weiteren (Meta-)Strukturen zu eruieren.

Hosting von Open-Access-Zeitschriften: Herausforderungen und Optionen
Marco Tullney (Technische Informationsbibliothek und Universitätsbibliothek Hannover
Folien/PDF

Zertifizierung von Open-Access-Zeitschriften: Nachhaltigkeit, Unterstützung internationaler Sichtbarkeit und Vernetzbarkeit
Uwe Müller (Deutsche Nationalbibliothek)
Folien/PDF

Hosting: Umsetzungsbeispiele

Open Journal Systems (OJS), Public Knowledge Project (PKP) und das Hostingangebot der Freien Universität Berlin
Bozana Bokan (Freie Universität Berlin)
Folien/PDF

Hosting durch einen Universitätsverlag
Isabella Meinecke (Hamburg University Press)
Folien/PDF

Hosting durch einen kommerziellen Verlag
Xenia van Edig (Copernicus) 
Folien/PDF

Hosting im Rahmen eines Fachinformationsdienstes
Armin Günther (ZPID) 
Abstract | Folien/PDF

Die Neugründung einer Open-Access-Fachzeitschrift ist ein Unterfangen, das sorgfältig geplant werden muss, wenn sie mit Aussicht auf Nachhaltigkeit erfolgen soll. Neben der institutionellen Einbindung der Neugründung sind vor allem Maßnahmen, die darauf abzielen, wissenschaftliches Renommee (“impact”) aufzubauen, von wesentlicher Bedeutung. Eine enge Zusammenarbeit von Verlag/Infrastruktureinrichtung und wissenschaftlichen Herausgebern ist hier unverzichtbar. Nur wenn es gelingt, der Zeitschrift Ansehen in der wissenschaftlichen Community zu verschaffen, kann eine Neugründung nachhaltig erfolgreich sein.

Hosting in Eigenregie
Daniel von Wachter (IAP)
Folien/PDF

Möglichkeiten der Vernetzung der Akteure
Albert Geukes (CeDiS, FU Berlin)
Folien/PDF

Session 3: Umgang mit Forschungsdaten (parallel)

Konferenzraum
Moderation: Christoph Bruch (Helmholtz-Gemeinschaft), Gernot Deinzer (Universitätsbibliothek Regensburg)
Abstract

In der Wissenschaft besteht Einigkeit über das Ziel, Forschungsdaten besser als bisher zu sichern und wo möglich einer Nachnutzung durch Dritte zugänglich zu machen. Dieser Zielsetzung steht in vielen Fällen eine etablierte Praxis der WissenschaftlerInnen gegenüber, die die Anforderungen an eine fachgerechte Archivierung und wo möglich öffentliche Zugänglichmachung nicht erfüllt.
In der Session erläutern Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen in Form von Praxisberichten den Umgang mit Forschungsdaten in ihren Projekten. Sie thematisieren dabei u. a. die folgenden Fragen:

  • Welche Daten fallen bei meiner wissenschaftlichen Tätigkeit an?
  • Wie gehe ich mit diesen Daten um (Annotation durch Metadaten, archivieren, wo?)?
  • Ob bzw. unter welchen Umständen kann ich mir vorstellen, meine Daten Dritten (unter welchen Bedingungen?) zugänglich zu machen ?

Dabei werden die Referenten die bei ihnen übliche Umgangsweise mit Forschungsdaten mit der in ihrem Fachgebiet verbreiteten Praxis vergleichen. Auf Grundlage der Berichte wird mit den Teilnehmern diskutiert, ob und gegebenenfalls wie die Praxis geändert werden sollte und welche Akteure wie dazu beitragen können, die Rahmenbedingungen zur Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten zu verbessern.
Für verschiedene Teilnehmer-/Zielgruppen ergibt sich bei dieser Session ein je unterschiedlicher Nutzen.

  • Aktive WissenschaftlerInnen werden zur Reflektion ihrer eigenen Praxis motiviert.
  • Personen, die sich für Wissenschaftspolitik bzw. Policy-Formulierung interessieren, erfahren "wo der Schuh drückt".
  • Personen, die die Wissenschaftlerinnen beraten und motivieren wollen, erhalten Informationen über die Perspektive ihrer Zielgruppe und damit Ansatzpunkte für Gespräche.

Open Data in der zeitgeschichtlichen Forschung – Chancen und Probleme
Jens Crueger (Universität Bremen)
Abstract | Folien/PDF

In meiner zeitgeschichtlichen historiographischen Forschung arbeite ich nahezu ausschließlich mit archivierten textlichen Quellen, die in der Regel inhaltlich noch nicht näher erschlossen sind. Die Zugänglichkeit für andere Wissenschaftler, die an den gleichen Quellen forschen wollen, ist zwar durch die jeweiligen Archive gewährleistet, bedeutet jedoch einen nicht geringen zeitlichen und somit ggf. auch finanziellen Aufwand.

Zur inhaltlichen Bearbeitung werden die archivalischen Quellen durch Scan, Fotografie oder Abschrift digitalisiert. Die für Open Data entscheidende Frage lautet, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen die dabei entstehenden Digitalisate jenseits ihres genuinen Forschungskontextes durch offene Zugänglichmachung fruchtbar für die allgemeine Forschung werden können.

In diesem Zusammenhang ist auch über geeignete technische Lösungen für den offenen Zugriff nachzudenken. In kleinen kollaborativen Projekten habe ich mit unspezifischen Lösungen zum vernetzten Datenaustausch (Dropbox, universitäres Intranet) durchaus positive Erfahrungen gesammelt. Im Kontext von Open Access kann aber auch etwa über umfangreichere Quellenanhänge an den digitalen Forschungspublikationen nachgedacht werden, um zumindest die unmittelbar zur Forschung herangezogenen Quellendokumente auf diese Weise leicht zugänglich zu machen.

Eine intensive Debatte über die Möglichkeiten von Open Data in der Geschichtswissenschaft ist erstrebenswert und aufgrund der großen Zahl anfallender retrodigitalisierter Quellendokumente auch sehr lohnend.

Open Access in den Gesundheitswissenschaften: Anspruch versus Praxis
Anke Steckelberg (Universität Hamburg) 
Abstract | Folien/PDF

Die Forschungsfragen in den Gesundheitswissenschaften erfordern ein breites Spektrum an qualitativen als auch quantitativer Methoden. Somit liegen sehr unterschiedliche Daten vor: Bild und Tonaufzeichnungen einschließlich der Transkripte von Einzelinterviews und Gruppendiskussionen, Fragebögen in Papierform oder digitaler Form aus Surveys oder Interventionsstudien. In die Erstellung von Übersichtsarbeiten werden Originalarbeiten eingeschlossen.

Für die Erstellung von Übersichtsarbeiten ist es inzwischen breit akzeptiert, dass sowohl die Evidenz aus publizierten als auch unpublizierten Forschungsarbeiten einzubeziehen ist, um zum Beispiel Behandlungseffekte abschätzen zu können. In der Medizin liegen für das Monitoring klinischer Studien Regelungen über den Austausch relevanter Daten vor, die sich sowohl wissenschaftlich als auch ethisch begründen. In der Genomforschung strebt das Konsortium “global alliance” Standards für “data sharing” für DNA Sequenzen, kombiniert mit klinischen Informationen an.

Die mit Open Access verbundenen Herausforderungen werden in den eigenen Studienplanungen bisher weder hinsichtlich datenschutzrechtlicher Bestimmungen noch hinsichtlich der Bestimmungen der Ethikkommissionen geprüft. Anfragen anderer Wissenschaftler zu unseren Forschungsdaten sind bisher selten und können dann nur auf Anfrage realisiert werden. Die Umsetzung von Open Access erfordert neben der Bereitschaft der Wissenschaftler zunächst den Austausch über Mindestanforderungen und Barrieren in der Aufbereitung der Daten.

Open Data in den Gesundheitswissenschaften könnte die Qualität wissenschaftlicher Forschung verbessern und damit gleichzeitig dem Bürger als Abnehmer von Gesundheitsleistungen nutzen.

Forschungsdaten und Forschungsdateninfrastrukturen in den Wirtschaftswissenschaften
Sven Vlaeminck (ZBW Hamburg) 
Folien/PDF

Session 4: Forschungsinformationssysteme: Unterstützung von Open-Access-Geschäftsprozessen (parallel)

Vortragsraum
Moderation: Barbara Ebert (Leuphana Universität Lüneburg)
Abstract

Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen begreifen die Förderung des Open-Access-Publizierens an ihren Institutionen zunehmend als eine bereichsübergreifende Aufgabe. Sie umfasst die Content-Akquise ebenso wie die Abbildung der entsprechenden Dienstleistungsaufgaben im Berichtswesen und in der Drittmittelbewirtschaftung.In dieser Session soll anhand europäischer Beispiele das Potential von Forschungsinformationssystemen für die Unterstützung dieser Geschäftsprozesse aufgezeigt werden. Forschungsinformationssysteme sind integrierte Dokumentations- und Berichtssysteme, die Leistungen und Ausstattung von forschenden Einrichtungen abbilden.Im Anschluss zweier Referate findet eine offene Diskussionsrunde statt, wie sich optimale Querverbindungen zwischen Forschungsinformationssystemen und Repositorien gestalten lassen, um Open Access an wissenschaftlichen Einrichtungen zu stärken. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Session sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Fragen einzubringen.

Aufwärmrunde: “Warum beschäftigen Sie sich aktuell mit der Frage CRIS und Repositorien?”
Barbara Ebert (Leuphana Universität Lüneburg)
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FIS- und OA-Communities nähern sich an
Regine Tobias (KIT-Bibliothek, Karlsruhe Institute of Technology)
Folien/PDF

Welches Potential haben Forschungsinformationssysteme für die Unterstützung von OA-Prozessen?
Najko Jahn (Universitätsbibliothek Bielefeld)
Folien/online

Mittwoch, 2.10.2014

 

9.00

Session 5: Impactmessung für OA-Dokumente (parallel)

Vortragsraum
Moderation: Daniel Beucke (SUB Göttingen)
Abstract

Durch die Möglichkeiten des Internets und der Verbreitung von Online-Publikationen ergeben sich neue Wege der Impact Messung von wissenschaftlichen Publikationen. Besonders für OA-Dokumente können die neuen Metriken einen Mehrwert bieten, indem sie schnell Maßzahlen bereitstellen können.

Die Session gibt anhand von verschiedenen Impulsreferaten einen Einblick in das Thema Impactmessung. Dabei werden Themen wie Articel-Level Metrics, altmetrics, COUNTER, Impact Factor etc. angesprochen.

Im Anschluss diskutieren die Vortragenden und stehen für Fragen aus dem Plenum zur Verfügung.

Einleitung in das Thema Impactmessung
Daniel Beucke (SUB Göttingen)
Folien/PDF

Impactwerte und Standards
Ulrich Herb (SULB Saarbrücken)
Folien/PDF | Slideshare

Nutzungsstatistiken bei einem fachlichen Repositorium - EconStor
Wolfgang Riese (ZBW Hamburg)
Folien/PDF

DigiZeitschriften - Nutzung und Impact der Open-Access-Zeitschriften im Vergleich mit Subskriptions-Titeln
Caren Barbara Schweder (DigiZeitschriften e.V., Göttingen)
Abstract | Folien/PDF

DigiZeitschriften ist ein seit zehn Jahren etablierter Service zur
Literaturversorgung, der von vierzehn deutschen Bibliotheken (wie z.B.
SBB, BSB, ZBW, TIB) mit Sitz an der SUB Göttingen betrieben wird. Der Verein bietet zunehmend auch Zeitschriften im Open Access an, deren Nutzungsintensität im Vergleich zu den Titeln analysiert wird, die aufgrund der urheberrechtlichen Lage nur über Subskription verfügbar sein können. Sowohl Abonnenten wie auch Verlage und die Verwertungsgesellschaften orientieren sich zunehmend an Nutzungsstatistiken. Für all' diese Interessen und Anwendungsfälle aussagekräftige und valide Nutzungsstatistiken zu ermitteln, ist eine große Herausforderung. Daher wird es immer wichtiger verlässliche und aussagekräftige Informationen über die Nutzung, aber auch über den Impact der angebotenen Inhalte zu erhalten.

Der “open access citation effect” am Beispiel von Zeitschriften, die vom TA zum OA wechselten.
Stefan Busch (BioMed Central)
Folien/PDF

Article-Level Metrics bei PLoS
Martin Fenner (PLoS)
Folien/PDF

Session 6: Rechtliche Aspekte des Open Access (parallel)

Lichthof
Moderation: Heinz Pampel (Helmholtz-Gemeinschaft)
Abstract | Video

Bereits in der „Budapest Open Access Initiative“, dem „Bethesda Statement on Open Access Publishing“ und der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ wird die rechtliche Dimension von Open Access deutlich: Wissenschaftliche Werke sollen nicht nur zugänglich sondern nach nachnutzbar sein. Bei der Umsetzung des Grünen Weges des Open Access kann diese Nachnutzung nur selten umgesetzt werden, da wissenschaftliche AutorInnen im Rahmen von „Copyright Transfer Agreements“ mehrheitlich ausschließliche Nutzungsrechte an Verlage übertragen. Das sich in der politischen Diskussion befindliche Zweitveröffentlichungsrecht würde wissenschaftliche AutorInnen die rechtssichere Zugänglichmachung ihrer Werke auf Repositorien gewähren und damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Open Access leisten. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht und der Verankerung eines unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrechts widmet sich die Session den rechtlichen Aspekten von Open Access. Referiert und diskutiert werden u.a. die Chancen und Herausforderungen von nicht-exklusiven Verwertungsgesellschaften im Wissenschaftsbereich sowie der Stand und die Perspektive des Zweitveröffentlichungsrechts. Darüber hinaus wird die praktische Umsetzung des Grünen Weges betrachtet: Am Beispiel der SLUB Dresden und dem DINI-Zertifikat 2013 wird der Umgang mit rechtliche Fragestellungen skizziert und mit den TeilnehmerInnen diskutiert.

C3S: Cultural Commons Collecting Society – auch ein Modell für den Textbereich?
Michael Weller (Europäische EDV-Akademie des Rechts, Merzig/Saar)
Abstract | Folien/PDF

Im Musikbereich hat sich Anfang 2010 eine Initiative gebildet, die die Gründung einer eigenen Verwertungsgesellschaft für frei lizenzierte Musik vorantreibt. Aktuell (Stand Februar 2013) steht die Verwertungsgesellschaft kurz vor der Gründung. Hintergrund der Gründungsbemühungen ist das Gefühl der Musikerinnen und Musiker, durch die etablierte Verwertungsgesellschaft nicht oder nicht hinreichend vertreten zu werden und die eigenen Interessen nicht hinreichend gewahrt zu sehen.

Die Cultural Commons Collecting Society (C3S) soll als europäische Genossenschaft (SCE) gegründet werden und ist von ihrer Anlage nicht auf Musik beschränkt, sondern nach dem derzeitigen Stand der Planungen in der Lage, auch Urheber aus anderen Bereichen aufzunehmen und ihre Interessen zu wahren, soweit für den jeweiligen Bereich eine kritische Masse, d.h. eine ausreichende Zahl von Wahrnehmungsberechtigten und ein für den Geschäftsbetrieb notwendiges Rechtebündel erreicht werden kann.

Es ist erklärtes Ziel der Gründungsinitiative, vergütungsrelevante Vorgänge in den Geschäftsbereichen medienbruchfrei und für den Urheber wie den Nutzer einfach und transparent abzuwickeln.

Gleichwohl ist eine Reihe von Fragen noch offen. Hierzu gehört z.B. der im Falle freier Lizenzierung verbleibende Raum für vergütungspflichtige Nutzungen. Dies zu beurteilen ist eine Frage der gewählten Lizenzierungsform. Ob der verbleibende Raum als ausreichend zu bewerten ist und ob es vor dem Hintergrund bestehender Finanzierungsmodelle sinnvoll ist, eine weitere Verwertungsgesellschaft als zentrale Rechteverwaltung einzuschalten, soll zum Gegenstand einer Diskussion gemacht werden.

In einem kurzen Impulsreferat soll daher aufgezeigt werden, inwieweit gängige Lizenzierungen wie etwa Creative Commons und DiPP durch den Urheber Raum für die Tätigkeit einer Verwertungsgesellschaft lassen und inwieweit die Zentralisierung für Urheber und Nutzer unter Berücksichtigung einer möglichen Verzahnung mit weiteren Diensten wie OA?Statistik sinnvoll sein kann. Die Diskussion soll eine erste Einschätzung ermöglichen, ob es eine sinnvolle VG?Tätigkeit im betrachteten Bereich geben kann und wie diese auszugestalten sein würde.

Neues gesetzliches Zweitveröffentlichungsrecht – Update zu den Anforderungen an Bibliotheken und Wissenschaftseinrichtungen
Thomas Hartmann (Max Planck Digital Library, München)
FAQ-Check für das neue Zweitverwertungsrecht gem. § 38 Abs. 4 UrhG

Rechteklärung für OA-Zweitveröffentlichungen – das Serviceangebot der SLUB Dresden
Elena Di Rosa (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek, Dresden)
Folien/PDF | Qucosa

DINI-Zertifikat 2013 – Neuerungen im Abschnitt Rechtliche Aspekte
Michaela Voigt (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek, Dresden)
Folien/PDF | Qucosa

Etherpad der Session: https://ep.mafiasi.de/p/oat13_recht

Session 7: Verlage und Open Access (parallel)

Konferenzraum
Moderation: Marianna Mühlhölzer (SUB Göttingen)
Konzeption: Margo Bargheer (SUB Göttingen)
Abstract

Solange die Vermittlung von Wissenschaftskommunikation über Verlage und Verlagsprodukte erfolgt, spielen Verlage auch im Open Access weiterhin eine tragende Rolle, sei es auf dem Goldenen Weg, dem primären Publizieren, oder dem Grünen Weg, dem parallelen Publizieren. Es lässt sich aber feststellen, dass Open Access für die Verlagslandschaft den Charakter einer "disruptiven Technologie" hatte und hat, wonach dieses Zugangsmodell zunächst marginalisiert und am unteren Ende des Marktes positioniert war, inzwischen aber in Teilbereichen bis ins Zentrum des Marktes vorgedrungen ist und einen neuen, durchaus agressiven Wettbewerb hervorbringt sowie ein Umdenken im Wissenschaftssystem, das zu einem grundlegenden Paradigemnwechsel führen kann. Die Session nimmt dies aus verschiedenen Perspektiven in den Blick:
Nach einer kurzen Einführung von Isabella Meinecke berichtet der Historiker Gerd Graßhoff von den im Rahmen des Exzellenzclusters TOPOI gewonnenen Erfahrungen mit Open Access und dem sich darauf ergebenden weiteren Weg. Xenia van Edig vom Open-Access-Verlag Copernicus wird beleuchten, wie Open-Access-Verlage sich der neuen Wettbewerbssituation stellen und Qualität sowie Reputation gewährleisten. Unter bestimmten Bedingungen lassen sich Publikationsprozesse in der Wissenschaft auch ohne Verlage organisieren. Simone Rieger und Urs Schöpflin vom MPI für Wissenschaftsgeschichte stellen mit "Edition Open Access" ein solches Beispiel vor, bei dem das Vertrauen in die Qualität nicht über die Instition Verlag, sondern die Forschungseinrichtung geschaffen wird. Und führen neue Technologien zur Fragmentierung eines vormals festen Produktionszusammenhangs, öffnet dies auch Möglichkeiten für neue Dienstleister, die ökonomisierbare Teilbereiche isolieren und auf dem Markt anbieten. Markus Neuschäfer vom Print-on-Demand Dienstleister epubli stellt vor, wie sich Druckherstellung und Vertrieb für freie Online-Versionen organisieren lasssen.

Open Access und Verlage - Einführung
Isabella Meinecke (Hamburg University Press)

TOPOIs Erfahrung mit Open Access und der weitere Weg
Gerd Graßhoff (FU Berlin, TOPOI)
Folien/PDF

Wie gewährleisten Open-Access-Verlage Qualität und schaffen damit Reputation?
Xenia van Edig (Copernicus Publications)
Folien/PDF

Edition Open Access - ein Modell von Wissenschaftlern für Wissenschaftler
Simone Rieger, Urs Schoepflin (MPI für Wissenschaftsgeschichte Berlin)
Folien/PDF

Beratung, On-Demand-Druck und Vertrieb - Self-Publishing-Dienstleistungen für Open-Access-Projekte
Markus Neuschäfer (epubli)
Abstract | Folien/PDF

Auch bei den neuen Formen der Wissenschaftskommunikation sind verlegerische Kompetenzen gefragt: Neben der Beratung bei der Konzeption lässt sich durch die Zusammenarbeit mit Self-Publishing-Plattformen eine höhere Sichtbarkeit erreichen. Für den Druck digitaler Repositorien und den Vertrieb stehen eingespielte Workflows bereit, um innovative Vorhaben kostensparend und effizient umzusetzen. Der Vortrag stellt anhand von Beispielen drei Wege vor, wie die Zusammenarbeit mit Self-Publishing-Plattformen zu Open-Access-Projekten beiträgt:

  • Print-on-Demand-Lösungen für digitale Repositorien, zusammen mit der Humboldt-Universität, der TU Berlin, und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg:

      - automatisierter Print-on-Demand-Workflow

      - OAI-Schnittstelle

      - kostensparende Vertriebslösung

  • Verlags-Imprints und Print-on-Demand-Schriftenreihen, zusammen mit dem Mikrotext-Verlag und der Max-Planck Research Library for the History of Science (Edition Open Access)

- Print-on-Demand-Lösung (Edition Open Access)

- Virtuelle Verlags-Imprints auf Wunsch möglich (z.B. mikrotext)

- Unterstützung bei Druckvorbereitung und Qualitätssicherung

- Vertrieb über Amazon, den Buchhandel (VLB) und E-Book-Plattformen

  • Open-Access-Publikationen in Verbindung mit eBooks, zusammen mit der Willi-Baumeister-Stiftung, Stuttgart

    - Open-Access-PDF mit CC-Lizenz

    - Layout durch renommierte Grafikerin

    - Verknüpfung mit OA-Bilddatenbanken (z.B. prometheus-bildarchiv.de/)

    - ergänzender E-Book-Vertrieb über die wichtigsten Shops (Amazon, Apple, Kobo)

Epubli ist als innovatives Online-Unternehmen seit 2008 erfolgreich im Markt. Wir ermöglichen Internetnutzern, ihre Texte einfach, in Top-Qualität und kostengünstig drucken zu lassen – ab Auflage 1. Zusammen mit unseren Partnerinstitutionen ermöglichen wir innovative, Open-Access-freundliche Lösungen für neue Wege der wissenschaftlichen Publikation.

11.00

Kaffepause

11.20

Plenumssession II

Open Access in Deutschland: Eine Studie zu den Unterschieden zwischen den Disziplinen
Marc Scheufen (Universität Hamburg)
Abstract | Folien/PDF | Video

Wir diskutieren die Ergebnisse einer Online-Fragebogen-Studie mit 2151 Wissenschaftlern aus Deutschland. Gegenstand der Studie ist die Analyse der Unterschiede in der Open Access Publikationskultur zwischen den Disziplinen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Reputation von Open Access und deren wahrgenommene Stellung innerhalb der "Peer Group" die unterschiedliche Praxis in den Disziplinen erklären. Daneben erklären andere Faktoren wie Alter, Position, das Berufungssystem sowie urheberrechtliche Aspekte die Rolle von Open Access innerhalb einer Disziplin. Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine einheitliche Open Access Politik wenig zielführend scheint, ohne dass auf die konkreten Unterschiede in den einzelnen Publikationskulturen eingegangen wird.

Open Access – eine disruptive Technologie?
Bernhard Mittermaier (Forschungszentrum Jülich)
Abstract | Folien/PDF | Video

Der Wirtschaftswissenschaftler Clayton M. Christensen hat das Konzept der „disruptiven Technologie“ eingeführt. Er bezeichnet damit eine Innovation, die zunächst langsam Fuß fasst und dann in einem relativ kurzen Zeitraum eine etablierte Technologie praktisch völlig verdrängt. Ein Beispiel hierfür ist die Digitalfotografie. Dieses Konzept hat David W. Lewis auf Gold Open Access angewandt und Prognosen zur Marktdurchdringung angestellt. Der Vortrag greift diesen Ansatz auf und unterzieht ihn einer kritischen Würdigung. Die Prognosen werden mit eigenen Datenerhebungen ergänzt und zeitlich fortgeschrieben. Demnach könnte der Gold-OA-Anteil am Ende des Jahrzehnts bei 50 % und in ca. 10 Jahren bei 90 % des Publikationsaufkommens liegen. Im zweiten Teil des Vortrags wird umrissen, welche Konsequenzen die Umstellung von Subskriptionszeitschriften auf Gold Open Access auf großer Skala und innerhalb weniger Jahre hätte: Publikationsprozesse und Finanzströme werden sich ändern; Auftrag und Handeln wichtiger Akteure (Forschungsförderer, Wissenschaftler, Bibliotheken, Verlage, Dienstleister) werden zum Teil tiefgreifenden Änderungen unterworfen sein.

„European Information Science“ als integrierte Open Access Informations- und Kommunikationsplattform
Rainer Kuhlen (Universität Konstanz)
Abstract | Folien/PDF | Video

EIS (European Information Science) soll eine neu einzurichtende wissenschaftliche Open-Access-Publikationsplattform mit hohen Qualitätsansprüchen auf dem Gebiet der weiteren Informationswissenschaft werden. EIS wird eine Open-Access-Zeitschrift mit dem Anspruch „Open Access for and by Science“ sein. EIS fördert die Entwicklung einer europaweiten Informationswissenschaft und deren internationale Integration. EIS ist ein Periodikum, aber im Anspruch noch mehr. Es soll eine Informations - und Kommunikationsplattform für das Fachgebiet werden. Nach wie vor sind wissenschaftliche Artikel die Basis für den Fortschritt in der Wissenschaft . Aber der Austausch von Wissen vollzieht sich durch die in elektronischen Umgebungen (vor allem im Web) gegebenen Möglichkeiten auf vielfältige Weise und unter Nutzung vielfältiger informativer und kommunikativer Dienste. E IS ergänzt den goldenen OA-Ansatz um das Prinzip von sogenannten Overlay-Journals „Publish first - filter later“. Das heißt, jeder eingereichte Beitrag wird sofort in einem besonderen Bereich von EIS (EIS - NEW) öffentlich zugänglich gemacht (und als noch nicht bewertet gekennzeichnet). Zur Sicherung der Qualität kommen traditionelle Peer-Reviewing-, aber auch offene weborientierte Reviewing-Verfahren zur Anwendung. Zum Nachweis der Qualität und der Nutzung kommen zahlreiche Metriken zum Einsatz. Die primäre (verbindliche) Publikationssprache ist Englisch. Parallel zu dieser Veröffentlichung soll eine Version in der Landesprache des/r jeweiligen AutorIn über EIS und/oder eine landessprachliche Zeitschrift öffentlich zugänglich gemacht werden. Die in EIS zu publizieren den Arbeiten sollen zwar auch starke experimentelle informationstechnische Anteile haben. Jedoch liegt der Fokus von EIS auf den informationsmethodischen, pragmatischen, kognitiven, sozialen, politischen, rechtlichen und ethischen Aspekten der Informationsverarbeitung. EIS wird anfänglich in der Zusammenarbeit von deutschen, österreichischen und schweizerischen Personen und Institutionen entwickelt. Herausgebergremium und Editorial Board besteht aus international anerkannten Persönlichkeiten. Die Langzeitarchivierung wird durch Bereitstellung der Artikel in Hochschulbibliotheken sowie in der Deutschen Nationalbibliothek und der Deutschen Digitalen Bibliothek gesichert. EIS wird durch Anpassung von Open-Source-Software entwickelt.

Das DINI-Zertifikat 2013 – Kriterien für Open-Access-Dienste
Uwe Müller (Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt/Main)
Abstract | Folien/PDF | Video

Das DINI-Zertifikat beschreibt seit 2004 Anforderungen und Empfehlungen für institutionelle und fachbezogene Repositorien und die darauf aufbauenden Dienste. Mit dem DINI Zertifikat 2013 steht die nunmehr vierte Fassung des Kriterienkatalogs kurz vor der Veröffentlichung und der Einführung für Anträge auf Zertifizierung. Die neue Fassung des DINI-Zertifikats trägt den Titel „Open-Access-Repositorien und -Publikationsdienste“ und berücksichtigt aktuelle Entwicklungstendenzen im Hinblick auf die Repositorienlandschaft in Deutschland. Sie nimmt zusätzlich zu den bisherigen Schwerpunkten die zunehmende Verbreitung von Hosting-Angeboten für Repositorien sowie den Bereich der elektronischen Zeitschriften in den Blick. Darüber hinaus sind ausgehend von Erfahrungen mit der Zertifizierung von Diensten und einer empirischen Erhebung aus dem Jahr 2012 die Kriterien an vielen Stellen nachjustiert und geschärft worden. Der Vortrag gibt einen Überblick darüber, was sich mit der neuen Version des DINI-Zertifikats ändern wird, und beleuchtet den aktuellen Stand der Arbeiten daran.

13.00

Mittagspause

14.00

Podiumsdiskussion

10 Jahre nach der Berliner Erklärung: Wie ist die Zukunftsperspektive für Open Access?

Moderation: Petra Hätscher (Universität Konstanz)

TeilnehmerInnen:

  • Prof. Dr. Antje Boetius (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung)
  • Dr. Johannes Fournier (DFG)   
  • Dr. Jeanette Hofmann (WZB)
  • Frank Scholze (Karlsruher Institut für Technologie, KIT)

Abstract | Video

Zehn Jahre nach der Verabschiedung der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen ist das Thema auf der Arbeitsebene angekommen. Vielfältige Aktivitäten von Forschungsorganisationen und Forschungsförderern einerseits, aber auch die zunehmende Anzahl von Open-Access-Publikationen großer Fachverlage sowie weitere sich etablierende Publikationsstrukturen machen deutlich, dass sich die Frage nach dem grundsätzlichen „ob“ erledigt hat und nun die Diskussion um das „wie“ im Fokus steht. Gleichzeitig stellen wir fest, dass der überwiegende Anteil von Fachveröffentlichungen nach wie vor nicht frei zugänglich ist, dass bei vielen WissenschaftlerInnen Unsicherheit, Skepsis und mangelnde Information bezüglich des Themas besteht und dass die konkrete Transformation von Fachzeitschriften und Büchern in Open-Access-Modelle oftmals sehr schwierig umzusetzen ist. Vor diesem Hintergrund wollen wir die Zukunftsperspektive für Open Access erörtern und diskutieren, welche Wege den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen am besten voranbringen.

Dabei sollen im Einzelnen folgende Fragen thematisiert werden:

  • Welche Maßnahmen sind am besten geeignet, um einen signifikanten Anstieg an Open-Access-Veröffentlichungen zu erreichen? Welche Institutionen/Stakeholder haben die größten Möglichkeiten, Open Access zu befördern?

  • Wie kann eine Akzeptanz auf Ebene der einzelnen WissenschaftlerInnen gelingen? Sollten diese (z. B. über Mandate) eher zu Open Access gezwungen werden oder ist Freiwilligkeit der bessere Weg?

  • Wie steht es um die notwendige Infrastruktur? Wie gelangen wir zu fachwissenschaftlich akzeptierten Open-Access-Angeboten und wie kann deren nachhaltige Finanzierung /deren Nachhaltigkeit finanziert sichergestellt werden?

15.15

Vorstellung des Veranstaltungsortes der OA-Tage 2014

Elke Roesner (ZB MED) und Sophie Zervos (GESIS) 
Folien/PDF | Video

15.30

Zusammenfassung / Verabschiedung

Olaf Siegert (ZBW) und Isabella Meinecke (SUB Hamburg)
Video