Open Access: Dienste und Anwendungen
Moderation: Frank Klaproth
- Daniel Beucke: Nutzungsstatistiken für Repositorien im internationalen Vergleich
- Thomas Krichel: Open and closed access to author data
- Dr. Martin Gutbrod: Neue Plagiaterkennung für Open Access Publikationen
- Kerstin Probiesch: Accessibility von Open Access
- Doris Skaric: Das Fachrepositorium "OstDok" im Aufbau - eine Zwischenbilanz
- Sven Stefani: PUMA - Publikationsmanagement. Ein DFG-Projekt der UB Kassel
- Marnix van Berchum: The OpenAIRE Project: Supporting the Open Access policy of the EC
Nutzungsstatistiken für Repositorien im internationalen Vergleich
Referent: Daniel Beucke
Nutzungsstatistiken für digitale Objekte sind in aller Munde. Nutzer von Repositorien wollen ihre Trefferlisten nach der Anzahl der Zugriffe auf die Dokumente angezeigt bekommen, während sich Autoren dafür interessieren, wie oft ihr Dokument aufgerufen worden ist. Daneben gibt es noch weitere Vorteile, die sich durch das Erfassen von Nutzungszahlen ergeben. So können beispielsweise Betreiber von Dokumentenservern Nutzungszahlen zur Optimierung ihrer Dienste verwenden.
Bisher existiert jedoch keine geeignete Lösung, diese Statistiken zu erfassen, zu verarbeiten und anzubieten. Zu klären sind die Nachhaltigkeit der eingesetzten Infrastruktur, das zu verwendende Austauschformat sowie die Schnittstellen für den Transfer der Daten. Dabei sind sowohl organisatorische als auch technische Herausforderungen zu meistern, die sich sowohl auf nationaler wie internationale Ebene stellen.
Der Vortrag stellt die international agierenden Projekte (COUNTER, PIRUS, SURFSure etc.) vor und präsentiert die verschiedenen Herangehensweisen an die Problematik. Dabei werden die Ähnlichkeiten und Unterschiede aufgezeigt, die auf organisatorischer und technischer Ebene vorliegen. Abschließend wird ein Ausblick gegeben, wie ein nachhaltiger Lösungsansatz aussehen könnte. Dabei wird im Besonderen auf die Arbeit der Knowledge Exchange Usage Statistics Group näher eingegangen und ein Blick auf das DFG geförderte Projekt Open-Access-Statistik geworfen.
Open and closed access to author data
Referent: Thomas Krichel
The issue of author identification has been around for a long time. It is still not clearly understood. This talk reviews two approaches to building author registration system. The first, AuthorClaim, is an open access system, whereas the second, ORCID, is a proposed closed-access system. I am the creator of the former, and a member of the technical committee of the latter. I shall be reviewing both economic and technical differences between the two approaches. I hope to emphasize how technical and economic issues are intertwined.
Neue Plagiaterkennung für Open Access Publikationen
Referent: Dr. Martin Gutbrod
Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wählen eine Open Access Publikation ihrer Arbeiten. Ein Beweggrund hierfür kann eine erhöhte Sichtbarkeit der eigenen Arbeit sein. Frei zugängliche Texte können jedoch leicht per Kopieren und Einfügen in Arbeiten Dritter übernommen werden, ohne dass die Leistung der ursprünglichen Autoren sichtbar wird. Zahlreiche Beispiele in wissenschaftlichen Publikationen sowie bei der universitärer Lehre zeigen, dass dies ein nicht zu vernachlässigendes Problem darstellt.
In der freien Zugänglichkeit liegt andererseits aber ein großer Vorteil einer Open Access Veröffentlichung im Hinblick auf den Schutz der eigenen Arbeit. Gerade frei verfügbare Texte bieten eine gute Chance, Plagiate durch den Einsatz automatisierter Techniken zu
entdecken. Diese Chance nutzt das Projekt Open Access PlagiatSuche (OAPS). Es hat zum Ziel, die Integrität des Open Access Datenbestandes mittels Verfahren der Plagiaterkennung zu verbessern und als Dienstanbieter im OA-Umfeld bereitzustellen. Hierfür werden Verfahren entwickelt, die den gesamten deutschen und international verfügbaren OA-Bestand für Plagiatrecherchen kontinuierlich aufbereiten und einen Webdienst zu Plagiatsuche ermöglichen.
Im Rahmen dieses Vortrages werden die aktuellen Ergebnisse des OAPS-Projekts vorgestellt. Ein besonderer Augenmerk soll dabei auf der erstmalige Präsentation des neu entwickelten OAPS-Plagiatreports liegen. Die Frage der Qualität von Fundstellen bei der Relevanzbewertung eines vermeintlichen Plagiats durch die Bewertung der Fundstellen über die Qualität des Repositories soll hierbei ebenso gezeigt werden, wie die Aufbereitung bibliografischer Metadaten zur Relevanzbewertung. Schließlich liegt hier eine der Stärken geharvesteter Plagiatquellen im Vergleich zu einfach gecrawlter Daten aus dem Web. Den Zuhörern wird die Möglichkeit gegeben, Wünsche für die weitere Entwicklung zu äußern.
Zur Accessibility von Open Access
Referentin: Kerstin Probiesch
Freies Wissen und der Zugriff für alle auf offen zugängliche Forschungsergebnisse gehören zu den großen Chancen der modernen Informationsgesellschaft. Zugänglichkeit, im Sinne einer freien Abrufbarkeit von Wissenschaft im Web allein, gewährleistet jedoch nicht für alle Menschen den tatsächlichen Zugang. Sie muss ergänzt werden um den Aspekt der Nutzbarkeit. Damit ist die Usability, besonders aber die Accessibility wissenschaftlicher Angebote gemeint. Erst die Accessibility und damit die Barrierefreiheit, löst das Versprechen des freien Zugangs zu Wissenschaft für alle Nutzer – seien sie behindert oder nicht - ein. Der Vortrag „Zur Accessibility von Open Access“ gibt einen Einblick in typische Arbeitsweisen und Probleme behinderter Nutzer im Web, zeigt Lösungsstrategien auf und plädiert für die Aufnahme von Barrierefreiheitslinien in bestehende und zukünftige Open Access Projekte.
Das Fachrepositorium "OstDok" im Aufbau - eine Zwischenbilanz
Referentin: Doris Skaric
Im Projekt „OstDok - Osteuropa-Dokumente online“ wird speziell für elektronische Osteuropa-Dokumente im Internet eine zentrale Plattform aufgebaut, die Interessen aller Hauptakteure rund um das elektronische Dokument bündelt. Während die Koordination des Projekts bei der Bayerischen Staatsbibliothek liegt, sind die fachwissenschaftlichen Träger (Collegium Carolinum / München, Herder-Institut / Marburg, Osteuropa-Institut Regensburg) schwerpunktartig im Bereich der Materialeinwerbung tätig. Der Bezugsraum erstreckt sich dabei über Ostmitteleuropa, Südosteuropa, Osteuropa sowie die historischen und kulturellen Vermittlungsräume. Priorität haben zunächst Textdateien in westlichen und slawischen Sprachen, wobei von Anfang an eine spätere Ausweitung auch auf andere Sprachen und Materialarten angestrebt wird. Infolge des innovativen Projektcharakters sind im Zuge der Arbeiten – neben vielen positiven Entwicklungen - auch kaum planbare „Hürden“ zu nehmen, die teils allgemeiner, teils disziplinspezifischer Natur sind. Dabei erweist sich beispielsweise die Klärung der vielschichtigen werkimmanenten Rechte im Vorfeld der Digitalisierung als überaus problematisch. Als weitere Herausforderung stellen sich zudem etwa die bis dato unerprobte Texterkennung und manuelle Fehlerkorrektur bei mehrsprachigen Retrodigitalisaten osteuroparelevanter Schriftsysteme.
Die OstDok-Plattform wird in einer Beta-Version im Herbst 2010 online gehen.
PUMA - Publikationsmanagement. Ein DFG-Projekt der UB Kassel
Referent: Sven Stefani
Beim Publikationsmanagement an Hochschulen fehlt es häufig an der systematischen Verknüpfung von Dienstleistungen, die die Wissenschaftler nutzen möchten oder müssen. So müssen sie möglicherweise für die Evaluation von Forschung Mitteilungen in die jeweilige Forschungsberichtsdatenbank machen, ihre erschienenen Publikationen nach einer (teilweise sehr unterschiedlichen) zeitlichen Frist an das Institutional Repository (IR) der Universitätsbibliothek abgeben, ihr Curriculum Vitae auf der eigenen Home- oder Institutswebseite pflegen und möchten gleichzeitig ihre bibliographischen Daten über ein Social-Bookmarking-System verwalten. Zu all diesen Dienstleistungen gehört in der Regel ein eigener Account, jeweiliges Anmelden im System und das notgedrungen mehrmalige Eingeben dergleichen Information. Dies schreckt viele wissenschaftliche Autoren ab, die sich oftmals dann nur auf das für sie zeitlich und dienstlich notwendige Eintragen von Informationen beschränken. In der Praxis heißt dies, dass zeitnah bibliographische Einträge für den Forschungsbericht gemacht werden, jedoch der eigentliche Volltext der Publikation, wenn er als Open-Access-Publikation rechtlich zugelassen wäre, nicht mehr eingestellt wird, da der Aufwand, all die benötigten Informationen nach beispielsweise einem Jahr nochmals einzutragen, als zu hoch und für den Einzelnen als wenig interessant eingeschätzt wird. Es ist zu erwarten, dass sich die Akzeptanz von Wissenschaftlern, Zeit in Open-Access-Publikationen zu investieren, vergrößert, wenn ein erkennbarer Mehrwert für sie ersichtlich ist.
An dieser Stelle setzt das DFG-geförderte Projekt PUMA an. Es zeigt bereits jetzt unter http://puma.uni-kassel.de ein Publikationsmanagement, dass dem Autor ermöglicht, beim einmaligen Eintrag bibliographischer Angaben Mehrwerte (falls vom Autor gewünscht und ausgewählt) zu erreichen. Die Software wird ab Mitte 2011 als Open-Source an anderen Hochschulen nachnutzbar sein.
The OpenAIRE Project: Supporting the Open Access policy of the EC
Referent: Marnix van Berchum
The OpenAIRE project supports the implementation of Open Access in Europe. It will establish the infrastructure for researchers to support them in complying with the EC OA pilot and the ERC Guidelines on Open Access. It will provide an extensive European Helpdesk System, and will build an OpenAIRE portal and e-Infrastructure for the repository networks. In the current phase of the project emphasis is laid on implementing the OpenAIRE Guidelines in European repositories, so they become compliant with the OpenAIRE technical infrastructure. This presentation addresses the OpenAIRE Guidelines in particular, and points at the available support for implementing them.


















