Wissenswertes für Förderorganisationen

Im Folgenden sind einige Informationen für Förderorganisationen zusammengestellt. Praktische Tipps und konkrete Hinweise auf Ihre Fragen zu bestimmten Themen finden Sie unter den FAQ. Da open-access.net sukzessive entlang der Rückmeldungen und Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer der Plattform weiterentwickelt werden soll, freuen wir uns über Kommentare und Ergänzungen. Zögern Sie daher nicht, uns eine E-Mail mit Ihren Fragen und Anregungen zu schicken!

 

Politik zur Unterstützung von Open Access

Förderorganisationen spielen im Wissenschaftsbetrieb eine zentrale Rolle. Eine exzellente Forschung ist ohne die vielfältige Unterstützung durch verschiedenste Förderorganisationen kaum möglich. Gleichzeitig üben sie durch ihre Verfahren der Mittelzuweisung und der Evaluation von Forschungsleistungen Einfluss insbesondere auf die Präsentation der Forschungsergebnisse aus. 

Förder- und Wissenschaftsorganisationen bekennen sich zunehmend zum Ziel des freien Zugangs zu den Ergebnissen öffentlich geförderter Forschung. Dabei ist die Erhöhung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen und damit die Stärkung des jeweiligen Wissenschaftsstandorts auch im internationalen Wettbewerb ein wichtiges Motiv. Auch wenn interdisziplinäre Forschungen und internationale Kooperationen gefördert werden sollen, ist Open Access zentral, da in Zeiten enger Budgets oftmals die Mittel fehlen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Zugang zu Publikationen auch anderer Fächer zu ermöglichen. Dass die finanziellen Mittel zur Anschaffung aller möglicherweise forschungsrelevanten Ressourcen nicht mehr ausreichen, gilt längst nicht mehr nur für Schwellen- und Entwicklungsländer. Open Access publizierte Forschungsergebnisse sind optimal nachnutzbar. Open Access fördert die Transparenz von Forschungsergebnissen und erleichtert die wissenschaftliche Qualitätssicherung.

Nicht zuletzt geht es aus der Perspektive von Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen darum, mit dem freien Zugang zu wissenschaftlicher Information einen Gegenwert zur öffentlichen Förderung von Forschung zu schaffen und eine Situation herbeizuführen, in der Forschungsergebnisse, die mit öffentlichen Geldern zustandekommen, möglichst auch öffentlich zugänglich sind und damit zum Nutzen aller zur Verfügung stehen. Die Möglichkeiten, Förderempfängerinnen und -empfänger dazu zu verpflichten, ihre Forschugnsergebnisse Open Access zur Verfügung zu stellen, finden ihre Grenzen in der (national unterschiedlich kodifizierten) Wissenschafts- und Publikationsfreiheit von Autor/innen und ggf. in wissenschaftlspolitischen Interessenlagen.

Viele Förderorganisationen haben eine Open-Access-Policy veröffentlicht, mit der sie sich jeweils klar positionieren und auf die sie ihre weitere Förderstrategie abstimmen. In der Policy ist in der Regel geklärt, welche konkreten Fördermaßnahmen und -schwerpunkte sich aus der Positionierung zu Open Access jeweils ergeben und unter welchen Bedingungen eine Förderung erfolgt. Eine mögliche Maßnahme ist die förderpolitische Gleichstellung von Open-Access-Publikationen und konventionellen Veröffentlichungsformen. Beispielsweise sieht die Förderpolitik der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine finanzielle Unterstützung für Publikationskosten in Höhe von 750 Euro jährlich vor, die auch für Autorenbeiträge bei Open-Access-Publikationsformen verwendet werden kann (vgl. Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen, S. 5).

In der Schweiz hat die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften Empfehlungen zu Open Access formuliert, und der Schweizerische Nationalfonds hat seine Beitragsempfängerinnen und –empfänger grundsätzlich zur Publikation ihrer Werke mit Open Access verpflichtet. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz unterstützen die Umsetzung von Open Access. Open Access ist einer von ihren vier Schwerpunkten (Stand März 2010).

Eine ganze Reihe von Förderorganisationen, darunter die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der Schweizerische Nationalfonds (SNF), der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Österreich (FWF), haben die Berliner Erklärung unterzeichnet. Auf europäischer Ebene haben sich die European Heads of Research Councils (EUROHORCs) und die European Science Foundation (ESF) in ihrer Vision eines europäischen Forschungsraums zum Ziel des freien Zugangs zu Ergebnissen aus öffentlich geförderter Forschung bekannt und einen Katalog von Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels vorgelegt. Eine Auswahl weiterer Positionierungen von Förderorganisationen finden Sie hier, weitere Informationen über die Open-Access-Policies von Förderorganisationen in Europa bietet die SHERPA-JULIET-Datenbank. Eine strategische Abstimmung der Unterstützung von Open Access mit anderen Förder- und Wissenschaftsorganisationen hat beispielsweise die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ vorgenommen.

Neben der wissenschafts- und förderpolitischen Positionierung können Förderorganisationen zur Unterstützung von Open Access vor allem auf folgenden Feldern Aktivitäten entwickeln:

Zum Seitenanfang

Weiterführende Links

Zum Seitenanfang

Beiratsmitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft

 

Dr. Johannes Fournier - Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (Gruppe LIS)

 

Weitere Beiratsmitglieder

Zum Seitenanfang

FAQ

Klicken Sie hier, um sich alle FAQ-Einträge für Förderorganisationen anzeigen zu lassen.

Zum Seitenanfang

Information Platform Open Access
http://open-access.net/de/print/wissenswertes_fuer/foerderorganisationen/
last changed: 12.01.2010 04:39 pm