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Informationsplattform open-acces.net geht in die 2. Runde

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat den Verlängerungsantrag für die Informationsplattform open-access.net bewilligt. Ziel des Projektvorhabens ist die Beförderung von Open Access durch den weiteren Ausbau des Angebots der Informationsplattform open-access.net. Konkret werden die folgenden Ziele verfolgt:

 

Erweiterung des inhaltlichen Informationsangebots

Die Inhalte der Informationsplattform müssen sukzessive aktualisiert und optimiert werden. Die Integration der folgenden Inhalte ist geplant:

  • Ausbau des rollenspezifischen Zugangs v.a. für die Zielgruppe Verlage: dies betrifft zum einen Informationen für Verlage, bspw. wie Open-Access-Angebote von Verlagen aussehen könnten oder welche Vorteile Open Access für Verlage haben kann, zum anderen detaillierte Informationen über Verlage, die bereits aktiv Open Access in ihr Verlagsprogramm aufgenommen haben;
  • Ausbau der FAQ entlang der laufend eingehenden Anfragen und dementsprechende Erweiterung der rollenspezifischen Seiten
  • Ausbau des fachspezifischen Zugangs: die fachspezifischen Informationsseiten konnten im Rahmen des Vorgängerprojekts aufgrund der kurzen Projektdauer nicht vollständig fertig gestellt werden und bedürfen einer Ausweitung auf zusätzliche Fachgruppen;
  • weitere Etablierung der Kommunikationsinstrumente und Implementierung weiterer Kommunikationsmedien als zentrale Anlaufstellen für Fragen und Diskussionen zu Open Access.

 

Verbesserung der Breitenwirkung der Informationsplattform durch eine Allianz von Trägern über die bereits beteiligten Partner und Unterstützer hinaus

Die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen hat gezeigt, wie wichtig und zugleich erfolgreich eine konzertierte Aktion möglichst vieler relevanter Wissenschaftsorganisationen und -institutionen sein kann. Diese Aufmerksamkeit konnte keines der bisher bekannten Informationsangebote auch nur annähernd erreichen. Demgegenüber hat open-access.net durch die namentliche Unterstützung zahlreicher Organisationen gute Chancen für eine erfolgreiche Breitenwirkung.

Die Multiplikatorenfunktion unterstützender Organisationen ist essenziell für den Erfolg der Informationsplattform, wenn es darum geht, konkrete Ergebnisse und Initiativen zu einem (möglichst positiv besetzten) Dauerthema im Wissenschaftsbetrieb und wenn möglich auch in der nichtwissenschaftlichen Öffentlichkeit zu machen. Dies gibt der Umsetzung von Open Access die nötige Schubkraft und öffentliche Unterstützung. Im ersten Projekt konnten hierfür schon eine Reihe zentraler Organisationen gewonnen werden. Ziel muss es allerdings sein, die bestehenden Projektunterstützer wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Allianz der Wissenschaftsorganisationen, die Volkswagenstiftung und DINI e.V. um weitere Organisationen des Kultur- und Wissenschaftsbetriebs und des zugehörigen politischen Umfelds zu erweitern. Noch viel stärker gilt dies für die Fachgesellschaften, von denen bislang die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs), die Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) und der Deutsche Germanistenverband hinsichtlich einer Unterstützung gewonnen werden konnten.

Die bisherigen Unterstützer sind mit ihrem Namen auf der Plattform zu finden. Weitere Unterstützer, insbesondere auch weitere wissenschaftliche Fachgesellschaften, Verlage und internationale Partner, sollen hinzugewonnen werden. Darüber hinaus soll von den Webseiten dieser Organisationen an geeigneter Stelle auf die Informationsplattform verlinkt werden, relevante Inhalte, Initiativen und Aktivitäten im Open-Access-Bereich sollen als "News" über die Online-Angebote und Newsletter dieser Organisationen verbreitet werden. Erste Gespräche mit weiteren Unterstützern haben bereits stattgefunden.

 

Verbesserung der Tiefenwirkung der Informationsplattform durch den Einbezug weiterer Zielgruppen und durch Etablierung eines Infrastrukturnetzwerkes mit Open-Access-Beauftragten

Open Access muss insbesondere unter Wissenschafter(inne)n deutlich besser bekannt gemacht werden. Hierzu muss die Informationsplattform selbst einen größtmöglichen Bekanntheitsgrad erreichen, um die Akzeptanz und Etablierung von Open Access nachhaltig zu fördern. Inhaltliche Informationen zu Open Access können erst dann ihren Zweck erfüllen, wenn zunächst ein Interesse an der Thematik geweckt wird.

Um dies zu erreichen, soll – ausgehend von den bereits existierenden, vielfältigen Kooperationen – ein Netzwerk von Open-Access-Beauftragten aufgebaut werden, um auf dieser Basis den Open-Access-Gedanken zum einen im Wissenschaftsbetrieb zu verbreiten und zu verankern, zum anderen um auf politischer Ebene ein gemeinsames Forum zu etablieren. Hieraus ergeben sich die beiden Ebenen, die das Netzwerk von Open-Access-Beauftragten umfassen soll: eine Arbeitsebene und eine strategische Ebene. Auf der Arbeitsebene sollen vor allem die Kommunikation und der Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren, die sich tagtäglich mit Open Access beschäftigen, gefördert sowie Informationsveranstaltungen sowohl für Wissenschaftler/innen als auch für die Mitglieder des Netzwerks initiiert werden. Auf einer politisch-strategischen Ebene soll ein zweites Netzwerk – die „Konferenz der Open-Access-Beauftragten“ – entstehen, das sich aus renommierten Vertreter/innen wissenschaftlicher Einrichtungen zusammen setzen soll und in regelmäßigen Treffen gemeinsame Strategien und Maßnahmen zur Förderung von Open Access erarbeitet und öffentlich formuliert, um so dem Open-Access-Prinzip eine starke gemeinsame Stimme zu verleihen.

 

Internationalisierung der Plattform

Die Erfahrungen, Vorarbeiten und Kooperationen, die aus der Umsetzung der Plattform resultierten, sollen für eine Internationalisierung von open-access.net genutzt werden:

  • Die deutsche Version soll mit Partnern aus dem deutschsprachigen Raum dahingehend erweitert werden, dass länderspezifische Inhalte (z.B. im Bereich der Rechtsfragen und der wissenschaftlichen Fachgesellschaften) systematisch aufbereitet und vorgehalten werden. Erste Gespräche mit Kooperationspartnern in Österreich und der Schweiz haben bereits stattgefunden.
  • Alle Inhalte sollen in die englische Sprache übersetzt werden, um die Informationsplattform auch für nicht-deutsche Nutzer und Nutzerinnen zugänglich zu machen und um weitere internationale Kooperationspartner zu gewinnen. In einem nächsten Schritt können gemeinsam mit diesen dezentral vorhandene, internationale Angebote in die Plattform integriert werden. Hier ist perspektivisch in Kooperation mit dem EU-Projekt DRIVER eine Ausweitung auf andere europäische Länder und Sprachen angestrebt.

 

Prozessevaluation

Um die Plattform im Wissenschaftsbereich zu etablieren, soll open-access.net sukzessive entsprechend der Bedürfnisse der Nutzer(innen) erweitert und optimiert werden. Da sich Bedürfnisse häufig erst bei der praktischen Anwendung – sei es von Open Access oder der Informationsplattform – konkretisieren, ist eine Evaluation der Informationsplattform erforderlich. Diese erfolgt 1. durch die Auswertung der Zugriffsstatistik, anhand derer es möglich ist, z.B. häufig besuchte Seiten oder verwendete Suchbegriffe zu identifizieren. Diese Daten sollen 2. in die Entwicklung eines Gesprächleitfadens für Experten-Interviews mit einfließen: Um weitere Anforderungen an die Plattform zu ermitteln, sollen Gespräche mit Verantwortlichen und Wissenschaftler(innen) von Universitäten und Forschungseinrichtungen vor Ort (insbesondere im Verlauf des Aufbaus des Infrastrukturnetzwerkes mit Open-Access-Beauftragten) geführt werden. 3. sollen Nutzer(innen) von open-access.net während der gesamten Projektlaufzeit mittels eines Online-Fragebogens ihr Feedback zur Plattform geben können. Ausgehend von der Auswertung der Interviews, Logfiles und Online-Fragebögen sollen die Inhalte von open-access.net weiter an die konkreten Wünsche und Rückmeldungen der Nutzenden angepasst werden.