Montag, 10.10.2016

ab 9:00

Registrierung

Lichthof

9:00 - 10:30

Open Access und Open-Access-Tage für Einsteiger/innen

Raum: Senatssaal

Anja Oberländer (Universität Konstanz)

Paul Schultze-Motel (Helmholtz-Gemeinschaft)

Marco Tullney (Technische Informationsbibliothek (TIB), Hannover)

Abstract

Dieser Workshop startet vor dem Hauptprogramm der Open-Access-Tage und ermöglicht einen Einstieg in die Konferenz und in das Thema Open Access, insbesondere für Teilnehmer/innen, die neu im Feld Open Access sind. Orientiert an den Bedürfnissen der Teilnehmer/innen besprechen wir grundsätzliche und individuelle Fragen rund um Open Access, bieten Orientierung für das Konferenzprogramm und vermitteln Kontakte zu Ansprechpartner/innen auf der Konferenz.

11:00 - 11:30

Eröffnung der Tagung

Raum: B101

Klaus-Rainer Brintzinger (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Barbara Conradt (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Anja Oberländer (Universität Konstanz) | Präsentation

Aufzeichnung

11:30 -12:00

Eröffnungskeynote

Die Transformation gestalten: Open Access zwischen Fachfunktion und Strukturdiskurs

Raum: B101

Moderation: Kai Geschuhn (Max Planck Digital Library) und Volker Schallehn (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Wolfgang Schön (Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen und Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Abstract | Aufzeichnung

Zunehmend rückt Open Access in das Zentrum auch des politischen Interesses und erfährt Unterstützung als erhoffter Innovationsmotor. Dabei gerät gelegentlich in Vergessenheit, dass Open Access in erster Linie ein Instrument ist, um die Qualität des wissenschaftlichen Arbeitens zu verbessern. Wichtige Funktionen des Open Access werden gerade dort sichtbar, wo fachlich definierte Communities Instrumente und Mechanismen zum offenen Austausch ihrer Forschungsergebnisse entwickeln. Die postulierte großflächige Transformation in den Open Access wird allerdings allein über fachliche Ansätze nicht gelingen. Vielmehr sind darüber hinaus Impulse für die Weiterentwicklung auch struktureller Rahmenbedingungen der Wissenschaftskommunikation erforderlich. Mit Blick auf die Aktivitäten der DFG wird ausgeführt, dass und wie das Wechselspiel zwischen fachlichen und strukturellen Förderansätzen kontinuierlich neu austariert werden muss.

12:00 - 12:30

Ein Blick auf die Zielgerade: die großflächige Transformation zu Open Access

Raum: B101

Moderation: Kai Geschuhn (Max Planck Digital Library) und Volker Schallehn (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Ralf Schimmer (Max Planck Digital Library)

Abstract | Aufzeichnung | Präsentation

Die letzten Jahren haben neue Dynamik in die Open-Access-Debatte gebracht. Ausgelöst und angeregt durch die Maßnahmen in Großbritannien nach dem Finch Report von 2012, exemplifiziert durch den erfolgreichen Beginn von SCOAP3 ab 2014 und zunehmend in die Fläche gebracht durch die aufkommenden "Offsetting Agreements" seit 2014, verändert sich die Praxis in den Beziehungen zu den Verlagen. Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass der herkömmliche Bezug wissenschaftlicher Information über den Erwerb von Abonnements und Leserechten nicht mehr ausreicht, sondern dass die eingesetzten Mittel auch dafür verwendet werden müssen, Open-Access-Rechte und Dienstleistungen einzufordern und zu erschließen. Dadurch wird Open Access nicht nur immer häufiger ein Bestandteil von Vertragsverhandlungen mit den Verlagen, sondern es ergibt sich auch eine klare Transformationsperspektive und ein zunehmender Transformationsdruck für die herkömmlichen Subskriptionszeitschriften. Diese Tendenzen werden aufgegriffen und weiter zugespitzt von begleitenden politischen Initiativen, allen voran Open Access 2020. Die Vision eines umfassenden Open Access wird dadurch greifbar.

12:30 - 14:00

Mittagspause

Lichthof

Kommunikative Mittagspause (Senatssaal, 13 Uhr)

In der Mittagspause gibt es ab 13 Uhr für alle interessierten Teilnehmer/innen die Gelegenheit, sich im Senatssaal in lockerer Atmosphäre zu verschiedenen Themen/in verschiedenen Gruppen auszutauschen. Wenn Sie Themen/Gruppen vorschlagen möchten, können Sie dies gerne auch vorab schon per Mail an oat2016@ub.uni-muenchen.de oder vor Ort an der Information tun. Die konkreten Themen/Gruppen werden rechtzeitig vor Ort und über Twitter @OATage bekannt gegeben.

14:00 - 14:30

Open-Access-Veröffentlichungen in den Wirtschaftswissenschaften

Raum: B101

Moderation: Kai Geschuhn (Max Planck Digital Library) und Volker Schallehn (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Joachim Winter (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Abstract | Aufzeichnung | Präsentation

Der Vortrag beleuchtet verschiedene Aspekte von Open-Access-Publikationen aus der Perspektive der Wirtschaftswissenschaften. Insbesondere in der Volkswirtschaftslehre sind Open-Access-Zeitschriften vergleichsweise wenig populär. Gleichzeitig ist es üblich, Forschungsergebnisse vor der Veröffentlichung in begutachteten Fachzeitschriften über Discussion-Paper-Reihen, die von Departments oder Forschungsverbünden herausgegeben werden, mit Open Access zu verbreiten. Eine wichtige Rolle besitzen dabei zwei Initiativen: RePEc (Research Papers in Economics) aggregiert bibliographische Informationen zu einer großen Zahl von Discussion-Paper-Reihen, während MPRA (Munich Personal RePEc Archive) auch solchen Wissenschaftlern, die an ihren Heimatinstitutionen keinen Zugang zu einer Discussion-Paper-Reihe haben, eine Veröffentlichung mit Open Access und weiter Verbreitung ermöglicht.

14:30 -15:00

Von Elseviers Lingua zur Open-Access-Zeitschrift Glossa: ein Lehrbeispiel?

Raum: B101

Moderation: Kai Geschuhn (Max Planck Digital Library) und Volker Schallehn (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Waltraud Paul (Centre de recherches linguistiques sur l'Asie orientale, CNRS-EHESS-INALCO, Paris)

Abstract | Aufzeichnung | Präsentation

Der Rücktritt des Herausgebers und des 36-köpfigen Redaktionsteams von Lingua (http://www.journals.elsevier.com/lingua), einer der renommiertesten linguistischen Zeitschriften, hat im Herbst 2015 für sehr viel Aufsehen gesorgt, nicht nur, weil hier Elsevier, einer der umsatzstärksten und umstrittensten Wissenschaftsverlage direkt betroffen war, sondern auch, weil dasselbe Team die Open-Access-Zeitschrift Glossa (http://glossa-journal.org) gegründet hat. Der Vortrag beschreibt diverse Aspekte der Transformation vom Subskriptionsmodell zur Open-Access-Zeitschrift und diskutiert, warum solche Fälle immer noch sehr selten sind.

15:00 - 16:00

Postersession

Dekanatsgang

Abstract

 

Bei den Open-Access-Tagen 2016 gelten Poster zu aktuellen Forschungsergebnissen oder Projekten im Themenfeld Open Access als vollwertige Konferenzbeiträge. Alle Poster werden in einer eigenen Postersession vorgestellt. Während der Session stehen die AutorInnen zur Verfügung, um mit anderen TagungsteilnehmerInnen über ihre Poster zu diskutieren. Die besten drei Poster werden prämiert.

16:00 - 16:30

Kaffeepause

Speerträger und Dekanatsgang

16:30 - 18:00

Session 1: Workflows für integriertes Open-Access-Management in Repositorien und universitären Systemen

Raum: A125

Moderation: Gernot Deinzer (Universitätsbibliothek Regensburg)

Session-Abstract

 

Repositorien sind an vielen Einrichtungen der zentrale Punkt für Open-Access-Veröffentlichungen. Durch die Schaffung von Publikationsfonds entstand ein neues Geschäftsfeld im Bereich Open Access. Dieses kann idealerweise in die bereits bestehende Infrastruktur eingegliedert werden.

In der Session wird die Umsetzung an drei Einrichtungen kurz aufgezeigt. Im Anschluss daran soll in einer Diskussion über die Lösungsansätze gesprochen werden und Möglichkeiten zu einer standardisierten Umsetzung an weiteren Institutionen diskutiert werden.

Im universitären FIS des Imperial College London wurde ein Workflow eingerichtet, in dem Wissenschaftler ihr Manuskript hochladen, sobald es Peer Review durchlaufen hat. Zusätzlich können sie mit einem Klick die Übernahme der Kosten für „Gold“ Open Access beantragen – Anträge werden mit einem ablauforientierten Cloud-System bearbeitet. Durch den Workflow können Wissenschaftler zudem Publikationen mit Forschungsförderern verlinken – das ermöglicht es der Universität, Forschungsberichte zu automatisieren. Die dabei gesammelten Daten werden in ein Management Information System für Universitätsleitung und Fakultäten eingestellt. Der Open Access Workflow umfasst auch Beratung über die Veröffentlichung von Forschungsdaten und Code, auf denen die Artikel basieren.

An der University of Glasgow und der Universität Regensburg wird Information zu Open Access, wie etwa Geschäftsmodelle (Offsetting, Voucher, Gold OA-Zeitschrift), Artikelbearbeitungsgebühren (APCs) und Finanzierung auf Artikelebene, im institutionellen Repositorium gespeichert. An einer gemeinsamen Lösung wird derzeit gearbeitet. Dabei werden die Verwaltung von Open Access Geldern und das Berichtswesen von Open Access Publikationen optimiert. Das Repositorium wurde an die jeweiligen Geschäftsprozesse angepasst. Die beiden Systeme werden kurz vorgestellt.

Teile der Session werden in englischer Sprache durchgeführt, der Großteil findet in deutscher Sprache statt.

Including Open Access information in Institutional repositories
Valerie McCutcheon (University of Glasgow) und Gernot Deinzer (Universitätsbibliothek Regensburg)
Abstract | Präsentation McCutcheon | Präsentation Deinzer

Funders, Universities, and other stakeholders need a broad knowledge about open access publications and how they were financed. But where should and can universities store this information? Open access processes have both similarities and significant differences to other services like acquiring books or running institutional repositories that may be managed by the same department. At the University of Glasgow [1] and the University of Regensburg [2] the technical implementation storing open access information is done by using EPrints software [3]. This software was developed for the operation of institutional repositories. The approach we describe can easily be adopted in other software. For us EPrints works well because the standard metadata for articles is already available and includes fields relevant to Open Access management e.g. publication licence or related funding information. The process of handling costs associated with Open Access – e.g. Article Processing Charges (APC’s) or prepayment arrangements like offsetting models and vouchers - is incorporated into this software and opportunities for more efficient reporting and management are created. For example, data extracts or Open Archives Initiative (OAI) standard harvesting can be applied to facilitate the reuse of data by third parties.

The two institutions have been working together to compare requirements and systems design with a desire to bring them together to one standard EPrints offering and to share common system requirements and issues with the wider community regardless of which system is being used.

The proposed session will show two examples of integrating the process of managing APCs with software developed for institutional repositories. Benefits like generating reports for funders automatically or delivering data to national projects like OpenAPC [4] will be shown.

After two introductory talks there will be time for discussion and further demonstration of the systems including exploring additional metadata needs of members of the audience.

The language of this part of the session will be English.

References:

[1] McCutcheon, V. & Eadie, M., (2016). Managing open access with EPrints software: a case study. Insights. 29(1), pp.45–52. DOI: doi.org/10.1629/uksg.277

[2] see oa.uni-regensburg.de

[3] EPrints, www.eprints.org/uk/.

[4] Apel J. et al.: Datasets on fee-based Open Access publishing across German Institutions. Bielefeld University. 10.4119/UNIBI/UB.2014.18.

Integrierte Open-Access-Services
Torsten Reimer (Imperial College London)
Abstract | Präsentation

Open Access ist ein Aspekt von Wissenschaftskommunikation und für viele Wissenschaftler nicht der wichtigste. Idealerweise ist es daher in die Arbeitsabläufe von Autoren eingebunden – und in universitäre Workflows. Der Kurzvortrag wird am Beispiel von Imperial College London zeigen, wie eine Universität mit einem integrierten Ansatz die Akzeptanz von Open Access deutlich gesteigert hat, und in eine Diskussion über die Entwicklung von Open Access Services überleiten.

Imperial College verfolgt das Ziel, alle wissenschaftlichen Ergebnisse (Publikationen, Software, Code etc.) öffentlich frei verfügbar zu machen. Dazu hat die Universität beschlossen, Open Access als zentrales (nicht nur bibliothekarisches) Vorhaben anzugehen.

Im universitären FIS wurde ein Workflow eingerichtet, in dem Wissenschaftler ihr Manuskript hochladen, sobald es Peer Review durchlaufen hat. Zusätzlich können sie mit einem Klick die Übernahme der Kosten für „Gold“ Open Access beantragen – Anträge werden mit einem ablauforientierten Cloud-System bearbeitet. Durch den Workflow können Wissenschaftler zudem Publikationen mit Forschungsförderern verlinken – das ermöglicht es der Universität, Forschungsberichte zu automatisieren.

Seit 2012 hat sich das Volumen von Deposits im Repositorium verachtzehnfacht; 2015 wurden über 5500 Manuskripte hochgeladen (die Zahl schließt Abschlussarbeiten nicht ein) und die Bibliothek hat Article Processing Charges für 1000 Artikel bearbeitet (das jährliche Open-Access-Budget liegt bei rund 3 Millionen Euro). Die dabei gesammelten Daten werden in ein Management-Information-System für Universitätsleitung und Fakultäten eingestellt. Nach Auswertung der Daten wurde u.a. der Beschluss gefasst, keine Universitätsmittel mehr für Hybrid Open Access zur Verfügung zu stellen; eine Fakultät erwägt seit Auswertung der Daten, Open Access vertraglich vorzuschreiben. Seit 2014 ist zudem ORCID in das FIS integriert; alle Wissenschaftler wurden mit einer ORCID iD ausgestattet. Der Open-Access-Workflow umfasst auch Beratung über die Veröffentlichung von Forschungsdaten und Codes, auf denen die Artikel basieren.

16:30 - 18:00

Session 2: (Open) Peer Review: Welche Formen der alternativen Qualitätssicherung sind erfolgreich?

Raum: M105

Moderation: Xenia van Edig (Copernicus)

Session-Abstract

 

Offene Prozesse der Begutachtung und Bewertung haben in verschiedener Hinsicht das Potenzial, die Qualität wissenschaftlicher Kommunikation zu steigern: So wird etwa mit dem Aufbrechen traditionell geschlossener Peer-Review-Prozesse (Open Peer Review), aber auch durch Entkopplung der Begutachtung von Verlagsprozessen oder der Sichtbarmachung informeller Bewertungsprozesse versucht, die Begutachtung wissenschaftlichen Outputs transparenter und partizipativer zu gestalten.

Aber auch in der Bewertung ganzer Journals (z.B. hinsichtlich administrativer Prozesse, dem Grad ihrer Offenheit oder der Höhe ihrer APCs) wird das Potenzial offener, kollektiver Bewertungen genutzt. Verschiedene Plattformen bieten hier Möglichkeiten zum systematischen Austausch über verschiedene Aspekte von Journalen und ihren Prozessen.

Die Session bietet Berichte über konkrete Umsetzungen und Erfahrungen sowie theoretische Überlegungen zu diesen verschiedenen Feldern alternativer Qualitätssicherung.

Open Peer Review in der wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschrift „Economics“: Ablauf und Erfahrungen
Korinna Werner-Schwarz (IfW - Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel)
Abstract | Präsentation

Im März 2007 starteten das Institut für Weltwirtschaft (IfW) und das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) mit der Herausgabe der wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschrift „Economics: The Open-Access, Open-Assessment E-Journal“ (E-Journal Economics). Die Hauptmerkmale der Zeitschrift sind: 1) Sie ist als Open-Access-Zeitschrift konzipiert. 2) Sie arbeitet mit einem Open-Peer-Review-Verfahren. 3) Sie ist verlagsunabhängig. Innerhalb von 5 Jahren schaffte es die Zeitschrift mit ihrem Konzept für den Social Science Citation Index akzeptiert zu werden. Sie gehört damit zu einer der wenigen wirtschaftswissenschaftlichen Open-Access-Zeitschriften mit Impact-Faktor.

In meiner Präsentation werde ich die Abläufe im Open Peer Review erklären. Das Gutachterverfahren lehnt sich an das Verfahren an, das die Zeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics (ACP) bereits seit 2001 nutzt, und ist im wirtschaftswissenschaftlichen Publikationsbereich bisher einmalig. Ich werde anhand von Zahlen zu Einreichungen, Veröffentlichungen, Kommentaren, aktiven Lesern etc. unsere Erfahrungen mit dem Gutachterprozess präsentieren und ein kurzes Fazit ziehen.

Weitere Informationen

www.economics-ejournal.org

Opening Peer Review: Offenheit, Transparenz und Interaktion in der wissenschaftlichen Kommunikation
Arvid Deppe und Anthony Ross-Hellauer (SUB Göttingen)
Abstract | Präsentation

OpenAIRE (Open Access Infrastructure for Research in Europe) ist eine europäische digitale Infrastruktur, die mehr als 50 Institutionen umfasst. Ihre soziotechnische Konzeption erlaubt ein umfassendes Engagement im Bereich der Open Science und durch das Netzwerk von 33 nationalen Ansprechpartnern (National Open Access Desks) eine globale wie auch lokale Förderung von ‚Offenheit‘ in der Wissenschaft.

Es ist gewiss nicht übertrieben, ‚Offenheit‘ als Paradigma zu bezeichnen, das das Potential einer grundlegenden Änderung des Systems der Wissenschaftskommunikation birgt. Von Open Access über Open Data trägt dieses Konzept dazu bei, Wissenschaft offener und damit auch gerechter und effizienter zu machen. Jedoch erschöpft sich die Idee der Offenheit nicht im Zugang zu Ergebnissen oder ihnen zugrunde liegenden Daten: Vielmehr schwingt in ihr auch das Ideal einer transparenten Wissenschaft mit, die offenlegt, warum welche Ergebnisse und mit welchen Einschränkungen öffentlich werden, und andere keinen Eingang ins wissenschaftliche Kommunikationssystem finden. Eine solche Bewertung wissenschaftlicher Arbeit, die nicht nur offen stattfindet, sondern sich zugleich öffnet, birgt zahlreiche Chancen, aber auch einige potentielle Stolperfallen.

Um das Potential offener Begutachtungsprozesse auszuschöpfen, müssen technische wie auch menschliche Faktoren berücksichtigt werden. OpenAIRE hat entsprechend drei verschiedene Experimente angestoßen. Im Zentrum steht dabei die Verbindung bestehender digitaler Infrastrukturen mit Peer-Review-Funktionalitäten, die durch „The Winnower“ und „Open Scholar“ realisiert wurden. Ergänzend wurde durch „OpenEdition“ ein zweigleisiges offenes Begutachtungsverfahren in seinem Ablauf erprobt und analysiert.

In unserem Vortrag möchten wir nicht nur die Ergebnisse dieser experimentellen Ansätze präsentieren, sondern darüber hinaus Herausforderungen der organisatorischen Grundlegung, der technischen Umsetzung und der Aktivierung als Aushandlungsprozess verschiedener Interessengruppen diskutieren. Dabei soll nicht zuletzt der Versuch unternommen werden, durch eine Taxonomie nicht nur für begriffliche Klarheit zu sorgen, sondern auch Vergleichbarkeit und Evaluierung verschiedener Initiativen zu ermöglichen.

Plattformen zur Bewertung von Open-Access-Zeitschriften
Jasmin Schmitz (ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften)
Abstract | Präsentation

Im Open-Access-Bereich – aber nicht nur dort – kommt es regelmäßig zu Zeitschriftenneugründungen, so dass sich die potentiellen Publikationsmöglichkeiten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ständig vergrößern. Hinzu kommt, dass Open-Access-Zeitschriften sich häufig durch Publikationsgebühren (sogenannte Article Processing Charges – APCs) finanzieren, diese Publikationsgebühren aber stark variieren können von wenigen bis mehreren Tausend Euro. Im Zuge dessen wird häufig auch von Zeitschriften oder Verlagen mit zweifelhaften Geschäftspraktiken berichtet, welche sich mit dem Schlagwort „Predatory Publishing“ zusammenfassen lassen. Während die von Jeffrey Beall in diesem Zusammenhang erstellte „blacklist“ zunehmend kritisiert wird, gibt es mittlerweile eine Reihe von frei zugänglichen Plattformen, die Open-Access-Zeitschriften nach unterschiedlichen Kriterien bewerten. Einige legen den Fokus auf den Nachweis von originären Open-Access-Zeitschriften (Directory of Open Access Journals – DOAJ), andere informieren sowohl über originäre als auch über hybride Open-Access-Zeitschriften (Quality Open Access Market – QOAM) oder schließen auch Subskriptionszeitschriften mit ein (Open Access Spectrum Evaluation Tool). Weitere Plattformen versuchen, den Grad der Openness zu bestimmen (Open Access Spectrum Evaluation Tool), Publikationsgebühren zu erfassen (DOAJ, QOAM, Eigenfactor.org) oder beziehen auch Erfahrungen von Autoren, Gutachtern oder Herausgebern mit ein (QOAM). Ein Teil der Plattformen fokussiert sich insbesondere auf die Erfahrungen mit dem jeweiligen Peer-Review-Prozess (Journalysis, Journal Reviewer, SciRev). Andere versuchen mittels Indikatoren Zeitschriftenrankings zu erstellen und so eine Alternative zum umstrittenen Journal Impact Factor (JIF) bereitzustellen (SCImago Journal Ranking). Zudem wird Hilfestellung bei der thematischen Auswahl von Zeitschriften gegeben (JournalGuide).

Ziel des Vortrags wird sein, einen Überblick über die unterschiedlichen Plattformen, die Anzahl der auf ihnen nachgewiesenen oder bewerteten Zeitschriften, die jeweilige Zielsetzung, Art und Umfang der bereitgestellten Informationen sowie Möglichkeiten der Beteiligung zu geben.

16:30 - 18:00

Session 3: Publikationsdienstleistungen: Welche Services sollten Forschungsstätten für Monographien, Zeitschriften und andere Formate anbieten?

Raum: B101

Moderation: Dirk Verdicchio (Universitätsbibliothek Bern)

Session-Abstract

Forschungsinstitutionen und Bibliotheken werden zunehmend im Bereich von Publikationsdienstleistungen aktiv. Die Angebote, die dabei entwickelt werden, sind äußerst vielfältig und heterogen. Sie reichen von Beratungstätigkeiten über das Hosting von Zeitschriftenmanagementplattformen bis hin zu umfassenden verlegerischen Tätigkeiten. Die Session bringt verschiedene Ansätze, Strategien und Erfahrungen zusammen, die als Grundlage für Diskussionen über und Reflexionen auf Publikationsdienstleistungen an Forschungsstätten dienen sollen.

Modern Academic Publishing: Open-Access-Publikation geisteswissenschaftlicher Monographien als Instrument der Nachwuchsförderung an der Universität zu Köln und der Ludwig-Maximilians-Universität München
Claudie Paye und Christine Schmitt (Universität zu Köln)
Abstract | Präsentation

Die Publikationsplattform Modern Academic Publishing (MAP) für Monographien aus den Geisteswissenschaften ist seit Mai 2015 online (http://www.humanities-map.net/). Der Fokus liegt auf der Open-Access-Publikation geisteswissenschaftlicher Doktorarbeiten von forschungsstarken Nachwuchswissenschaftlern der Universität zu Köln und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das Angebot versteht sich nicht als Universitätsverlag oder Alternative zu fächerübergreifenden Repositorien, sondern als Förderinstrument der Universitäten für Doktoranden am Anfang ihrer wissenschaftlichen Karriere. Ziel der Förderung ist es, den Autoren auf einer wissenschaftlich qualitätsgesicherten Plattform eine höhere fachspezifische Sichtbarkeit und breitere Rezeptionsfläche zu bieten. Im Zeichen des Umbruchs von Print zu Digital werden die Online-Publikationen auch als Print-Publikationen angeboten (Print-On-Demand), um den Übergang von den Publikationsdienstleistungen der Wissenschaftsverlage hin zur Open-Access-Publikationskultur seitens der Wissenschaft mitzugestalten.

Im Beitrag geht es zum einen um das Konzept von MAP, mit dem beide Universitäten den Transfer in eine neue digitale Publikationskultur in den Geisteswissenschaften mit der gezielten Nachwuchsförderung verbinden. Zum anderen werden die bisherigen Erfahrungen aus der ersten Pilotphase, aus der vier Publikationen hervorgegangen sind, und die laufenden Anpassungen von Workflows und Produktionsergebnissen in der zweiten Pilotphase vorgestellt.

Initiatorin von MAP ist Prof. Dr. Gudrun Gersmann an der Universität zu Köln, die durch zahlreiche digitale Referenzprojekte im Bereich des elektronischen Publizierens ausgewiesen ist. Projektpartner für die Ludwig-Maximilians-Universität München ist Prof. Dr. Hubertus Kohle, der u.a. Initiator des neuen Studiengangs „Digitale Kunstwissenschaften“ ist.

Innovative Lösungen für Veröffentlichungen im Open Access: die Universitätsbibliothek Heidelberg als Publikationsdienstleister für Universität, Akademie und Fachinformationsdienste
Maria Effinger (Universitätsbibliothek Heidelberg)
Abstract | Präsentation

Die Aktivitäten der Universitätsbibliothek Heidelberg im Bereich des elektronischen Publizierens im Open Access haben in den letzten Jahren einen deutlichen Ausbau erfahren. Neben der quantitativen Erweiterung – so z.B. durch eine deutliche Steigerung der gehosteten E-Journals (aktuell: 70) und dem Ausbau der Repositorien und eBook-Plattformen auf heute über 40.000 Publikationen – konnten wesentliche Verbesserungen der technischen Infrastruktur und die Etablierung von Mehrwertdiensten (u.a. hybrides Publizieren, online und Print on Demand, Archivierung zugehöriger Forschungsdaten, mit Übersetzungen und Kommentaren angereicherte digitale Editionen) realisiert werden. Zum Einsatz kommt neben „Open Journal Systems (OJS)“, „Open Monograph Press (OMP)“ sowie „Eprints“ die Heidelberger Eigenentwicklung „DWork – Heidelberger Digitalisierungsworkflow“.

Diverse strategische Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und namhaften Verlagen zeigen, dass die angebotenen Publikationsmöglichkeiten über eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen verfügen und mit den Heidelberger Aktivitäten grundlegende Bedürfnisse der modernen wissenschaftlichen Arbeit erfüllt werden. Ein zentraler Meilenstein beim Ausbau der Publikationsangebote war 2015 die Gründung des Universitätsverlags "Heidelberg University Publishing" mit dem Ziel, der universitären Spitzenforschung ein Publikationsforum zu bieten. Primäres Medium ist dabei die Online-Veröffentlichung in unterschiedlichen digitalen Formaten im Open Access.

Die Universitätsbibliothek Heidelberg reagiert jedoch nicht nur auf die Anforderungen der Wissenschaftlerinnen der Heidelberger Universität, sondern steht auch als nachhaltiger Dienstleister – z.B. im Rahmen von digitalen Editionen – für Publikationsvorhaben der Heidelberger Akademie der Wissenschaften zur Verfügung. Darüber hinaus zeichnet sie im nationalen Kontext für die E-Publishing-Aktivitäten der von der DFG geförderten „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft (FID)“ verantwortlich und stellt umfassende und komfortable Open-Access-Publikationsmöglichkeiten für die Kunstgeschichte („arthistoricum.net“), die Altertumswissenschaften („Propylaeum“) sowie die Asienwissenschaften („CrossAsia“) bereit.

Im Vortrag sollen die vielfältigen Angebote der UB Heidelberg sowie die sich daraus ableitenden Strategien und Geschäftsmodelle vorgestellt werden.

#OJSmustdie [1] oder: PubPub als radikale Alternative zu OJS?
Andreas Ledl (Universitätsbibliothek Basel)
Abstract | Präsentation

Open Journal Systems hat sich als freie Software zur Verwaltung und Publikation von Open-Access-Zeitschriften weltweit zum Standard entwickelt. Im Jahr 2015 wurden rund 9.000 Journals über OJS-Plattformen betrieben – Tendenz steigend [2] – und Projekte wie z.B. OJS-de.net [3] fördern Bekanntheitsgrad und Support zusätzlich.

 

Mit PubPub [4] wird am MIT Media Lab gerade eine Open Source „Publikationssoftware as a Service“ entwickelt, die gewissermaßen den „modernen“ Gegenentwurf zum lokal installierten OJS darstellt bzw. den OA-Gedanken strikter verfolgt und absolute Transparenz anstrebt. Während OJS eher auf den traditionellen, „elitären“ und zeitraubenden Peer-Review-Prozess ausgerichtet ist, setzt PubPub allein auf Open resp. „distributed“ Review und eine schnelle Veröffentlichung. Während in OJS die Beiträge hochgeladen werden müssen, können sie bei PubPub via Markdown (MD) direkt in einen Editor eingegeben werden – inklusive Versionierung. Während verschiedene Formate der Artikel (PDF, HTML, EPUB, XML…) aufwändig außerhalb von OJS erstellt werden müssen, können sie aus PubPub direkt nach PDF, EPUB und XML exportiert werden. Während es in OJS „nur“ eine DOI-Schnittstelle gibt – was eine institutionelle Mitgliedschaft bei einer DOI-Registrierungsstelle erforderlich macht – werden in PubPub direkt DOIs für Artikel (in PubPub heißen die Beiträge „Pubs“) vergeben, etc.

 

Kurzum geht PubPub davon aus, dass es bei wissenschaftlichen Zeitschriften in nicht allzu ferner Zukunft mehr darum gehen wird, Inhalte zu kuratieren, als qualitativ über sie zu wachen. Für Gründer und Herausgeber von OA-Journals [5], die innovative Wege gehen wollen, könnte dies eine interessante Prämisse darstellen. Ebenso ist die Unterstützung dynamischer Inhalte, großer Datensätze und von Live-Visualisierungen vielversprechend.

Der Vortrag möchte PubPub als neues Publikationssystem vorstellen, die Vor- und Nachteile im Vergleich zu OJS herausarbeiten und untersuchen, welche der beiden Anwendungen für welche Open-Access-Journals geeignet sind.

[1] Hashtag des Tweets twitter.com/herr_tu/status/702972952690741248 (Stand: 30.03.2016).

[2] Vgl. pkp.sfu.ca/ojs/ojs-usage/ojs-stats/ (Stand: 30.03.2016).

[3] Vgl. www.ojs-de.net/index.html (Stand: 30.03.2016).

[4] Vgl. pubpub.media.mit.edu (Stand: 30.03.2016).

[5] Vgl. in meinem Fall 0277.ch/ojs/index.php/cdrs_0277 (Stand: 30.3.2016).

Beratungsangebote für E-Journals
Christina Riesenweber (CeDiS, FU Berlin)
Abstract | Präsentation

Im Aufbau von Infrastrukturangeboten für die unabhängige Publikation von wissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern wird der Fokus häufig auf Softwareangebote gesetzt. Ein solches Angebot, z.B. durch Universitätsbibliotheken, wird aber zunehmend auch mit Bedürfnissen der Nutzer/innen konfrontiert, die mit technischen Lösungen allein nicht zu adressieren sind. Häufig wiederkehrende Themen sind hierbei Redaktionsstrukturen, Finanzierungsmodelle, der Umgang mit Lizenzen und Urheberrechten oder Fragen zu Gestaltung und Design von Zeitschriften. Auch für die Dienstleister selbst sind nicht-technische Aspekte zu bedenken, z.B. im Kontext von Kooperationsverträgen mit Zeitschriftenherausgeber/innen oder Personalkapazitäten.

Im Rahmen des Vortrags werden Themen vorgestellt, die aus der Arbeit im Rahmen des Projekts OJS-de.net als begleitende Beratungsangebote zur Unterstützung von digitalen Zeitschriften nachgefragt werden. Fokus liegt dabei auf den Erfahrungen der Projektpartner an der Freien Universität Berlin, der Universität Heidelberg und der Universität Konstanz. Darüber hinaus werden im Vorfeld andere OJS-Dienstleister im deutschsprachigen Raum befragt, um deren Perspektiven ebenfalls zu berücksichtigen. Das Gespräch mit den Teilnehmer/innen am Vortrag soll den Blickwinkel zusätzlich erweitern.

16:30 - 18:00

Session 4: Austrian Transition to Open Access – Eine nationale Open-Access-Strategie

Raum: M110

Moderation: Christian Fuhrer (Hauptbibliothek der Universität Zürich)

Session-Abstract | Präsentation

Im letzten Jahr ist in Österreich im Bereich Open Access viel passiert .

So haben österreichische Einrichtungen nach den ersten Offsetting-Deals den viel beachteten Springer Compact-Vertrag abgeschlossen, im Dezember wurden die international beachteten „Empfehlungen für die Umsetzung von Open Access in Österreich“ veröffentlicht. Im Konsortium laufen bereits weitere Verhandlungen. In diesem Panel möchten wir einen Überblick über die Elemente der nationalen Open-Access-Strategie geben und die Implikationen diskutieren.

Empfehlungen für die Umsetzung von Open Access in Österreich
Andreas Ferus (Akademie der bildenden Künste Wien, Universitätsbibliothek und -archiv)
Abstract | Präsentation

Nachdem internationale Entwicklungen sowie die Empfehlungen der EU in diese Richtung weisen, hat sich 2015 im Rahmen des Open Access Network Austria (OANA) eine 14-köpfige Arbeitsgruppe zusammengefunden, deren erklärtes Ziel es war, sich gemeinsam Gedanken zu einer abgestimmten nationalen Open-Access-Strategie für Österreich zu machen. Diese sollte sich einerseits am Status Quo der bisherigen Maßnahmen in Österreich orientieren und andererseits auch internationale Best-Practice-Modelle (wie z.B. Schweden, Dänemark, Niederlande, Großbritannien, Deutschland) miteinbeziehen. Im Rahmen meines Vortrags möchte ich die im Zuge dessen formulierten und nun folgenden 16 Empfehlungen der OANA-AG „Nationale Open Access-Strategie“ vorstellen, die im Falle ihrer tatsächlichen Umsetzung maßgeblich dazu beitragen könnten/sollen, die gesamte wissenschaftliche Publikationstätigkeit in Österreich bis zum Jahre 2025 auf Open Access umzustellen.

  1. Open-Access-Policy einführen
  2. Kostentransparenz schaffen
  3. Verlagsverträge umstellen
  4. Publikationsfonds einrichten
  5. Publikationsorgane umstellen
  6. Publikationsinfrastruktur zusammenlegen
  7. Internationale Kooperationen unterstützen
  8. Start-up-Kapital bereitstellen
  9. Repositorien registrieren
  10. Selbstarchivierung unterstützen
  11. Ausbildung anbieten
  12. Open Access / Open Science anerkennen
  13. Urheberrechtsreform 2015 erweitern
  14. Bestände öffnen
  15. Umsetzungsmonitoring betreiben
  16. Open Science anvisieren

Auf Basis der vorliegenden Empfehlungen sollte darüber hinaus ab 2017 eine nationale Open-Science-Strategie erarbeitet werden.

Open Access: Road to Nowhere or Stairway to Heaven? Transformationsmodelle mit Verlagen in Österreich
Brigitte Kromp (Universität Wien) und Snježana Cirkovic (KEMÖ - Kooperation eMedien Österreich)
Abstract | Präsentation

Die Kooperation E-Medien Österreich (KEMÖ) verhandelte im Jahr 2014 mit dem Institute of Physics den ersten Konsortialvertrag mit einer Gegenverrechnungskomponente für Open-Access-Publikationen. Seither wurden mehrere Verträge dieser Art, sogenannte Offsetting-Deals, auch mit anderen Verlagen (Taylor&Francis, SAGE) geschlossen. Die Motivation und Überlegungen hinter diesen Vereinbarungen sowie die Vorteile und Nachteile dieser Deals werden im Überblick dargestellt.

 

Ab 2016 haben 34 österreichische Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Rahmen der Kooperation E-Medien Österreich mit Springer einen neuen Lizenzvertrag „Springer Compact“ abgeschlossen. Neu ist, dass mit diesem Abkommen nicht nur der Zugriff auf über 2.000 Springer-Zeitschriften ermöglicht wird, sondern dass AutorInnen der teilnehmenden Einrichtungen auch in über 1.600 Springer-Subskriptionszeitschriften ohne zusätzliche Gebühren Open Access publizieren können. Ziel der Vereinbarung ist es, die Transformation von einem subskriptionsbasierten auf ein Open-Access-basiertes Publikationssystem voranzutreiben und dabei gleichzeitig zur Erhöhung der Sichtbarkeit der Forschung in Österreich beizutragen. Im Vortrag werden Eckpunkte des Vertragswerks, ein Überblick über die in den beteiligten Bibliotheken neu zu übernehmenden Arbeitsabläufe, sowie erste Einschätzungen der Akzeptanz des Modells durch die WissenschaftlerInnen gegeben.

 

Ergänzend gibt es einen Ausblick auf die geplanten nächsten Schritte der KEMÖ im Bereich der Open-Access-Agenden.

Die Umsetzung der österreichischen Open-Access-Strategie: "Austrian Transition to Open Access"
Bruno Bauer (Medizinische Universität Wien)
Abstract | Präsentation

Die “Empfehlungen für die Umsetzung von Open Access in Österreich” erhielten viel Beifall in Österreich und darüber hinaus. Nun gilt es diese “Nationale Strategie” in die Praxis umzusetzen. Zu diesem Zweck hat sich unmittelbar nach der Veröffentlichung der “Empfehlungen“ eine Arbeitsgruppe formiert, um Handlungsschwerpunkte herauszuarbeiten, die OA zum Durchbruch verhelfen sollen.

In dieser Absicht wurden verschiedene Kernbereiche definiert, die in dieser Präsentation kurz umrissen werden.

So sollen in einer umfassenden Analyse die Auswirkungen einer vollständigen Transformation zu OA in Hinblick auf die Budgets einzelner Einrichtungen untersucht werden. Des Weiteren soll in den nächsten Jahren ein Monitoring zur Ermittlung des nationalen OA-Anteils entwickelt und durchgeführt werden. Zusätzlich besteht die Absicht, ein österreichweites einheitliches APC-Workflow-Management zu erarbeiten. Gleichzeitig soll auf der operativen Ebene durch Stärkung und Vereinheitlichung lokaler Publikationsfonds der Gold-OA-Anteil gefördert werden. Auch die Umstellung von subskriptionsbasierten Lizenzverträgen hin zu einem OA-Publikationssystem soll vorangetrieben werden. Ein weiterer Schwerpunkt fällt auf Monografien sowie wissenschaftliche Universitätsverlage, die für den Umstieg auf OA motiviert werden sollen. Geplant ist, dass diese Tätigkeiten österreichweit koordiniert werden und die internationale Vernetzung der Akteure weiter vertieft wird.

Gegenwärtig diskutieren die Einrichtungen des österreichischen Konsortiums (KEMÖ) die Möglichkeiten, zusätzliche Mittel für diese Vorhaben zu akquirieren. Gelingt dies, ist in Österreich für die bevorstehenden Jahre eine Fülle von weitreichenden Maßnahmen zur Durchsetzung von OA zu erwarten.

16:30 - 18:00

Workshop: Anforderung an Open-Access-Publikationssysteme am Beispiel des Content-Management-Systems Drupal

Raum: Treffpunkt Information im Lichthof

Moderation: Ursula Arning und Constanze Beringer (beide ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften)

Abstract

Einführend werden das Content-Management-System (CMS) Drupal und seine technischen Möglichkeiten anhand der von ZB MED konzipierten PUBLISSO-Publikationsplattform vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf der Eignung des CMS als Publikationstool. Das System verfügt über verschiedene Funktionen, die für die Publikation wissenschaftlicher Texte benötigt werden. Diese und weitere Vorteile werden aufgezeigt.

Anhand praktischer Beispiele können die Teilnehmenden anschließend selber einzelne Publikationsschritte durchspielen, indem sie in unterschiedlichen Rollen (als Herausgeber, Autor, Reviewer) Kongressabstracts, Zeitschriftenartikel oder Buchkapitel „publizieren“. Bei Interesse kann auch das Aufsetzen und Einrichten einer (eigenen) Zeitschrift oder eines Buches beispielhaft erprobt werden.

An diese Erfahrungen anknüpfend sollen gemeinsam die generellen Anforderungen an Publikationssysteme für wissenschaftliches Publizieren diskutiert werden: Sind durch Drupal alle Bedürfnisse abgedeckt? Welche Funktionalitäten könnten mit Blick auf mögliche Veränderungen des Publikationswesens noch implementiert werden? Ist die Anpassbarkeit des Systems an individuelle Bedürfnisse zufriedenstellend gelöst? Wie kann das System in bestehende Arbeitsabläufe integriert werden?

19:30

Konferenzdinner

Georgenhof, Friedrichstraße 1



Dienstag, 11.10.2016

9:00 - 9:30

Pay What You Want als Preismodell für Open Access Publishing?

Raum: B101

Moderation: Kai Geschuhn (Max Planck Digital Library) und Volker Schallehn (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Martin Spann (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Abstract

Der Vortrag analysiert "Pay What You Want" als ein Geschäftsmodell für Open-Access-Publikationen. Es werden die Motive von Autoren, freiwillig Publikationsgebühren zu bezahlen sowie potentielle Vorteile für Verlage diskutiert. Die Ergebnisse einer Feldstudie zeigen die Bereitschaft von Autoren, sich auf ein solches Preismodell einzulassen.

9:30 - 10:00

Knowledge Unlatched

Raum: B101

Moderation: Kai Geschuhn (Max Planck Digital Library) und Volker Schallehn (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Sven Fund (Knowledge Unlatched GmbH, Berlin)
Abstract | Aufzeichnung | Präsentation

Open Access wandelt sich derzeit grundsätzlich. Nach einer langen Phase des Testens steht für viele Teilnehmer im Mittelpunkt, die bestehenden Modelle nachhaltig zu machen. Knowledge Unlatched als eine Open Access Initiative für Monographien in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist hierfür ein Beispiel. Das Modell adressiert eine der zentralen Herausforderungen im Open Access: die Veränderung der Erwerbungs- und Finanzierungsstrukturen. Als globale Initiative haben sich in Knowledge Unlatched rund 300 Bibliotheken weltweit zusammengeschlossen, um gemeinsam die wirtschaftlichen Mittel bereitstellen zu können, die Bücher von Verlagen freizuschalten.

Neben KU gibt es eine ganze Zahl von Initiativen, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben und, zum Teil gemeinsam, versuchen, neben der Publikation von Open Access-Inhalten ihre Erschließung und Archivierung sicherzustellen. Es entsteht so in der Zusammenarbeit nichtkommerzieller und kommerzieller Anbieter eine Wertschöpfungskette im Bereich Open Access, die einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit liefert und so das Modell dauerhaft neben anderen Formen der Literaturversorgung etablieren kann.

10:00 - 10:30

Preisverleihung Poster

Raum: B101

Moderation: Paul Schultze-Motel (Helmholtz-Gemeinschaft)

10:30 - 11:00

Kaffeepause

Speerträger und Dekanatsgang

11:00 - 12:30

Session 5: Wissenschaftliche Reputation von Open Access

Raum: A125

Moderation: Johannes Gleixner

Session-Abstract

Thema der Session ist die wissenschaftliche Reputation von Open-Access-Veröffentlichungen. Damit wollen wir auf die bisher spärlichen Rückmeldungen bzw. Skepsis insbesondere aus den Geisteswissenschaften zu diesem Thema reagieren. Die Session soll sich auch der Frage des Verhältnisses verschiedener Strategien zur Qualitätssicherung zwischen Print und Online-Veröffentlichung widmen. In drei Schritten wollen wir zunächst wissenschaftstheoretische Implikationen von Open Access und Online-Veröffentlichungen beleuchten, dann auf deren Folgen für die Reputation wissenschaftlicher Arbeiten hinweisen und abschließend anhand praktischer Beispiele die Rollen verschiedener Akteure in diesem Prozess erörtern.

Zitierfähigkeit und Reputation von Online-Veröffentlichungen aus wissenschaftstheoretischer Perspektive
Eckhardt Arnold (Bayerische Akademie der Wissenschaften München)
Abstract | Präsentation

Eines der gängigen Vorurteile gegen Open Access als Standardmodell wissenschaftlicher Veröffentlichungen besteht darin, dass Online-Veröffentlichungen von geringerer Qualität seien als gedruckte Veröffentlichungen [1]. Als selbst-erfüllende Prophezeiung erschwert dieses Vorurteil die Durchsetzung von Open Access.

Im Vortrag soll aus einer wissenschaftstheoretischen Perspektive untersucht werden, welche Faktoren für die Zitierfähigkeit und Reputation von Veröffentlichungen bestimmend sind und wie sich das Online-Medium und Open Access darauf auswirken. Man kann die Zitierfähigkeit und Reputation (sekundäre Qualitätsmerkmale) einer wissenschaftlichen Studie als das ins soziale System der Wissenschaft übertragene Gegenstück objektiver Qualitätsmerkmale wie Wohlbegründetheit, Folgerichtigkeit, Relevanz etc. (primäre Qualitätsmerkmale) betrachten. Unter anderem über die Zitierfähigkeit wird dabei der wissenschaftliche Begründungszusammenhang über den einzelnen Fachartikel hinaus abgesichert.

Aus wissenschaftstheoretischer Sicht gibt es prinzipbedingte Vorteile von Online- und insbesondere Open-Access-Veröffentlichungen: So lässt sich durch die unmittelbare Aufrufbarkeit von Online-Studien und -Forschungsdaten der wissenschaftliche Begründungszusammenhang auch in der Praxis viel leichter nachvollziehen. Es ist zu vermuten, dass Online-Veröffentlichungen tatsächlich häufiger aufgerufen und kritisch rezipiert werden, was wiederum der Qualität von Online-Studien zu Gute kommen müsste. Weiterhin lassen sich, entsprechend einer ansatzweise bereits geübten Praxis, Online-Studien mit späteren Bezugnahmen verknüpfen, was das bekannte Problem, dass längst widerlegte Ergebnisse weiterhin zitiert werden, verringern dürfte. „Living documents“ könnten dieses Prinzip noch steigern.

Es gibt aber auch Faktoren, bei denen Online-Veröffentlichungen im Nachteil sind. Dazu zählen die Bekanntheit des Verlags, die Aufmachung und sinnliche Qualität der Veröffentlichung [2] (S. 37), die Vorgeschichte des Veröffentlichungsortes, Zweifel an der Integrität und Dauerhaftigkeit von Online-Veröffentlichungen; also tertiäre Qualitätsmerkmale, die nur sehr indirekt etwas über den wissenschaftlichen Wert einer Veröffentlichung aussagen.

Der Open-Access-Community wäre zu empfehlen, die avancierten technischen Möglichkeiten offensiv zu nutzen, ihre Vorteile aber auch selbstbewusst zu vertreten. Eine philosophische Wissenschaftstheorie, die sich auf solche eher pragmatischen Fragen einlässt, kann dazu einen aufklärenden Beitrag leisten.

[1] Roland Reuß: Ende der Hypnose. Vom Netz zum Buch, Stromfeldverlag, Frankfurt am Main und Basel 2012.

[2] Empfehlungen zur Zukunft des wissenschaftlichen Publikationssystems, hrsg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2015. URL: www.bbaw.de/publikationen/stellungnahmen-empfehlungen/wisspublikation

Welche Reputation wird gemessen? Über die Bewertung von Open Access an den Maßstäben des Printprozesses und umgekehrt
Johannes Gleixner (Collegium Carolinum, München)
Abstract

Ist Open Access an ein bestimmtes Verständnis von Wissenschaft geknüpft? Die Kernforderung, dass Open Access die freie Zugänglichkeit von wissenschaftlichen Leistungen sicherstellen soll, ist für sich allein genommen noch keine Aussage über wissenschaftliche Maßstäbe.

In der Praxis sieht das anders aus: Der Widerstand gegen Open Access wird in der Regel von einem Appell an ein vages Unwohlsein der Zunft gegenüber Regeln, die in den Arbeitsablauf der Wissenschaftler eingreifen, begleitet. Vieles davon ist im Wortsinne unbelegte Stimmungsmache. Dennoch führen Befürworter und Gegner des Open Access (in welcher Form auch immer) gerne eine Diskussion, die auf der unausgesprochenen Annahme beruht, durch die freie Zugänglichkeit von Wissenschaft werde diese besser oder schlechter, ändere sich also in ihrem Wesen. Auch im vorliegenden Entwurf einer panel session legen wir dazu unterschiedliche Vorschläge vor.

Ein Grundversäumnis der Debatte für und wider Open Access scheint mir zu sein, dass man sich 1. unterschwellig auf einen Einheitsbegriff von Wissenschaft beruft und damit wissenschaftstheoretische Konsequenzen einfordert, ohne sie wirklich zu benennen. Auf dieser Grundlage entsteht 2. ein Publikationsideal, das sich scheinbar mit dem enzyklopädischen Sammlungs- und Veröffentlichungsziel der großen Bibliotheken deckt, Wissenschaftler aber nicht überzeugt.

Eine Lösung im Sinne einer gesteigerten Akzeptanz von Open Access unter Wissenschaftlern und gesteigerter Reputation von Open Access-Publikationen sollte also auf die unterschiedlichen Fachtraditionen Rücksicht nehmen. Außerdem sollte ganz im Sinne des Ansatzes, bestehende Zeitschriften in den Open Access zu überführen[1], pragmatisch identifiziert werden, wer im wissenschaftlichen Publikationsprozess welche Rolle spielt bzw. spielen kann.

Aus der eigenen Erfahrung (Osteuropawissenschaften) möchte ich einige praktische Anforderungen an Open Access nennen: Zum einen besteht bei ost- und ostmitteleuropäischen Kollegen eine reale Nachfrage nach Open Access, um überhaupt Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu haben – und das unabhängig von Monopolstrukturen im wissenschaftlichen Zeitschriftenmarkt. Zum anderen zeigt die geschichtswissenschaftliche Erfahrung, dass etwa die Online-Veröffentlichung von Preprints größtenteils gescheitert ist. Darüber hinaus schreckt das Prinzip „publish first, filter later“ genau dann Wissenschaftler ab, wenn Publikationen rein nach bibliothekarischen Maßstäben veröffentlicht werden.

Hilfreich wäre, die Reputationsrichtlinien von neuen (OA-)Publikationsformen von traditionellen Printprodukten zu entkoppeln und den Open Access nicht als Schlüssel zum Reputationsgewinn zu sehen.


[1] Siehe: Schimmer, R., Geschuhn, K. K., & Vogler, A. (2015). Disrupting the subscription journals’ business model for the necessary large-scale transformation to open access. doi:10.17617/1.3
URL: hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0026-C274-7

Print-Publikationen vs. digitale Texte. Ist das hybride Publizieren die Lösung?
Arpine Maniero
(Collegium Carolinum, München)
Abstract | Präsentation

Dass es kaum Akteure in den Geschichtswissenschaften gibt, die das elektronische Publizieren in Betracht ziehen, war noch vor wenigen Jahren ein viel diskutiertes Thema. Heute geht es längst nicht mehr darum, ob man elektronisch publiziert, sondern wie man das macht und vor allem auf welcher Plattform.

Einerseits wird viel und schnell digital publiziert, wodurch ein unüberschaubares Textkorpus entsteht; dieses würden viele in der Fachwelt als wissenschaftlichen, oder oft nicht einmal wissenschaftlichen „Abfall“ abtun. Andererseits wird diskutiert, wie sich die elektronischen Texte maximal an die bereits bestehenden Standards anpassen lassen. Daraus resultiert ein zweifaches Problem, denn solche Standards sind nicht ohne weiteres auf elektronische Texte anwendbar, bestimmen mitunter aber ihre wissenschaftliche Qualität. Zum anderen verhindert diese Haltung die Ausarbeitung von eigens für elektronische Texte anwendbaren Techniken, die vom Papierdruck gänzlich losgelöst sind. Online-Texte müssen nicht optisch wie ein Buch aussehen und dürfen durchaus mit einem eigenen Charakter auftreten. Auch dürfen sie anders zitiert, begutachtet und rezensiert werden. Standards haben sich in all diesen Bereichen noch lange nicht entwickelt, aber genau darum soll es gehen: Müssen wir das elektronische Publizieren an die bestehenden Standards anpassen, oder sollten vielmehr umgekehrt an die Anforderungen des zeitgemäßen elektronischen Publizierens angepasste Linien ausgearbeitet werden? Oder anders gefragt: Müssen wir überhaupt Standards setzen, oder ist das elektronische Publizieren gerade in seiner Heterogenität attraktiv?

Feststellen muss man trotzdem: Der Schreibprozess in den Geschichtswissenschaften ist immer noch wesentlich auf das Papierformat fixiert. Gleichwohl ist eine optimale Lösung, die auf Bearbeitung längerer Texte mit ihrem wissenschaftlichen Apparat zugeschnitten ist, nicht einfach zu finden; im besten Fall werden Teillösungen angeboten. Dass die meisten Software-Angebote selbst für Institutionen zu teuer zu beschaffen sind, kommt erschwerend hinzu. Die innovativen Content-Lösungen der Fachverlage für die Herstellung und Verwaltung digitaler Texte werden in den universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen noch nicht oder nur vereinzelt angewendet.

Auch verändern sich die Akteure, die den Prozess des elektronischen Publizierens nunmehr maßgeblich prägen. Anders als beim Papierdruck haben die Verlage beim elektronischen Publizieren kein alleiniges Monopol mehr. Dies hinterlässt eine erheblich Lücke, welche die Landes- und Universitätsbibliotheken mit dem Bereitstellen entsprechender Plattformen, aber auch mit der Vorgabe technischer Rahmenbedingungen nun zu füllen versuchen. Dabei verschieben sich die Zuständigkeiten beim elektronischen Publizieren genauso wie die Kompetenzen, was auf den gesamten Veröffentlichungsprozess großen Einfluss hat.

Die Frage nach den Kompetenzen stellt sich auch hinsichtlich des Arbeitsalltags der Autoren: Welche Technologien können für elektronische Publikationen effektiver eingesetzt werden? Wie sollten sich die Historiker auf die sich kontinuierlich verändernde Arbeitsweise vorbereiten und welche technischen Kenntnisse sollten vorausgestellt werden?

Am Beispiel der hybriden Reihe DigiOst, die wissenschaftlich im CC, Hi und IOS betreut und von der BSB technisch bereitgestellt wird, soll gezeigt werden, wie wissenschaftliche Institutionen in Zusammenarbeit mit den Bibliotheken und Verlagen elektronisches Publizieren in der Praxis umsetzen.

 

 

11:00 - 12:30

Session 6: Open-Access-Workflows für die Praxis

Raum: M105

Moderation: Agathe Gebert, (GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften)

Gerrit Hübbers (GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften), Michael Kassube (Bayerische Staatsbibliothek), Oliver Schwab (UB Erlangen-Nürnberg), Philipp Mayr (GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften)

Session-Abstract | Präsentation Hübbers | Präsentation Kassube, Schwab | Präsentation Mayr

Trotz guter Open-Access-Infrastrukturen wie Repositorien, Publikationsplattformen und OJS-Systemen stellen sich in der praktischen Umsetzung von Open Access immer wieder Herausforderungen unterschiedlicher Art. Die Session lädt dazu ein, Herausforderungen und Desiderata im Open-Access-Publikationsprozess zu adressieren und zu thematisieren. „Was hindert uns in der Praxis?“ „Was benötigen wir noch in der Praxis?“ sind dabei leitende Fragen der Session.

Auf bereits identifizierte Praxisprobleme wollen wir in der Session zudem entsprechende Lösungsansätze vorstellen, live demonstrieren und diskutieren. Präsentiert werden folgende drei DFG-geförderte Projekte der Förderlinie “Open-Access-Transformation”: Document Deposit Assistant für Open-Access-Volltexte (DDA), DeepGreen – Entwicklung eines rechtssicheren Workflows zur effizienten Umsetzung der OA-Komponente in den Allianz-Lizenzen und Open Scholarly Communication in Social Sciences (OSCOSS).

Der DDA entwickelt ein Portal zu Ablieferung großer Mengen an Metadaten und Volltexten in unterschiedlichen Formaten mit dem Ziel, diese in die Repositorien zu importieren. Bei DeepGreen entsteht im Kontext der DFG-geförderten Allianz-Lizenzen und in Zusammen­arbeit mit Verlagen eine Datendrehscheibe zur effizienten Weitergabe von Publikationen berechtigter Autorinnen und Autoren an einschlägige Repositorien. OSCOSS entwickelt eine webbasierte kollaborative Schreibumgebung für die Sozialwissenschaften.

Die Projekte versuchen, unterschiedlichen Unwägbarkeiten im OA-Publikationsprozess mit der Entwicklung innovativer und vor allem nachnutzbarer und nachhaltiger Dienste entgegenzutreten und unterschiedliche Player im wissenschaftlichen Publikationsprozess zu unterstützen.

Ausgehend vom übergreifenden Thema „Was brauchen wir in der Praxis?“ sollen folgende Fragen die Präsentation und Diskussion leiten:

  • Welche spezifischen (technisch/fachlich) Herausforderungen im OA-Publikationsprozess werden adressiert?
  • Mit welchen Diensten und Entwicklungen geschieht das?
  • Sind diese Entwicklungen anschlussfähig an bestehende Infrastrukturen?
  • Mit welchen Partnern im Publikationsprozess arbeiten die Projekte zusammen?
  • Welche Nachnutzbarkeit sehen die Projekte für andere? Bzw. wie wird die Nachnutzbarkeit sichergestellt?
  • Welche Synergien sehen die Projekte unter sich oder mit anderen Projekten?
  • Welche Risiken sehen die Projektverantwortlichen in diesen experimentell ausgerichteten Diensten?
  • Wie wird diesen begegnet?
  • Wie können die avisierten Dienste weiter profiliert werden?

11:00 -12:30

Session 7: Open-Access-Strategien der Bundesländer

Raum: M110

Moderation: Olaf Siegert (ZBW Hamburg)

Session-Abstract

In den letzten Jahren ist das Thema Open Access zunehmend auch auf der Handlungsebene der Wissenschaftspolitik der deutschen Bundesländer angekommen. So haben verschiedene Bundesländer Open-Access-Strategien für ihre Hochschulen angestoßen. Im Rahmen dieser Session soll anhand von drei Beispielen beleuchtet werden, was man sich konkret unter diesen Strategien vorstellen kann, wo Gemeinsamkeiten festzustellen sind und wie sie sich auch von Fall zu Fall unterscheiden. Konkret sollen die Open-Access-Strategien der Bundesländer Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg verglichen und unter folgenden Fragestellungen beleuchtet werden:

  • Entstehungsgeschichte: Wie kam es zur Open-Access-Strategie? Welche Schritte wurden auf dem Weg unternommen? Wie verlief der Diskussionsprozess?
  • Inhalte: Wie ist die Open-Access-Strategie konkret ausgestaltet? Welche Ziele und Maßnahmen werden benannt?
  • Umsetzung: Wie sieht der weitere Umsetzungsprozess aus? Welche Aktivitäten wurden bereits eingeleitet, welche stehen noch aus? Welche Erfahrungen wurden bislang gemacht ("lessons learned")?

Hamburg Open Archive – Hamburgs Weg zu einer Open-Access-Strategie
Isabella Meinecke (SUB Hamburg), Sven Besteher (Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hamburg)
Abstract | Präsentation

Hamburg ist als Metropolregion und Wissenschaftsstandort dabei, eine Open-Access-Strategie zu erarbeiten. Die Regierungsparteien haben dazu im Koalitionsvertrag einen Auftrag verankert:

„Wir wollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung frei zugänglich gemacht werden können. Dazu werden wir gemeinsam mit den Hochschulen, der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky und der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften eine Open-Access-Strategie entwickeln.“

Seit Februar 2016 arbeitet das Vorprojekt „HOA – Hamburg Open Archive“ daran, Möglichkeiten für eine Ausgestaltung und Umsetzung einer solchen Strategie zu schaffen. Gemeinsam wird geplant, wie Open Access für Hamburg ausgestaltet werden soll, um sowohl den wissenschaftspolitischen Anforderungen, aber auch den Bedürfnissen der Hochschulen und ihrer Wissenschaftler Rechnung zu tragen. In sechs fachlichen Modulen werden spezifische Themenfelder diskutiert und Projektinhalte definiert:

-       Forschungsdaten: Wie soll neben Publikationen mit Forschungsdaten als Ergebnis öffentlich finanzierter Forschung umgegangen werden?

-       Digitalisierung: Wie soll mit noch nicht digital vorliegenden Materialien und Grundlagen öffentlich finanzierter Forschung umgegangen werden?

-       Aggregation & Discovery: Wie sollen Forschungsergebnisse verschiedener Repositorien (ein-)gesammelt, durchsuchbar und auffindbar gemacht werden?

-       Repositorien: Welche Repositorien werden für Open Access  in Hamburg benötigt?

-       Langzeitspeicherung: Wie sollen die Anforderungen zur Langzeitspeicherung von Forschungsergebnissen inkl. Forschungsdaten erfüllt werden? Welche Infrastruktur wird für welche Zwecke benötigt?

-       Services und Richtlinien: Welche Organisationsstruktur und welche Policies müssen erarbeitet werden, um die richtigen Rahmenbedingungen für Open Access in Hamburg zu schaffen? Welche Services können diese zielführend unterstützen?

Die Inhalte der Module werden dabei gemeinsam von den beteiligten Institutionen konkretisiert: Teilnehmende unterschiedlicher Fachrichtungen der Hochschulen sowie die Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) arbeiten zusammen mit Kollegen der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG). Die Universitäten und Hochschulen sowie die SUB haben die Federführung jeweils einzelner fachlicher Module übernommen. Die BWFG übernimmt die Projektkoordination sowie zwei Querschnittsmodule zu Gesamtkonzeption und Projektvorbereitung.

Die Vertreter des Projektes geben einen Einblick in die Struktur des Projektes und erläutern inhaltliche Schwerpunkte und Herausforderungen.

Entwicklung und Umsetzung der Open-Access-Strategie 2020 der Landesregierung Schleswig-Holstein
Rainer Horrelt (UB Kiel)
Abstract | Präsentation

Das Land Schleswig-Holstein hatte schon frühzeitig die große Bedeutung von Open Access für die Wissenschaft erkannt: Im März 2014 wurde daher auf Initiative des damaligen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft eine „Arbeitsgruppe Open Access“ gegründet. Diese bestand aus Vertretern aller Hochschulen des Landes Schleswig-Holstein, der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften und des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft.

Ausgangspunkt dabei war die Überlegung, wie der Open-Access-Gedanke stärker als bisher zu den wissenschaftlich Publizierenden getragen werden könnte. Letztendlich sollten durch mehrere Unterarbeitsgruppen zusammenfassende Lösungsansätze erarbeitet werden, um alle Hochschulen Schleswig-Holsteins bei der Entwicklung eigener Leitlinien und der Etablierung von Open Access zu unterstützen.

Im Ergebnis wurde im November 2014 die „Strategie 2020 der Landesregierung Schleswig-Holstein“ verabschiedet und der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Darin befürwortet und fördert die Landesregierung Schleswig-Holstein den offenen Zugang zu den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung und zu den Quellen des kulturellen Erbes. Außerdem erklärt sie ihre Bereitschaft, die Hochschulen bei der Umsetzung der Strategie zu begleiten und auch finanziell zu unterstützen.

Zur Steuerung und Koordinierung wurde im April 2015 im Rahmen einer weiteren Open-Access-Konferenz ein Lenkungsausschuss eingerichtet. Dieser entwickelt im Auftrag der Landesregierung das Thema Open Access in Unterarbeitsgruppen kontinuierlich weiter. Erste Maßnahmen wurden mit dem Ausschütten eines Publikationsfonds in 2016 und der Verleihung eines „Open-Science-Award Schleswig-Holstein“ in 2017 bereits umgesetzt. Außerdem haben mit Unterstützung fast alle Hochschulen im Land mittlerweile bereits eine Open Access Policy erarbeitet oder zumindest in Vorbereitung.

Die Berliner Open-Access-Strategie
Andreas Hübner (Open-Access-Büro Berlin)
Abstract | Präsentation

Nach einer Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus im Jahr 2014 hat der Berliner Senat die wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes mit der Ausarbeitung einer Open-Access-Strategie für das Land Berlin beauftragt.

Die daraufhin berufene Arbeitsgruppe, mit Vertreter/innen aller Berliner Universitäten sowie der großen Forschungs- und Kultureinrichtungen der Stadt, hat einvernehmlich eine Strategie konzipiert und vorgelegt, die im Oktober 2015 vom Berliner Senat und im Dezember 2015 vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde. Die Berliner Open-Access-Strategie befürwortet die Open-Access-Idee und strebt deren Umsetzung bei wissenschaftlichen Publikationen, bei Forschungsdaten sowie beim kulturellen Erbe in Berliner Museen und Archiven an. Umgesetzt werden soll die Strategie durch eine enge Vernetzung aller beteiligten Institutionen, koordiniert durch ein zentrales Berliner Open-Access-Büro. Im Vortrag werden der Weg zur Berliner Open-Access-Strategie, die konkreten Inhalte sowie die ersten Schritte für ihre Umsetzung dargestellt.

Baden-Württemberg setzt auf E-Science
Anja Oberländer (Universität Konstanz)
Abstract | Präsentation

Der Beitrag stellt Entstehung und Umsetzung des Fachkonzepts zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Infrastruktur des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg vor. In dem von Experten erarbeiteten Fachkonzept werden fünf zentrale Handlungsfelder adressiert: Lizenzierung elektronischer Informationsmedien, Digitalisierung, Open Access, Forschungsdatenmanagement und Virtuelle Forschungsumgebungen. Für die Umsetzung des Konzepts wurden Mittel in Höhe von 3,7 Mio. Euro bereitgestellt. Mit dem Förderprogramm soll der „Ausbau einer leistungsfähigen, effizienten und innovativen Informationsinfrastruktur für die wissenschaftlichen Einrichtungen in Baden-Württemberg“ vorangetrieben werden. Der Vortrag thematisiert insbesondere inhaltliche Ausgestaltung, Ziele und Maßnahmen im Handlungsfeld Open Access. Zudem wird die im baden-württembergischen Landeshochschulgesetz verankerte Verpflichtung zur Wahrnehmung des Zweitveröffentlichungsrechts durch Satzungen der baden-württembergischen Universitäten vorgestellt.

11:00 - 12:30

Session 8: Kostentransparenz für das wissenschaftliche Publikationssystem

Raum: B101

Moderation: Dirk Pieper (Universitätsbibliothek Bielefeld)

Session-Abstract

Kostentransparenz für das wissenschaftliche Publikationssystem

Die gesellschaftliche Forderung nach Transparenz hat das wissenschaftliche Publikationssystem in mehrfacher Hinsicht erreicht. Damit ist nicht nur die seit längerem bestehende Erwartung verbunden, dass die Ergebnisse von öffentlich finanzierter wissenschaftlicher Arbeit frei verfügbar sein sollen, vielmehr rücken seit der Etablierung der Informationsfreiheit als Bürgerrecht auch die Kosten des wissenschaftlichen Publikationssystems in den Fokus des Interesses. Der im April 2016 veröffentlichte „Amsterdam Call for Action on Open Science“ drückt die Sorge aus, dass die gegenwärtige Finanzierung des wissenschaftlichen Publikationssystems nicht nachhaltig ist und fordert ausdrücklich dazu auf, Kosten und Rahmenbedingungen der wissenschaftlichen Informationsversorgung transparent darzulegen. Der Europäische Rat erwartet im Zuge der angestrebten Open-Access-Transformation unter anderem eine faire Preisbildung und damit geringere Kosten auf dem Markt für wissenschaftliche Kommunikation. Eine möglichst umfassende Markttransparenz ist dafür wesentliche Voraussetzung. Die Vortragenden der Session stellen unterschiedliche Ansätze vor, die die Schaffung von mehr Transparenz als Basis für eine weitere Open-Access-Transformation zum Ziel haben.

Cost transparency for the academic publication system

The demand for transparency from society has reached the academic publication system. There is not only the expectation, that public financed academic work has to be open access. Since establishing „freedom of information“ as a civil right, the costs of the academic publication system got into focus as well. The „Amsterdam Call for Action on Open Science“ recently expressed very clearly, that the current situation of financing the academic publication system is not sustainable anymore and applies for more transparency regarding the costs and the frame conditions of the academic information supply. The European Council expects fairer pricing and lower costs after a successful open access transition. A prior condition for reaching this goal is transparency on the market of academic communication. The session will present several approaches to reach cost transparency on this market, which are contributing to the ongoing open access transition.

Towards a greater transparency of academic publishing costs
Leo Lahti (Open Knowledge Finland - Open Science Work Group)
Abstract

The academic journal subscription costs are rapidly increasing. While major academic publishers report extensive profit margins, the university libraries are encountering a fiscally unsustainable situation that contributes to the ongoing breakthrough of open access. Significant differences in the subscription costs have been reported between publishers, universities and countries but the lack of detailed pricing information and confidential non-disclosure agreements have formed a bottleneck for detailed comparisons and discussion on alternative publishing models.

Following Tim Gower’s successful freedom of information request in the UK, similar initiatives have been launched in several countries. Recently, Finland became the first country to release complete data on annual subscription prices paid by all research institutions to all individual publishers. This was initiated by a request from a group of open science advocates from the Open Knowledge association and backed up by an administrative court decision. The data was collected and released by the Open Science and Research Initiative of Finnish Ministry of Education and Culture. The material covers 266 publisher titles for all universities and dozens of other institutions, with a total cost of 131.1 million euros during 2010-2015.

Transparency of the journal pricing is expected to strengthen the position of universities in contract negotiations, potentially resulting in cost savings. Despite legal challenges and the reluctance of many institutions to release this information, data from several countries is expected to become available soon, facilitating discussion of alternative publishing models. This talk provides a comparison of the available data and an overview of the present international situation.

OpenAPC – A contribution to transparency in fee-based Open Access publishing
Christoph Broschinski (Universitätsbibliothek Bielefeld)
Abstract

With the ongoing transition to Open Access publishing, the topic of Article Processing Charges (APCs) becomes more and more prevalent, as publication fees on article basis are slowly but constantly transforming and replacing the traditional methods of subscription-based access to scientific publications for involved institutions and libraries. However, as with established models, cost intransparencies have also remained an issue with APCs, making comparisons and evaluations difficult and posing a severe problem for institutional negotiators and policy makers.

Following the implementation of Open Access Publishing Fonds in Germany by the German Research Foundation (DFG), the OpenAPC initiative was established at Bielefeld University Library in 2014 with the support of the DINI Working Group Electronic Publishing. OpenAPC approached universities with DFG-funded Publication Fonds and several of them agreed to share their APC expenditures, applying an Open Data approach to Article Processing Charges. To make the process of data collection, processing and presentation as transparent and reproducible as possible, a GitHub repository was created as central working platform (https://github.com/OpenAPC/openapc-de). In October 2015 OpenAPC teamed up with the ESAC initiative (Max Planck Digital Library) and the OA Analytics Group (I²SoS, Bielefeld University) to form the DFG-funded project INTACT (http://intact-project.org/). With a constantly growing set of participating institutions, OpenAPC now holds data from 35 institutions both national and international, ranging from small universities over research centers up to large science funders like the FWF or the Wellcome Trust. At the moment, OpenAPC manages a dataset of over 14300 articles, with APC costs summarizing to more than 25 million Euro.

This presentation will give an overview over the OpenAPC project and its recent activities. We will introduce our GitHub repository and show how distinctive GitHub features (Pull Requests, Revisions, Flavored Markdown...) can be utilised to support an Open Data project. We will address the problems of data consistency and integrity and how OpenAPC deals with them via automated metadata enrichment routines and Continuous Integration techniques. Finally, we will present our OLAP Server and Treemap visualisation site to show how the OpenAPC data can be analysed, visualised and disseminated in an advanced manner. Our presentation will conclude with an outlook on future plans and challenges like integration of an increasing number of partnering institutions and handling of non-standard APC billing models like offsetting contracts.

The desirability of cost transparency in offsetting agreements: lessons learned and future objectives
Liam Earney (JISC)
Abstract | Präsentation

Transparency is one of the indicators Jisc uses to assess the success of its offsetting agreements with publishers – alongside affordability, administrative efficiency, compliance and the degree to which they support the transition to full OA.

Now that Jisc, in common with a number of other European consortiums, has negotiated and implemented a number of offsetting agreements with major publishers we are in a position to reflect on the degree to which the various schemes have achieved those aims.

This session will state why transparency is important to Jisc and UK institutions, the challenges faced in making offsetting agreements transparent and the tensions in balancing the different indicators.

11:00 - 12:30

Workshop: Einführung in die Arbeit mit Open Journal Systems

Raum: Treffpunkt Information im Lichthof

Moderation: Christina Riesenweber (CeDiS der Freien Universität Berlin)

Session-Abstract

Ziel des Workshops ist eine Einführung in die Arbeit mit Open Journal Systems (OJS) aus Redaktionsperspektive. Zielgruppe sind dabei einerseits Personen, die an einer mit OJS betriebenen Zeitschrift redaktionell arbeiten, aber auch Angehörige von Infrastruktureinrichtungen, die momentan oder in Zukunft Nutzer/innen zu OJS beraten möchten. Kernelemente des Workshops sind eine allgemeine Vorstellung von OJS und eine praktische Einführung: Teilnehmer/innen erhalten die Möglichkeit, im Rahmen einer OJS-Testinstallation die verschiedenen Rollen in OJS anzuwenden. In einem moderierten Durchlauf des Redaktionsprozesses werden Standard-Abläufe vorgestellt, häufig wiederkehrende Fragen und Probleme adressiert sowie Anpassungsoptionen vorgestellt.

Der Workshop wird Raum für konkrete Fragen einzelner Teilnehmer/innen lassen. Auch der Grad der aktiven Teilnahme kann von den Teilnehmer/innen, je nach Präferenz, selbst entschieden werden.

Der Workshop wird in einem Raum mit Computerarbeitsplätzen durchgeführt, eigene Laptops müssen nicht mitgebracht werden.

 

12:30 - 14:00

Mittagspause

Lichthof

Kommunikative Mittagspause (Senatssaal, 13 Uhr)

In der Mittagspause gibt es ab 13 Uhr für alle interessierten Teilnehmer/innen die Gelegenheit, sich im Senatssaal in lockerer Atmosphäre zu verschiedenen Themen/in verschiedenen Gruppen auszutauschen. Wenn Sie Themen/Gruppen vorschlagen möchten, können Sie dies gerne auch vorab schon per Mail an oat2016@ub.uni-muenchen.de oder vor Ort an der Information tun. Die konkreten Themen/Gruppen werden rechtzeitig vor Ort und über Twitter @OATage bekannt gegeben.

14:00 - 15:30

Plenumsdiskussion zum Thema: Ein funktionaler OA-Markt. Welche Infrastrukturen und Services brauchen wir?

Raum: B101

Moderation: Falk Reckling (FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Wien)

Impulsreferat:

"An International coordinating body to promote the sustainability of open-access services?"

Johannes Fournier (Deutsche Forschungsgemeinschaft) | Präsentation

Diskussionsteilnehmer:

Klaus-Rainer Brintzinger (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Martin Fenner (DataCite)

Andrea Hacker (Universität Heidelberg)

Katja Mayer (Universität Wien)

Anthony Ross-Hellauer (OpenAire, Universität Göttingen)

Thomas Zimmermann (Schweizerischer Nationalfonds)

15:30 - 16:00

Zusammenfassung der Konferenz und Vorstellung des nächsten Tagungsortes

16:00

Ende der Tagung



Mittwoch, 12.10.2016

9:00 - 13:00

EPrints User Group Meeting

Raum: D Z005

9.00 - 13.00

BMC-Anwendertreffen

Raum: D Z007

Am 12.10.2016 findet von 09-13 Uhr im Rahmen der Initiative ESAC (www.esac-initiative.org) im Anschluss an die diesjährigen Open-Access-Tage an der LMU in München ein Anwendertreffen mit Vertretern des Verlags BioMed Central (BMC) statt.

Ziel ist der Austausch über mögliche Optimierungen des BMC-Geschäftsmodells im Hinblick auf die finanziellen und administrativen Prozessen zwischen dem Verlag und den Bibliotheken bzw. Wissenschaftseinrichtungen.

Die Veranstaltung richtet sich an Beschäftigte aus Bibliotheken und Informationseinrichtungen, die mit der Vertragsverhandlung und der administrativen Bearbeitung von Open-Access-Publikationsgebühren betraut sind.

Anmeldung unter:

terminplaner2.dfn.de/foodle/Teilnahme-am-BMC-Anwendertreffen-57bef