Open-Content-Lizenzen

Open Access steht nicht allein für den kostenfreien Zugang zu wissenschaftlicher Information, sondern auch für die Beseitigung von "permission barriers" (Peter Suber). Nur Beiträge, die unter einer freien Lizenz verbreitet werden, sind wirklich Open Access. Um Autoren/Autorinnen und Nutzer/innen von Open-Access-Beiträgen Rechtssicherheit zu geben, sollten diese nur unter einer Lizenz verbreitet werden, die den Nutzungsumfang der Werke eindeutig regelt.

Bekannte Open-Content-Lizenzen, die im Wissenschaftsbereich breite Verwendung finden, sind:

Die Zeitschriften der Public Library of Science (PLoS) und von BioMed Central verwenden Creative-Commons-Lizenzen. Dies entspricht den Forderungen der Berliner Erklärung und der Budapester Open Access Initiative.

Eine weitere Lizenz ist die Licence to publish, die von JISC und SURF initiiert wurde und z.B. vom Wellcome Trust empfohlen wird. Die Lizenz liegt in Englisch, Holländisch, Spanisch und Französisch vor, eine deutsche Version gibt es momentan leider noch nicht.

Die Vergabe von Open-Content-Lizenzen bei der Bereitstellung auf Repositorien

Während bei der Publikation in einer Open-Access-Zeitschrift die Autorin/der Autor die Nutzungsrechte an seinem Werk behält, wurden diese bei der Bereitstellung auf einem Dokumentenserver in der Regel vorab einem Verlag übertragen. Ob eine und welche Open-Access-Lizenz bei der Selbstarchivierung vergeben werden darf, hängt von den Vertragsbedingungen ab, die bei der Erstpublikation abgeschlossen wurden.

Soweit dem Verlag bei der Erstpublikation nur das einfache Nutzungsrecht übertragen wurde, können die Nutzungsrechte an beliebig viele Dritte vergeben werden. Autor/innen haben somit durchaus das Recht, ihre auf einem Dokumentenserver bereitgestellten Texte mit einer Open-Content-Lizenz zu versehen.

Anders gestaltet sich dies, wenn dem Verlag für die Erstpublikation die ausschließlichen Nutzungsrechte eingeräumt wurden. Hier liegen alle Rechte beim Verlag, die Autorin/der Autor ist somit nicht befugt, Dritten Rechte einzuräumen. Um das Werk mit einer Open-Content-Lizenz zu belegen, bedarf es in diesem Fall der Zustimmung des Verlages.

Anforderungen an Open-Content-Lizenzen

Eine Open-Content-Lizenz sollte bestimmten Anforderungen genügen. Sie muss, um rechtsverbindlich zu sein - und das ist bei vielen zur Verfügung stehenden Lizenzen nicht der Fall -, an das jeweilige nationale Urheberrecht angepasst sein. In der Schweiz muss sie beispielsweise an das Schweizerische Urheberrecht, in Deutschland an das deutsche Urheberrecht angepasst und in deutscher Sprache verfasst sein. Um den unterschiedlichen Wünschen der Autorinnen und Autoren bezüglich der an die Öffentlichkeit abzugebenden bzw. beim Autor/bei der Autorin verbleibenden Rechte zu entsprechen, sollte es verschiedene Varianten der Lizenz geben.

Anforderungen:

1. Juristischen Laien sollte der Sachverhalt, also Rechte und Pflichten, die sich aus der Nutzung eines lizenzierten Werks ergeben, gut verständlich sein.

2. Der Lizenztext muss juristisch einwandfrei formuliert sein, so dass bei Rechtsstreitigkeiten - die durch die Lizenzierung zwar vermieden werden sollen, aber nicht auszuschließen sind - kein Auslegungsspielraum besteht.

3. Der Lizenzinhalt sollte auch in maschinell lesbarer Form vorliegen, um mit dem Werk verlinkt werden zu können. So können lizenzrelevante Parameter maschinell indexiert werden, und ein gezieltes Suchen nach Open-Access-Inhalten mit den gewünschten Freiheiten wird möglich.

4. Die Metadaten der Werke sollten in maschinenlesbarer Form und DC-standardkonform erfasst und der Publikation beigefügt werden.

 

Quelle: Brüning, Jochen & Kuhlen, Rainer (2005). Creative Commons-Lizenzen für Open Access-Dokumente (PDF 67,9 mb)

 

Weiterführende Links

Folgende Sammelbände befassen sich unter anderem auch mit Lizenzfragen:

    Ausführlicher Tagungsbericht zum Thema:

    Weitere Links

    Bitte beachten Sie, dass die hier dargestellten Inhalte nur der Information dienen und keine rechtsverbindlichen Auskünfte sind.