Im Streben nach Open Science

Claudio Aspesi, unabhängiger Berater, und Amy Brand, Direktorin des MIT-Press-Verlags, veröffentlichen einen Artikel im Science Magazine über die künftigen Entwicklungen im Bereich Open Science und prognostizieren einen Wendepunkt. Die Autor*innen sehen - zum Beispiel in der internationalen Open-Access-Förderstrategie Plan S - Hinweise, dass OA-Veröffentlichungen in den nächsten Jahren zum Standard in den Wissenschaften werden könnten. Gleichzeitig weisen sie auf mögliche Gefahren in den Entwicklungen hin: Für die akademische Gemeinschaft sei die zunehmende Beteiligung großer wissenschaftlicher Verlage an Datenanalyse-, Hosting- und Portaldiensten besonders besorgniserregend. Dies könne die Fähigkeit der Verlage verbessern, institutionelle Kunden durch kombinierte Angebote zu binden, die einen offenen Zugang zu Zeitschriften beim Kauf anderer Dienste voraussetzen. Selbst wenn solche „gebündelten“ Vereinbarungen kurzfristig den Vorteil hätten, offen lizenzierte Stipendien zu erhöhen, könnten sie den langfristigen Interessen der akademischen Gemeinschaft zuwiderlaufen, indem sie den Wettbewerb und die Vielfalt der Dienstleistungsangebote verringern. Die akademischen Gemeinschaft könne aber nur funktionieren, wenn der globale Marktplatz für Datenanalyse und Wissensinfrastruktur für echten Wettbewerb offen gehalten wird.
Zum Originalartikel im Science Magazine: https://doi.org/10.1126/science.aba3763