1. Tag

Rechtliche Aspekte

Der 3. Korb der Urheberrechtsnovellierung

Die Sitzung soll im Wesentlichen als Fachgespräch dienen, in welchem die anwesenden Repräsentanten der im Bundestag vertretenen Parteien, ihre Fragen zum Themenfeld OA mit einem kompetenten Fachpublikum zu erörtern.

Der Workshop wird von Thomas Severiens mit der ersten öffentlichen Vorstellung der Ergebnisse der Umfrage des Aktionsbündnis' "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" zu den Anforderungen an den Dritten Korb eröffnet werden. Im zweiten Vortrag wird Christoph Bruch die Forderungen des Aktionsbündnis' an den Dritten Korb erläutern. Im Anschluss wird je ein Repräsentant der Bundestagsfraktion der Linken (Jörg Braun) und von Bündnis 90 / Die Grünen (Frieder Dittmar) die Gelegenheit haben, die Positionen seiner Fraktion darzustellen, um danach in die Diskussion mit dem Publikum einzutreten.

Die aus dem Jahr 2001 stammende EU Richtlinie 2001/29/EG zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft machte in Deutschland eine Anpassung des Urheberrechtes notwendig. Dies geschah in einem ersten "Korb" mit einer Novelle, die im Jahr 2003 in Kraft trat. Mit diesem Gesetz wurde nicht der gesamte vom Gesetzgeber gesehene Regelungsbedarf abgedeckt. Daher wurde schon bei den Verhandlungen um diese Novellierung eine weitere, der sogenannte 2. Korb, angekündigt. Die Anliegen der Wissenschaft gehörten zu denen, die im 2. Korb geregelt werden sollten.

Zu den besonders wichtigen Themen aus der Perspektive der Wissenschaft zählen u. a. die Ausgestaltung der Schranke für Bildung und Wissenschaft (Wissenschaftsklausel), die Ermöglichung der elektronischen Zugänglichmachung verwaister Werke, die Einfügung eines Zweitveröffentlichungsrechtes (Open Access) für Autoren wissenschaftlicher Publikationen, die aus öffentlich finanzierter Forschung stammen.

Mit Beginn des Jahres 2008 trat der "2. Korb" in Kraft. Die Anliegen der Wissenschaft hatten wieder keine Berücksichtigung gefunden. Seit Juni des vergangenen Jahres wird am 3. Korb gearbeitet. Urheberrechtliche Forderungen der Wissenschaft werden wesentlich von der "Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen" und vom "Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" vorgetragen.

Detailliierte Informationen zum 3. Korb sind auf der Plattform des Projektes IUWIS zu finden.

 

Publikationsmanagement und Open Access

Mit der Professionalisierung des Forschungsmanagements an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gewinnt die Verknüpfung von Publikationsmanagement und Open Access an Bedeutung.

In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, dass institutionelle Repositorien, die Publikationen einer wissenschaftlichen Institution im Sinne des Open Access zugänglich machen, und Publikationsdatenbanken, deren Fokus auf dem Nachweis von bibliographischen Daten zum Monitoring des Publikationsaufkommens liegt, zusammenwachsen.

Die Session greift diese Entwicklung auf und zeigt wie sich Open-Access-Strategien und Publikationsmanagement im Kontext von Forschungsinformationssystemen (CRIS)  abgestimmt  und erfolgreich realisieren lassen.

Ausgehend von drei Referaten soll das Thema gemeinsam mit dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops diskutiert werden.

Moderation: Najko Jahn (Universität Bielefeld)                         

  • Die neue Forschungsplattform der Universität Konstanz auf Grundlage des Institutional Repository KOPS (Karlheinz Pappenberger, Universität Konstanz)

  • Das Forschungsinformationssystem CONVERIS  (Jan C. Maier, AVEDAS)

  • Publikationsmanagement und Open Access in der Fraunhofer-Gesellschaft (Tina Klages, Fraunhofer-Gesellschaft)

 

Publikationsfonds

Für Wissenschaftler stellen Autorengebühren ein wesentliches Hindernis für das Publizieren von Open-Access-Primärpublikationen dar. Durch das Einrichten von Publikationsfonds an wissenschaftlichen Einrichtungen werden Autorengebühren von zentraler Stelle übernommen.

In dieser Session sollen verschiedene Modelle zur Einrichtung und Umsetzung eines solchen Publikationsfonds aufgezeigt werden. Eine wichtige Frage stellt sich auch in den Richtlinien, welche zur Vergabe von Autorengebühren aufgestellt werden.

Die Teilnehmer der Session werden eingeladen, in einer regen Diskussionsrunde eigene Umsetzungsmöglichkeiten sowie Ideen einzubringen.

Referenten:

 

 

Fachspezifische Blickwinkel (Teil 1: Medizin/Life Sciences und Wirtschaftswissenschaften)

Open Access findet in fachlichen Kontexten statt, erfolgreiche Open Access Angebote – vor allem kommerzielle – sind in der Regel auf fachliche Bedürfnisse zugeschnitten worden. Open Access Erfolgsstrories tragen daher häufig die Erkenntnis in sich, dass auf fachspezifische Bedürfnisse passende Antworten gefunden wurden. Einrichtungen, die für diverse Disziplinen Unterstützung leisten und dort das Open Access Publizieren fördern wollen, stehen daher vor der Frage, wann fachübergreifende Infrastrukturen und Informationsangebote notwendig sind und wann nach Fächern differenziert werden muss. Vier Workshops zu unterschiedlichen „Fachkulturen“ sollen in deren Spezifika einführen und den Teilnehmenden Informationen und Anregungen an die Hand geben, für ihre Fachkultur die passenden Publikationsstrategien zu bewerben/entwickeln/empfehlen. Beispielhaft werden die buchorientierten Wissenschaften, die Wirtschaftswissenschaften, Medizin und Life Sciences sowie die Informatik vorgestellt.

16-17 Uhr Medizin und Life Sciences, Moderation/Referentin: Anita Eppelin, ZB MED; zweiter Referent: Markus Wittmann, Regensburg

16-17 Uhr Informatik, Moderation/Referent: Marc Herbstritt (Folien zum Vortrag), Schloss Dagstuhl, zweiter Referent Thomas Hess, München

17-18 Uhr Wirtschaftswissenschafte, Moderation/Referent: Olaf Siegert, ZBW, zweiter Referent: Eric Retlaff, ZEW

 

Open Access und Verlage

Die Bereitstellung von Open-Access-Inhalten erfolgt vermehrt durch direkte Beteiligung von Verlagen, sowohl beim parallelen als auch beim primären Open Access Publizieren. Zahlreiche Verlage haben Leitlinien erarbeitet, wie sie ihren Autoren oder deren Einrichtung paralleles Open Access gestatten. Andere haben inzwischen eigene Angebote im Portfolio, sei es als Open Access Ergänzung des traditionellen Angebots oder als genuine Open-Access-Dienstleistung. Die Session wird gelungene Beispiele von Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Verlagen aufzeigen, um vermehrt Inhalte Open Access bereitstellen zu können. Außerdem werden Verlage mit genuinen Open-Access-Angeboten aufzeigen, wie sie die Verbreitung ihrer freien Inhalte -- Bücher und Zeitschriften -- forcieren.

  • Margo Bargheer (Universitätsverlag Göttingen): Open Access und Verlage -- Einführung
    Folien zum Vortrag
  • Martin Rasmussen (Copernicus Publications): Marketing für Open Access Inhalte und Open Access Zeitschriften
    Folien zum Vortrag
  • Isolde von Foerster: Leibniz Publik -- Zusammenarbeit mit Verlagen bei der Rechteklärung für das Exzellenzportal
  • Felix Evert (Walter de Gruyter): Open Access im Walter de Gruyter Verlag -- Marketing für freie Bücher
    Folien zum Vortrag
  • Barbara Bayer-Schur (SUB Göttingen)/Barbara Kalumenos (STM): Projekt PEER (Publishing and the Ecology of European Research)
    Folien zum Vortrag

 

DINI-Zertifikat

DINI-Zertifizierung von Repositorien - einfacher als gedacht

Bereits mit einer gewissen Tradition gibt es auf den Open Access-Tagen eine Session zum Aufbau, Betrieb und DINI-Zertifizierung von Repositorien. Zum einen sollen typische Fragestellungen behandelt werden, die sich immer wieder aus Sicht von Betreibern ergeben, zum anderen sollen die Teilnehmer Gelegenheit haben, Feedback für ihre spezifischen Fragen und Probleme zu erhalten und mit Gutachtern und Kollegen zu diskutieren.

Wesentliche Bedeutung wird dabei dem DINI-Zertifikat 2010 zukommen, das als nunmehr dritte Version des Kriterienkatalogs für Dokumenten- und Publikationsservices vorliegt und als etabliertes und international beachtetes Instrument zur Standardisierung und Vernetzung von Repositorien gilt.

Die Session richtet sich an Tagungsteilnehmer, die für ihre Institution oder für ein Fachgebiet den Aufbau eines Repositoriums planen bzw. ein bereits bestehendes Repositorium verbessern, neu ausrichten oder besser platzieren möchten. Sie sind als Teilnehmer eingeladen, uns Ihre Fragen an die Referenten oder Themenvorschläge bereits vorab zukommen zu lassen (oa-net(at)dini.de).

2. Tag

Lizenzen und Open Access. Quo vadis?

Open Access wird mittlerweile von vielen traditionellen Wissenschaftsverlagen als realistisches Geschäftsmodel angesehen und tritt somit zunehmend neben dem vorherrschenden Subskriptionsmodel in Erscheinung. Die Idee dieser Session ist eine Zusammenführung der Lizenz- und der Open Access-Welt zur Diskussion über diese Entwicklung anhand konkreter Beispiele (z.B. die in diesem Jahr gestarteten Allianz-Lizenzen mit OA-Option) und zukünftiger Projekte und Strategien (z.B. SCOAP3). Mit Impulsreferaten stellen verschiedene Vertreter, u.a. von universitären und außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen, ihre Aktivitäten und Überlegungen vor. Daran schließt sich eine hoffentlich rege Diskussionsrunde, bei der die Teilnahme des Publikums ausdrücklich gewünscht ist.

Agenda:
1) Einführung (Olaf Siegert, ZBW Hamburg)
2) Kurzvorstellung Handreichung zu Allianz Lizenzen (Anja Stöber, MPDL München)
3) Impulsreferate
Kristine Hillenkötter (SUB Göttingen)
Hildegard Schäffler (BSB München)
Ralf Schimmer (MPDL, München)
4) Diskussion
5) Zusammenfassung

 

OpenAire

OpenAIRE: Implementierung der Open-Access-Policies der Europäischen Kommission und des Europäischen Forschungsrates

Der Workshop führt in das EU-Projekt OpenAIRE (Open Access Infrastructure for Research in Europe) ein, das Wissenschaftler/innen und Institutionen bei der Umsetzung des Open-Access-Piloten der Europäischen Kommission und der Open-Access-Guidelines des Europäischen Forschungsrates unterstützt. Anhand von Praxisbeispielen werden Repositorienbetreiber und Institutionen informiert, wie Sie die Anforderungen in Ihren Einrichtungen umsetzen können. Hierfür wird erklärt, wie die "OpenAIRE compliance" des eigenen Repositories realisiert werden kann, und wie man die Wissenschaftler/innen in den Institutionen informieren und zugleich erfolgreich Content-Akquise für das Repository betreiben kann. Weitere Praxisberichte sowie Fragen und Anregungen sind für die Diskussion hochwillkommen.

  • Open-Access-Policies im FP7: Einführung in das OpenAIRE-Projekt und den Open-Access-Piloten der Europäischen Kommission (Dr. Birgit Schmidt, SUB Göttingen)

  • Wie kann ich die technischen Anforderungen umsetzen und mein Repository OpenAIRE compliant machen? (Marianna Mühlhölzer, SUB Göttingen)

  • OpenAIRE - Umsetzung in der Universität Wien & Unterstützung als österreichische Kontaktstelle (Susanne Blumesberger, Universität Wien)

 

Open Access in Bibliotheken

Wichtig! Alle Informationen zur Session und zur Vorbereitung findet ihr hier: http://sync.in/t8EbDR1FUT

Die Open-Access-Tage haben sich mittlerweile als Forum für den Austausch und die Vernetzung der deutschsprachigen OA-Community etabliert. Auch das Thema Open Access ist in vielfältiger Form in den wissenschaftlichen Bibliotheken angekommen. Zu einer nachhaltigen Verankerung des Themas bei den Bibliotheksnutzern, den Produzenten wissenschaftlicher Publikationen, der Bestandsentwicklung und in den Services der Bibliotheken ist es aber noch ein weiter Weg.

Diese Session will sich den Bibliotheken als wichtigem Akteur und Knotenpunkt für die wissenschaftliche Informationsversorgung unter der Überschrift Open Access widmen. Zu Wort kommen sollen in erster Linie Praktiker, für die Open Access nur einen Aspekt der täglichen bibliothekarischen Praxis darstellt. Das heißt, die Session will sich dem Thema Open Access nicht theoretisch-idealistisch nähern, sondern fragen, wie die Bibliotheken und ihre Mitarbeiter/innen ganz praktisch Open Access in ihren Arbeitsalltag integrieren können. Möglich sind u.a. folgende Themen:

  • OA und Informationskompetenz
  • Welche Zielgruppen wie ansprechen?
  • Bestandsentwicklung mit OA-Inhalten, bspw. über Repositorien, Verlage, Hochschulbibliographie
  • Digitales Schreiben und Publizieren
  • Best Practices für OA aus der bibliothekarischen Praxis
  • OA und öffentliche Bibliotheken?

Die Session soll sich ganz konkret mit der Förderung und Umsetzung von Open Access in Bibliotheken beschäftigen. Dazu wird es einen einleitenden Impulsvortrag (Folien des Vortrags) von Martin Nissen (Universität Heidelberg) geben. Danach werden die Teilnehmer in Kleingruppen Leitfragen diskutieren und - idealerweise - in Form eines Etherpads gemeinsam ihre Erfahrungen und Ideen sammeln. Nach 20 Minuten können die Teilnehmer die Arbeitsgruppe wechseln. Jede Gruppe wird durch mind. einen Mentor "betreut".
Die so erstellten Etherpads können dann hinterher für die Community verfügbar gemacht werden und so auch anderen Kolleginnen und Kollegen nützen, die nicht bei den OA-Tagen waren.

Die Session wird organisiert und betreut durch: Lambert Heller (TIB/UB Hannover), Paul Vierkant (UB Konstanz), Daniel Beucke, Stefan Buddenbohm (beide SUB Göttingen)

Open Access und Forschungsdaten

Ob bei Satellitenmissionen in den Geowissenschaften, bei Textanalysen in den Sprachwissenschaften oder bei Erhebungen in den Sozialwissenschaften: Forschungsdaten fallen in allen Wissenschaftsdisziplinen an. In Deutschland verabschiedeten die Wissenschaftsorganisationen 2010 „Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten“ in denen „die langfristige Sicherung und [der] grundsätzlich offenen Zugang zu Daten aus öffentlich geförderter Forschung“ gefordert wird.

Bei der Annäherung an das Themenfeld Open Access zu Forschungsdaten wird man rasch mit einer Vielzahl von Herausforderung konfrontiert, die nach Form und Format der Daten und ihrer Disziplinen variieren.

Schwerpunktausgaben von Nature (2008, 2009) und Science (2011) sowie die Arbeit einer Expertengruppe im Auftrag der Europäischen Kommission (2010) machen die Diskussion in Wissenschaft, Wissenschaftsmanagement und Infrastruktureinrichtungen deutlich.

Die Session bietet eine Annäherung an das Thema. Neben einer Einführung werden in Praxisbeispielen die Chancen und Herausforderungen durch Referentinnen und Referenten thematisiert und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutiert.

Moderation: Heinz Pampel (Helmholtz-Gemeinschaft) Folien

 

Vorträge:

  • Maxi Kindling (Humboldt-Universität zu Berlin): Herausforderung Open Access im DFG-Projekt  „Entwicklung einer nachhaltigen und nutzerorientierten Speicherung und Bereitstellung von Forschungsdaten für die historische Linguistik“.
    Folien zum Vortrag
  • Andrea Smioski (Wiener Institut für sozialwissenschaftliche Dokumentation und Methodik, WISDOM): Unterstützung von Open-Data-Initiativen in Österreich: Voraussetzungen für die Archivierung und Vorteile der Wiederverwendung sozialwissenschaftlicher Forschungsdaten.
    Folien zum Vortrag

Fachspezifische Aspekte (Teil 2: Informatik und buchorientierte Wissenschaften)

findet am 4. Oktober statt !


Open Access findet in fachlichen Kontexten statt, erfolgreiche Open Access Angebote – vor allem kommerzielle – sind in der Regel auf fachliche Bedürfnisse zugeschnitten worden. Open Access Erfolgsstrories tragen daher häufig die Erkenntnis in sich, dass auf fachspezifische Bedürfnisse passende Antworten gefunden wurden. Einrichtungen, die für diverse Disziplinen Unterstützung leisten und dort das Open Access Publizieren fördern wollen, stehen daher vor der Frage, wann fachübergreifende Infrastrukturen und Informationsangebote notwendig sind und wann nach Fächern differenziert werden muss. Vier Workshops zu unterschiedlichen „Fachkulturen“ sollen in deren Spezifika einführen und den Teilnehmenden Informationen und Anregungen an die Hand geben, für ihre Fachkultur die passenden Publikationsstrategien zu bewerben/entwickeln/empfehlen. Beispielhaft werden die buchorientierten Wissenschaften, die Wirtschaftswissenschaften, Medizin und Life Sciences sowie die Informatik vorgestellt.

17-18 Uhr Informatik, Moderation Dr. Marc Herbstritt, Schloss Dagstuhl

Buchorientierte Wissenschaften muss leider entfallen.