Hinweis

Das Lokalkomitee fügt verfügbare Präsentationen und Aufzeichnungen laufend hinzu. Bitte schauen Sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmals vorbei, falls Präsentationen und Aufzeichnungen noch fehlen sollten.

Kurzübersicht

Das Programm in der Kurzübersicht

Sonntag, 6.9.2015

15:30

Grünes Licht für Forschungsergebnisse: Der gesellschaftliche Nutzen von Open Access

Raum: KOH-B-10

Öffentliche Podiumsdiskussion im Rahmen der Scientifica (für alle Interessierten frei und gratis zugänglich)
Abstract

Als ideale Grundlage zur Verbreitung von erhellenden Innovationen in Wissenschaft und Gesellschaft gilt heute der weltweit freie und kostenlose Zugang zu Forschungsergebnissen über das Internet (Open Access). Im gängigen Publikationssystem behindern jedoch hohe Gebühren diesen Zugang. Open Access macht dagegen aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse nicht nur Forschern, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Interessierte Laien, Patienten sowie engagierte Bürger haben Zugang zu neuen Erkenntnissen, können Wissenschaft so besser nachvollziehen und im Zuge der sog. Citizen Science (Bürgerwissenschaft) sogar aktiv mitbetreiben. Dadurch ergeben sich in vielen Bereichen ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten, auf bisher unbeleuchtete Aspekte der Forschung einzugehen und diese kritisch zu hinterfragen.

Als öffentliches Vorabendprogramm der Open-Access-Tage 2015 in  Zürich, der grössten deutschsprachigen Konferenz zum Thema Open Access, werfen Experten ein Schlaglicht auf den gesellschaftlichen Nutzen von Open Access sowie auf Licht und Schatten seiner bisherigen Umsetzung.

Begrüssung: Christian Fuhrer (Hauptbibliothek der Universität Zürich)

Moderation: Margo Bargheer (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen)

Podiumsteilnehmer:
Christa Dürscheid (Deutsches Seminar, Universität Zürich)
André Golliez (Opendata.ch)
Donat Agosti (Plazi)
Markus Zürcher (Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW)
Stephan Neuhauss (Institut für Molekulare Biologie, Universität Zürich)

18:00

Vorabend-Get-Together  (Selbstzahler)

Restaurant Reithalle
Gessnerallee 8
8001 Zürich          
http://www.restaurant-reithalle.ch

Montag, 7.9.2015

9:00

Registrierung

Stockwerk F, Hauptgebäude/Kollegiengebäude

11:00

Eröffnung der Tagung

Raum KO2-F-180

Christian Fuhrer (Hauptbibliothek der Universität Zürich)

Wilfried Lochbühler (Direktor, Hauptbibliothek der Universität Zürich)
Präsentation

Michael O. Hengartner (Rektor Universität Zürich)
Präsentation

11:30

Eröffnungskeynote

Raum KO2-F-180

Moderation: Christian Fuhrer, Hauptbibliothek Universität Zürich

Open Access als Geisteshaltung: Über die Wahrnehmung einer Forschungsrevolution in Öffentlichkeit und (Geistes)Wissenschaft
Hubertus Kohle (Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte, Dekan der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften, Ludwig-Maximilians-Universität München)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Ausgehend von einer kurzen Darstellung der ambivalenten Wahrnehmung von Open Access (OA) in der (deutschen) Tagespresse soll es in dem Vortrag um die Praxis von OA vor allem in den Geisteswissenschaften gehen sowie um die weiterhin vergleichsweise bescheidenen Erfolge der Bewegung in diesem Feld. Vorgeschlagen wird eine Strategie, die weniger auf Konfrontation setzt, sondern die Skeptiker dort abholt, wo diese sich befinden. Mit Verweis auf eigene Erfahrungen im Feld der OA-Publizistik (sehepunkte etc.), aber auch mit der Diskussion von Projekten, die sich erst in der Realisierungphase befinden (MAP: Modern Academic Publishing),  soll vor allem die Bedeutung von Hybrid-Publikationen im Monographienbereich und die der Qualitätsselektion herausgestrichen werden. Damit soll andererseits nicht behauptet werden, dass klassische Peer-review-Verfahren im Internet der Weisheit letzter Schluss sind. Auch möchte ich auf avancierte OA-Unternehmungen im Bereich der Kunstgeschichte allgemein verweisen, die vor allem an Universitätsbibliotheken betrieben werden.

12:10

One Minute Madness (zur Postersession)

Raum KO2-F-180

Moderation: André Hoffmann, Hauptbibliothek der Universität Zürich

Die Poster sind im Repository Zenodo hinterlegt (siehe Seite Posterausstellung)

Aufzeichnung

12:40

Mittagspause

Mensa A/B

13:50

Plenumsvorträge zu Open Access in der Schweiz

Raum KO2-F-180

Moderation: Christian Fuhrer und André Hoffmann, Hauptbibliothek der Universität Zürich

Umbau zu Open Access: Der Beitrag der Forschungsförderung in einem publikationsstarken Kleinstaat
Ingrid Kissling-Näf (Leiterin Abteilung Geistes- und Sozialwissenschaften des Schweizerischen Nationalfonds)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Bereits 2006 hat der SNF die Berliner Erklärung zu Open Access unterzeichnet, seit 2008 fordert er die Forschenden auf, ihre Resultate weltweit und kostenlos zugänglich zu machen.

In der Beitragsperiode 2013-16 hat der SNF eine zeitlich befristete Massnahme zur Finanzierung der Kosten von OA-Zeitschriftenartikeln in der Projektförderung eingeführt und im Frühjahr 2014 die OA-Politik auf die Unterstützung von Buchpublikationen ausgeweitet. Als zentrale Grundlage für die Weiterentwicklung seiner Open Access Policy führt der SNF zusammen mit interessierten wissenschaftlichen Verlagen zudem das Pilotprojekt OAPEN-CH durch, welches die Auswirkungen der gleichzeitigen Veröffentlichung von digitalen Publikationen und Printprodukten untersucht.

Weltweit setzt sich der Trend von Open Access zu einer breiteren Debatte über Open Science fort. Der Beitrag zeigt auf, was Förderorganisationen proaktiv zur Förderung von Open Access machen können, wie der SNF als Forschungsförderer die laufenden Entwicklungen positiv unterstützt und wie die Kräfte zwischen Akteuren für den freien und kostenlosen Zugang zu Publikationen und Daten gebündelt werden können.

Open Access und Open Research Data: Forschung öffentlich machen. Welches sind die Herausforderungen?
Nicole Schaad (Leiterin Forschung, Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation)
Abstract | Präsentation

Gesellschaftliche Entwicklung

- Aufgrund der Digitalisierung in der Wissenschaft und der rasant wachsenden Datenmenge wie auch der weltweiten Entwicklung zu Open Access sind der Bund und seine Förderinstitutionen wie auch die Hochschulen und Forschenden mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

-Das seit 2014 in Kraft stehende total revidierte Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation (FIFG) macht eine klare sachliche Differenzierung zwischen Information über Fördertätigkeiten, Forschungsresultate, Qualitätssicherung und Berichterstattung. Gemäss FIFG werden Forschungsresultate nicht pauschal als Allgemeingut festgelegt. So ist beispielsweise die KTI zu einer transparenten Berichterstattung über ihre Förderaktivitäten verpflichtet, sie darf jedoch nicht Geschäfts- und Fabrikationsgeheimnisse preisgeben. Zudem berücksichtigen sowohl das FIFG wie auch das Hochschulförderungs- und koordinationsgesetz (HFKG) die Autonomie der Hochschulen sowie die Verfassungsgrundsätze der Freiheit und der Einheit von Lehre und Forschung.

- Gemäss dem Botschaftstext ist das FIFG explizit als ausreichende gesetzliche Grundlage für den Zugang zu mit öffentlichen Mitteln finanzierten Forschungsresultaten nach dem sogenannten «Open Access»-Verfahren zu verstehen.

- Zur Umsetzung von «Open Access»-Verfahren wird die Zusammenarbeit von Forschungsförderungsinstitutionen und Hochschulen vorausgesetzt.

 Förderpraxis

- Der Bund verpflichtet die Forschungsförderungsinstitutionen (SNF, KTI und Akademien), die Öffentlichkeit über ihre Förderaktivitäten zu informieren. Zur Umsetzung der Open-Access-Strategie, bzw. gemäss dem im Sinne des FIFG festgelegten Grundsatz, dass Forschungsresultate ein «öffentliches Gut» darstellen, müssen sämtliche von diesen Förderinstitutionen unterstützte Forschende in der Regel ihre wissenschaftlichen Ergebnisse digital, umgehend und im Prinzip unentgeltlich zugänglich machen. Die Kosten für eine digitale Publikation sind dabei für die Forschenden bei den Projektkosten anrechenbar.

Publikationsplattformen

- Repositorien: Die Hochschulen und Forschungsinstitutionen haben bei der Umsetzung der Open-Access-Strategien neue Aufgaben im Bereich des Datenmanagement erhalten. Dazu gehören das Einrichten und der Unterhalt sog. Hochschul- oder fachspezifischer Repositorien für die Replikation, aber auch für den Zugang zu Primärdaten der Forschung. Indem neben den wissenschaftlichen Publikationen auch Forschungsdaten vermehrt öffentlich zugänglich gemacht werden sollen (Open Research Data), stellen sich Fragen der Standardisierung und Archivierung der Daten umso dringender. Genügen die vorhandenen Lösungen oder braucht es eine stärkere Koordination der verschiedenen Aktivitäten bzw. eine nationale Strategie für die weitere Umsetzung von Open Access?

- Open-Access-Zeitschriften und soziale Medien: Bei den Publikationsformen ist grundsätzlich ein starker Wandel (vom gedruckten zum E-Book) sichtbar. Bei den Fachzeitschriften ist zudem eine Verschiebung von den „referierten Journals“ zu selbst organisierten Zeitschriften der Scientific Community oder den sozialen Netzwerken festzustellen. Welche Konsequenzen hat diese Open Data/Science-Bewegung für die Open Access Strategie des Bundes und für dessen Förderpraxis? Welche Massnahmen sollten vor dem Hintergrund der sich verändernden Publikationsmöglichkeiten getroffen werden, um sowohl beste Qualität als auch einen möglichst direkten Zugang zu Forschungsresultaten zu garantieren?

Swiss Universities: vereint für Open Access? Eine Zwischenbilanz
Gabi Schneider (swissuniversities, SUK P-2)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Das Programm „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung“ (SUK P-2) von swissuniversities (www.swissuniversities.ch/isci) schiebt Kooperationsprojekte der Schweizer Hochschulen im Bereich der digitalen wissenschaftlichen Information mit einer 50%-Finanzierung an. Die Handlungsfelder des Programms sind in einer „nationalen Strategie“ festgehalten. Mehrere der definierten Umsetzungsmassnahmen zielen auf die Förderung von Open Access. Zum Zeitpunkt der Open-Access-Tage Zürich ist die Evaluation der Projektanträge auf die vierte Eingabefrist angelaufen: ein guter Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz.

Open Access in den empirischen Sozialwissenschaften
Peter Farago (Direktor FORS, nationales Kompetenzzentrum für die Sozialwissenschaften)
Abstract | Präsentation

Qualitativ hochwertige sozialwissenschaftliche Datenerhebungen sind anspruchsvoll und nur mit entsprechenden Infrastrukturen und einem gerüttelten Mass an spezialisiertem Know-how zielführend durchführbar. Auch sind sie nicht billig zu haben. Umso wichtiger ist es, entsprechende Datensätze gut dokumentiert und niederschwellig zur Verfügung zu stellen. Dabei ist den Bedürfnissen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Persönlichkeits- und Datenschutzes Rechnung zu tragen, da es sich bei solchen Daten oft um personenbezogene Mikrodaten handelt. Open Access ist das Gebot der Stunde, aber mit Bedacht umzusetzen.   

FORS als einer der wichtigen sozialwissenschaftlichen Datenproduzenten und –vermittler der Schweiz misst den Grundsätzen von Open Access grösste Bedeutung bei. Im Beitrag werden die Prinzipien von FORS zu Open Access und deren praktische Realisierung am Beispiel des FORS-Datenbestandes sowie des von FORS koordinierten SUK-P-2 Projektes „Open Research Data Platform Switzerland“ (http://openresearchdata.ch) vorgestellt.

Mit dem von FORS und der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) gemeinsam erarbeiteten und an einer Veranstaltung im Herbst 2014 verabschiedeten Manifest über „Data Access and Research Transparency“ wird die Diskussion um die Umsetzung von Open Access ausgeweitet auf die wichtigsten Akteure im Feld wie z.B. den Nationalfonds, die Hochschulen und die wissenschaftlichen Verlage. Letztere sind bedeutende Partner, wenn es um die Nachvollziehbarkeit und Replikation publizierter Forschungsergebnisse geht. Der Beitrag erläutert die Hauptanliegen des Manifests.

15:15

Postersession inkl. Kaffeepause

Ausstellermesse

Lichthof

16:15

Session1: (Linked) Open Data, Thesauri und kulturelles Erbe (parallel)

Raum: KOL-F-104

Moderation: Christian Gutknecht, Schweizerischer Nationalfonds

Session-Abstract

Durch Digitalisierungs- und Editionsprojekte in den vergangenen Jahrzehnten stehen immer mehr historische Daten digital zu Verfügung. Doch wie sollen und können digitale Daten zum kulturellen Erbe zugänglich gemacht werden, um einen maximalen Nutzen zu erzielen? Diese Session beleuchtet Themen der Erschliessung durch Normdaten und die Extraktion und Publikation von Linked Open Data (LOD) bei historischen Quellen und Lexika. Ebenfalls werden rechtliche Aspekte zum Zugang eines Bildarchives dargestellt.

hist-metadata.ch – ein mehrsprachiger Metadatenhub für Linked Open Data zu historischen Entitäten
Hans Bickel (Schweizerdeutsches Wörterbuch (Idiotikon)/ortsnamen.ch), Werner Bosshard (Historisches Lexikon der Schweiz)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Normdaten und strukturierte Datenerfassung sind grundlegende Elemente datenbank- und korporaübergreifender Erschliessung und Vernetzung. Dies ist in Expertenkreisen unbestritten, aber das Wissen um Nutzen und beste Vorgehensweise ist in der geisteswissenschaftlichen Forschung – auch in den Digital Humanities – noch nicht weit verbreitet. Das geplante Projekt hist-metadata.ch wird als kooperative Publikations- und Anlaufstelle für Normdaten und strukturierte Datenerfassung hier einen wesentlichen Beitrag leisten, damit die entsprechenden Techniken und offenen Standards rechtzeitig und effizient in den Prozess der digitalen Forschungsproduktion integriert werden.

Mit dem Kooperationsprojekt hist-metadata.ch, das von der Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins mit ihrer Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen (SSRQ), dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), dem Schweizerdeutschen Wörterbuch (Idiotikon) und dem Portal der schweizerischen Ortsnamensforschung (ortsnamen.ch) realisiert wird, soll ein Metadatenhub für Linked Open Data zu historischen Entitäten aller Epochen und Regionen der Schweiz entstehen. Hauptziel des Projekts ist der Aufbau eines mehrsprachigen, modular angelegten, transnational ausgerichteten Metadatenhubs zur konsistenten Pflege und nachhaltigen Nutzung von normierten Metadaten aus den Geisteswissenschaften. Hist-metadata.ch wird unterschiedlichste Forschungsressourcen vernetzen und langfristig erschliessen.

Die Metadaten zu historischen Personen, Sachen und Orten werden im Projekt hist-metadata.ch dank der gemeinsamen Erarbeitung von mehrsprachigen Keywordlisten, Normdateien und kontrollierten Vokabularen zu historischen Ämtern/Berufen und Ortstypen mit Hilfe des für diese Aufgaben entwickelten Open-Source-Werkzeugs «Labeling System», das die Verlinkung mit verschiedenen Referenzthesauri erlaubt, qualitativ hochstehend erschlossen. Die multilaterale Verlinkung der Daten der Projektpartner inkl. Anreicherung mit internationalen Normdaten (z. B. GND, VIAF, TGN, GeoNames) wird neue Zugänge und Fragestellungen verschiedenster Forschungsrichtungen ermöglichen.

Auf hist-metadata.ch wird neben den herkömmlichen Abfragemasken das historisch-geographische Informationssystem Geovistory der Visualisierung und Analyse der Daten in Zeit und Raum dienen. Die für kollaboratives Arbeiten offene Projektanlage soll die Langzeitwirkung sichern. Dank der angestrebten Mehrsprachigkeit positioniert sich hist-metadata.ch zudem im Kontext der internationalen Digital Humanities als Brückenkopf über die Sprachgrenzen hinweg.

Thesauri-Vernetzung dank «Labeling System» – ein Use case anhand Schweizer Rechtsquellen
Pascale Sutter (Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Für die technische Umsetzung von kontrollierten Vokabularen steht das Open-Source-Werkzeug «Labeling System» zur Verfügung, das vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz (Dr. Michael Piotorowski) und dem i3mainz – Institut für raumbezogene Informations- und Messtechnik der Hochschule Mainz (Prof. Dr. Kai-Christian-Bruhn und Florian Thiery, M. Sc.) prototypisch entwickelt wurde. Es dient der Erstellung von anwendungsspezifischen SKOS-Vokabularen, die interoperabel sind, indem diese mit anderen Referenzthesauri und Normdaten in Relation gesetzt werden. Das «Labeling System» kann für die Bildung von einfachen Schlagwortlisten verwendet werden, seine Funktionalität allerdings geht auch über die Festlegung von Taxonomien (Bildung von Klassen und Kategorien) hinaus. Es ermöglicht die Erzeugung von Thesauri, im Sinne der genauen Beschreibung und Repräsentation eines Themengebiets. Die erstellten Thesauri sind auf ein Themengebiet beschränkt (=Vokabular) und erlauben eine Sammlung systematisch geordneter Begriffe, die in thematischer Beziehung zueinander stehen (=Label). Diese Label können durch multilinguale Synonyme beschrieben und hierarchisch organisiert werden. Der webbasierte Dienst ermöglicht es so, projektspezifische, standardisierte, mehrsprachige Vokabulare anhand bereits vorliegender oder neu zusammenzustellender Begriffssammlungen zu erstellen und diese mit weiteren Ressourcen (z. B. für Berufe mit dem History of Work Information System [HISCO] und/oder dem Thesaurus Professionum) zu verknüpfen. Zudem stehen die Label mit einem Universal Unique Identifier (UUID) als Linked-Open-Data-Ressource direkt auch anderen Infrastrukturprojekten zur Verfügung.
Mit Hilfe des «Labeling Systems» werden im Rahmen des Projekts hist-metadata.ch Keywordlisten der Titel und Organisationstypen sowie eine Normdatei der Vornamen vorbereitet und kontrollierte Vokabulare historischer Berufe/Ämter und historischer Ortstypen als LOD zur Verfügung gestellt. Die Rechtsquellenstiftung wird das «Labeling System» ebenfalls zur Erstellung eines kontrollierten Vokabulars «rechtshistorischer Begriffe» wie auch für die Verschlagwortung der historischen Quellentexte verwenden. Sobald die Normdateien bzw. kontrollierten Vokabulare aufgebaut und über hist-metadata.ch als LOD publiziert sind, können sie in weiteren nationalen und internationalen Infrastrukturprojekten genutzt werden.

Geovistory: chrono- und georeferenzierte Datenvisualisierung
Jonas Schneider (Historisches Lexikon der Schweiz)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Von Open Access zu Linked Open Data – so die gängige Forderung. Doch wie generiert man aus einem Lexikonkorpus Linked Open Data? Welche Informationen lassen sich identifizieren und verlinken? Wie lassen sich diese Daten erfassen und gewinnbringend präsentieren? Diesen Fragen widmet sich das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) im Rahmen des Pilotprojekts Geovistory. Auf einer kollaborativen Webplattform sollen Entitäten (Personen, Organisationen, Orte) sowie Relationen zwischen diesen aus verschiedenen Quellen integriert, verknüpft und präsentiert werden können.
Als Datengrundlage dienen zunächst die Artikel des HLS, wobei im Rahmen von hist-metadata.ch weitere Bestände (Rechtsquellen) integriert werden sollen. In den Lexikonartikeln werden Entitäten und Relationen zusammen mit Angaben über ihre räumliche und zeitliche Existenz maschinenlesbar ausgezeichnet. Das Verlinkungstool des Softwareprototyps Geovistory ermöglicht den Import der ausgezeichneten Informationen, wobei die Belegstellen im Text mit bereits vorhandenen oder neu zu erstellenden Normeinträgen verknüpft werden. Einmal importiert, lassen sich die Daten differenziert nach Raum, Zeit und Thema abfragen. Im Unterschied zu herkömmlichen HGIS und historischen Atlanten erfasst und visualisiert Geovistory zusätzlich zur Räumlichkeit auch die Zeitlichkeit historischer Phänomene explizit: Die interaktive Geovisualisierung macht Wandel und Kontinuität von bisher im Text verborgenen Raumstrukturen durch die Trias von Karte, Timeline und Animation erfahrbar. Die Verknüpfung mit den Texten ermöglicht es, für jede Information deren Belegstelle abzufragen.
Im Vortrag wird einerseits der Nutzen der chrono- und georeferenzierten Datenvisualisierung für die historische Forschung und Vermittlung thematisiert, andererseits werden technische Lösungen zur Datenerfassung und -visualisierung anhand des Prototyps und erster Anwendungsbeispiele präsentiert.

Von der Bildagentur zum Open-Data-Lieferanten: Neuausrichtung des Lizenzmodells des Bildarchivs der ETH-Bibliothek
Nicole Graf (Bildarchiv der ETH-Bibliothek)
Abstract | Präsentation

Open Access hat sich in der Welt der wissenschaftlichen Bibliotheken inzwischen etabliert. Seit geraumer Zeit kündigt sich der nächste Schritt zu mehr Offenheit an: Open Data. Nicht mehr nur der Zugang zu den Daten soll offen sein, die Daten selber sollen offen werden. Maschinenlesbare Daten sollen frei lizenziert werden, so dass sie von der Öffentlichkeit genutzt, weiterverarbeitet und publiziert werden können. Open Data werden unter dem Name Open Government Data von Behörden und den Verwaltungen publiziert. Die Open- Data-Bewegung und Initiativen wie OpenGLAM der Open Knowledge Foundation fordern mit einiger Vehemenz die Öffnung dieser von Steuergeldern finanzierten Daten. Die ETH Zürich hat die „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ im 2006 unterzeichnet und im 2008 eine Open-Access-Policy verabschiedet. Im Bildarchiv wird diesem Umstand insofern Rechnung getragen, als seit Februar 2009 sämtliche Bilder in einer niedrigen Webauflösung mittels Creative Commons (CC) BY-ND- NC über Google Bilder verfügbar sind. Allerdings entspricht diese restriktivste Form einer CC-Lizenzierung nicht der Berliner Erklärung und gilt nicht als Open Data, da sie die Nutzung einschränkt, beispielsweise indem sie Veränderungen (ND) oder kommerzielle Nutzung (NC) nicht zulässt. Das Bildarchiv der ETH-Bibliothek wurde ursprünglich als Bildagentur aufgebaut. Die Bilder werden abhängig nach Nutzungsart lizenziert. Dabei halten sich der Verwaltungsaufwand und der daraus entstehende Ertrag die Waage. Vorreiterinstitutionen wie die NASA, die Library of Congress oder das Rijksmuseum in Amsterdam stellen TIFF-Dateien in höchstmöglicher Auflösung zum freien Download bereit. Am 1. März 2015 hat das Bildarchiv der ETH-Bibliothek seine Bilddatenbank ebenfalls für den freien Download geöffnet. Im Vortrag werden erste Erfahrungen des Bildarchivs mit Open Data sowie Umsetzungsfragen in technischer, rechtlicher und aus Nutzersicht diskutiert werden.

Session 2: Das Zweitveröffentlichungsrecht macht Schule (parallel)

Raum: KOL-F-121

Moderation: Thomas Hartmann (Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft)

Session-Abstract

Die Sitzung wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro in Kooperation mit dem Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" organisiert. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über verschiedene Verständnisse des neuen sogenannten "unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrechtes" für wissenschaftliche Publikationen und über die regulatorischen Klippen, die es bei seiner Ausgestaltung zu umschiffen gilt. Zu Beginn des Jahres 2014 trat in Deutschland das sogenannte Zweitveröffentlichungsrecht (§38(4) UrhG) in Kraft. Über Jahre hatte die Wissenschaftsgemeinde in Deutschland solch eine Regelung gefordert. Die Ausgestaltung der Regelung durch den deutschen Gesetzgeber provozierte jedoch bis heute anhaltende Kritik. Das von der Wissenschaft vorgetragene Anliegen wurde zwischenzeitlich von den Gesetzgebern in Österreich, den Niederlanden und Frankreich in Form von konkreten Gesetzesvorschlägen aufgegriffen. In der Schweiz liegt noch kein Gesetzesvorschlag vor, aber das Anliegen wird bereits thematisiert. In der Session wird über die geltenden Regelungen in Deutschland und Österreich bzw. die zur Diskussion stehenden Entwürfe in den Niederlanden und Frankreich und über den Stand der Diskussion in der Schweiz berichtet.

Zweitveröffentlichungsrecht - Was ist das?
Christoph Bruch (Helmholtz Open Science Koordinationsbüro)
Abstract | Präsentation

Einführung in die Themenstellung und knappe Erläuterung des aktuellen niederländischen Gesetzesvorschlages für ein Zweitveröffentlichungsrecht.

Unterstützung der Nutzung des Zweitveröffentlichungsrechtes an der Humboldt-Universität zu Berlin
Sven Asmussen (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, insbesondere Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung der Humboldt-Universität zu Berlin)
Abstract | Präsentation

Die Humboldt Law Clinic Internetrecht (www.hlci.de) ist ein innovatives Lehrkonzept, das Studierenden bereits in einem frühen Stadium ihrer juristischen Ausbildung ermöglicht, an echten Fällen und Projekten mitzuarbeiten. Etwa beschäftigen sie sich mit den digitalen Repositorien der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie untersuchen dabei insbesondere die rechtlichen und praktischen Herausforderungen, die sich aus dem neuen Zweitveröffentlichungsrecht (§ 32 Abs. 4 UrhG) ergeben.

Zweitveröffentlichungsrecht - jetzt auch in Österreich
Guido Blechl (Open Access Office der Universität Wien)
Abstract | Präsentation

Vorstellung des jüngst in Österreich beschlossenen Zweitveröffentlichungsrechtes

Deutsch-französische Achse im Zweitveröffentlichungsrecht?
Herbert Grüttemeier (INIST-CNRS)
Abstract | Präsentation

Vorstellung des aktuellen französischen Gesetzentwurfes für ein Zweitveröffentlichungsrecht

Ein Zweitveröffentlichungsrecht für die Schweiz?
Danielle Kaufmann (Konferenz der Universitätsbibliotheken/Rechstdienst Universitätsbibliothek Basel)
Abstract | Präsentation

Wo steht die Schweiz in der Diskussion um die Einführung eines (zwingenden) Zweitveröffentlichungsrechts?

Session 3: Open Access und Fachhochschulen (parallel)

Raum: KOL-F-117

Moderation: Dirk Verdicchio, Universitätsbibliothek Bern

Session-Abstract

Die Mehrzahl der institutionellen oder fachspezifischen Open-Access-Repositorien ist in erster Linie wissenschaftlich ausgerichtet und versteht sich als Dienstleister für ein wissenschaftliches oder zumindest wissenschaftsnahes Publikum. Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen arbeiten jedoch unter teils anderen Bedingungen. Da im Schwerpunkt für die Berufspraxis ausgebildet und Wissensaufbau betrieben wird, steht hier ebenfalls ein professionelles Fachpublikum jenseits des akademischen Kontextes im Fokus. Gleichwohl Fachhochschulen damit als wichtige Wegbereiter für den optimalen Zugang zu Wissen für die ganze Gesellschaft gelten (Open Science, Citizen Science), gibt es noch einige Hürden bei der Umsetzung zu überwinden. Gerade urheberrechtliche Schranken für Lehr- und Lernressourcen oder privatwirtschaftliche Interessen bei Abschlussarbeiten verhindern häufig die Verbreitung von Wissen im Sinne des Open Access (z.B. als Open Educational Ressources). Die Session diskutiert die Rahmenbedingungen und Strategien für die weitere Entwicklung von Open Access an Fachhochschulen.

Auf dem Weg zur „Offenen Wissenschaft“: Open Access plus Open Educational Resources - eine Chance, die Lehre sichtbar(er) zu machen
Ricarda T.D. Reimer, Nadja Böller (Fachstelle Digitales Lehren und Lernen in der Hochschule an der Pädagogischen Hochschule FHNW)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Open Access (OA) als Konzept des offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen hat sich in den vergangenen Jahren auf wissenschaftspolitischer Ebene etabliert. Die OA-Bewegung rückt insbesondere den Forschungsprozess ins Zentrum, d.h. den Zugriff auf Forschungsergebnisse im Rahmen von wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten. Der offene Zugang zu Lehr- und Lernressourcen, Open Educational Resources (OER), nahm in den bisherigen Diskussionen rund um Open Access einen geringeren Stellenwert ein, da die Erstellung und das Zugänglichmachen von OER aktuell nicht als Teil eines wissenschaftlichen Publikationsprozesses verstanden werden. Zudem unterliegen digital verfügbare Bildungsressourcen zum einen grundsätzlich stärkeren Veränderungsprozessen als Publikationen, beispielsweise durch die diversen Beteiligungs- und Gestaltungsmöglichkeiten des Web 2.0. Zum anderen existiert eine Vielfalt an unterschiedlichen Formen und Formaten von offenen Bildungsressourcen. Nicht zuletzt sind urheber- und nutzungsrechtliche Fragestellungen eine weitere grosse Herausforderung von OER. Beiden Bewegungen gemein ist jedoch die grundsätzliche Forderung nach optimalem Zugang zur und Nutzung der Ressource Wissen als Forschungs- und Bildungsmaterialien. Mit dem Vortrag wird Bezug auf den derzeit aktuellen Entwicklungs- und Aufbauprozess von institutional Repositories (IR) an Hochschulen geleistet; die Frage, welche Rolle OER hierbei eingeräumt werden sollte, ist gerade vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung der Lehre bspw. an Fachhochschulen zu diskutieren. OER bieten die Chance die Lehre zu stärken und zugleich einen weiteren systemisch verankerten Beitrag zur Qualitätsentwicklung zu initiieren.

Ist die konsequente Umsetzung von Open Access der richtige Weg für Fachhochschulen?
Friederike Gerland (Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg hostet derzeit Repositorien für deutschlandweit 39 Hochschulen, darunter 5 Pädagogische Hochschulen, 2 Musikhochschulen und eine Kunsthochschule. Daraus ergibt sich ein umfassender und praxisnaher Überblick über das Publikationsverhalten von (Fach)Hochschulen in Deutschland.

Die vom BSZ gehosteten Fachhochschulen bilden ein breites Fächerspektrum ab, was sich in Anzahl und Art der publizierten Dokumente wiederspiegelt und vielfältige Fragestellungen zum Thema Open Access aufwirft.

Open Access wird aller Orten gefordert und gefördert, wie z.B. durch das Landeshochschulgesetz in Baden-Württemberg und wird auch mithilfe zahlreicher, hauptsächlich institutioneller, Repositorien umgesetzt. Die Maßgabe von Open Access lautet stets: Metadaten sollen möglichst mit Volltext in Repositorien erfasst werden und möglichst wenige Volltexte sollen zugriffsbeschränkt sein, Metadaten stets öffentlich sichtbar und die Dokumente möglichst breit gestreut sein (wie z.B. in Base).

Die tägliche Praxis aus den Fachhochschulen zeigt aber, dass Forschung im Rahmen von Abschlussarbeiten oft in enger Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Unternehmen stattfindet und somit die Ergebnisse geschützt werden müssen oder dass z.B. nicht alle Abschlussarbeiten die hohe wissenschaftliche Qualität aufweisen, die das Veröffentlichen rechtfertigen, sie aber trotzdem nachgewiesen werden sollen oder das Repositorium (auch) als Archiv genutzt werden soll.

Der Vortrag zeigt die Vielfalt der Fachhochschulrepositorien, das Publikationsverhalten und das sich daraus ergebene Spannungsfeld zwischen Open Access und dem tatsächlichen Bedarf der Fachhochschulen, was zu der Frage führt: ist genereller Open Access der richtige Weg für Fachhochschulen? Oder: Wie können wir die Bedarfe der Fachhochschulen in Repositorien abbilden und in Einklang mit Open Access bringen?

Kinderschuhe an Fachhochschulen - Open Access an der ZHAW
Kathi Woitas (ZHAW Hochschulbibliothek, ZHAW), Eike Kleiner (ZHAW Information & Communication Technology)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Fachhochschulen (FH) arbeiten unter anderen Bedingungen als Universitäten. Gleichwohl werden ähnliche Ansprüche an sie gerichtet und vergleichbare Infrastrukturen erwartet. Diese Diskrepanz stellt eine Herausforderung für Fachhochschulen dar; in exemplarischem Masse kann das auch für das Fördern und Fordern von Open Access gelten.

Eine Überblicksarbeit [U. Huber (2014): 10 Jahre Open Access Initiative - Eine Zwischenbilanz für die Schweiz. Churer Schriften zur Informationswissenschaft, Bd. 70. S. 70] aus dem Vorjahr stellt fest, dass Open Access an vielen Schweizer Fachhochschulen noch in den Kinderschuhen steckt. Mit dem anhaltenden Wachstum der Fachhochschulen geht jedoch auch in diesem Bereich fachlicher, technischer und nicht zuletzt strategischer Entwicklungsbedarf einher.

An der ZHAW existiert seit 2007 ein Dokumentenserver für Hochschulpublikationen und Zweitveröffentlichungen. Parallel dazu wurden Anwendungen entwickelt, welche Personen- und Projektinformationen sowie die Hochschulbibliografie abbilden. Historisch gewachsen und angepasst, ist ein Netz aus Daten und Applikationen entstanden, welches nach aussen nahtlos in den Webauftritt integriert ist. Intern funktional, werden damit jedoch Standards und weit entwickelte Ansprüche an Dokumenten- und Publikationsservices nicht erfüllt. Ein grundlegender Relaunch soll den Dokumentenserver durch ein integriertes Repositorium für diverse Publikationsgefässe der ZHAW ablösen.

Parallel dazu verfolgt die ZHAW die Entwicklung einer Open Access Policy. Auch hier bilden  Fachhochschulspezifika besondere Rahmenbedingungen, die sich im Vorgehen wiederspiegeln.

Der Vortrag stellt am Beispiel der ZHAW Aktivitäten zur Verankerung des Open Access an einer Schweizerischen Fachhochschule vor. Der Fokus wird auf folgende Themen gerichtet:

  • Rahmenbedingungen und Besonderheiten im FH-Feld
  • Voraussetzungen und Funktionen
  • Ablösung selbstentwickelter Applikationen durch Standardsoftware
  • Strategische Entwicklung einer OA Policy
  • Stand, Ergebnisse und Herausforderungen der Vorhaben.

Ein Repositorium zwischen Wissenschaft, Berufspraxis und Öffentlichkeit – Chancen für Fachhochschulen
Silke Bellanger, Simone Rosenkranz (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Die ZHB Luzern baut ein Repositorium auf, das sich nicht nur an die beteiligten tertiären Bildungseinrichtungen (Universität, Fachhochschule oder PH richtet) richtet, sondern auch für das kantonale Publikum gedacht ist. Damit bietet sich generell die Chance, die Grundideen des Open Access, Wissen für alle nutzbar zu machen zu betonen und im Sinne von Open Science  besonders für die Positionierung der beteiligten tertiären Bildungseinrichtungen zwischen Wissenschaft und Berufspraxis stark zu machen.

Denn für die Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen ergibt sich mit dem Repositorium an sich und der Ausrichtung des Luzerner Repositoriums im Besonderen die Möglichkeit, ihrem Selbstverständnis, für die Berufspraxis auszubilden und Wissensaufbau für die Praxis zu leisten, in einer weiteren Dimension nachzukommen.

Bislang sind Repositorien, seien es fachspezifische oder institutionelle, vorrangig wissenschaftlich ausgerichtet und legen eine Rezeption seitens wissenschaftlicher Fachkollegen/innen oder zumindest wissenschaftsnaher Berufsgruppen nahe. Auch die Universität, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschule in Luzern diskutieren das Repositorium zu nutzen, um ihre Forschungstätigkeit sicht- und rezipierbar zu machen. Die Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen haben dabei auch ihr professionelles Fachpublikum jenseits des akademischen Kontextes im Blick.

Die Anlage des Luzerner Repositoriums sieht zusätzlich zu der wissenschaftlichen Nutzung aber vor, dem kantonalen Publikum, interessierten Laien und forschenden Berufsleuten eine Möglichkeit zur Publikation ihrer Arbeiten zu bieten und sich damit am Bildungs- und Forschungsdiskurs zu beteiligen. D.h. für die Fachhochschulen und die Pädagogische Hochschule bietet sich damit auch die Gelegenheit, einen Wissenstransfer von wissenschaftlichem und professionellem Wissen zu gestalten, der nicht nur von der FH oder PH ausgeht, sondern Fachleute wie interessierte Gruppen der Öffentlichkeit mit einbezieht.

Session 4: Verlagsservices und Kostentransparenz (parallel)

Raum: KO2-F-180

Moderation: Kai Geschuhn, Max Planck Digital Library

Session-Abstract

Im Zentrum der Session steht die Sicht der Wissenschaftsverlage auf Open Access. Gibt es ein gemeinsames Verständnis, welche Konzepte und Services bieten die unterschiedlichen Wissenschaftsverlage an, und welche Geschäfts- und Finanzierungsmodelle gelten als tragfähig und zukunftsweisend? Wie blickt man verlagsseitig auf die vielfach geäußerte Forderung nach mehr Kostentransparenz im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens?

Auf der Suche nach dem 'Kunden': Globaler Nutzen & lokale Kosten
Sebastian Nordhoff, Debora Siller (Language Science Press)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Professionelle OA-Veröffentlichungen erzeugen, wie andere Veröffentlichungen auch, Kosten, die gegenfinanziert werden müssen. Gleichzeitig sind die etablierten Finanzierungsmodelle nicht einfach auf die OA-Publikationen übertragbar.

OA-Veröffentlichungen bieten Einzelpersonen, Gruppen und der Gesellschaft auf verschiedensten Ebenen einen Mehrwert. Dabei ergibt sich häufig eine Spannung aus der Diskrepanz zwischen globalen Stakeholdern und lokal anfallenden Kosten. Dieser Vortrag beleuchtet die Gruppen der Autoren, Leser, Bibliotheken, Universitäten und Fachgesellschaften und analysiert die Wertversprechen, die für diese Gruppen von OA-Verlagen ausgehen. Darauf aufbauend wird ein Geschäftsmodell vorgestellt, das zur Finanzierung der Verlagsaktivitäten auf die einzelnen Gruppen rekurriert und gleichzeitig die ideelle/politische Komponente des OA berücksichtigt. Spezifisch zugeschnittene Angebote ermöglichen es jeder Gruppe, sich an den Kosten des Projektes zu beteiligen und eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen, ohne dass dabei einzelne übermäßig finanziell belastet werden. Dieser Mix aus Spenden, Individualmitgliedschaften, institutionellen Mitgliedschaften, optionalen Autorengebühren und einem Aufschlag auf gedruckte Bücher ergibt ein diversifiziertes Einnahmenprofil, das empirisch überprüfbar und gegebenenfalls nachjustierbar ist.

Der Vortrag erörtert die theoretischen Grundannahmen sowie die kalkulatorischen Schätzwerte und geht auf die juristischen und administrativen Problemlagen der Implementierung dieses Geschäftsmodells für Monographien im Bereich der Sprachwissenschaft, konkret Language Science Press, ein. Den Abschluss bildet eine Diskussion der Übertragbarkeit auf andere Bereiche.

Neue Perspektiven im wissenschaftlichen Publizieren: Trends, Risiken und Chancen
Alexander Grossmann (Science Open)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Wie wird sich wissenschaftliche Publizieren im Zeitalter sozialer Netzwerke verändern? Welche Alternativen gibt es zu den mehr und mehr in die Kritik gekommenen Geschäftsmodellen der wissenschaftlichen Verlage? Welche Rolle spielen dabei Preprint-Server wie das arXiv und Open Access? Können wir uns in Zukunft neue und genauere Methoden zur Evaluation von Forschung und Forschern vorstellen, als es über Jahrzehnte der Journal Impact Factor darstellte? Sind über das bisherige Peer Review heute weitere Verfahren zur Qualitätssicherung denkbar und wie können diese angewandt werden?

Nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Verlage sind verunsichert von den zahlreichen neuen Möglichkeiten, die das digitale Zeitalter Forschern zur Kommunikation ihrer Ergebnisse zur Verfügung stellt. Der Vortrag soll die verschiedenen Trends aufzeigen, die sich aus dem Wandel der Publikationslandschaft ergeben haben und noch ergeben könnten, neue Geschäftsmodelle vergleichen, sowie Risiken und Chancen aufzeigen.

Academic publishers make Murdoch look like a socialist. Eine ökonomische Analyse klassischer Publikationsmodelle
Klaus Mickus (academicpublishing.net)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Das Verlegen von Inhalten ist seit jeher essentiell mit dem Vorhandensein ökonomischer Ressourcen verbunden, wie schon die Wortherkunft des Verlegens als Vorlegen oder Vorfinanzieren verdeutlicht.

Diese wenig überraschende Tatsache gerät mitunter bei der Debatte um die veränderten technischen wie ökonomischen Rahmenbedingungen des digitalen Publizierens in den Hintergrund. Wie genau aber sieht das Geschäftsmodell des klassischen Verlegens von wissenschaftlichen Fachzeitschriften aus? Welche Kosten verschlingen Redaktion, Produktion und Vertrieb und welche Verschiebungen in den Wertschöpfungpotentialen haben sich durch die Digitalisierung, die Internationalisierung des Geschäftes und nicht zuletzt durch das Web2.0 ergeben?

Der Vortrag unternimmt anhand der Analyse eines realen Budgets einer medizinischen Fachzeitschrift die Bestandsaufnahme im Detail, um das Wertschöpfungsmodell der traditionellen Verlagswelt transparent zu machen. Welche Möglichkeiten lassen sich daraus für potentielle OA Geschäftsmodelle ableiten und welche Strategien sollen besser nicht aufgenommen werden?

Changes in Scientific Communication – a culture of openness
Stephane Berghmans (VP Global Academic & Research Relations (EU), Elsevier)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Researchers today operate in an increasingly competitive environment. They work hard and contribute with their findings to the advancement of science and society but do not always get recognition for what they spend the most time on (perfecting a method, collecting data, writing codes, etc.). Science is a long term collaborative activity which involves others building on and reusing research output in often unexpected and surprisingly ways. Digital networked research is today revolutionising the way research is being done in a bottom-up process driven by the internet, big data, citizen involvement, etc. Challenges such as reproducibility of science, availability of data for reuse, the need to be more efficient with the same resources and access to research output both within and outside of academia have started to being addressed in the context of Open Science. Open science is the shared vision of an open environment with a culture of sharing driven by the use of new technology which will fuel better collaborations, more efficient researcher workflows and the embedding of science into the wider society. This principle of increasing openness in research is key to pave the way to address the shared challenges described above in which all stakeholders need to play a role. Beyond the needed culture change, technology will help enhance openness and equip institutions and policy makers to understand the true impact of science on society, rewarding researchers accordingly. Elsevier is engaged in Open Science and is working with the scientific community to leverage innovative technologies and experiences to develop exciting new solutions. In this presentation we will share ongoing initiatives and projects where technology combined with a shared culture of openness are starting to help shape the future of science.

19:00

Konferenzdinner

Mensa B

Dienstag, 8.9.2015

9:00

Plenumsvorträge

Raum KO2-F-180

Moderation: Christian Gutknecht, Schweizerischer Nationalfonds

The big deal as a road to Open Access? The Dutch proposition
Kurt De Belder (Leiden University Libraries & Leiden University Press)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

The Dutch government has developed a national policy with regard to Open Access: Open Access is considered a priority and it is required that in 2018 60% of the articles published in peer reviewed journals by scholars affiliated with Dutch universities are Open Access; in 2024 100% of the Dutch output should be in Open Access. This transition towards Open Access should be budget neutral. The Association of Dutch Universities (i.e. the presidents of all the universities in The Netherlands) and UKB, the consortium of Dutch University Libraries are negotiating with the large commercial and non-commercial publishers about the ‘big deals’ and this requirement is the main topic in all our negotiations.

This paper will give more information about the position of the Dutch government with regard to Open Access, the actions the Dutch government is undertaking, the first results of our negotiations and background information about our experiences.


Open Access and economies of information
Tara Andrews (Digital Humanities, Universität Bern)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

It has now been three years since the 'Academic Spring', which like its Arab namesake was itself the result of years of discontent and occasional open conflict between scholars and publishers. Despite the accelerating shifts in policy concerning the rights of journal authors to reproduce their own work, and the rights of the public to access work that has been published in those journals, there has been little if any progress made on the more general goal of opening access to scholarly information. In this talk, I argue that advocates of Open Access should perhaps pay attention to more subtle, but less well-defined, incentives that keep information locked down.

I will discuss a few different situations I have encountered in my attempts to use digital data for scholarly purposes: the question of the use of research data that has been compiled by or for other projects; the question of my rights to use text images that I have made; and the protectionist behaviour I have encountered with certain libraries over digital access to manuscripts long out of copyright. Whereas in the case of academic publishing we tend to concentrate on the financial aspect of the information economy, and to some extent on its reputational aspect, in this talk I will look at the aspects of control and prestige that seem to be more relevant to the challenges that I have faced in gaining access to the data I need for my own research.

10:00

Kür des besten Posters

10:15

Postersession inkl. Kaffeepause

Ausstellermesse

Lichthof

10:45

Session 5: Datenrepositorien und Open Access (parallel)

Raum: KOL-F-104

Moderation: Paul Schultze-Motel, Helmholtz-Gemeinschaft

Session-Abstract

Neben Open Access zu Textpublikationen werden das Publizieren und die Nachnutzung von Forschungsdaten ein immer wichtigerer Teil des Wissenschaftsprozesses. In diesem Vortragsblock werden in vier Einzelbeiträgen die Themen Datenrepositorien, Forschungsdatenmanagement sowie die Publikation und Zitation von Forschungsdaten vorgestellt.

RADAR - Ein Datenrepositorium für den ‚Long Tail of Research Data’
Angelina Kraft (Technische Informationsbibliothek Hannover), Jan Potthoff (Karlsruhe Institute of Technology)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Der kompetente Umgang mit Informationen und deren Vermittlung bilden die Grundpfeiler und  Hauptaufgabe wissenschaftlicher Bibliotheken. Im heutigen digitalen Zeitalter muss dieser sogenannten Informationskompetenz ein weiteres, wichtiges Standbein hinzugefügt werden: Die Datenkompetenz (engl. Data Literacy). Die TIB beteiligt sich daher zusammen mit Partnern aus den Informations-, Natur- und Geisteswissenschaften am DFG-Projekt RADAR - Research Data Repositorium (www.radar-projekt.org). Dort werden Datenservices primär für wissenschaftliche Einrichtungen angeboten, die ihre Forschungsdaten gezielt in einem fachübergreifenden, in Deutschland angesiedelten Datenrepositorium verfügbar halten möchten. Die Institutionen können zwischen der Archivierung und der Publikation der Daten wählen.

Im Folgenden möchten wir den RADAR-Prototypen präsentieren; dieser bietet umfangreiche Dienstleistungen vor allem für wissenschaftliche Spezialbereiche, die sogenannten ‚Long Tail’- Disziplinen, an. So werden z.B. Empfehlungen für geeignete Lizenzmodelle und Formatempfehlungen für eine im Rahmen der Langzeitarchivierung geeignete Speicherung der Forschungsdaten gegeben. Darüber hinaus werden Workflows entwickelt, die beispielsweise wissenschaftlichen Verlagen die Einbindung von Forschungsdaten in den wissenschaftlichen Peer-Review Prozess erlauben. Diese Leitlinien werden innerhalb RADARs durch Autorenrichtlinien bereitgestellt und im Produktivsystem interaktiv in die entsprechenden Anwenderoberflächen implementiert. So wird sichergestellt, dass das Forschungsdatenmanagement mit RADAR in den wissenschaftlichen Arbeitsalltag integrierbar ist und dessen Effizienz steigert.

Was bietet RADAR?

  • Ein anpassungsfähiges, generisches End-Point Repositorium für digitale Forschungsdaten.
  • Die Datenspeicherung auf Servern in Deutschland mit regelmäßigen Integritätschecks.
  • Die Sicherung von Forschungsergebnissen, unabhängig von Projektlaufzeiten oder personellen Veränderungen.
  • Die Vergabe abgestufter Zugriffsrechte auf archivierte Daten
  • Zusammen mit kooperierenden Verlagen bietet RADAR die Datenpublikation mit optionalem Peer-Review an.
  •  Publizierte Daten erhalten einen DOI - sie sind nachverfolgbar, zitierbar und können mit umfangreichen Hintergrundinformationen (Metadaten) ausgestattet werden.
  • RADAR kann als institutionelles Repositorium genutzt und das Frontend nach den Gestaltungswünschen des Kunden angepasst werden (Branding).

Forschungsdaten und Open Access: Ordnung ist… ein Teil davon
Matthias Töwe (ETH-Bibliothek)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Paradoxerweise stimuliert die zunehmende Bekanntheit des Konzepts von Open Access zu Publikationen nicht automatisch die freie Veröffentlichung von Forschungsdaten. Zwar gibt es Fächer, in denen seit Langem ein offener Austausch üblich ist, im Folgenden geht es jedoch um jene Fächer, in denen dies nicht gängige Praxis ist.

Während Publikationen mit der Absicht der Verbreitung verfasst und aus der Hand gegeben werden, bestehen bei Forschungsdaten bei etlichen Forschenden grössere Sensibilitäten. Diese Forschenden möchten zunächst nicht mehr als nötig preisgeben, weil sie anders als bei einer formal begrenzten Publikation weniger Einfluss darauf haben, was mit den von ihnen erzeugten Daten geschieht.

In der Regel haben sie auch wenig Interesse daran, einen zusätzlichen Aufwand zur Bereinigung der Daten zu treiben, der auf den ersten Blick lediglich Dritten zugute zu kommen scheint.

Dieser Aufwand wird nötig, da Forschende ihre Daten nicht immer so kategorisieren und organisieren, dass sie ohne weiteren Aufwand bestimmte, für die Publikation geeignete Daten freigeben und andere, nicht geeignete Daten davon trennen können.

Ein frühzeitig geplantes Datenmanagement und seine konsequente Umsetzung erleichtern daher die Freigabe von Daten unter Bedingungen des Open Access und können mittelfristig auch die Bereitschaft dazu erhöhen.

Dabei ist nicht zu übersehen, dass auch das Umgekehrte gilt: In Fächern, die eine Tradition des Datenaustausches und der Datenveröffentlichung besitzen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass eigene Daten bereits heute und früh im Lebenszyklus gemäss gemeinsamen Standards oder sonst in einer geeigneten Form organisiert werden.

Der Vortrag beleuchtet die Beziehung zwischen Datenmanagementplanung, Datenmanagement und der Bereitschaft, Forschungsdaten für Dritte zumindest in irgendeiner Form zugänglich zu machen, unabhängig davon, ob das Postulat nach umfassendem Open Access bereits umgesetzt werden kann oder (noch) nicht. Der Vortrag stützt sich dabei auf praktische Erfahrungen aus der Arbeit des ETH Data Archive und auf Diskussionen mit Forschenden.

Entwicklung von Standards und Best Practices im Bereich der Forschungsdatenpublikation. Ein Blick auf die Arbeit von DataCite
Barbara Hirschmann (ETH-Bibliothek)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Der Verein DataCite engagiert sich seit mehr als fünf Jahren für einen leichteren Zugang zu Forschungsdaten sowie deren verbesserte Auffindbarkeit. DataCite ist offizielle Registrierungsagentur der International DOI Foundation. Der Verein ermöglicht über seine Mitgliedsorganisationen die Registrierung von Digital Object Identifiers (DOIs) für Forschungsdaten und andere Arten von Forschungsobjekten, wie zum Beispiel Dokumente in Open-Access-Repositorien. Darüber hinaus leistet der Verein aber auch wichtige Grundlagenarbeit im Bereich der Standardisierung von Metadatenformaten, der Erarbeitung von Best Practices im Bereich der Forschungsdatenpublikation und –zitation sowie der persistenten Verlinkung von Publikationen mit den zugrundliegenden Primärdaten. Mit der Übernahme der Schirmherrschaft über re3data (Registry of Research Data Repositories) ab Ende 2015 baut DataCite diese Aktivitäten noch weiter aus.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Arbeit der derzeit zwei aktiven DataCite Arbeitsgruppen, der AG Policy und Best Practices und der AG Metadaten. Er stellt zudem aktuelle Kooperationsprojekte mit Partnern wie ORCID oder dem Thomson Reuters Data Citation Index vor. Anhand konkreter Beispiele aus der Zusammenarbeit der ETH-Bibliothek mit ihren DOI- Kunden wird veranschaulicht, wie die Einführung von DOIs als Katalysator für die Entwicklung hin zu qualitativ hochwertigen Diensten für die Forschungsdatenpublikation wirken kann.

Wie offen sind Forschungsdaten in Repositorien? Ergebnisse einer Metadatenanalyse
Maxi Kindling (IBI, Humboldt-Universität zu Berlin)
Abstract | Präsentation | Slideshare

Der Vortrag zeigt Ergebnisse einer breit angelegten Untersuchung der Metadateninformationen von Forschungsdaten in Repositorien. Ziele der Untersuchung sind

  • eine qualitative Analyse der vorgefundenen Informationen,
  • eine quantitative Auswertung der Verbreitung von Forschungsdaten, die gemäß ihrer Metadaten die Open-Data-Kriterien erfüllen (u.a. anhand der Lizenzinformationen, der Datenformate, der Metadatenstandards, der Verfügbarkeit von Persistent Identifiern).

Die Metadateninformationen werden über das OAI-PMH-Protokoll von in re3data.org nachgewiesenen Forschungsdatenrepositorien mit einer OAI-Schnittstelle sowie von Aggregatoren wie BASE und DataCite bezogen. Der Vortrag ergänzt Untersuchungen, die sich mit der Zugänglichkeit von Forschungsdaten auf Ebene der Repositorien befinden um eine Untersuchung auf Ebene der über Metadaten identifizierbaren Datensätze. Neben der Analyse der Metadaten wird eine Einschätzung zur Performance des OAI-PMH-Protokolls und den Möglichkeiten und Grenzen der Vorgehensweise vorgenommen.

Session 6: Ausgestaltung eines wissenschaftsadäquaten APC-Marktes: Grundsätze, Finanzierungsansätze und Management (parallel)

Raum: KO2-F-180

Moderation: Margo Bargheer, Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Session-Abstract

Weltweit steigt der Anteil an Open Access bereitstehender Literatur. Und auch wenn ein erheblicher Teil dieser Literatur mit Infrastrukturen aus der Wissenschaft selbst ermöglicht wird, rücken die Open Access Artikelgebühren (APC für article processing charges) als vorherrschendes Geschäftsmodell der STM-Zeitschriften vermehrt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die problematischen Aspekte wie unseriöse Verlagspraktiken, Oligopole auf dem Verlagsmarkt, Double Dipping oder Preissteigerungen einmal außer Acht gelassen, bringt schon allein die steigende Akzeptanz des Open-Access-Publizierens und den damit einhergehenden steigenden Fallzahlen ihre besondere Herausforderung. Denn weil das Publizieren zunehmend als Teil der Forschung begriffen wird, den es dementsprechend infrastrukturell zu hinterfangen gilt, wird die Finanzierungslast der APCs denn auch weniger als Angelegenheit der Autoren betrachtet, sondern wird durch zentrale Gelder wie Publikationsfonds und zentrale Prozesse unterstützt. Hinzu kommen die notwendigen Autorenberatungen, das Berichtswesen oder die Mitteleinwerbung/umschichtung. Hier sind es vor allem Bibliotheken und Infrastruktureinrichtungen, die diesen Prozess organisieren und sich dementsprechend in der Verantwortung sehen, ihn zukunftsfähig – sowohl in finanzieller als auch organisatorischer Sicht – auszugestalten.

Die Session nimmt in den Blick, welchen Stellenwert APC-Finanzierungsmodelle im Transformationsprozess zu Open Access haben, welchen ungünstigen Marktentwicklungen mit welchen Mitteln zu begegnen ist und wie die Abwicklung von APC-Zahlungen an Universitäten und Forschungseinrichtungen bewerkstelligt werden kann. In der Session werden zudem zwei konkrete Dienste vorgestellt, bei denen die Session-Teilnehmenden ihre eigenen Datensätze einbringen können. 

Open-Access-Gold - Einführung anhand der "Positionen zur Schaffung eines wissenschaftsadäquaten Open-Access-Publikationsmarktes"
Heinz Pampel (Helmholtz Open Science Koordinationsbüro)
Abstract | Präsentation | Slideshare | Aufzeichnung

Die Ad-hoc-AG Open-Access-Gold (http://www.allianz-initiative.de/handlungsfelder/querschnittsthemen/open-access-gold.html) in der Schwerpunktinitiative “Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen (http://www.allianz-initiative.de) hat im Februar 2015 das Positionspapier „Positionen zur Schaffung eines wissenschaftsadäquaten Open-Access-Publikationsmarktes“ (http://doi.org/10.2312/allianzoa.008) veröffentlicht. Das Positionspapier richtet sich an wissenschaftliche Einrichtungen, die sich mit dem Open-Access-Publizieren befassen. Es bündelt und bewertet die Anforderungen an Verträge nach dem Publikationskostenmodell. Darüber hinaus greift es die Verknüpfung von Subskription und Open Access auf und gibt den adressierten Institutionen Anregungen zur Gestaltung ihrer Open-Access-Strategien. Der Beitrag stellt die Ad-hoc-AG Open-Access-Gold vor, erläutert das Positionspapier „Positionen zur Schaffung eines wissenschaftsadäquaten Open-Access-Publikationsmarktes“ und stellt dieses zur Diskussion.

Open Access ist machbar! Ein Plädoyer für die Umschichtung der Subskriptionsbudgets
Kai Geschuhn (Max Planck Digital Library)
Abstract | Präsentation

Marktstudien zufolge erzielen wissenschaftliche Verlage derzeit weltweit Umsätze in einer Größenordnung von etwa 7,6 Milliarden Euro jährlich. Dieses Geld stammt zum überwiegenden Teil aus den Budgets öffentlich finanzierter wissenschaftlicher Bibliotheken, die über Subskriptions- und Lizenzverträge Zugänge zu wissenschaftlichen Zeitschriften erwerben. Seit über einem Jahrzehnt fordert die Open-Access-Bewegung, in der sich auch die Max-Planck-Gesellschaft federführend engagiert, dass der Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen unmittelbar kostenfrei für alle Interessierten im Internet möglich sein soll. Zahlreiche Verlage folgen bereits diesem Modell des freien Zuganges, jedoch liegt ihr Marktanteil erst bei etwa 12% aller jährlich publizierten Artikel.

Die wirtschaftliche Tragfähigkeit stellen Open-Access-Verlage indes über Publikationsgebühren her: Nicht der Leser, sondern die Publizierenden zahlen für die Veröffentlichung. Eine von der Max Planck Digital Library vorgelegte Studie, die in diesem Beitrag vorgestellt wird, stellt die Frage, ob die bisher eingesetzten Subskriptions-Budgets tatsächlich ausreichen, um Open-Access-Publikationsgebühren zu finanzieren und somit eine flächendeckende Umstellung des wissenschaftlichen Publikationswesens herbeizuführen. Das Papier mit dem Titel „Disrupting the subscription journal’s business model for the necessary large-scale transformation to open access“ (http://dx.doi.org/10.17617/1.3) kommt zu dem Ergebnis, dass diese Umstellung ohne Mehrkosten tatsächlich möglich wäre.

APC-Handling: MPDL-Werkstattbericht und Perspektiven
Adriana Sikora (Max Planck Digital Library)
Abstract

Seit vielen Jahren organisiert die Max Planck Digital Library mittels zentraler Kostenübernahme und über mehrere Rahmenverträge einen Großteil der Open Access-Publikationen in der Max-Planck-Gesellschaft.  Der Vortrag gibt einen Einblick in das APC-Management der Max Planck Digital Library, wobei auf verschiedene Aspekte aus den Bereichen Artikeleinreichung, Rechnungsbearbeitung und Reporting eingegangen wird. Ein Blick hinter die Kulissen, der die gut eingespielten Prozesse, sowie Probleme und Hürden der APC-Bearbeitung aufzeigt. Es wird deutlich erkennbar, dass dem Aufbau von effizienten Prozessen in Bibliotheken und Verlagen eine zentrale Bedeutung zukommt, je stärker die Transformation des Zeitschriftenmarktes zu Open Access voranschreitet.  Im Jahr 2013 hat die MPDL deshalb über einen internationalen Workshop und die anschließend gegründete Initiative „ESAC- Efficiency and Standards for Article Charges“ begonnen, das Thema APC-Management auch international zu adressieren. ESAC wird zukünftig zusammen mit der OpenAPC-Initiative der Universität Bielefeld im Rahmen eines DFG-geförderten Projektes stärker ausgebaut.

Geschuhn, Kai, und Adriana Sikora. „Management von Article Processing Charges - Herausforderungen für Bibliotheken“. o-bib Das offene Bibliotheksjournal 2, Nr. 1 (2015). doi: 10.5282/o-bib/2015H1S27-34.

Sikora, Adriana, und Kai Geschuhn. „Management of Article Processing Charges – Challenges for Libraries“. Insights 28, Nr. 2 (7. Juli 2015). doi:10.1629/uksg.229.

Verwaltung von Artikelbearbeitungsgebühr mit Software für institutionelle Repositorien*
Gernot Deinzer (Universitätsbibliothek Regensburg)
Abstract | Aufzeichnung

Durch das Förderprogramm Open Access Publizieren der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sind inzwischen an zahlreichen Universitäten Publikationsfonds eingerichtet. Oftmals ist die Verwaltung der Fonds an der zugehörigen Universitätsbibliothek angesiedelt. Der administrative Aufwand unterscheidet sich hier erheblich von den etablierten Geschäftsprozessen der Erwerbung von Literatur. Neue, innovative Arbeitsprozesse zur Verwaltung von Publikationsgebühren auf Artikelebene in Open Access Zeitschriften müssen entwickelt werden. An der Universitätsbibliothek (UB) Regensburg wird als technische Unterstützung bei der Administration von Publikationsgebühren die Software EPrints eingesetzt, welche ursprünglich für den Betrieb von institutionellen Repositorien entwickelt wurde, da hier bereits eine Erfassung auf Artikelebene vorhanden ist.

Der Geschäftsprozess kann mit dieser Software komplett abgebildet werden und es eröffnen sich noch zusätzlich neue Möglichkeiten. Es ist eine sehr hohe Transparenz gegeben, da durch öffentliche Statistiken jederzeit die Verteilung der Gelder beispielsweise auf Fakultäten oder Verlage angezeigt wird. Durch den Export von Suchergebnissen können detaillierte Listen erstellt und auch automatisiert werden. Damit wird das Berichtswesen für beispielsweise die DFG oder die Hochschulleitung extrem erleichtert. Auch die Nachnutzung der Daten wird durch das Anbieten von Standardschnittstellen, etwa OAI, ermöglicht und stark vereinfacht. Somit können die Daten einfach, stetig und jederzeit aktuell ausgetauscht werden. Durch eine effektive Zeitschriftenverwaltung besteht zusätzlich die Möglichkeit, förderungsrelevante Zeitschriften anzuzeigen. In dem Vortrag wird die Lösung an der UB Regensburg vorgestellt. Dabei werden die Wahl der Software begründet und die nötigen Anpassungen dieser kurz erläutert. Die Abbildung des neuen Geschäftsprozesses in der Software wird dargestellt. Die oben genannten neuen Möglichkeiten zur Verwaltung von Publikationsgebühren werden gezeigt.

OpenAPC - Open-Access-Publikationskosten als Open Data*
Marco Tullney (TIB/UB Hannover)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Die Förderung des kostenpflichtigen Open-Access-Publizierens ist seit einigen Jahren gängige Praxis an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Hierbei hat sich herausgestellt, dass die Verstetigung der institutionellen Support-Strukturen nicht nur eine finanzielle Herausforderung ist. Vielmehr wirken sich die Rahmenbedingungen des kostenpflichtigen Open-Access-Publizierens auch auf die Berichtsprozesse der wissenschaftlichen Einrichtungen aus. So mahnen maßgebliche Wissenschaftsorganisationen die Preistransparenz für das öffentlich finanzierte Open-Access-Publizieren an. Zudem müssen Berichtspflichten erfüllt werden, wenn sich Forschungsförderer an der Finanzierung des Open Access beteiligen. Der Vortrag stellt die Initiative openapc.github.io vor, an der bis dato 15 wissenschaftliche Bibliotheken mitwirken. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Ausgaben an wissenschaftlichen Einrichtungen für das kostenpflichtige Open-Access-Publizieren standardisiert zu erfassen und als Open Data verfügbar zu machen. Für die Sammlung, Erschließung und Veröffentlichung der verteilten Datensätze wird der Hostingdienst GitHub verwendet. Mittels automatisierter Abfragen offener Schnittstellen lassen sich bibliographische Angaben wie Verlag oder Zeitschriftentitel einheitlich erfassen und um Nachweise in disziplinären Repositorien (PMC), dem Directory of Open Access Journals (DOAJ) oder dem Web of Science angereichert. Dank Rückkopplung der Aktivitäten in die AG Elektronisches Publizieren der Deutschen Initiative für Netzwerk und Information (DINI) werden derzeit Methoden erarbeitet, die zukünftig die fachliche Zuordnung und die Identifikation der Open-Access-Lizenz je Artikel gewährleisten sollen. Im Vortrag werden Auswertungen auf Basis des offen verfügbaren Datensatz vorgestellt und Nachnutzungspotentiale für das Berichtswesen an wissenschaftlichen Einrichtungen beschrieben. Mit derzeit 2.166 Artikeln, die die beteiligten Institutionen im Umfang von 2.635.859 Euro finanziert haben, ist ein Datensatz entstanden, der erstmalig die Zahlungsströme zwischen Verlagen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland transparent und offen darlegt. Abschließend werden im Vortrag Möglichkeiten der internationalen Einbindung der Initiative erörtert. 

* Teilnehmende, die bereits strukturierte Daten zur APC-Verwaltung an ihrer Einrichtung pflegen, können diese gern mitbringen, um mit den Referenten Tullney und Deinzer die Integration in Open APC oder die Repository-Lösung zu testen.

Session 7: COAR-Workshop: Interoperabilität und die COAR Roadmap (parallel)

Raum: KOL-F-117

Moderation: Olaf Siegert, Leibniz-Gemeinschaft

Session-Abstract

Das weltweite Netzwerk COAR (Confederation of Open Access Repositories) zielt darauf, die Vernetzung von Repositorien infrastrukturübergreifend zu fördern und dadurch die Kommunikation in Wissenschaft und Forschung zu verbessern. Im Rahmen des Workshops werden zunächst die derzeitigen Aktivitäten von COAR (insbesondere im Bereich der Interoperabilität) in vier Impulsvorträgen vorgestellt. Des Weiteren soll herausgearbeitet werden, wie sich die Arbeitsergebnisse von COAR auf lokale Repositorien anwenden lassen. Darüber hinaus sollen die Prioritäten des Netzwerks für die kommenden Jahre diskutiert werden.

Einführung/Überblick zu COAR allgemein
Maxie Gottschling (SUB Göttingen)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Die Confederation of Open Access Repositories (COAR) repräsentiert rund 100 Einrichtungen und 35 Partnerorganisationen weltweit. Der 2009 gegründete Verein profitiert von der Expertise von Open- Access-Repository-Initiativen und koordiniert die Zusammenarbeit seiner Mitglieder in allen Kontinenten. COAR zielt darauf, die Vernetzung von Open Access Repositorien infrastrukturübergreifend zu fördern und dadurch die Kommunikation in Wissenschaft und Forschung zu verbessern. In COAR Arbeitsgruppen werden gemeinsame Leitlinien und Strategien, Datenschemata und kontrollierte Vokabulare für die Vernetzung und Qualitätsverbesserung von Open-Access-Repositorien und Interoperabilität mit anderen Diensten entwickelt. Mitglieder in der Gruppe „Aligning Repository Networks“ widmen sich der globalen Vernetzung von Repository-Netzwerken auf politischem und technischem Level, so mit OpenAIRE, SHared Access Research Ecosystem (SHARE), LA Referencia und anderen. Dieser Workshop wird die derzeitigen Aktivitäten von COAR, insbesondere im Bereich der Interoperabilität, vorstellen und zur Diskussion anregen. Die Aktivitäten teilen sich in vier Bereiche: COAR Interoperability Roadmap, kontrollierte Vokabulare, Nutzungsdaten und Metriken sowie Interoperabilität zwischen Repositorien und CRIS Systemen. Daneben sollen weitere Aktivitätsbereiche von COAR vorgestellt werden, wie das Repository Observatory. Anschließend sollen die Ergebnisse in dem Workshop und ihre Implementierung in Repositorien diskutiert sowie Prioritäten für die kommenden Jahre herausgearbeitet werden.

Interoperability Roadmap
Friedrich Summann (UB Bielefeld)
Abstract
| Präsentation | Aufzeichnung

Die Roadmap betrachtet die wichtigen Trends in der wissenschaftlichen Kommunikation und der fortschreitenden digitalen Transformation und deren Auswirkungen und Herausforderungen für die Rolle der Repositorien. Sie analysiert und priorisiert die Relevanz von technologischen Themen und bereitet damit die entsprechende Implementierung durch die Repository Community vor, um diese für die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten. Sie bietet damit konkret die Grundlage für die zukünftige strategisch ausgerichtete Implementierung von Vorhaben im Bereich Interoperabilität.

Kontrollierte Vokabulare
Jochen Schirrwagen (UB Bielefeld)
Abstract
| Präsentation | Aufzeichnung

Kontrollierte Vokabulare in Metadaten helfen Unschärfen in der Beschreibung von Publikationen und Forschungsdaten zu vermeiden. Sie spielen nicht nur eine wichtige Rolle in Such- und Browsingfunktionalitäten innerhalb eines Repositories sondern auch im Informationsaustausch zwischen Repository-Netzwerken, Aggregatoren und Suchmaschinen. Das aus den DRIVER und OpenAIRE Projekten hervorgegangene info:eu-repo Applikationsprofil wird in COAR weiterentwickelt. Erste Ergebnisse der COAR Controlled Vocabularies werden vorgestellt.

Nutzungsdaten und Metriken: Ergebnisse verschiedener nationaler und internationaler Projekte und Initiativen (OA-Statistik, IRUS UK, OpenAIRE) werden hier zusammengetragen. Ziel ist die Erarbeitung von harmonisierten Kennziffern, die von jeglicher Art von Repositorium genutzt werden können.

Interoperabilität von Repositorien und FIS
Friedrich Summann (UB Bielefeld)
Abstract
| Präsentation | Aufzeichnung

Dieser Teil des Workshops wird den derzeitigen Stand der Repositorien/FIS Interoperabilität thematisieren, Grenzen aufzeigen und deren Überwindung zur Diskussion stellen.

Repository Observatory
Olaf Siegert (ZBW)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Das Observatory widmet sich in loser Folge der Beobachtung und Identifizierung von Trends im Umfeld der Repositoriennutzung und -entwicklung.

Session 8: OA-Publikationsplattformen (parallel)

Raum: KOL-F-121

Moderation: Christin Wohlrath, Bibliothek der Universität Konstanz

Session-Abstract

Die Session „Open-Access-Publikationsplattformen“ beginnt mit einem Impulsvortrag von Ursula Arning, der Leiterin der Abteilung Digitales Publizieren des ZB MED (Leibniz-Informationszentrum für Lebenswissenschaften). Sie stellt das Content-Management-System Drupal als Publikationssoftware vor. Ihr Vortrag versteht sich als Diskussionsanregung mit den Session-Teilnehmern über die Anforderungen an eine Publikationssoftware zu diskutieren und einen Vergleich der verschiedenen Open-Access-Publikationssysteme anzustreben.

Im zweiten Session-Vortrag werden aktuelle Entwicklungen der zur Publikation von E-Journals am häufigsten eingesetzten Software Open-Journal-Systems (OJS) erläutert. Die Rednerinnen Christina Riesenweber (CeDiS, FU Berlin), Alexandra Büttner (UB Heidelberg), Christin Wohlrath (Universität Konstanz) erläutern die Software OJS und das DFG-Projekt „OJS-de.net“. Hierbei wird auf die Gründung einer Zeitschrift und das Management des Redaktionsprozesses mit OJS eingegangen. Ferner werden die aktuellen Ergebnisse der Bedarfsanalyse zu OJS vorgestellt. Ausblickend werden die Aktivitäten zum Aufbau eines aktiven OJS-Netzwerkes geschildert und Raum für Nachfragen und Diskussionen geboten.

Der dritte Session-Beitrag von Lawrence Rajendran (Universität Zürich, Psychiatrische Forschung) berichtet von einer Plattform zur Publikation von wissenschaftlichen Daten und Beobachtungen („A new platform for publishing data-driven science”). Auf der Plattform namens SOSn, „Single Observations in Science network“, wird dem Wissenschaftler ermöglicht, bereits einzelne, robust validierte Daten zu veröffentlichen und diese mit anderen  Wissenschaftlern in Echtzeit und im Sinne von Open Access gemeinsam weiterzuentwickeln.

Publizieren mit Drupal
Ursula Arning (ZB MED)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Der Impulsvortrag, der kurz die technischen Möglichkeiten versus Schwierigkeiten des Content Management System Drupal als Publikationssoftware vorstellt, versteht sich als Diskussionsanregung; anschließend soll Zeit für den Austausch mit den Session- bzw. Workshop-Teilnehmern gegeben werden. Dabei wird zunächst eine Diskussion über die generellen Anforderungen von Software an Publikationssysteme geführt: Welches Rechtesystem wird idealerweise benötigt, welches sind die Minimalanforderungen? Welche automatisierten Mahnprozesse müssen beachtet werden? Wie ist der Umgang mit den Reviewern gelöst? Wie ist die Benutzeransicht zu gestalten, welche Optionen sollten für die individuelle Nutzung implementiert werden? Bei Interesse kann ein Vergleich unterschiedlicher Softwarelösungen im Hinblick auf die Anforderungen angeschlossen werden.

E-Journals publizieren mit Open Journal Systems (OJS): Das Netzwerk OJS-de.net
Christina Riesenweber (CeDiS, FU Berlin), Alexandra Büttner (UB Heidelberg), Christin Wohlrath (Bibliothek der Universität Konstanz)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Zunehmend steigt der Bedarf von Forscher/innen und wissenschaftlichen Institutionen, Fachartikel im Sinne von Open Access öffentlich zugänglich zu publizieren. Die zur Veröffentlichung von E-Journals am häufigsten eingesetzte Software ist Open Journal Systems (OJS). Weltweit werden ca. 7.000 Zeitschriften mit OJS betrieben; ca. 200 Zeitschriften im deutschsprachigen Raum. Zur Optimierung der Open-Source-Software und zum Aufbau einer OJS-Community wurde 2014 das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt „OJS-net.de“ – „Nachhaltige OJS-Infrastruktur zur elektronischen Publikation wissenschaftlicher Zeitschriften“ (http://www.ojs-de.net/) ins Leben gerufen. In dem Kooperationsprojekt stehen die Software-Entwicklung, eine umfassende Bedarfsanalyse der OJS-Nutzer/innen sowie der Aufbau einer deutschsprachigen OJS-Community im Fokus. Projektpartner sind das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin, die Universitätsbibliothek Heidelberg und das Kommunikations-, Informations- und Medienzentrum der Universität Konstanz (KIM). Die Software OJS wurde federführend an der Simon Fraser Universität und der Standford Universität entwickelt und wird im Rahmen des „Public Knowledge Project“ (PKP) ausgebaut.

Die Präsentation richtet sich an Wissenschaftler/innen, die die Gründung eines Open-Access-Journals planen und an Angehörige von Infrastruktureinrichtungen, die OJS-Hosting als Service anbieten oder einen solchen Service planen, und teilt sich in drei Teile:

(1) In einer Kurzvorstellung wird zunächst die Software Open Journal Systems erläutert sowie das DFG-Projekt „OJS-de.net“ allgemein vorgestellt.

(2) Im Anschluss werden die Ergebnisse der im Frühjahr 2015 durchgeführten Online-Umfrage zu Open Journal Systems präsentiert sowie auf die aktuellen Bedarfe der deutschsprachigen OJS-Community eingegangen.

(3) Ausblickend werden die Aktivitäten des Projektes „OJS-de.net“ zur Verfestigung und zum Aufbau eines aktiven OJS-Netzwerkes geschildert und Raum für Nachfragen und Diskussionen geboten.

A new platform for publishing data-driven science
Lawrence Rajendran (Universität Zürich)
Abstract

There is serious crisis in science publishing: Irreproducibility and non-communication of scientific data. These are due to pressures and the unreasonable demands of current scientific publishing. The most important reason for this crisis is the demand for full story-based scientific descriptions to be considered for publication in most of the journals. The agony to get the scientific studies in limited space in these journals combined with the unfair incentives that one receives if one is successful also breeds dishonesty that gives rise to irreproducibility in science. Even when published a significant number of them are irreproducible, thus shaking the fundamentals of science and science communication. We would like to change this. Here we propose a solution that deincentivises dishonesty and creates a level-playing field for everyone. As opposed to author's perspective of story-telling, our model proposes a data-driven science communication. By engaging the society and making all the information including the reviewers’ reports openly available and gamifying all the players involved, we outline a model for rapid dissemination of honest and scientifically valid observations.

12:45

Mittagspause

Mensa A/B

14:00

Session 9: Veränderung der wissenschaftlichen Kommunikation durch OA (parallel)

Raum: KOL-F-121

Moderation: Agathe Gebert, GESIS und Ursula Arning, ZB MED

Session-Abstract

Die Session beschäftigt sich mit den Veränderungen der wissenschaftlichen Kommunikation durch Open Access. Insbesondere in den Blick genommen werden die Anforderungen an ein "Digital Asset Management" (Erich Weichselgartner), die Auswirkung auf Methoden der Forschungsevaluation (Urs Dahinden und Albert Weichselbraun), der Umgang mit Open-Access-Publikationen im wissenschaftlichen Arbeiten (Eike Spielberg) sowie die Herausforderungen verbunden mit dem Phänomen des "Predatory Publishing" (Jasmin Schmitz bzw. Herbert Hrachovec).

Disziplinübergreifende und disziplinspezifische Erfordernisse der Verknüpfung von Wissen-
schaftskommunikation und Datenmanagement

Erich Weichselgartner (Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation - ZPID)
Abstract

Disziplinübergreifende und disziplinspezifische Erfordernisse der Verknüpfung von Wissenschaftskommunikation und Datenmanagement Die Berliner Erklärung von 2003 über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen bezieht neben Publikationen explizit auch digitale Repräsentationen von originären Forschungsergebnissen, von abgeleiteten Daten und von Objekten des kulturellen Erbes mit ein. Darüber hinaus soll auch die für die Generierung und Darstellung des Wissens verwendete Software offen und frei zugänglich sein, damit die Datenverarbeitung nachvollziehbar ist. Letztere Forderung erhebt auch die Free Software Foundation, die im Oktober 2015 ihr 30-jähriges Gründungsjubiläum feiert. Der freie Zugang zu allen zu einer wissenschaftlichen Arbeit gehörigen digitalen Gütern (digital assets) soll eine kollaborative und datengeleitete Forschung ermöglichen, die transparent und reproduzierbar ist (eScience, Open Science). Pionier in diesem Bereich ist beispielsweise das Potsdam Mind Research Repository (PMR2), in dem Publikationen zusammen mit den Forschungsdaten und den Auswertungsroutinen abgelegt sind. Das Management forschungsbezogener digitaler Güter ist eine herausragende Aufgabe für wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen und wird die Wissenschaftskommunikation grundlegend verändern: Weg vom abgeschlossenen Werk hin zu einer dynamischen Abbildung des Forschungsprozesses, die nicht nur für Menschen, sondern auch für Maschinen bedeutsam ist (Stichwort semantische Technologien). Dazu gehört das Einwerben, Importieren, Exportieren, Dokumentieren, Anreichern, Erschließen, Zugänglich-machen, Archivieren, Katalogisieren, Versionieren und Konvertieren von digitalen Objekten. Neben dem eigentlichen Datenmanagement sind zudem juristische Kenntnisse (Datenschutz, Urheberrecht, Vertragsrecht), Technikwissen und Sozialkompetenz im neuen Berufsbild „Science Informationist“ (Pollock) von Bedeutung. Je näher die digitalen Objekte dem eigentlichen Forschungsprozess stehen, (z.B. primäre Forschungsdaten), und je besser die langfristige Interpretierbarkeit gewährleistet werden soll, um so größeres disziplinspezifisches Wissen wird bei der Kuratierung benötigt. Ausgehend von der langjährigen Erfahrung mit dem Forschungsdatenmanagement in der Psychologie und dem Betrieb einer Open Access Publikationsplattform soll gezeigt werden, worauf es beim Digital Asset Management in der Praxis ankommt.

Welche Rolle spielt Open Access in der Forschungsevaluation?

Urs Dahinden, Albert Weichselbraun (Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Hochschulen und Forschungsinstitutionen sind mit einem zunehmenden Druck konfrontiert, ihre Forschungsleistungen systematisch auszuweisen und in formellen Evaluationsverfahren unter Beweis zu stellen. Diese Aufgabe stellt sowohl für die einzelnen Hochschulen als auch hochschulübergreifende Institutionen eine grosse Herausforderung dar. Forschung kann in der Begrifflichkeit der Ökonomie als komplexes Produkt beschrieben werden, dessen Qualität nur mit einer Vielzahl von Indikatoren angemessen beschrieben werden kann. Eine weitere Schwierigkeit stellt der aktuelle Wandel der wissenschaftlichen Publikationskultur dar, der sich an der zunehmenden Bedeutung von neuen Publikationsformen (Open Access, Mikropublikationen etc.) aufzeigen lässt, welche in konventionellen Verfahren der Forschungsevaluation noch nicht angemessen berücksichtigt werden.

Vor diesem Hintergrund werden in diesem Beitrag die folgenden Forschungsfragen untersucht:

  • Bei welchen Anlässen und mit welchen Indikatoren werden Forschungsleistungen im Schweizer Wissenschaftssystem evaluiert?
  • Welchen Stellenwert haben Open Access Publikationen im Rahmen solcher Forschungsevaluationsverfahren? Werden sie separat erfasst und ausgewiesen? Haben sie im Vergleich mit anderen Publikationsformen einen gleichwertigen, tieferen oder höheren Status?
  • Welche Rolle spielen die Verfahren der traditionellen Bibliometrie in der Forschungsevaluation? Welche Fehlanreize (u.a. Quantität statt Qualität, fehlende Förderung von externer Wissenschaftskommunikation) sind damit verbunden?
  • Welche neuen Verfahren der Leistungsmessung (Bps. Altmetrics) müssen entwickelt werden, um neue Publikationsformen (u.a. Open Access, Mikropublikationen) angemessen zu berücksichtigen?

Diese Fragen werden im Rahmen eines laufenden Forschungsprojekts untersucht, das von Swissuniversities (Dachverband aller Schweizer Universitäten und Fachhochschulen) gefördert wird. Im Projekt wird nicht nur der aktuelle Stand der Forschungsevaluation in der Schweiz dokumentiert, sondern es werden zusätzlich Lösungsmöglichkeiten (Szenarios) formuliert, mit denen die Schwächen der konventionellen Verfahren und Instrumente mindestens teilweise überwunden werden können. 

Als Forschungsmethode werden Experteninterviews eingesetzt. Befragt werden insgesamt 45 Experten, welche alle wichtigen Organisationen des Schweizer Wissenschaftssystems vertreten (u.a. alle Universitäten und Fachhochschulen, das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, verschiedene Forschungsförderungsorganisationen (SNF, KTI, private Stiftungen) sowie die wissenschaftlichen Akademien).

Die dynamische Entwicklung des Open-Access-Publizierens an der Universität Duisburg-Essen: Implikationen für die Informationsversorgung der Zukunft?
Eike Spielberg (UB Duisburg-Essen)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

In der Debatte um das Open-Access-Publizieren richtet sich der Blick der fach- und bibliothekswissenschaftlichen Community zumeist auf das Ergebnis der wissenschaftlichen Erkenntnis: auf die Publikation. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Erkenntnisprozess aus? Und welche Implikationen ergeben sich im Kontext des Open-Access-Publizierens aus dem Prozess für das Ergebnis?

Dieser Perspektivenwechsel ist an der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen Ausgangspunkt für eine fachspezifische Untersuchung zum Zitationsverhalten Open- Access-Publizierender an der Hochschule. Durch ausgewählte Analysen zur Publikationstätigkeit wird dabei der Frage nach der Beziehung zwischen Open-Access-Zitation und Open-Access-Publikation nachgegangen.

In der Analyse zur positiven Rückkopplung im Open-Access-Publizieren werden unter anderem die folgenden Überlegungen angestellt, die anlässlich eines Vortrags auf den Open-Access-Tagen 2015 in Zürich mit einem breiten Fachpublikum erörtert werden sollen:

  • Lässt sich der exemplarischen Untersuchung ein Hinweis darauf entnehmen, dass Open-Access-Publizierende in ihrem wissenschaftlichen Erkenntnisprozess verstärkt Open-Access-Publikationen heranziehen und zitieren?
  • Könnte beim Open-Access-Publizieren mithin von einem sich selbst verstärkenden System gesprochen werden?
  • Welche Rückschlüsse lassen sich aus den Ergebnissen für die zukünftigen Anforderungen der Informationsversorgung und für die Transformation des Bibliotheksetats von der Subskriptions- zur Publikationsfinanzierung ziehen?

Open Access und Predatory Publishing
Jasmin Schmitz (ZB MED)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Mit einer zunehmenden Verlagerung der Publikationskosten an den Beginn des Publikationsprozesses mittels Author Processing Charges (APCs) im Rahmen des goldenen Wegs von Open Access wird immer mehr über „Predatory Publishing“ berichtet. Damit sind Aktivitäten von Verlagen oder Zeitschriften gemeint, die zwar APCs verlangen, aber wenig bis keine verlegerische Gegenleistung erbringen. Häufig wird dabei auf eine Qualitätssicherung der in der Publikation enthaltenen wissenschaftlichen Ergebnisse mittels Peer Review entweder ganz verzichtet oder diese nur unzureichend durchgeführt.

Der Vortrag stellt anhand von Beispielen die Ausprägungen von „Predatory Publishing“ dar und wird Möglichkeiten aufzeigen, sich über entsprechende Zeitschriften und Verlage zu informieren. Hierzu zählen unter anderem die von dem Bibliothekar Jeffrey Beall erstellte Bealls’s List of potential, possible, or probable predatory scholarly open-access publishers und die dazugehörige Zeitschriftenliste. Auch das Directory of Open Access Journals (DOAJ) kann zur Identifikation von zweifelhaften Zeitschriften und Verlagen genutzt werden. Ein Indikator für die Zuverlässigkeit ist beispielsweise auch, ob ein Verlag Zusammenschlüssen wie der Open Access Scholarly Publishers Association (OASPA) oder dem Committee on Publication Ethics (COPE) beigetreten ist. Im Vortrag wird die Verlässlichkeit dieser Möglichkeiten in puncto Identifikation von „Predatory Publishers“ bzw. „Predatory Journals“ diskutiert. Des Weiteren wird vorgestellt, was Wissenschaft, wissenschaftliche Bibliotheken und Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften tun können, um „Predatory Publishing“ einzudämmen.

Open Access: Licht wirft Schatten
Herbert Hrachovec (Institut für Philosophie der Universität Wien)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Leitmotiv der Budapester Erklärung ist „das Zusammentreffen einer alten Tradition mit einer neuen Technologie“. Sie postuliert, locker gesagt, eine Win-win-Situation zwischen der Scientific Community und der Distributionsform des Internets. Daraus wurde eine weithin wirksame Inspiration, doch das vorgelegte Ideal ist nicht frei von einer Überschätzung, als auch einer Unterschätzung, informatischer Strategien.

Es wurde überschätzt, wie leicht das Angebot zum freien Austausch von Forschungsergebnissen für die Mehrheit der Wissenschaftlerinnen plausibel gemacht werden kann. Umgekehrt wurde unterschätzt, wie schnell technische Ressourcen, in Verbindung mit mächtigen Geschäftsstrategien, zur Aushöhlung „einer alten Tradition“ führen können. Die zunehmend verbreitete Verlagerung der Finanzierung wissenschaftlicher Publikationen auf „article processing charges“ führt im inhaltlich deregulierten Internet zu einer Welle von „predatory journals“, i.e. Trittbrettfahrern, die gegen elementare Gepflogenheiten des Wissenschaftsbetriebs verstoßen, sich ihr Service jedoch nach dessen Tarifen bezahlen lassen.

Die längerfristigen Auswirkungen dieser Entwicklung auf den Fachdiskurs sind noch nicht abzuschätzen. Zur Orientierung über den Status quo wird eine Diskussionsfolge in der prominentesten E-Mail Liste für Philosophinnen vorgestellt. An ihr lässt sich der schwierige Prozess ablesen, in dem ein an vertrauensbasierte Forschungskommunikation gewöhntes Soziotop der neuen Unübersichtlichkeit gewahr wird und erste Defensivmaßnahmen ergreift. Die Selbsthilfe durch kollegiale Ratschläge wirkt allerdings nur punktuell und tangiert das allgemeine Problem kaum.

Es ist zu erwarten, dass zusätzlich zu bereits bestehenden Warnhinweisen und Bedenklichkeitslisten institutionelle Absicherungen gegen den Missbrauch der „alten Tradition“ gefordert und eingerichtet werden. Die „Marke“ Open Access wird nicht ohne derartige Schutzvorkehrungen auskommen können. Die Aufgabe ist allerdings mit einem formalistischen Instrumenarium nicht zu bewältigen. Zum Beispiel lässt sich von aussen nicht erkennen, wann ein versprochener Peer Reviw seinen Namen verdient. Die ursprüngliche Idee des Open Access wird die Schwierigkeit nur überstehen, wenn sich die Forschungsgemeinschaft an den Inhalten der frei zugänglichen Produkte orientiert.

Session 10: Neuigkeiten für BibliothekarInnen (parallel)

Raum: KOL-F-117

Moderation: Isabella Meinecke, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Session-Abstract

Die Beschäftigung mit Open Access gehört mittlerweile zum bibliothekarischen Alltag. Vor allem wissenschaftliche Bibliotheken bieten eine Reihe von Dienstleistungen an, die auf die vornehmlich wissenschaftliche) Öffentlichkeit zielen. Diese Angebote werden nach wie vor ausgebaut. Einen neuen Service wird das Schweizer Projekt „Nationallizenzen“ präsentieren, das den Bedürfnissen Schweizer Hochschulen und Forschungseinrichtungen bezüglich der Versorgung mit speziellen elektronischen Ressourcen möglichst Rechnung tragen will.

Aber auch auf das Bibliothekswesen selbst gerichtete Angebote gewinnen an Bedeutung. Im Fokus stehen praxisnahe Open-Access-Zeitschriften im Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Darüber hinaus widmet sich eine vergleichende Studie der Frage, wie Bibliotheken sowie andere öffentliche Dienstleister  nötigen Kompetenzen und ein vertieftes Verständnis der komplexen Materie vermitteln und weiterentwickeln.

"Zugriff auf alles und für alle - für immer". Wie das Projekt "Nationallizenzen" die schweizerische Open-Access-Bewegung unterstützt
Nadja Böller (Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Im Fokus des Anfang 2015 gestarteten Projekts „Nationallizenzen“ steht die nationale Versorgung der wissenschaftlichen Community der Schweiz mit elektronischen Ressourcen anhand abgeschlossener Archive (Backfiles) von E-Journals, Datenbanken und E-Books. Ziel ist eine flächendeckende Lizenzierung lückenloser Archive. Je nach akademischer Disziplin erfahren ältere Jahrgänge wissenschaftlicher Literatur eine hohe Wertschätzung und stellen die Basis für neue Forschungsergebnisse dar. Diese Backfiles können jedoch nicht von allen Hochschulen gleichermassen erworben werden, da sie von den Verlagen weder offen im Sinne von „Open Access“ noch als Teil der aktuellen Jahrgänge, sondern zusätzlich als abgeschlossene Produkte zum Kauf angeboten werden. Ein wichtiger Bestandteil des Projektvorhabens ist deshalb die enge Koppelung der Verhandlung von Archivdaten an laufende Lizenzen (Current Content). Dabei werden insbesondere Aspekte wie zum Beispiel möglichst kurze Embargo-Fristen als auch Open-Access-Regelungen angestrebt. Gleichzeitig ist die Sicherstellung der langfristigen Verfügbarkeit der erworbenen Daten ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Das im Rahmen des SUK-Programms P-2: „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung, Speicherung“ geförderte Projekt wird durch die Geschäftsstelle des Konsortiums der Schweizer Hochschulbibliotheken geleitet. Dadurch wird sichergestellt, dass ein Grossteil der Schweizer Hochschulbibliotheken in den Prozess der Verhandlungen eingebunden ist und den Bedürfnissen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen optimal Rechnung getragen wird. Der Vortrag zeigt auf, wo das Projekt zum Zeitpunkt der Open-Access-Tage steht und welche Ziele im Detail verfolgt werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die in den Nationallizenzen angestrebten Open-Access-Regelungen gelegt, mit dem Ziel gemeinsame Mehrwerte durch entsprechende OA-Klauseln zu schaffen, die das Green Road-Prinzip und weitere Möglichkeiten unterstützen. Aktuelle Beispiele aus den Nationallizenz-Verhandlungen werden aufgezeigt.

Open-Access-Zeitschriften im Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Karsten Schuldt (LIBREAS), Andreas Ledl (027.7), Rudolf Mumenthaler (Informationspraxis)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

In jüngster Zeit wurden mehrere Open-Access-Zeitschriften im Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft gegründet. Neben der schon etablierten LIBREAS. Library Ideas sind mit 027.7 – Zeitschrift für Bibliothekskultur, der Informationspraxis und o-bib gleich drei neue OA-Zeitschriften produktiv geworden. Alle diese Publikationen zeichnet aus, dass sie ausserhalb des Verlagssystems erscheinen, keine Publikationsgebüren erheben und sich somit ehrenamtlichen Modellen der Redaktionsarbeit verschrieben haben. Gleichzeitig bewegen sie sich in einem stark praxisnahen Feld. Insoweit sind sie Beispiele einer Publikationskultur – im Anschluss an Nowotny, Scott und Gibbons „Mode 2“-Konzeption an den Grenzen zwischen interessierter Öffentlichkeit und Wissenschaft zu verorten –, die ansonsten in Diskussionen um Open Access, die zumeist über streng wissenschaftliche Kriterien und aufwendige Geschäftsmodelle diskutieren, kaum vorkommen. Im Rahmen der Session werden Vertreter von drei Zeitschriften über ihre Erfahrungen bei der Gründung und beim Betrieb der Plattformen, bei der Suche nach und der Arbeit mit Autorinnen und Autoren, bei der Zusammenarbeit in verteilten Redaktionsteams auf ehrenamtlicher Basis, über technische Aspekte, über die Qualitätssicherung und vieles mehr berichten.

Angebote der beruflichen Fortbildung zu Open Access. Eine deutsch-französische Studie
Achim Oßwald (FH Köln), Joachim Schöpfel, Bernard Jacquemin (Universität Lille 3)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Im Anschluss an den OAT14 Workshop zur Qualifizierung für Open Access in Studium und Beruf führen die FH Köln und die Universität Lille 3 eine vergleichende Studie über das Fortbildungsangebot zum Thema “Open Access” durch. Ziel dieser Studie ist es, eine sachstandsbezogene Übersicht des Angebots der letzten drei Jahre in Deutschland und Frankreich zu erstellen, die Situation in beiden Ländern zu vergleichen und gezielte Vorschläge zur Weiterentwicklung der Fortbildung zu Open Access zu erarbeiten. Gegenstand der Studie sind die Angebote wichtiger Anbieter von Fortbildung im Bereich der Bibliotheks? und Informationswissenschaft in beiden Ländern. In Frankreich sind dies z. B. die Berufsverbände ADBS und ABF, öffentliche Dienstleister im Hochschul? und Forschungsbereich (URFIST, CRFB, Universitätsbibliotheken, INIST), die staatliche Hochschule für Bibliothekswissenschaften in Lyon (ENSSIB), das nationale Konsortium COUPERIN und verschiedene Netzwerke (MEDICI, Renatis u.a.). Die Studie wird von lokalen Anbietern begleitet und mit ihnen diskutiert (MédiaLille, Universität Lille 3 UB und Abteilung für Fort? und Weiterbildung, Ecole Doctorale in Human? und Sozialwissenschaften, Collège Doctoral der nordfranzösischen Universitäten). In Deutschland werden im Rahmen der Studie u.a. die Angebote folgender Fortbildungsanbieter auswertet werden: ZBIW der FH Köln, Fortbildungsangebot der FU Berlin, der Büchereizentrale Schleswig?Holstein, der bibliothekarischen Berufsverbände BIB und VDB und der von ihnen durchgeführten Tagungen sowie – soweit ermittelbar – hochschulinterne Angebote von Bibliotheken und anderen auf das Thema spezialisierten Einrichtungen. Geeignete Formen der Rückkoppelung mit den jeweiligen Einrichtungen sind geplant. Die Untersuchung wird schriftlich durchgeführt und erhebt u.a. Daten zu folgenden Variablen: Zielgruppen, Zielsetzung, Inhalte, Format, Dauer, Voraussetzungen für die Teilnahme (Berufserfahrung, spezielle Kenntnisse usw.), erfolgt eine Evaluierung durch die Teilnehmer, Schwächen und Stärken aus der Sicht des Anbieters, Perspektiven (wird die Fortbildungsmaßnahme in derselben Form weitergeführt oder nicht, gibt es Pläne für andere Maßnahmen, die auf diesem Angebot aufbauen usw.) und gibt es allgemeine Vorschläge, wie man in diesem Bereich Fortbildung organisieren könnte oder sollte. Die Studie betrifft den Zeitraum von Januar 2012 bis Dezember 2014. Die Ergebnisse sollen anlässlich der OAT15 in Zürich vorgestellt und diskutiert werden, bevor sie einem weiteren Publikum zusammen mit den Forschungsdaten zugänglich gemacht wird. Die Studie wird von der Universität Lille 3 finanziell gefördert.

Session 11: Open-Access-Zeitschriften in den Geistes- und Sozialwissenschaften (parallel)

Raum: KOL-F-104

Moderation: Dirk Verdicchio, Universitätsbibliothek Bern

Session-Abstract

Open-Access-Zeitschriften sind ein eher junges Phänomen. Gerade im heterogenen Feld der Geistes- und Sozialwissenschaften zeichnet sich eine grosse Bandbreite an unterschiedlichen Organisations- und Finanzierungsformen von OA-Zeitschriften ab. Ob im traditionellen Verlag, über eine Fachgesellschaft oder im ehrenamtlichen Eigenverlag, Open Access scheint sich auch hier auf allen Ebenen durchzusetzen, trotz diverser Risiken und Unwägbarkeiten. Die Beiträge der Session bieten interessante Einblicke in das Innenleben einiger dieser Zeitschriften im Umbruch und geben Auskunft über Erfahrungen, Bedürfnisse und Perspektiven ihrer Herausgeber.

Publikationsunterstützende Massnahmen von Bibliotheken am Beispiel von Open Access-Zeitschriften
Alice Keller, Madeleine Boxler (Zentralbibliothek Zürich)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Welches sind die Erfahrungen und Bedürfnisse von Herausgebern von Open Access-Zeitschriften? Hierzu wurden in einem ersten Schritt Herausgeberinnen und Herausgeber von dreizehn vorwiegend geisteswissenschaftlich orientierten Open Access-Zeitschriften an der Universität Zürich befragt. Die Journals erscheinen teilweise über traditionelle Verlage, teilweise über Fachgesellschaften oder über die eigene Institutswebseite. In einem zweiten Schritt wurden diese Zeitschriften auf ihre Funktionalitäten, technische Umsetzung und Nachhaltigkeit hin untersucht.

Aus Resultaten der Befragung sowie der qualitativen Betrachtung der Zeitschriften wurden Erkenntnisse abgeleitet, welche fachübergreifenden Services Universitätsbibliotheken oder verwandte Einrichtungen zur Unterstützung von Open Access-Zeitschriften entwickeln und anbieten könnten. Hier zeichnen sich grosse Unterschiede ab zwischen Zeitschriften, die über traditionelle Verlage oder Fachgesellschaften veröffentlicht werden, und denjenigen Journals, die sozusagen im Eigenverlag erscheinen.

Einerseits schätzen die Herausgeber ihre höchstmögliche Autonomie, andererseits fühlen sie sich mit ihren Anliegen oft sehr isoliert. Wichtig sind ihnen die Entwicklung eines eigenen Layouts, die Einbindung in ihren Webauftritt und höchstmögliche finanzielle und konzeptionelle Selbständigkeit. Gleichzeitig streben sie nach innovativen Lösungen, um das formale Korsett einer Zeitschrift zu durchbrechen (Erscheinungsweise, Heft- und Bandstruktur, Zitierbarkeit, thematischer Zugang, bibliographischer Nachweis). Gerade hier unterscheiden sich die Herausgeber in ihrer Denkweise vom bibliothekarischen Ansatz.

Auf Wunsch der Herausgeber organisierte die Zentralbibliothek Zürich einen „Wissens- und Erfahrungsaustausch“, an dem die Herausgeber in einem Journal-Slam ihre Zeitschrift präsentierten, die Universitätsbibliotheken ihre Dienstleistungen vorstellten und alle Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, sich auszutauschen.

Die Vortragenden versuchen aus den gewonnen Einsichten abzuleiten, welche publikationsunterstützenden Services Bibliotheken anbieten könnten.

Eine "buchaffine" Disziplin auf dem Weg in den Open Access – Die Fachzeitschriften der Erziehungswissenschaften im Vergleich
Thomas Jung (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Die Geisteswissenschaften gehören noch immer zu den „Buchwissenschaften“, wie der DFG-Präsident die Geisteswissenschaften jüngst sie benannte, zumal diese Disziplinen weitgehend an die Nationalsprache (Deutsch) gebunden scheint. Doch auch hier halten die Anforderungen und Erwartungen moderner Wissenschaftskommunikation Einzug: Journal-Impact-Factor, Zitationsindices, Open Access „Gold“ und „Grün“. Im Vortrag sollen die wichtigsten deutschsprachigen Fachzeitschriften der Disziplin mit Blick auf o.g. Kriterien sowie vor der Folie der Geschäftsmodelle (OA Selbstverlag, OA mit Verlag, Subskriptionszeitschrift u.a.) miteinander verglichen und Trends in der Disziplin ausgemacht werden.

Von Closed Access zu Open Access, von Print zu Digital – ein Erfahrungsbericht
Christa Dürscheid (Universität Zürich)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Im Vortrag werden wir die Geschichte der „Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Sprachwissenschaft“ (ZRS) skizzieren, die wir als Mitglieder eines sechsköpfigen Herausgeberteams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz von ihren Anfängen bis heute begleitet haben. Gegründet wurde die ZRS im Jahr 2009 in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsverlag de Gruyter – seinerzeit mit der Absicht, eine Rezensionszeitschrift in Printform zu etablieren und diese auf traditionellen Vertriebswegen (closed access) zu vermarkten. Ein Großteil der redaktionellen Arbeiten wurde zunächst durch den Lehrstuhl des damaligen Hauptherausgebers finanziert, später übernahm der Verlag diese Kosten. Zwischen 2009 und 2013 wurden kontinuierlich jedes Jahr zwei Hefte gedruckt, seither wird die ZRS sowohl als Printausgabe als auch digital vertrieben. Wichtiger aber noch: Die ZRS mutierte, nicht zuletzt dank der Unterstützung der Universität Zürich, zu einer erfolgreichen Open-Access-Zeitschrift. Im Rahmen des OA-Modells ist es weiterhin der de-Gruyter-Verlag, der den Vertrieb und das Marketing trägt (vgl. www.degruyter.com/view/j/zrs); die Finanzierung der Redaktionsarbeit muss aber jedes Jahr aufs Neue von Herausgeberseite sichergestellt werden.

Der Weg, den unsere Zeitschrift in den vergangenen Jahren nahm, ist in dieser Form sicher einzigartig: Zum einen gab es zunächst keine Erfahrungen in Bezug auf den Erfolg einer Rezensionszeitschrift bei reiner Online-Vermarktung, zum anderen änderte sich die Open-Access-Policy und die Einstellung gegenüber Open-Access-Formaten in der Bildungspolitik, an Hochschulen und auch in der freien Wirtschaft in den letzten Jahren grundlegend. Im Vortrag wollen wir den Fokus auf diese Umbruchszeit legen und am konkreten Beispiel die Fragen diskutieren, die für uns aus wissenschaftlicher Sicht vorrangig sind:

  • Welche Vorteile bietet Open-Access einer wissenschaftlichen Zeitschrift? Welche Nachteile sind damit verbunden?
  • Welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit mit einem renommierten Wissenschaftsverlag? Welche Nachteile bringt eine solche Kooperation mit sich?
  • Welche bereits existierenden Fördermöglichkeiten und Förderinstrumente erweisen sich als hilfreich, an welchen Stellen ist weitere Unterstützung notwendig?
  •  Welche Hilfestellungen können Universitäten und Universitätsbibliotheken bieten, um Open-Access-Formate in Verbindung mit Wissenschaftsverlagen zu ermöglichen?

Open Access in den Rechtswissenschaften
Daniel Hürlimann (Universitäten Luzern und Zürich)
Abstract | Präsentation

Während Open Access in vielen anderen Disziplinen schon weit verbreitet ist, steht die Bewegung bei den Rechtswissenschaften noch am Anfang. Warum ist das so und was braucht es, um dem freien Zugang zu Wissen auch bei den Juristen zum Durchbruch zu verhelfen? Nach einem Überblick über den Stand von Open Access in den Rechtswissenschaften stellt der Referent die von ihm aufgebaute juristische Open-Access-Zeitschrift sui-generis.ch vor.

Session 12: Repositories, Forschungsdaten: EU, OpenAIRE2020 (parallel)

Raum: KO2-F-180

Moderation: André Hoffmann, Hauptbibliothek der Universität Zürich

Session-Abstract

Die Fülle der wissenschaftlichen Forschungsresultate in Europa soll künftig für jedermann frei zugänglich sein. Mit diesem Anspruch startet auch OpenAIRE in eine neue Phase. Mit insgesamt 50 Partnern wird OpenAIRE2020 das Open-Access-Mandat in Horizont 2020 für Publikationen umsetzen helfen und den laufenden Forschungsdatenpiloten tatkräftig unterstützen. In Kooperation mit LIBER werden dazu parallel Open-Access- Publikationen aus abgeschlossenen FP7-Projekten finanziert. Der Workshop gibt in der ersten Hälfte einen Überblick über die angestrebten Ziele und Aufgaben des Projekts. In der zweiten Hälfte werden praktische Umsetzungen zur Erfassung von FP7/H2020-Publikationen und ein innovatives Konzept zum Betrieb eines institutionellen Repositoriums auf Basis von Zenodo demonstriert.

OpenAIRE2020
André Hoffmann (Hauptbibliothek der Universtät Zürich)
Abstract | Präsentation

Vorstellung der aktualisierten Ziele des Projekts OpenAIRE2020, einer Open-Access-Infrastruktur für Forschungsergebnisse in Europa.  OpenAIRE in 100 seconds

The EC/OpenAIRE FP7 Post-Grant Open Access Pilot

Pablo de Castro (LIBER), Dirk Pieper (UB Bielefeld)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

A new European Commission initiative to promote Open Access for publications arising from completed FP7 projects was launched earlier this year within the framework of the OpenAIRE2020 project. This is the EC/OpenAIRE FP7 Post-Grant Open Access Pilot, which aims to fund the Open Access publishing fees for research articles and monographs published after the FP7 projects are finished.

The presentation will provide an overview of the progress of this Gold Open Access initiative during its few first months. A description will be provided for the Pilot policy guidelines, its dissemination strategies towards researchers, institutions and publishers and its early outcome in terms of users registered with the system for collecting funding requests and the actual number of funded publications at the time.

The presentation will be jointly delivered by the Pilot coordination at LIBER and the coordination for the DFG Gold OA funding management at Universität Bielefeld. Additional Pilot worklines such as the implementation of APC management workflows under very different research funding landscapes or the feasibility analysis for an alternative APC-equivalent funding mechanism will also be addressed.

Implementierung institutioneller Workflows zur Meldung von FP7/Horizon2020-Publikationen
Jochen Schirrwagen (UB Bielefeld)
Abstract | Präsentation

Vorgestellt werden Best Practices der folgenden Einrichtungen:

OPUS4, Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg
Phaidra, Universitätsbibliothek Wien
MPG.PuRe, Max Planck Digital Library, München
Fraunhofer-ePrints, IRB Fraunhofer, Stuttgart
Archive ouverte UNIGE, Université de Genève, Genf

Ein Repositorium ohne eigenen Server - ein kooperatives Nutzungskonzept mit Zenodo

Hans Schürmann (Zentral- & Hochschulbibliothek Luzern)
Abstract | Präsentation | Aufzeichnung

Für Bibliotheken bedeutet der Aufbau und Betrieb eines Repositoriums auf einem selbst gehosteten Server einen beträchtlichen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Die Langzeitarchivierung der Daten ist eine zusätzliche Herausforderung.

Die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern geht in diesem Bereich neue Wege. Das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung, betreibt auf dem Server des Teilchenbeschleunigers ein Repositorium, das unter der Weboberfläche Zenodo zugänglich ist. Bis jetzt ist Zenodo vor allem von Forschungsnetzwerken genutzt worden. Das soll sich nun ändern. Das CERN entwickelt Zenodo so weiter, dass die Plattform auch von anderen Bibliotheken und Hochschulen sowie von weiteren Einrichtungen wie Archiven und Museen als institutionelles Repositorium genutzt werden kann. Die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern baut im Zuge dieser Entwicklung eine entsprechende bibliothekarische Infrastruktur für die Universität Luzern, die Hochschule Luzern und die Pädagogische Hochschule Luzern auf.

Das Projekt läuft seit Oktober 2014. Wir präsentieren den aktuellen Projektstand und zeigen auf, wie andere Bibliotheken von dieser Entwicklung profitieren können.

16:00

Wrap Up

Betrachtungen zu den Open-Access-Tagen 2015
Christian Fuhrer (HBZ)
PDF

Tagungsort 201
Volker Schallehn (Universitätsbibliothek der LMU München)
Aufzeichnung

Verabschiedung

17:00

Ende der Tagung

Mittwoch, 9.9.2015

9:00

EPrints User Group Meeting

Raum: HBZ Medizin Careum 286/290

more information

14:00

Open Access und Data Management am Standort Zürich

Raum: SEI-E07, Seilergraben 49