Der Begriff „Datenschutz“ ist missverständlich. Es geht hierbei nämlich gerade nicht um den Schutz von Daten, sondern der hinter den Daten stehenden Menschen. Sie sollen dagegen geschützt werden, dass ihnen auf der Grundlage von zu ihrer Person gesammelten Informationen Nachteile zugefügt werden. Daher dürfen Einzelangaben über eine bestimmte oder bestimmbare natürliche Person, personenbezogene Daten gem. § 3 Abs. 1 BDSG, nur dann erhoben, verarbeitet und gespeichert werden, wenn dies entweder aufgrund eines Gesetzes oder einer vorherigen, informierten und freiwilligen Einwilligung desjenigen, dem die Daten zugeordnet werden können – Betroffener –, erlaubt ist, § 4 Abs. 1 BDSG. Es handelt sich dabei um die einfachgesetzliche Ausprägung des grundrechtlich verankerten Rechts auf informationelle Selbstbestimmung.

Der Umgang mit personenbezogenen Daten ist im Grundsatz im Bundesdatenschutzgesetz geregelt. Das BDSG ist jedoch zu anderen, bereichsspezifischen Gesetzen ausdrücklich nachrangig, § 1 Abs. 3 BDSG. Besondere Bedeutung für das Publizieren im Internet hat das Telemediengesetz, das in seinem 4. Abschnitt solche bereichsspezifischen Sonderregeln enthält. Diese Regelungen binden diejenigen, die Publikationen im Internet zum Abruf bereithalten, also Diensteanbieter gem. § 2 Nr. 1 TMG sind. Insbesondere die Betreiber von Repositorien und sonstiger Homepages, die Open Access-Veröffentlichungen enthalten, sind daher gehalten, keine personenbezogenen Daten zu erheben – d.h. sich solche Informationen zu beschaffen –, soweit ihnen dies nicht ausnahmsweise zu einem genau bestimmten Zweck erlaubt ist, und soweit personenbezogene Daten erlaubter Weise erhoben wurden, nicht mehr benötigte Daten unverzüglich zu löschen.

Aufgrund dieser besonderen Bedingungen unterliegt z.B. die Reichweitenmessung im Internet etwa durch das Auswerten von Log-Files oder mittels Analyseanwendungen wie beispielsweise Google Analytics oder Piwik besonderen Restriktionen. Von dem Nutzer zum Abruf verwendete Geräte und Anwendungen übermitteln häufig unbemerkt eine ganze Fülle an Informationen, mittels derer der Nutzer potenziell ausfindig gemacht werden könnte. Der Umgang mit diesen Informationen ist gesetzlich eng umrissen. Eine datenschutzkonforme Lösung für die Ermittlung von Nutzungshäufigkeiten in Repositorien wurde im Rahmen des Projekts Open Access-Statistik 2 erarbeitet.

Berührungspunkte zum Datenschutzrecht ergeben sich aber auch immer dort, wo es um den freien Zugang zu Forschungsdaten und das Teilen dieser Daten (Data Sharing) mit anderen WissenschaftlerInnen geht. Soweit WissenschaftlerInnen an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung, die mehrheitlich in der Hand eines Bundeslandes ist, tätig sind, gehen die Bestimmungen der Landesdatenschutzgesetze denjenigen des Bundesdatenschutzgesetzes vor. Die Landesdatenschutzgesetze wie auch das Bundesdatenschutzgesetz enthalten Privilegierungen zugunsten von Wissenschaft und Forschung wie z.B. in § 40 BDSG. Diese Privilegierungen sehen jedoch allenfalls eine Erlaubnis zur pseudonymen oder anonymen Nutzung und Weitergabe der Daten vor. D.h. für denjenigen, der die Daten in Empfang nimmt und mit ihnen arbeitet, darf eine hinter den Daten stehende natürliche Person nicht erkennbar werden.

Besonders sensibel und daher auch vom Datenschutzrecht besonders geschützt werden Informationen, die einen Rückschluss auf die körperliche oder psychische Verfassung eines Menschen sowie seine inneren Überzeugungen zulassen. Daher sind die Anforderungen an datenschutzrechtskonformes Verhalten in der medizinischen, psychologischen oder in der Sozialforschung besonders hoch. Gerade in kleinen Vergleichsgruppen oder seltenen Fallkonstellationen kann allein schon die Information über einen einzelnen Umstand ohne Nennung der Person gleichwohl einen Rückschluss auf diese zulassen, weshalb das strenge Regime für Erhebung, Verarbeitung und Speicherung eingreift, das eine Weitergabe in der Regel von der vorherigen, freiwilligen und informierten Einwilligung des Betroffenen abhängig macht. Dies ist bereits bei der Anlage des Forschungsvorhabens, d.h. beim Design der Datenbeschaffung zu berücksichtigen.