Sessions (mit Sessionabstracts)
Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den parallelen Sessions/Workshops:
Sessions Tag 1, Di 1. Oktober 2013:
- Session 1: Eigeniniative und Partizipation von WissenschaftlerInnen im Netz – praktische Konsequenzen für Open-Access-Projekte
- Session 2: Hosting von Open-Access-Journals
- Session 3: Forschungsdaten als Open Data
- Session 4: Forschungsinformationssysteme: Unterstützung von Open-Access- Geschäftsprozessen
Sessions Tag 2, Mi 2. Oktober 2013:
- Session 5: Impactmessung
- Session 6: Rechtliche Aspekte des Open Access
- Session 7: Verlage und Open Access
Session 1: Wie kommunizieren (mit) WissenschaftlerInnen über Open Access? - Social Media, Projektarbeit und mehr
Organisation: Lambert Heller (TIB Hannover)
Abstract:
Für viele Projekte im Open-Access-Bereich sind WissenschaftlerInnen die Zielgruppe Nr. 1. Dass bei der Kommunikation mit dieser Gruppe Social Media (z. B. Twitter oder ein Projektblog) eine Rolle spielt, ist mittlerweile selbstverständlich. Aber wie kommt Open Access als Thema in der digitalen Öffentlichkeit dieser Zielgruppe vor, welche Initiativen entstehen hier, wo und wie können neue Projekte und Dienste daran anknüpfen?
Die Gründung von arXiv (Paul Ginsparg 1991) und PLoS (Patrick O. Brown, Michael Eisen, Harold Varmus et al. 2001) sowie der Elsevier-Boykott “The Cost of Knowledge” (Timothy Gowers 2012) sind wichtige Meilensteine von Open Access, die direkt von Wissenschaftlern initiiert worden sind.
Mit der Wissenschaftssoziogie lässt sich hinter derartigen Initiativen die Generation der Cyberscientists (Michael Nentwich 2003) ausmachen. Als digitale Avantgarde schöpft diese Gruppe jeweils alle Möglichkeiten des Netzes für ihre eigene Forschung aus, und verliert sich lieber in einer technischen Spielerei zu viel als eine Chance zu verpassen.
Dazu gehören nicht nur schlagzeilenträchtige Open-Access-Großprojekte, sondern z.B. auch subversive Nischenphänomene wie der Twitter-Hashtag #ICanHazPDF.
Anhand konkreter Beispiele aus den letzten Jahren wollen wir Tipps für Open- Access-Projekte entwickeln, um das Zusammenspiel von Informationsinfrastruktur und Forschenden zu verbessern.
Nach einer Reihe kurzer Impulsvorträge wollen wir in dieser Session konkrete Tipps für Open- Access-Projekte entwickeln, um das Zusammenspiel von Projekte-Machern, Diensteanbietern und Forschenden zu verbessern.
Impulsvorträge:
- Community-Arbeit bei ORCID
Martin Fenner (PLoS) - Crowdfunding in der Wissenschaft
Ulrich Herb (SULB Saarbrücken) - Kleine Ethnographie der Cyberscientists
Lambert Heller (TIB Hannover)
sowie - Marco Agnetta
Session 2: Hosting von Open-Access-Zeitschriften
Moderation: Katja Mruck (Freie Universität Berlin); Isabella Meinecke (SUB Hamburg / Hamburg University Press)
Abstract:
Gegenstand der Session sind Themen, die mit dem Hosting von Open-Access-Zeitschriften verbunden sind. Diese betreffen die Frage, wo ggf. welche Infrastruktur (lokal, national, international) zur Verfügung steht, über die interessierte Redaktionen ihre Zeitschriften betreiben können ebenso wie Fragen zu verfügbarer Software und der Vernetzung sowie des weiteren Ausbaus bereits bestehender Angebote. Alle Beiträge werden als Lightning Talks konzipiert sein, d. h. als knappe, maximal 10-minütige Präsentationen, sodass hinreichend Zeit für Fragen und Diskussion bleibt. Ziel ist es, einen möglichst umfassenden Überblick über den aktuellen Stand zu gewinnen, bestehende Vernetzungen aufzuzeigen und eventuellen Bedarf an weiteren (Meta-)Strukturen zu eruieren.
Beiträge:
Verfügbarkeit verlässlicher Software: Überblick
Marco Tullney (Technische Informationsbibliothek und Universitätsbibliothek Hannover)Zertifizierung von Open-Access-Zeitschriften: Nachhaltigkeit, Unterstützung internationaler Sichtbarkeit und Vernetzbarkeit
Uwe Müller (Deutsche Nationalbibliothek)Hosting: Umsetzungsbeispiele
- Open Journal Systems (OJS), Public Knowledge Project (PKP) und das Hostingangebot der Freien Universität Berlin
Bozana Bokan (Freie Universität Berlin) - Hosting durch einen Universitätsverlag
Isabella Meinecke (Hamburg University Press) - Hosting durch einen kommerziellen Verlag
N. N. - Hosting im Rahmen eines Fachinformationsdientes
Armin Günther (ZPID) - Hosting in Eigenregie
N. N.
- Open Journal Systems (OJS), Public Knowledge Project (PKP) und das Hostingangebot der Freien Universität Berlin
- Abschluss: Möglichkeiten der Vernetzung der Akteure
Session 3: Umgang mit Forschungsdaten
Moderation: Christoph Bruch (Helmholtz-Gemeinschaft), Gernot Deinzer (Universitätsbibliothek Regensburg)
Abstract:
In der Wissenschaft besteht Einigkeit über das Ziel Forschungsdaten besser als bisher zu sichern und wo möglich einer Nachnutzung durch Dritte zugänglich zu machen. Dieser Zielsetzung steht in vielen Fällen eine etablierte Praxis der WissenschaftlerInnen gegenüber, die den Anforderungen an eine fachgerechten Archivierung und wo möglich öffentliche Zugänglichmachung nicht erfüllen.
In der Session erläutern Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen in Form von Praxisberichten den Umgang mit Forschungsdaten in ihren Projekten. Sie thematisieren dabei u. a. die folgenden Fragen:
Welche Daten fallen bei meiner wissenschaftlichen Tätigkeit an?
Wie gehe ich mit diesen Daten um (Annotation durch Metadaten, archivieren, wo?)?
Ob bzw. unter welchen Umständen kann ich mir vorstellen, meine Daten Dritten (unter welchen Bedingungen?)zugänglich zu machen ?
Dabei werden die Referenten die bei ihnen übliche Umgehensweise mit Forschungsdaten mit der in ihrem Fachgebiet verbreiteten Praxis vergleichen. Auf Grundlage der Berichte wird mit den Teilnehmern diskuriert, ob und gegebenenfalls wie die Praxis geändert werden sollte und welche Akteure wie dazu beitragen können, die Rahmenbedingungen zur Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten zu verbessern.
Für verschiedene Teilnehmer-/Zielgruppen ergibt sich bei dieser Session ein je unterschiedlicher Nutzen.
Aktive WissenschaftlerInnen werden zur Reflektion ihrer eignen Praxis motiviert.
Personen, die sich für Wissenschaftspolitik bzw. Policy-Formulierung interessieren, erfahren "wo der Schuh drückt".
Personen, die die Wissenschaftlerinnen beraten und motivieren wollen, erhalten Informationen über die Perspektive ihrer Zielgruppe und damit Ansatzpunkte für Gespräche.
Referenten
- Open Data in der zeitgeschichtlichen Forschung – Chancen und Probleme (PDF)
Jens Crüger (Universität Bremen) - Hubertus Kohle (Institut für Kunstgeschichte, LMU München)
- Wolfgang Tietze (Pädquis gGmbh, Berlin)
Session 4: Forschungsinformationssysteme: Unterstützung von Open-Access-Geschäftsprozessen
Moderation: Barbara Ebert (Leuphana Universität Lünebur)
Abstract:
Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen begreifen die Förderung des Open-Access-Publizierens an ihren Institutionen zunehmend als eine bereichsübergreifende Aufgabe. Sie umfasst die Content-Akquise ebenso wie die Abbildung der entsprechenden Dienstleistungsaufgaben im Berichtswesen und in der Drittmittelbewirtschaftung.In dieser Session soll anhand europäischer Beispiele das Potential von Forschungsinformationssystemen für die Unterstützung dieser Geschäftsprozesse aufgezeigt werden. Forschungsinformationssysteme sind integrierte Dokumentations- und Berichtssysteme, die Leistungen und Ausstattung von forschenden Einrichtungen abbilden.Im Anschluss zweier Referate findet eine offene Diskussionsrunde statt, wie sich optimale Querverbindungen zwischen Forschungsinformationssystemen und Repositorien gestalten lassen, um Open Access an wissenschaftlichen Einrichtungen zu stärken. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Session sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Fragen einzubringen.
- Aufwärmrunde: “Warum beschäftigen Sie sich aktuell mit der Frage CRIS und Repositorien?”
Barbara Ebert (Leuphana Universität Lüneburg) - FIS und OA-Communities nähern sich an
Regine Tobias (KIT-Bibliothek, Karlsruhe Institute of Technology) - Welches Potential haben Forschungsinformationssysteme für die Unterstützung von OA-Prozessen?
Najko Jahn (Universitätsbibliothek Bielefeld)
Session 5: Impactmessung für OA-Dokumente
Moderation: Daniel Beucke (SUB Göttingen)
Abstract:
Durch die Möglichkeiten des Internets und der Verbreitung von Online-Publikationen ergeben sich neue Wege der Impact Messung von wissenschaftlichen Publikationen. Besonders für OA-Dokumente können die neuen Metriken einen Mehrwert bieten, indem sie schnell Maßzahlen bereitstellen können.
Die Session gibt anhand von verschiedenen Impulsreferaten einen Einblick in das Thema Impactmessung. Dabei werden Themen wie Articel-Level Metrics, altmetrics, COUNTER, Impact Factor etc. angesprochen.
Im Anschluss diskutieren die Vortragenden und stehen für Fragen aus dem Plenum zur Verfügung.
Einleitung in das Thema Impactmessung
Daniel Beucke (SUB Göttingen)
Impactwerte und Standards
Ulrich Herb (SULB Saarbrücken)
Nutzungsstatistiken bei einem fachlichen Repositorium - EconStor
Wolfgang Riese (ZBW Hamburg)
Der “open access citation effect” am Beispiel von Zeitschriften, die vom TA zum OA wechselten.
Stefan Busch (BioMed Central)
Article-Level Metrics bei PLoS
Martin Fenner (PLoS)
Session 6: Rechtliche Aspekte des Open Access
Moderation: Heinz Pampel (Helmholtz-Gemeinschaft)
Abstract:
Bereits in der „Budapest Open Access Initiative“, dem „Bethesda Statement on Open Access Publishing“ und der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ wird die rechtliche Dimension von Open Access deutlich: Wissenschaftliche Werke sollen nicht nur zugänglich sondern nach nachnutzbar sein. Bei der Umsetzung des Grünen Weges des Open Access kann diese Nachnutzung nur selten umgesetzt werden, da wissenschaftliche AutorInnen im Rahmen von „Copyright Transfer Agreements“ mehrheitlich ausschließliche Nutzungsrechte an Verlage übertragen. Das sich in der politischen Diskussion befindliche Zweitveröffentlichungsrecht würde wissenschaftliche AutorInnen die rechtssichere Zugänglichmachung ihrer Werke auf Repositorien gewähren und damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Open Access leisten. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht und der Verankerung eines unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrechts widmet sich die Session den rechtlichen Aspekten von Open Access. Referiert und diskutiert werden u.a. die Chancen und Herausforderungen von nicht-exklusiven Verwertungsgesellschaften im Wissenschaftsbereich sowie der Stand und die Perspektive des Zweitveröffentlichungsrechts. Darüber hinaus wird die praktische Umsetzung des Grünen Weges betrachtet: Am Beispiel der SLUB Dresden und dem DINI-Zertifikat 2013 wird der Umgang mit rechtliche Fragestellungen skizziert und mit den TeilnehmerInnen diskutiert.
Vortrag 1
C3S: Cultural Commons Collecting Society – auch ein Modell für den Textbereich?
Michael Weller (Europäische EDV-Akademie des Rechts, Merzig/Saar)
Vortrag 2
Neues gesetzliches Zweitveröffentlichungsrecht – Update zu den Anforderungen an Bibliotheken und Wissenschaftseinrichtungen
Thomas Hartmann (Max Planck Digital Library, München)
Vortrag 3
Rechteklärung für OA-Zweitveröffentlichungen – das Serviceangebot der SLUB Dresden
Elena Di Rosa (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek, Dresden)
Vortrag 4
DINI-Zertifikat 2013 – Neuerungen im Abschnitt Rechtliche Aspekte
Michaela Voigt (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek, Dresden)
Session 7: Verlage und Open Access
Moderation: Margo Bargheer (SUB Göttingen)
Abstract:
Solange die Vermittlung von Wissenschaftskommunikation über Verlage und Verlagsprodukte erfolgt, spielen Verlage auch im Open Access weiterhin eine tragende Rolle, sei es auf dem Goldenen Weg, dem primären Publizieren, oder dem Grünen Weg, dem parallelen Publizieren. Es lässt sich aber feststellen, dass Open Access für die Verlagslandschaft den Charakter einer "disruptiven Technologie" hatte und hat, wonach dieses Zugangsmodell zunächst marginalisiert und am unteren Ende des Marktes positioniert war, inzwischen aber in Teilbereichen bis ins Zentrum des Marktes vorgedrungen ist und einen neuen, durchaus agressiven Wettbewerb hervorbringt sowie ein Umdenken im Wissenschaftssystem, das zu einem grundlegenden Paradigemnwechsel führen kann. Die Session nimmt dies aus verschiedenen Perspektiven in den Blick. Nach einer Einführung von Margo Bargheer zeigt der Ökonom Mark McCabe auf, wie sich Zitationsmuster durch Zugangsveränderungen wandeln und wie sich solche Phänomene szientometrisch modellieren lassen. Der Verleger Martin Rasmussen wird beleuchten, wie Open-Access-Verlage sich der neuen Wettbewerbssituation stellen und Qualität sowie Reputation gewährleisten. Unter bestimmten Bedingungen lassen sich Publikationsprozesse in der Wissenschaft auch ohne Verlage organisieren. Simone Rieger und Urs Schöpflin vom MPI für Wissenschaftsgeschichte stellen mit "Edition Open Access" ein solches Beispiel vor, bei dem das Vertrauen in die Qualität nicht über die Instition Verlag, sondern die Forschungseinrichtung geschaffen wird. Und führen neue Technologien zur Fragmentierung eines vormals festen Produktionszusammenhangs, öffnet dies auch Möglichkeiten für neue Dienstleister, die ökonomisierbare Teilbereiche isolieren und auf dem MArkt anbieten. Markus Neuschäfer vom Print-on-Demand Dienstleister epubli stellt vor, wie sich Druckherstellung und Vertrieb für freie Online-Versionen organisieren lasssen.
Inhalt
Kurzvortrag 1
Open Access und Verlage - Einführung
Margo Bargheer
Vortrag 2
Wie gewährleisten Open-Access-Verlage Qualität und schaffen damit Reputation?
Martin Rasmussen (Copernicus Publications)
Vortrag 3
Who Benefits and Who Loses? The Effect of Open Access on Citations to 100 Science Journals
Mark McCabe (University of Michigan - School of Information; University of Goettingen - Department of Economics; SKEMA Business School, France)
Vortrag 4
Edition Open Access - ein Modell von Wissenschaftlern für Wissenschaftler
Simone Rieger, Urs Schoepflin (MPI für Wissenschaftsgeschichte Berlin)
Vortrag 5
Beratung, On-Demand-Druck und Vertrieb - Self-Publishing-Dienstleistungen für Open-Access-Projekte
Markus Neuschäfer (epubli)


















