Medizin
- Allgemeine Informationen zu Open Access in der Medizin
- Open-Access-Zeitschriften
- Disziplinäre Repositorien und Datenbanken
- Beiratsmitglied der Informationsplattform aus dem Bereich Medizin
Im Folgenden sind einige Informationen über Open Access im Bereich Medizin zusammengestellt. Wenn Sie weitere Tipps und Anregungen zu diesem Bereich haben, zögern Sie nicht, uns eine E-Mail zu schicken!
Allgemeine Informationen zu Open Access in der Medizin
Open Access ist in der Medizin durch die Aktivitäten einschlägiger Open-Access-Zeitschriftenverlage und durch mehrere in der Forschung unverzichtbare Faktendatenbanken inzwischen fest verankert.
Förderung von Open Access durch Organisationen und Fachgesellschaften
Die U.S. National Institutes of Health (NIH) und die National Library of Medicine (NLM) übernehmen bei der Förderung von Open Access eine aktive Rolle - teils über die Herausgabe von Zeitschriften und Datenbanken, teils indem sie die Autorinnen und Autoren in ihren Bereichen durch Empfehlungen oder Förderauflagen zum Publizieren in Open-Access-Zeitschriften auffordern bzw. anhalten.
Die medizinischen Fachgesellschaften sind relativ zersplittert und haben bisher in der Open-Access-Diskussion eine eher untergeordnete Rolle gespielt.
Open-Access-Verlage im Bereich Medizin
Die Public Library of Science (PLoS) ist ein nichtkommerzieller Open-Access-Verlag, der 2001 unter maßgeblicher Beteiligung des Medizin-Nobelpreisträgers und ehemaligen Direktors der National Institutes of Health Harold Varmus mit dem Ziel gegründet wurde, qualitativ hochwertige Open-Access-Zeitschriften, vergleichbar mit Science oder Nature, herauszubringen. Als erste Zeitschrift wurde im Oktober 2003 die Zeitschrift PLoS Biology gegründet, gefolgt von PLoS Medicine in 2004, deren Impact-Faktoren ein hohes wissenschaftliches Niveau dokumentieren. Ihnen folgten bis 2006 vier weitere Zeitschriften, die u.a. im Science Citation Index sowie in verschiedenen wissenschaftlichen Referateorganen ausgewertet werden.
Die PLoS-Zeitschriften finanzieren sich über Autorengebühren (zwischen $1.250 und $2.750 pro Artikel), die sich durch institutionelle Mitgliedschaften ermäßigen. Für die Anschubfinanzierung von PLoS standen Stiftungsgelder in Höhe von neun Mio. Dollar zur Verfügung.
BioMed Central ist ein 1998 gegründeter, unabhängiger Open-Access-Verlag in Großbritannien, der knapp 190 Open-Access-Zeitschriften publiziert (Stand Mai 2008). 30 Zeitschriften von BioMed Central haben offizielle Impact-Faktoren, für 55 weitere Zeitschriften sind inoffizielle Impact-Faktoren für 2006 bekannt. Die Zeitschriften von BioMed Central finanzieren sich ebenso wie die der Public Library of Science über Autorengebühren (zwischen $195 und $2.660 pro Artikel). Alternativ ist auch die Finanzierung über Mitgliedschaften möglich, deren Beitragshöhe von der gewählten Art der Mitgliedschaft, der Größe der Institution und/oder der Anzahl publizierter Artikel abhängt. Die Gebühr für den Autor/die Autorin entfällt dann bzw. reduziert sich. Zu den Mitgliedern zählten im Juni 2008 319 Institutionen, vor allem Universitäten.
German Medical Science ist ein Portal für die Open-Access-Publikation von Zeitschriften, Kongressen und Forschungsberichten. Es wurde 2003 als Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgemeinschaften der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) und des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) gegründet. Zurzeit erscheinen fortlaufend 13 Zeitschriften (Stand Juli 2008), zu denen auch die gleichnamige, das Gesamtgebiet der Medizin abdeckende Zeitschrift GMS German Medical Science – an Interdisciplinary Journal gehört, Abstracts von ca. 15 Kongressen pro Jahr sowie die Reihe HTA Reports. Herausgeber und verantwortlich für das Peer Review der Zeitschriften sind jeweils die beteiligten medizinischen Fachgesellschaften. Für die organisatorische und redaktionelle Betreuung ist die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) zuständig; die technische Infrastruktur wird vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) bereitgehalten. Die Finanzierung der Publikationen erfolgt über Mitgliedsbeiträge der Fachgesellschaften, die die Publikationsplattform nutzen, sowie über Spenden. Die ZB MED ist Kooperationspartner der National Library of Medicine (NLM).
Open-Access-Zeitschriften
Das Directory of Open Access Journals weist für die Bereiche "Health Sciences" und "Biology and Life Sciences" zwischen 450 und 500 Open-Access-Zeitschriften aus. Dies sind vier- bis siebenmal so viele als in den STM-Fächern Informatik bzw. Physik. Zusätzliche Informationen für den Bereich der Medizin liefert die Seite Free Medical Journals.
- BioMed Central: über 100 medizinische und biologische Open-Access-Zeitschriften
- Public Library of Science (PLoS): medizinische und biologische Open-Access-Zeitschriften
- PubMed Central (PMC): digitales Archiv der U.S. National Institutes of Health (NIH) für biomedizinische und lebenswissenschaftliche Fachzeitschriften
- German Medical Science: über 10 medizinische Open-Access-Zeitschriften
Während in anderen Bereichen Open-Access-Zeitschriften mit hohen Journal-Impact-Faktoren eher rar sind, gibt es in der Medizin eine stattliche Anzahl von Zeitschriften mit zum Teil herausragenden Werten.
Auswahl
Sortierung nach Journal-Impact-Faktoren, die der Online-Ausgabe der Journal Citation Reports (Copyright 2008) entnommen sind.
- CA: A Cancer Journal for Clinicians
American Cancer Society, HighWire Press, 1990-
Impact-Faktor: 69.026 - Journal of Clinical Investigation
American Society of Clinical Investigation, HighWire Press, PubMed Central, 1924- (print)
Impact-Faktor: 16.915 - PLoS Medicine
Public Library of Science, 2004-
Impact-Faktor: 12.601 - Nucleic Acids Research
Oxford University Press, HighWire Press, Open Access 2005-
Impact-Faktor: 6.954 - GMS German Medical Science
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften, 2003- (auf der Publikations-Plattform German
Medical Science)
Disziplinäre Repositorien
Repositorien
Preprints oder Postprints und entsprechende Repositorien sind in der Medizin bisher weniger verbreitet.
Datenbanken
Siehe auch Open Access zu Daten
- PubMed:
Die Datenbank PubMed der National Library of Medicine (NML) ist die Webvariante der Datenbank MEDLINE mit Links zu den Volltexten und verschiedenen Datensammlungen. MEDLINE wertet ca. 5.000 biomedizinische Zeitschriften aus und weist über 14 Mio. Publikationen nach. - Human Genome Projekt:
Das Projekt wurde in den USA im Oktober 1990 als Projekt eines öffentlich finanzierten internationalen Forschungsverbundes gegründet. Zu Beginn nahmen über 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in 40 Ländern teil. Ziel war die Sequenzierung des menschlichen Genoms bis 2010 (Quelle: Wikipedia). - GenBank:
Die GenBank ist eine Datenbank der National Institutes of Health (NIH), die alle öffentlich zugänglichen DNS-Sequenzen enthält. - Die Virtuelle Fachbibliothek Biologie vifabio ermöglicht den schnellen Zugriff auf ca. 400 biologische Online-Datenbanken.
- Biomedical Engineering:
Eine Zusammenstellung von zehn weiteren, frei zugänglichen Datenbanken von den Agrarwissenschaften bis zur Protein-Forschung findet sich auf dieser Fachinformationsseite des CCNY (City College of New York) Libraries unter der Zwischenüberschrift Open Access Databases (Suchfunktion des Browsers benutzen).
Beiratsmitglied der Informationsplattform aus dem Bereich Medizin
Prof. Dr. Hans Reinauer - Past Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Editor-in-Chief German Medical Science













