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FAQ

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Diese FAQ wird kontinuierlich erweitert. Sollte Sie wichtige Themen vermissen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an folgende Adresse: faq@openaccess-germany.de.


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    Warum sollten Hochschulleitungen oder Leitungen von Forschungseinrichtungen eine Open-Access-Erklärung unterzeichnen?

    Die Unterzeichung einer Open-Access-Erklärung, z.B. der Budapester Open Access Initiative oder der Berliner Erklärung zum offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, ist der erste Schritt in Richtung Open Access. Hierdurch positioniert sich die Hochschule bzw. Forschungseinrichtung öffentlich zu den Prinzipien des Open Access und macht die von ihr gewünschte Publikationspolitik auch für ihre Mitglieder und Angehörigen sichtbar. Ebenfalls empfiehlt sich, eine Empfehlung zu Open Access auf der Webseite der Einrichtung zu implementieren.

    Wie kann Open Access an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung umgesetzt werden?

    Um Open Access an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung zu implementieren, sind einige strukturelle Veränderungen ebenso notwendig wie die Bereitstellung von entsprechenden Infrastrukturen und Personalressourcen. Eine instituts- und länderübergreifende Zusammenarbeit sowie der Rückgriff auf andernorts bereits bestehende Erfahrungen und technische Entwicklungen erleichtern die Umstrukturierung der wissenschaftlichen Informationsversorgung. Grundsätzlich sind also kooperative Vorgehensweisen und die Orientierung an Best-Practice-Beispielen sinnvoll.

    Bei der Umsetzung von Open Access an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung sind verschiedene Ansatzpunkte denkbar. Viele Einrichtungen schaffen mit einer institutionellen Selbstverpflichtung zu Open Access, in der die Angehörigen aufgefordert werden, ihre wissenschaftlichen Arbeiten Open Access zur Verfügung zu stellen, eine Grundlage für die konkrete Umsetzung des Open-Access-Prinzips in ihrer Organisation; vgl. z.B. die Open-Access-Policy der Fraunhofer-Gesellschaft oder die Open-Access-Resolutionen der Universitäten Konstanz, Bielefeld, Göttingen und der Freien Universität Berlin. Von einer solchen Positionierung aus können dann konkretere Maßnahmen erfolgen. Dazu können beispielsweise der Aufbau eines Dokumentenservers zur Selbstarchivierung der Publikationen von Einrichtungsangehörigen gehören oder die Einrichtung eines Publikationsfonds zur Unterstützung des Open-Access-Publizierens im Sinne des goldenen Wegs. Eine Reihe von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Bibliotheken haben die Funktion eines oder einer Open-Access-Beauftragten geschaffen, die oder der eine Schnittstelle zwischen der jeweiligen Einrichtung und den Interessen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bildet.

    Eine weitere Möglichkeit ist, die Aufnahme von Publikationen in die Hochschulbibliographie an die Bereitstellung der Publikationen auf dem Hochschulserver zu koppeln. So hat die Universität Zürich (UZH) im Mai 2008 Richtlinien erlassen, nach denen die Forschenden der UZH verpflichtet sind, eine vollständige Fassung aller publizierten wissenschaftlichen Arbeiten ab 2008 im Zurich Open Repository and Archive (ZORA) frei zugänglich zu machen, sofern keine rechtlichen Hindernisse dem entgegenstehen. Zudem stützen sich die akademischen Berichte (Jahresberichte) der Universität Zürich ab Berichtsjahr 2008 auf ZORA, d.h. wissenschaftliche Publikationen werden in den akademischen Berichten nur berücksichtigt, wenn sie in ZORA erfasst wurden (Leitlinien der UZH).

    Wo ein solches Mandat nicht durchsetzbar ist, kann die Aufhebung von Hindernissen des Open Access das Ziel sein. Beispielsweise sollte erreicht werden, dass Open-Access-Publikationen in gleicher Weise wie traditionelle Publikationen bei Berufungen und in der universitären Leistungsberechnung berücksichtigt werden.

    Welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für Hochschulen zur Umsetzung von Open Access?

    Seit einem Beschluss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Herbstsitzung 2009 des Hauptausschusses können Universitäten bei der DFG Mittel beantragen, um Publikationen ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in originären Open-Access-Zeitschriften zu finanzieren.  Mit diesem neuen Förderinstrument möchte die DFG Anreize für Universitäten setzen, verlässliche und dauerhafte Finanzierungsstrukturen für die Publikation in Open-Access-Zeitschriften zu entwickeln.

    Worin besteht der Vorteil von Open Access für Hochschulen und Forschungseinrichtungen?

    Das Renommee einer Hochschule oder Forschungseinrichtung steigt mit den Forschungsaktivitäten der einzelnen Institute. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen in der Auseinandersetzung mit vorangegangenen Forschungsergebnissen, und innovative Wissensproduktion profitiert von vorherigen Entwicklungen und Erfahrungen. Der Zugang zu Forschungsergebnissen und -erkenntnissen ist somit eine wichtige Voraussetzung für die Forschung einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Open Access kann für Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu einer zentralen Ressource der Wissensversorgung werden und dem durch die Zeitschriftenkrise zunehmenden Informationsdefizit entgegenwirken. Der Zugang zu den betroffenen Fachjournalen ist durch das Budget der einzelnen Forschungsinstitution alleine nicht länger aufrechtzuerhalten, in der Konsequenz sinkt gleichzeitig auch die Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse der jeweiligen Einrichtung. Institutionelle Repositorien verzeichnen, speichern, bewahren, verbreiten und präsentieren die wissenschaftlichen Ergebnisse der jeweiligen betreibenden Einrichtungen und fördern so die aktive Außenpräsentation von wissenschaftlicher Exzellenz.