Bei der Auswahl eines geeigneten Publikationsorgans dürften für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler meist zwei Faktoren ausschlaggebend sein: die Qualität des anvisierten Publikationsorgans, die sich aus Reputation, Impact, Wahrnehmung bei der Zielgruppe und anderen Kriterien zusammensetzt, und der Kostenaspekt. Fallen für eine Publikation Veröffentlichungskosten an und muss die Autorin/der Autor diese selbst tragen? Nur wenige werden bereit sein, Publikationsgebühren in größerem Umfang selbst zu übernehmen, wenn damit kein oder ein nur vage vermuteter Reputationsgewinn verbunden ist. Open-Access-Publikationsformen mit Autorenbeiträgen müssen folglich eine deutlich höhere Reputation als andere Publikationsformen aufweisen, damit eine Autorin/ein Autor bereit ist, den zusätzlichen finanziellen Aufwand nicht zu scheuen. Eine nicht auf Kostenüberlegungen, sondern Sachgründen beruhende Entscheidung für die beste Publikationsform setzt voraus, dass für die verschiedenen Alternativen Kostengleichheit gilt. Wünschenswert im Sinne einer Optimierung wissenschaftlicher Informationsverbreitung ist daher eine Förderpolitik, die eine Entscheidung aus Sachgründen ermöglicht und für Kostenneutralität der verschiedenen Optionen sorgt.
Die Förderpolitik der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sieht eine finanzielle Unterstützung für Publikationskosten in Höhe von 750 Euro jährlich vor, die gerade auch für Autorenbeiträge bei Open-Access-Publikationsformen verwendet werden kann (vgl. Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen, S. 8). Das Geld kann nur zweckgebunden für die Finanzierung von Publikationskosten verwendet werden und stellt einen ersten Schritt zur förderpolitischen Gleichbehandlung von Open-Access-Publikationen gegenüber konventionellen Veröffentlichungsformen dar