Schweizer Wissenschaftlerinnen haben die Verzeichnisse von missbräuchlichen und legitimen Open Access Fachzeitschriften untersucht

Für Forschende ist nicht immer einfach, zwischen missbräuchlichen und legitimen Fachzeitschriften zu unterscheiden. Sogenannte „Blacklists“ und „Whitelists“ versprechen aufzuzeigen, welche Fachzeitschriften missbräuchlich respektive legitim sind und werden weitläufig von der Forschungsgemeinschaft als Orientierungshilfe genutzt. Der Schweizerische Nationalfonds hat erstmalig die Qualität dieser Listen geprüft und sie hinsichtlich ihrer Einschlusskriterien und aufgelisteten Herausgeber und Fachzeitschriften verglichen.

Die in mBio publizierte Studie hat ergeben, dass sich die verschiedenen Listen stark hinsichtlich ihrer Einschlusskriterien unterscheiden. Im Allgemeinen scheinen alle Listen ausserdem leicht überprüfbare Dimensionen der Qualität einer Zeitschrift gegenüber der Qualität des Peer-Review zu priorisieren. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass es eine Überlappung von Zeitschriften und Verlagen zwischen Blacklists und Whitelists gibt. Dies weist darauf hin, dass einige Zeitschriften und Verlage falsch klassifiziert sind und andere in einer Grauzone zwischen Betrug und Legitimität operieren.

Die Studie zeigt, dass die untersuchten Blacklists und Whitelists hilfreich sind, um Forschende über Zeitschriften zu informieren, die wahrscheinlich betrügerisch oder wahrscheinlich legitim sind. Da Listen aber einfach zu verifizierende Kriterien betonen, zudem statisch sind und nie zu hundert Prozent aktuell sein können, sollten stets weitere Quellen konsultiert werden, um die Legitimität einer Fachzeitschrift zu überprüfen (Strinzel et al. 2019).

Strinzel M, Severin A, Milzow K, Egger M. 2019. Blacklists and whitelists to tackle predatory publishing: a cross-sectional comparison and thematic analysis. mBio 10:e00411-19. doi.org/10.1128/mBio.00411-19.