Publikationskosten für Open Access

Das aus Sicht wissenschaftlicher Autorinnen und Autoren sicherlich wichtigste Instrument der Unterstützung von Open Access durch Förderorganisationen ist die finanzielle Förderung des Open-Access-Publizierens. Im Zusammenhang mit ihrer Open-Access-Policy legen Förderorganisationen in der Regel fest, in welchem Rahmen und unter welchen Vergabekriterien und -modalitäten Autorengebühren übernommen werden.

In den letzten Jahren haben sich verschiedene Formen einer Übernahme von Open-Access-Publikationsgebühren in der Praxis von Förderorganisationen etabliert. Beispielsweise weist der Wellcome Trust einer Reihe von Universitäten sogenannte „block grants“ zu, die diese dann für die Erstattung der Publikationskosten Hochschulangehöriger einsetzen können. Doch auch Einzelerstattungen sind möglich, für Wissenschaftler/innen von Universitäten, die keine block grants beziehen (s. A Guide to Open Access, S. 4). Das britische Research Information Network (RIN) empfiehlt Hochschuleinrichtungen die Schaffung zentraler oder dezentraler Fonds, aus denen Autorengebühren auf Antrag erstattet werden können, wobei hier die Bewerbungs- und Vergabekriterien besonders deutlich gemacht werden sollten (s. Paying for open access publication charges, S. 11f.). Die Praxis der Einrichtung solcher Fonds hat sich bislang nicht allgemein durchgesetzt; in Deutschland hat bislang allein die Universitätsbibliothek Bielefeld als Pilotprojekt einen Publikationsfonds eingerichtet.

Seit einem Beschluss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Herbstsitzung 2009 des Hauptausschusses können Universitäten bei der DFG Mittel beantragen, um Publikationen ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in originären Open-Access-Zeitschriften zu finanzieren (Merkblatt der DFG zum Open-Access-Publizieren, PDF, 45KB). Mit diesem neuen Förderinstrument möchte die DFG Anreize für Universitäten setzen, verlässliche und dauerhafte Finanzierungsstrukturen für die Publikation in Open-Access-Zeitschriften zu entwickeln.

Darüber hinaus sieht die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine finanzielle Unterstützung für Publikationskosten in Höhe von 750 Euro jährlich vor, die über die Projektlaufzeit akkumuliert und auch für Autorenbeiträge bei Open-Access-Publikationsformen verwendet werden können (vgl. Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen, S. 5). Auch die Volkswagenstiftung und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung fördern ausdrücklich die Publikation von Forschungsergebnissen im Open-Access-Modell (s. Volkswagenstiftung Bewilligungsgrundsätze, S. 5; Alexander von Humboldt Stiftung. Richtlinien und Hinweise für Forschungsstipendiaten, S. 48).

Der FWF übernimmt ebenfalls Open-Access-Publikationskosten bis zu drei Jahren nach Abschluss des Projekts (vgl. Open-Access-Policy bei FWF-Projekten).

Beim Schweizerischen Nationalfonds können Publikationskosten in reinen Open-Access-, aber nicht hybriden Zeitschriften, über die normalen Forschungsbeiträge abgerechnet werden, wobei der SNF zusätzliche Kosten bewilligen kann. Für Arbeiten von hoher wissenschaftlicher Qualität unterstützt der SNF die Veröffentlichung unabhängig von der Art der Publikation (konventionell oder Open Access) auf Antrag durch Zahlung von "Publikationsbeiträgen".

Die Europäische Kommission geht auf die finanziellen Regeln für eine Erstattung von Open-Access-Publikationskosten in einem Anhang zum FP7 Grant agreement ein (S. 18).