MONTAG I DIENSTAG I MITTWOCH

 

09:30 – 10:30 Uhr

KEYNOTE 2: ELENA ŠIMUKOVIČ
Eine Erfolgsgeschichte? Open Access zwischen kollektivem Handeln, (un-)sichtbaren Infrastrukturen und neoliberalen Verwandlungen

Lichthof / Info

Elena Šimukovič (Universität Wien)
https://orcid.org/0000-0003-1363-243X

Abstract
Auf dem Weg zum von einigen Großinitiativen ausgerufenen Entscheidungsjahr 2020 ist Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen zum prominenten Tagesordnungspunkt bei vielen Forschungseinrichtungen, Förderorganisationen und ihren Dachverbänden geworden. Doch während die Fragen „Was?“ und „Wann?“ schon beantwortet zu sein scheinen, wird über „Wie?“ und „Weshalb?“ noch heftig diskutiert. Dabei geht es nicht nur um Vor- und Nachteile bestimmter Open Access-Modelle, sondern auch um Grundsatzfragen zu akademischer Freiheit, der Rolle von Wissenschaft in der Gesellschaft oder internen Hierarchien im Wissenschaftsbetrieb. Ausgehend von Beobachtungen der jüngeren Vergangenheit lädt der Vortrag dazu ein, die mit einer umfassenden Umstellung auf Open Access verbundenen Versprechungen und ihre stillschweigenden Annahmen genauer zu betrachten. Auch wenn die gesamten vielschichtigen Auswirkungen auf die verschiedenen Teilbereiche des Wissenschaftssystems noch kaum absehbar sind, kommen die ersten zum Teil unbeabsichtigten Folgen bereits zum Vorschein. Um diese Entwicklungen und ihre möglichen Nebeneffekte in einem größeren Deutungsrahmen darzustellen, wird auf hilfreiche Konzepte aus dem Bereich der Wissenschafts- und Technikforschung zurückgegriffen. Dazu gehören die Soziologie der Erwartungen, die soziale Konstruktion von technologischen Artefakten und die Verflechtung von kollektiven Sehnsüchten und Werteordnungen in großangelegten wissenschaftspolitischen Anliegen.

Biografie
Elena Šimukovič studierte Informations- und Bibliothekswissenschaften an der Universität Vilnius und der Humboldt-Universität zu Berlin und war beruflich im Forschungsdatenmanagement und im Open Access-Publizieren tätig. Zurzeit verfasst sie ihre Dissertation an der Universität Wien und war zuletzt Mitglied in der ExpertInnengruppe der Europäischen Kommission zur „Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens und der wissenschaftlichen Kommunikation“.

Moderation
Dirk Verdicchio

10:30 – 11:15 Uhr

POSTERSESSION

Lichthof / Info

Bei den Open-Access-Tagen 2019 gelten Poster zu aktuellen Forschungsergebnissen oder Projekten im Themenfeld Open Access als vollwertige Konferenzbeiträge. Alle Poster werden in einer eigenen Postersession vorgestellt. Während der Session stehen die Autor*innen zur Verfügung, um mit anderen Tagungsteilnehmer*innen über ihre Poster zu diskutieren. Die besten drei Poster werden während der Abschlussveranstaltung am Mittwoch prämiert.

Die Stimmabgabe für die Wahl zum BEST POSTER  ist nach der Postersession bis 18:00 Uhr möglich.

Moderation: Dirk Verdicchio, Franz Pichler, Isabella Meinecke

Posterbeiträge

1. Fachgesellschaften und Open Access in Deutschland - eine Analyse zur Herausgabe von Zeitschriften
Strecker, Dorothea (https://orcid.org/0000-0002-9754-3807)
Pampel, Heinz (https://orcid.org/0000-0003-3334-2771)

2. Open Access – fachspezifische Workshops und Materialien
Oberländer, Anja
Beucke, Daniel (https://orcid.org/0000-0003-4905-1936)
Mazarakis, Athanasios (https://orcid.org/0000-0001-9943-0382)

3. Trust me, I’m a repository manager!
Vierkant, Paul (https://orcid.org/0000-0003-4448-3844)
Beucke, Daniel (https://orcid.org/0000-0003-4905-1936)
Meinecke, Isabella (https://orcid.org/0000-0001-8337-3619)
Schirrwagen, Jochen (https://orcid.org/0000-0002-0458-1004)

4. Offenheit leben: Kollaboratives Schreiben und Publizieren unter Berücksichtigung der Werte von Open Science
Dürkop, Axel (https://orcid.org/0000-0002-8154-8988)
Hagen, Florian (https://orcid.org/0000-0002-3256-2564)
Meinecke, Isabella (https://orcid.org/0000-0001-8337-3619)

5. Das Projekt OLH-DE
Dreher, Lena
Oberländer, Anja

6. Das Repository Software Framework MyCoRe: vielseitig, anpassbar, nachhaltig
Oeltjen, Wiebke
Neumann, Kathleen
Stephan, Robert

7. OpenIng - Open Access und Open Educational in den Ingenieurwissenschaften
Drößler, Stefan (https://orcid.org/0000-0001-8071-5070)
Elsner, Carsten (https://orcid.org/0000-0002-8204-8117)
Rosenke, Nicole (https://orcid.org/0000-0001-7597-7885)
Stefan, Beck
Markus, Weber
Christian, Hoppe
Sibylle, Hermann (https://orcid.org/0000-0001-9239-8789)

8. OGeSoMo Förderung von Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Monografien
Leinweber, Natalie
Graf, Dorothee

9. Open for Nature – the Museum library as an essential and supporting infrastructure for Open Access
Herrmann, Elisa (https://orcid.org/0000-0002-6920-949X)
Paß, Stefanie (https://orcid.org/0000-0002-8651-8120)

10. Innovatives Open Access im Bereich Small Science (InnOAccess)
Wrzesinski, Marcel (https://orcid.org/0000-0002-2343-7905)
Riechert, Patrick

11. Publizieren an der MLU - in Kooperation mit SciFlow
Özüyaman, Susann (https://orcid.org/0000-0002-2332-1216)

12. Open Access Publishing in der Lehrer*innenbildung: k:ON - Kölner Online Journal für Lehrer*innenbildung
Caruso, Celestine (https://orcid.org/0000-0003-0854-4558)
Hofmann, Judith (https://orcid.org/0000-0001-5484-6413)
Melzer, Conny
Rohde, Andreas
Sacher, Julia
Suckut, Julia
Wiktorin, Dorothea

13. Open-Access-Publikationsworkflow für Bücher
Schrader, Antonia (https://orcid.org/0000-0001-7080-634X)
Böhm, David (https://orcid.org/0000-0003-1126-3415)
Grossmann, Alexander (https://orcid.org/0000-0001-9169-5685)
Reiche, Michael

14. Single-Source-Publishing für alle: Anpassung des métopes-Systems an projektspezifische Publikationsworkflows
Thoden, Klaus (https://orcid.org/0000-0003-0434-3951)

15. Research Organization Registry (ROR) ID. An open, sustainable, and unique identifier for research organizations
Putnings, Markus (https://orcid.org/0000-0002-6014-9048)

16. Praxis im ORCID Deutschland Konsortium
Vierkant, Paul (https://orcid.org/0000-0003-4448-3844)
Pampel, Heinz (https://orcid.org/0000-0003-3334-2771)
Dreyer, Britta (https://orcid.org/0000-0002-0687-5460)
Glagla-Dietz, Stephanie (https://orcid.org/0000-0001-8762-3005)
Hartmann, Sarah (https://orcid.org/0000-0002-5765-6153)
Pietsch, Christian (https://orcid.org/0000-0001-8778-1273)
Summann, Friedrich (https://orcid.org/0000-0002-6297-3348)
Schirrwagen, Jochen (https://orcid.org/0000-0002-0458-1004)

17. Verwaltungsrecht in der Klausur - Ein OER-Lehrbuch zum Verwaltungsrecht
Eisentraut, Nikolas (https://orcid.org/0000-0002-8977-7363)

18. Open Educational Resources – Onlineplattformen unter der Lupe: Ergebnisse einer Plattformanalyse
Siegel, Stefan (https://orcid.org/0000-0002-7065-1306)
Heiland, Thomas

19. Open Library Badge 2020 - Neue Kriterien für mehr Offenheit in Bibliotheken
Blumtritt, Ute (https://orcid.org/0000-0003-4209-3893)
Fahrenkrog, Gabriele (https://orcid.org/0000-0002-7835-5114)
Grahl, Tina (https://orcid.org/0000-0002-4974-708X)
Lohmeier, Felix (https://orcid.org/0000-0003-3375-4362)
Meinecke, Isabella (https://orcid.org/0000-0001-8337-3619)
Meixner, Charlotte (https://orcid.org/0000-0001-9188-8970)
Wünsche, Stephan (https://orcid.org/0000-0001-9552-4402)

20. Sammeln, Aufbereiten, Analysieren - Der Weg zum Open Access Monitor
Ecker, Dirk (https://orcid.org/0000-0003-4241-9208)
Mittermaier, Dr. Bernhard (https://orcid.org/0000-0002-3412-6168)
Barbers, Irene (https://orcid.org/0000-0003-2011-7444)
Pollack, Philipp (https://orcid.org/0000-0002-3660-5752)
Rosenberger, Sonja (https://orcid.org/0000-0002-7519-1476)

21. Reliability and Perception of Open Metrics
Gottschling, Maxie
Orth, Astrid (https://orcid.org/0000-0003-4776-1440)

22. Ploc: pocket library for open content - Improve the visibility of open access content
Burmeister, Rodger
Sokolovska, Nataliia
Fecher, Benedikt
Melcher, Felix

23. Linked Open Data für Forschungsinformationssysteme
Gantner, Florian (https://orcid.org/0000-0002-4286-8583)
Illig, Steffen (https://orcid.org/0000-0002-5570-7746)
Rumpf, Philipp (https://orcid.org/0000-0002-6093-5874)

11:15 – 11:30 Uhr

KAFFEEPAUSE

Lichthof


11:30 – 13:00 Uhr

SESSION 5

Raum: B305 / Info

Plan S Aufgaben für Bibliotheken und Forschungseinrichtungen
Tullney, Marco (https://orcid.org/0000-0002-5111-2788)
Abstract

Plan S, ein koordiniertes Vorgehen vor allem europäischer Forschungsförderer für einen schnelleren Umstieg auf Open Access, zielt in erster Linie auf die geförderten Wissenschaftler*innen. Für wissenschaftliche Bibliotheken und weitere wissenschaftliche Einrichtungen ergeben sich Aufgaben bei der Implementierung. Dies geht über die offenkundigen Beratungsaufgaben hinaus und beinhaltet die Ausgestaltung von institutionellen Richtlinien und die Berücksichtigung in Lizenzverhandlungen. Eine besondere Rolle kommt der Überprüfung und Modernisierung selbst betriebener Infrastruktur (Repositorien, Zeitschriften etc.) zu.
Die Open-Access-Ziele von Plan S können von Bibliotheken einfach akzeptiert werden. Aber erst, wenn sie sich tatkräftig, mutig und aktiv an der Ausgestaltung beteiligen, können sie die Entwicklung beeinflussen. Dies ist auch wichtig für die Förderung von Bibliodiversität und Nachhaltigkeit von Open Access. Nachhaltigkeit bezieht sich hier nicht nur auf eine dauerhafte Finanzierbarkeit, sondern auch eine insgesamt robuste, offene, innovationsgeeignete Publikationslandschaft. Sollten Bibliotheken mit ihren Überlegungen, Planungen und Maßnahmen abwarten wollen, bis alle Förderer ihre Implementierung final vorgelegt haben, riskieren sie den Verlust wertvoller Zeit für etwaige Umstellungen von Diensten und Strategien.
Im Vortrag werden Vorschläge für die Orientierung von Bibliotheken und Forschungseinrichtungen auf Plan S und ähnliche Entwicklungen gemacht.

Open-Access-Transformationsrechnung für wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland
Schönfelder, Nina (https://orcid.org/0000-0001-5294-5354)
Abstract

Ein wesentliches Ziel des Projektes OA2020-DE ist die Unterstützung von Wissenschaftseinrichtungen bei der Open-Access-Transformation durch eine verbesserte Datenerhebung zu Publikationsaufkommen und -kosten. Unter einer Open-Access-Transformation wird die Umwandlung  bestehender, subskriptionsbasierter Zeitschriften (sowie von Monographien, Sammelwerken etc.) in den Gold Open Access verstanden. Dieser Prozess kann mit Kosten für die Autor_innen verbunden sein (bspw. in Form von Artikelbearbeitungsgebühren, APCs). Hierzu müssen die in den Erwerbungsetats wissenschaftlicher Bibliotheken gebundenen Gelder so umgeschichtet werden, dass sie künftig für die Finanzierung dieser und anderer Open-Access-Publikationskosten herangezogen werden können. Auf diese Weise kann die Transformation durchgeführt werden, ohne die wissenschaftlichen Autor_innen mit zusätzlichen Aufwänden zu belasten. Der Beitrag untersucht, ob die derzeitigen Erwerbungsmittel (vor allem aus dem Zeitschriftenbereich) ausreichend sind, um die Artikelbearbeitungsgebühren der Wissenschaftler_innen einer Einrichtung zu tragen. Die hier vorgestellte, sogenannte Transformationsrechnung wird für sechs Wissenschaftseinrichtungen auf Basis ihrer Publikationen der Jahre 2015, 2016 und 2017 durchgeführt und es werden ggf. budgetäre Engpässe identifiziert. Die Transformationsrechnung orientiert sich dabei an der Pay-It-Forward-Studie der University of California Libraries.

SCOAP³-DH: Stand 2019 – Bilanz und Ausblick
Ludwig, Judith
Pöche, Alexander
Abstract

2020 startet die nächste Phase der globalen Initiative SCOAP³, die es sich unter der Führung des CERNs zur Aufgabe gemacht hat, dass alle wissenschaftlichen Artikel im Bereich der Hochenergiephysik im Open Access veröffentlicht werden.
Für die deutschen Hochschulen organisiert die TIB im Rahmen des Projekts SCOAP³-DH die finanzielle Beteiligung an SCOAP³ seit 2014. Das Ende von Phase 2 wird zum Anlass genommen, eine Zwischenbilanz zu ziehen: Was wurde bisher erreicht? Wo liegen die Herausforderungen? Was wird sich ab 2020 ändern? Und was können wir aus SCOAP³-DH für andere Open-Access-Projekte lernen?

Moderation: Agathe Gebert

WORKSHOP 5

Raum: A320 / Info

Diskutieren Sie mit! Gemeinsame Kriterien zur Förderung von Open-Access-Monografien?
Universitäten und Forschungsverbünde stellen zunehmend Mittel für die Förderung von Open-Access-Monografien bereit. Sie stehen dabei einer Vielzahl ganz heterogener Fragen gegenüber, die sich um strategische Förderziele, Marktbedingungen und Transparenz, Kosten- und Angebotsstrukturen, Prozesse und Workflows drehen. Welche Publikationen sollen bzw. können überhaupt gefördert werden? Welche Angebote macht der Markt, welche Angebote müssen wir dafür selbst schaffen? Wie sind verschiedene Finanzierungsformen zu bewerten? Wie nachhaltig ist das Freikaufen von Content? Wo sollte strategisch investiert werden? Wie lassen sich Marktbedingungen mitgestalten? Welche neuen Aufgaben und Rollen kommen damit auf Infrastruktureinrichtungen und ihre MitarbeiterInnen zu?
Der Workshop lädt dazu ein, diese Fragen gemeinsam zu diskutieren. Er steht unter dem Leitgedanken, dass es gemeinsamer Standards und Förderkriterien bedarf, um die Transformation der wissenschaftlichen Großformate wissenschaftsfreundlich und nachhaltig zu gestalten. Die Diskussion baut auf den Erfahrungen auf, die bislang im Rahmen von Publikationsfonds für Monografien gemacht wurden. Sie bezieht aber auch die Lessons-Learned aus der Finanzierung von Zeitschriftenartikeln prüfend mit ein.
Für den Workshop haben sich VertreterInnen ganz unterschiedlicher Institutionen zusammengeschlossen. Der niedersächsische Publikationsfonds, die Leibniz-Gemeinschaft sowie die Bibliotheken der neun großen Technischen Universitäten in Deutschland (TU9) stellen darin ihre Perspektiven auf die Monografienförderung zur Diskussion, um eine möglichst breite Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen.
Im Rahmen eines Impuls-Cafés stellen wir den Teilnehmenden die genannten Themen als Blöcke vor und erarbeiten in interaktiven Formaten grundlegende Punkte und Lösungsansätze, die für eine nachhaltige Monografienförderung wesentlich sind.

Schobert, Dagmar (https://orcid.org/0000-0002-1792-3077)
Rosenke, Nicole (https://orcid.org/0000-0001-7597-7885)
Steinsieck, Andreas (https://orcid.org/0000-0002-1447-9329)
Bargheer, Margo (https://orcid.org/0000-0001-8246-8210)
Orth, Astrid (https://orcid.org/0000-0003-4776-1440)
Pohlschmidt, Monika (https://orcid.org/0000-0002-7418-8435)
Kändler, Ulrike

WORKSHOP 6

Raum: C311 / Info

Open Access-Advocacy – Erfahrungsaustausch und Aufbau eines Netzwerks
Wir alle fragen uns, wie wir WissenschaftlerInnen für das Thema Open Access sensibilisieren und informieren können. Oft kommen wir dabei allerdings auch an unsere Grenzen. Manche Dinge, die wir mit viel Aufwand vorbereiten, bringen nicht den erhofften Effekt oder haben nur sehr geringe Teilnehmer*innenzahlen. In diesem Workshop möchten wir –nach einem kurzen Impulsvortrag, der in das Thema einführt– zum Erfahrungsaustausch anregen, wie die Gestaltung von Beratungen, Fortbildungen, Workshops und Informationsmaterialien zum Thema Open Access gelingt. Hierzu möchten wir einen Raum bieten, um sich über Zielgruppen, Veranstaltungsformate, Beratungsthemen, die Gestaltung von Informationsmaterialien usw. auszutauschen, und innovative Ideen zu diskutieren, wie das Thema Open Access ansprechend vermittelt werden kann. Vor allem möchten wir aber auch eine Community aus Interessierten bilden, die ein längerfristiges Interesse daran hat, sich auszutauschen und sich bei der Erstellung von Materialien und Ausrichtung von Veranstaltungen gegenseitig zu unterstützen. Gemeinsam wollen wir überlegen, welche konkreten Ziele wir uns setzten möchten und auf welche Weise die Informationsplattform open-access.net hierfür genutzt werden kann. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Oberländer, Anja (https://orcid.org/0000-0003-4388-2552)
Nölte, Britta
Arning, Ursula
Schmitz, Jasmin (https://orcid.org/0000-0003-1427-1808)

13:00 – 14:30 Uhr

MITTAGSPAUSE

Lichthof


14:30 – 16:00 Uhr

SESSION 6

Raum: B305 / Info

Open Access an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland Ergebnisse einer Erhebung im Jahr 2018
Pampel, Heinz (https://orcid.org/0000-0003-3334-2771)
Abstract

Der Beitrag stellt die Ergebnisse einer Erhebung zu Open Access unter wissenschaftlichen Einrichtungen vor in Deutschland. An der Erhebung haben sich von September bis November 2018 403 wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt. Diese Erhebung ist wohl die bisher umfangreichste Studie zu den Open-Access-Aktivitäten an Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und Ressortforschungseinrichtungen.
Die Ergebnisse der Erhebung  geben u. a. einen Überblick über die Verbreitung von Leit-und Richtlinien zu Open Access und über den Stand der Open-Access-Infrastrukturen in Deutschland. Weiter bieten die Ergebnisse einen Einblick in den Umgang mit Open-Access-Publikationskosten und das damit verbundene Monitoring der Finanzmittel an wissenschaftlichen Einrichtungen. Auch beschreibt die Studie den Stand des Open-Access-Monitorings an wissenschaftlichen Einrichtungen und beschäftigt sich mit der Implementierung von Transformationsstrategien zur Förderung von Open Access.
Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Projektes “Options4OA” gefördert.

Open Access in Brandenburg Strategiepapier zu Offenheit in Wissenschaft, Forschung und Kultur
Eppelin, Anita (https://orcid.org/0000-0003-3184-5930)
Abstract

In fünf Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und Thüringen) sind bereits Strategien zu den Themenfeldern Open Access, E-Science oder Open Science entstanden. Brandenburg wird nun im Sommer 2019 eine Open Access Strategie veröffentlichen, die im Rahmen eines partizipativen Prozesses zu mehr „Offenheit in Wissenschaft, Forschung und Kultur“ in Brandenburg entstanden ist.
In dem Vortrag soll ein Überblick des Prozesses gegeben werden sowie das finale Strategiepapier vorgestellt werden.
Das Projekt „Open Access Strategie Brandenburg“ ist im November 2018 unter der Leitung von Prof. Dr. jur. Ellen Euler, LL.M. an der Fachhochschule Potsdam (FHP) gestartet und wird im Mai 2019 mit der Übergabe des finalen Strategiepapiers in dieser Form enden. Im Mittelpunkt stand die Gestaltung eines transparenten, kollaborativen und integrativen Prozesses, welcher die Bereiche Hochschule, Wissenschaft, Bibliothek, Kultur und Forschung an der Erarbeitung der Strategie beteiligt. Unter anderem wurde zur Ausgestaltung dieses Prozesses das Format eines Book Sprints gewählt, welcher im März 2019 unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern der Brandenburger Forschungs- und Kultureinrichtungen sowie externen Expertinnen und Experten stattfand.
In dem Strategiepapier werden vor dem Hintergrund des mit dem digitalen Wandel verbundenen globalen Transformationsprozess Ziele und konkrete Maßnahmen für die einzelnen Akteursgruppen in der Wissenschaft, namentlich die Wissenschaftler*innen, die Infrastruktureinrichtungen, die Hochschulen und die Landesregierung formuliert. Basierend auf diesen strategischen Zielen wird zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Strategie ein Monitoring- und Beratungskonzept vorgelegt.

Nachhaltigkeit durch Institutionalisierung: Die Open Policy des Austrian Centre for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Hannesschläger, Vanessa (https://orcid.org/0000-0003-0938-0890)
Abstract

In der digitalen Geisteswissenschaft (“digital humanities”, DH) zeigt sich in den letzten Jahren ein zunehmender Trend in Richtung Öffnung von Forschungsmaterialien. Während in den “traditionellen” Geisteswissenschaften vor allem Open Access, also die freie Verfügbarmachung von Aufsätzen und Büchern ein Thema ist, beschäftigen sich DH mit der Öffnung des gesamten Spektrums an Forschungsmaterial, das im Laufe der (digitalen) Arbeit erzeugt wird: Open Source und Open Data sind hier neben Open Access zu bestimmenden Trends geworden.
Während Fördergeber zunehmend fordern, als Gegenleistung für Forschungsfinanzierung frei zugängliche Daten und Ergebnisse geliefert zu bekommen und Forschende ihre Arbeit aus karrierestrategischen oder ideologischen Gründen öffnen möchten, wird die größtmögliche Öffnung von Forschung oft noch von den Strukturen der Institutionen be- oder sogar verhindert, an denen sie ausgeführt wird. Um zu verhindern, dass institutionelle Verbindlichkeiten (zum Beispiel die in Arbeitsverträgen festgelegte Übertragung von Nutzungsrechten an Forschungsergebnissen an die Institution) die Mitarbeiter*innen davon abhalten, ihre Forschung so weit wie legal möglich zu öffnen und sie im Gegenteil dazu zu animieren, aktiv nach Öffnung zu trachten, hat sich das Austrian Centre for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ACDH-OeAW) eine “Open Policy” verordnet. In diesen “Richtlinien für das Management von Forschungsdaten, -ergebnissen und Software am ACDH-OeAW” werden neben dem prinzipiellen Willen zur Öffnung auch Empfehlungen zu Veröffentlichungsstrategien, Lizenzierung und nachhaltiger Verfügbarmachung von Forschung festgehalten.
In diesem Vortrag sollen diese Richtlinien zur Öffnung vorgestellt werden. Ebenso wird Thema sein, wie die Idee zur offiziellen Verankerung von Openness im Profil des ACDH-OeAW in einem bottom-up Prozess entstand. Auch die Grenzen, die der Institutionalisierung von Openness an einem Institut wie dem ACDH-OeAW im Kontext eines breiteren institutionellen Gefüges wie der Akademie der Wissenschaften gesetzt sind, werden in diesem Vortrag zum Thema gemacht, wobei ein Raum zur Diskussion für Institutionalisierungsstrategien geboten werden soll.

Moderation: Gabriele Fahrenkrog

WORKSHOP 7

Raum: A320 / Info

OpenAPC-Workshop: Kostentransparenz in Open-Access-Transformationsverträgen
OpenAPC verzeichnet bislang Kostendaten zu Open-Access-Artikeln in Gold-OA- und Hybrid-Zeitschriften. Angesichts der Komplexität von Kostenmodellen für an Transformationsverträgen teilnehmende Einrichtungen und des Kostenumfangs für bislang subskriptionsstarke sowie perspektivisch für publikationsstarke Einrichtungen stellt sich die Frage, wie auch die institutionellen Kosten pro Open-Access-Artikel in Hybrid-Zeitschriften im Kontext von Transformationsverträgen zukünftig transparent berichtet werden können. Zudem betreffen Transformationsverträge mit großen Verlagen relevante Mengen von Zeitschriftenartikeln. So deckt beispielsweise der DEAL-Wiley-Vertrag ca. 12% des jährlichen deutschen Publikationsoutputs in wissenschaftlichen Zeitschriften ab.
Im Rahmen des DFG-geförderten Projekts „INTACT“ hat OpenAPC bereits Erfahrung im Monitoring von Open-Access-Artikeln in Hybrid-Zeitschriften aus transformativen Verträgen (Springer Compact) gesammelt. Im Kontext des aktuell laufenden BMBF-geförderten Projekts "Kostentransparenz als Beitrag zur Open-Access Transformation - KOA" möchten wir in diesem Workshop gemeinsam mit der datengebenden OpenAPC-Community am Beispiel des DEAL-Wiley-Vertrags ein Verfahren zu Erfassung und kostentransparenten Darstellung von artikelbezogenen Kosten aus Transformationsverträgen erarbeiten.

Pieper, Dirk (https://orcid.org/0000-0002-6083-9348)
Broschinski, Christoph

WORKSHOP 8

Raum: C311 / Info

Open Access in Regionalbibliotheken – Ideenbörse für gemeinsame Handlungsfelder
Regionalbibliotheken ohne universitären Versorgungsauftrag treten bislang wenig in der Open-Access-Bewegung in Erscheinung, die sich wesentlich auf Publikationsdienste und Publikationsförderung für die Wissenschaft konzentriert hat. Dennoch können Regionalbibliotheken bei der nachhaltigen und dauerhaften Unterstützung der Open-Access-Transformation in den Regionen eine wichtige Rolle übernehmen. Dazu müssen konventionelle Aufgaben und Dienstleistungen weiterentwickelt und neue Dienste etabliert werden.
So können Regionalbibliotheken eigene Daten, Digitalisate und Publikationen wo immer möglich zur freien Nachnutzung verfügbar machen. Sie können wissenschaftlich Publizierende aus den Regionen (z.B. Wissenschaftler*innen aus Bibliotheken, Archiven, Museen oder Historischen Vereinen) und Historische Kommissionen mit wiss. Publikationen zur Landeskunde und Landesgeschichte beraten, unterstützen und entsprechende Dienstleistungen wie Repositorien und Publikationsfonds anbieten. Sie können mit eigenen Veranstaltungen und Schulungen das Bewusstsein für die Bedeutung von Open Access fördern. Und sie können Open Access in die Erwerbung einbinden.
Im strategischen Zukunftsfeld der Forschungsdaten spielen Regionalbibliotheken eine herausragende Rolle als Datenproduzenten. Ihr umfangreiches Material an Retrodigitalisaten, Regional- und Personalbibliographien könnte nach den FAIR-Prinzipien aufbereitet  und den wissenschaftlichen Communities zur Verfügung gestellt werden. Da Regionalbibliotheken ihre Digitalisate und Daten vermehrt in (spartenübergreifende) kooperative Dienste einbringen, sind Open-Access-Szenarien in kooperativen Projekten und die Frage gemeinsamer Policies ein notwendiges und durchaus kontrovers diskutiertes Thema.
Mit diesem Workshop möchten wir eine Plattform bieten, um in offener Diskussion Handlungsfelder für Regionalbibliotheken zu identifizieren und möglicherweise erste Projektideen für einen nachhaltigen Open-Access-Wandel zu entwickeln.

Steinsieck, Andreas (https://orcid.org/0000-0002-1447-9329)
Wehry, Matthias
Roeder, Corinna (https://orcid.org/0000-0001-5383-0911)
Mangei, Johannes

TOOL-MARKTPLATZ

Galerie / Info

Vorstellung von innovativen und kreativen Software-Lösungen

Auf dem Toolmarktplatz werden innovative Software-Werkzeuge und Webapplikationen vorgestellt, die das wissenschaftliche Arbeiten und Publizieren im Sinne von Open Access und Open Science unterstützen und als Open Source Software nachgenutzt werden können. Live- und Demoversionen der Anwendungen werden von den Autor*innen vorgeführt und mit den Teilnehmer*innen diskutiert.

Moderation:
Astrid Orth (https://orcid.org/0000-0003-4776-1440)
Jochen Schirrwagen (https://orcid.org/0000-0002-0458-1004)
Paul Schultze-Motel

 

Beiträge:

HOS-MetadataTransformations: Automatischer Workflow zum Harvesten, Transformieren und Indexieren von Metadaten für das Hamburg Open Science Schaufenster
Maas, Jan Frederik (https://orcid.org/0000-0002-6374-7414)
Lohmeier, Felix (https://orcid.org/0000-0003-3375-4362)
Abstract

Im Projekt Hamburg Open Science Schaufenster (https://openscience.hamburg.de) werden Metadaten zu Open-Access-Materialien von verschiedenen Institutionen aggregiert. Aktuell werden vor allem Daten aus institutionellen Repositorien und Forschungsinformationssystemen gesammelt, eine Ausweitung z.B. auf Metadaten von Forschungsdaten, 3D-AV-Materialien, Lernvideos und auf Forschungsmetadaten ist geplant. Wir stellen den vollautomatischen Workflow vor, der die Metadaten aus verschiedenen OAI-PMH-Schnittstellen mit metha harvestet, mit OpenRefine transformiert und anschließend in einen Solr-Suchindex lädt. Die eingesetzten Tools und die von uns entwickelten Scripte stehen alle unter Open-Source-Lizenzen und können für andere Projekte nachgenutzt werden. Im Tool-Marktplatz demonstrieren wir den Workflow und zeigen wie die Scripte für andere Datenquellen angepasst werden können.

Code bei GitHub: https://github.com/subhh/HOS-MetadataTransformations

Research Data Management Organizer
Michaelis, Olaf
Abstract

Der Research Data Management Organiser (RDMO) ist eine Web-Anwendung, die das kollaborative Arbeiten an Forschungsdatenmanagementplänen ermöglicht und so Forschungsprojekte bei der Planung, Umsetzung und Verwaltung aller Aufgaben des Forschungsdatenmanagements über den gesamten Datenlebenszyklus unterstützt. RDMO nutzt zur Dateneingabe strukturierte vollständig konfigurierbare Interviews, die alle Beteiligten einbinden. Außerdem ermöglicht das Tool die textuelle Ausgabe von Datenmanagementplänen (DMP) nach den Vorgaben unterschiedlicher Förderer. RDMO kann ohne großen Aufwand von Institutionen oder Infrastrukturdienstleistern selbst gehostet werden und bietet so die volle Kontrolle darüber, wie und wo eventuell sensitive Daten gespeichert werden. Darüberhinaus ermöglicht es benutzerdefinierte Layouts und ist flexibel an jede Disziplin anpassbar. RDMO verfügt über Schnittstellen zur maschinellen Datenverarbeitung, durch die nicht nur andere Softwaretools angebunden werden können, sondern die ebenso durch das zu Grunde liegende Datenmodell die Austauschbarkeit von Datensätzen zwischen verschiedenen RDMO-Instanzen gewährleisten. RDMO kann sofort in kleineren oder größeren Projekten eingesetzt werden. Es ist quelloffen, gut dokumentiert und auf GitHub verfügbar. Aufgrund der Apache License 2.0 kann RDMO frei genutzt und modifiziert werden. Das Tool ist hauptsächlich in Python geschrieben und nutzt das Django-Framework und AngularJS. Entwickelt wird das Tool von den Projektpartnern des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam, der Fachhochschule Potsdam und der Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie. Das Projekt befindet sich in der zweiten Phase, welche noch bis April 2020 läuft, und ist durch die DFG gefördert. Die Ziele der zweiten Projektphase bestehen vor allem in der Verstetigung und Etablierung einer Community, der fortwährenden Verbesserung der Software, und der Entwicklung eines tragfähigen Nachaltigkeitskonzepts.

GitHub-URL: https://github.com/rdmorganiser/rdmo

Dissemin - Unterstützungswerkzeug für Zweitveröffentlichungen
Beck, Stefan (https://orcid.org/0000-0001-7935-7720)
Stille, Wolfgang
Abstract

Die Software Dissemin ist ein webbasiertes Unterstützungswerkzeug für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Förderung von Zweitveröffentlichungen („Green Open Access“), sie kann aber auch zu Recherchezwecken von Bibliotheken eingesetzt werden. Nach einem Sucheinstieg mit Autorenname, ORCID, DOI oder Titel der Publikation werden in einer Timeline die gefundenen Publikationen zusammen mit ihrem Open Access Status ausgegeben. Es gibt die Status von „Veröffentlichung vom Verlag nicht erlaubt“ bis „Veröffentlicht durch den Verlag“. In der Detailansicht sind Verlagsinformationen zu Zweitveröffentlichungsmöglichkeiten sowie bibliografische Metadaten angegeben. Hier kann auch direkt eine Zweitveröffentlichung in verschiedenen Repositorium veranlasst werden. Neben dem Dokument, das der Nutzer hochlädt, werden die notwendigen bibliografischen Metadaten in das Repositorium geladen. Hierfür wird unter anderem das SWORDv2-Protokoll eingesetzt. Zusätzlich zu Zenodo, OSF und HAL werden weitere institutionelle Repositorien aus dem deutschsprachigen Raum im Rahmen des Projekts OpenING angeschlossen.
Als Datenquellen dienen CrossRef, BASE, ORCID sowie für Verlagsinformationen SHERPA/RoMEO. Durch ein geschicktes Zusammenführen der Daten wird dann der Open Access Status der Publikationen ermittelt. Derzeit sind über 100 Millionen Datensätze verzeichnet.
Die Anmeldung der Nutzer erfolgt entweder über ORCID oder eduGAIN (geplant).
Die Weiterentwicklung der Software ist Teil des Projektes OpenIng der Bibliotheken der TU Braunschweig, der TU Darmstadt und der Universität Stuttgart sowie der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle der TU Darmstadt. Im Fokus des Projekts stehen die Ingenieurswissenschaften, in denen Open Access bisher wenig verbreitet ist. Eine Nachnutzung der Entwicklungen im Rahmen des Projekts ist gegeben.
Dissemin ist unter der GNU Affero General Public License v3 veröffentlicht. Eine lauffähige Version ist unter https://dissem.in erreichbar. Herr Dr. Wolfgang Stille ist OpenIng-Projektmitglied. Herr Dr. Stefan Beck ist im Rahmen des o.g. Projektes Mitentwickler.

Der Replay-Client: Dokumentation von Forschungsergebnissen im Arbeitsalltag
Hahn, Uli (https://orcid.org/0000-0002-1316-881X)
Hermann, Sibylle (https://orcid.org/0000-0001-9239-8789)
Abstract

Im Rahmen des Landesprojekts Realisierung einer Plattform und begleitender Dienste zum Forschungsdatenmanagement für die Fachcommunity Digital Humanities – kurz RePlay-DH – entwickelten die Projektpartner[1] eine Software zur Dokumentation, Archivierung und Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeitsprozessen.
Der Replay-DH-Client ist ein plattformunabhängiger Workflowtracker, der auf Java basiert. Der Client vereinfacht die Funktionen von Git[2] zur Versionsverwaltung.[3] Durch eine graphische Oberfläche wird die Dokumentation und Navigation von einzelnen Workflowschritten gesteuert. Die Dokumentation der Arbeitsschritte wird durch ein Prozessmetadatenschema unterstützt. Hierfür wurde exemplarisch ein Anwendungsszenario aus der Computerlinguistik genutzt. Dieses Prozessmetadatenschema ist so gestaltet, dass es für andere Fachbereiche an ihre Bedürfnisse anpassbar ist.
Das Tool bietet die Möglichkeiten Daten und Metadaten in verschiedene Formate zu exportieren, gängige Exportformate wie BPMN, Prov-O und P-Plan werden dabei unterstützt. Arbeitsergebnisse können über angebundene institutionelle Repositorien geteilt und veröffentlicht werden. Dazu wurden Schnittstellen zu DSpace[4] und Dataverse[5] implementiert. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit auch andere Repositoriensoftware an den Client anzubinden. Auch Versionierungsplattformen, wie zum Beispiel GitLab[6] können eingebunden werden.
Das Tool ist nach Anpassung der Metadaten kontextunabhängig für textbasierte Forschungsdaten und Software anwendbar und kann mit der lokalen Infrastruktur verbunden werden.
Der Replay-DH-Client steht über https://github.com/RePlay-DH/replay-dh-client zur Verfügung und steht unter einer MIT-Lizenz. Ein Internetanschluss ist hilfreich aber nicht zwingend erforderlich. [1] Universitätsbibliothek Stuttgart, Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung Stuttgart, Kommunikations- und Informationszentrum der Universität Ulm und das Institut für Organisation und Management von Informationssystemen der Universität Ulm [2] Git https://git-scm.com/ ist eine freie Software zur verteilten Versionsverwaltung von Dateien.
[3] Versionskontrollsysteme protokollieren Änderungen an einer Datei oder einer Anzahl von Dateien, so dass auf Versionen und Änderungen zugegriffen werden kann und diese wieder hergestellt werden können.

[4] https://duraspace.org/dspace/
[5] https://dataverse.org/
[6] https://about.gitlab.com/

Linked Open Data für Forschungsinformationssysteme
Gantner, Florian (https://orcid.org/0000-0002-4286-8583)
Illig, Steffen (https://orcid.org/0000-0002-5570-7746)
Rumpf, Philipp (https://orcid.org/0000-0002-6093-5874)
Abstract

An der Universität Bamberg wird aktuell ein Forschungsinformationssystem (FIS) auf Basis der Open-Source Software DSpace-CRIS eingeführt. Um dabei die Sichtbarkeit der eigenen Forschungsleistungen zu fördern, wird die Bereitstellung der öffentlichen Inhalte des FIS als RDF-Triple (Linked Open Data, LOD) über einen vollwertigen SPARQL-Endpoint unter Berücksichtigung von Sicherheit und Performance angestrebt.

Nach Evaluation unterschiedlicher Ansätze haben wir uns entschieden, ein eigenständiges DSpace-CRIS-Modul auf Basis des bestehenden DSpace-Moduls für LOD zu entwickeln. Dieses kann, neben Publikationen, auch CRIS-Entitäten wie Auszeichnungen, Forschendenprofile oder Projekte und deren Beziehungen als LOD darstellen.
Unser Ansatz erfordert dabei keine Kenntnis der Datenbankstruktur, die bei DSpace bzw. DSpace-CRIS durch die Verwendung von Flyway-Migrationen volatil ist. Zudem ist eine ständige Aktualisierung durch die direkte Anbindung an DSpace-CRIS-Events gewährleistet, da die Synchronisierung nach FIS-seitiger Änderung automatisch erfolgt.

Als Triple Store wird die Open-Source-Software Apache Jena Fuseki eingesetzt, welche einen vollwertigen SPARQL-Endpoint öffentlich zur Verfügung stellt. Durch den Betrieb des Triple Stores auf einem eigenen Server möchten wir dabei Sicherheits- und Performancebedenken Rechnung tragen. So kann das Sicherheitsmodell von DSpace-CRIS genutzt und damit die Bereitstellung nicht-öffentlicher Informationen an den Triple Store verhindert werden. Umgekehrt ist eine Beeinflussung des FIS durch eine Fehlfunktion des Triple Stores ausgeschlossen, da der Datenfluss nur in eine Richtung erfolgt.
Als eigenständiger Server ist der Triple Store unabhängig und kann die Performance und Funktionen des FIS nicht wesentlich beeinträchtigen. Unser Quellcode ist unter der MIT-Lizenz von DSpace im GitHub-Account der Universitätsbibliothek Bamberg verfügbar: https://github.com/uniba-ub/dspace-cris-lod

Die Programmierung des DSpace-CRIS-Moduls erfolgte durch die Autoren.
Die Einführung des FIS ist für Herbst 2019 geplant. Wenn die Plattform zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Echtbetrieb gestartet ist, möchten wir ein Testsystem präsentieren.

Ein sozio-technisches System zum kollaborativen Schreiben und Publizieren wissenschaftlicher Journalbeiträge
Dürkop, Axel (https://orcid.org/0000-0002-8154-8988)
Hagen, Florian (https://orcid.org/0000-0002-3256-2564)
Abstract

Vorgestellt werden Konfiguration und praktischer Einsatz von GitLab im Verbund mit Docker und pandoc-scholar, um wiss. Journalbeiträge als Open-Access-Publikation in unterschiedlichen Formaten (HTML, PDF, EPUB, MOBI) aufzubereiten. Interessierte können hands-on (auf ihren eigenen Rechnern) ausprobieren, wie bspw. ein Word-Dokument mit pandoc in Markdown konvertiert werden kann. Der exemplarische Beitrag wird anschließend in GitLab eingepflegt, von wo aus er in verschiedene Zielformate konvertiert wird. Besucher*innen der Session können nun ausprobieren, welche Potenziale GitLab als universelles Content-Management-System entfaltet und wie mithiflfe von Hypothesis erste Reviewprozesse schon vor der Einreichung beim Journal möglich sind.
Der verwendete Toolstack steht unter freien Lizenzen (MIT, Apache 2.0, BSD-2, GPL) und kann hinsichtlich Konfiguration und Einsatz in Bibliotheks- und Hochschulzusammenhängen ohne technische Einschränkung reproduziert werden.
Die vorgestellte Architektur wird im Projekt "Modernes Publizieren" im Programm Hamburg Open Science (HOS) entwickelt und beforscht. Weitere Informationen zum Projekt unter oa-pub.hos.tuhh.de. Veröffentlichte Software und Konfigurationen sind im weltoffenen GitLab der TU Hamburg unter https://collaborating.tuhh.de/hos/modernes-publizieren zu finden.

Interessierte sind eingeladen, eigene Rechner mitzubringen, um das vorgestellte System aktiv zu testen.

ROSI - Offene Metriken für offene Wissenschaft
Lilienthal, Svantje (https://orcid.org/0000-0003-1537-2862)
Hauschke, Christian (https://orcid.org/0000-0003-2499-7741)
Fraumann, Grischa (https://orcid.org/0000-0003-0099-6509)
Abstract

Auf vielen Ebenen des Wissenschaftssystems findet Wissenschaftsevaluation basierend auf wenigen Indikatoren statt – wenn nicht sogar auf nur einem. Altmetriken ermöglichen eine breiter gefächerte Sichtweise, da sie viele verschiedene Aspekte wissenschaftlicher Arbeit einbeziehen und neue Datenquellen verwenden. Ob konventionelle oder alternative Metriken: Oft beruhen die Metriken und Indikatoren auf intransparenten Datenquellen. Eine unabhängige und nachvollziehbare Evaluation kann nur geschehen, wenn die zugrunde liegenden Daten und die dazu gehörigen Verfahren offen und frei zugänglich sind.
Das BMBF-Projekt ROSI (Referenzimplementation offener Szientometrischer Indikatoren) möchte transparente Wissenschaftsevaluation mit offenen Metriken erproben: Wir entwickeln einen Prototypen, der szientometrische Informationen darstellt, die ausschließlich auf offenen Datenquellen basieren. Ausgehend von einem persistenten Identifier kann mit dem Tool nach Indikatoren aus offenen Datenquellen gesucht werden, die dann graphisch dargestellt werden. Dem zugrunde liegt folgendes Datenmodell: Indikatoren treffen Aussagen über Entitäten (wie beispielsweise Personen oder Publikationen) und lassen sich in verschiedene Konzepte gruppieren ('Scientific Impact', 'Societal Impact', 'Communtity' und 'Openness'). Indikatoren werden von diversen Datenquellen bezogen. Um eine Anpassung pro Entitätstyp zu ermöglichen und das Datenmanagement zu erleichtern, werden die Daten pro Entitätstyp aggregiert. Nach Möglichkeit werden hierfür bereits vorhandene Aggregatoren verwendet und ggf. angepasst. Weitere Anpassungen – wie die Auswahl der Indikatoren und deren Darstellung – sind geplant und werden mit der wissenschaftlichen Community im Rahmen einer qualitativen Erhebung abgestimmt. Die Bedürfnisse von WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Fachdisziplinen werden in Einzelinterviews und Workshops mit Fokusgruppen erhoben. Die Ergebnisse werden laufend in die Implementation des Prototypen einbezogen. Wir möchten den ersten Prototypen der Referenzimplementation vorstellen und in den Austausch mit der Open-Access-Community treten.

Projekt: https://tib.eu/rosi-projekt
Software-Lizenz: MIT
Die Einreichende (Svantje Lilienthal) ist die leitende Entwicklerin der Software.

Gamification bei der Open-Access-Informationsplattform
Beucke, Daniel (https://orcid.org/0000-0003-4905-1936)
Nägle, Sibylle (https://orcid.org/0000-0003-3546-6911)
Abstract

Beschreibung des Tools: Auf der Informationsplattform open-access.net werden spezifische Informationen zu Open Access in 20 verschiedenen Fächern bereitgestellt, die damit auch zur Nachnutzung in lokalen Angeboten (z.B. Fachreferatewiss. Bibliotheken, Einbindung in Curriculare) bereitstehen. Um das Wissen der Fachcommunitieseffektiv und effizient auf der Informationsplattform open-access.net zu bündeln, sollen die Nutzenden durch die Anreicherung mit Gamification-Elementen dazu motiviertwerden ihr Knowhow auf der Plattform direkt einzubringen. Im Projekt OA-FWM wird die Plattform um diese Gamification-Elemente erweitert, und die Möglichkeit der Inhaltseingabe durch die Verbesserung der Usability erleichtert.
Die Motivation erfolgt hierbei über Gamification-Elemente wie z.B. Badges, die auf Profilseiten angezeigt werden. Die Nutzenden können die Inhalte der Plattform selbst anpassen oder können mit anderen Teilnehmenden der Community gewünschte Anpassungen an Texten diskutieren. Die Bearbeitung erfolgt leicht und intuitiv – nach einem Login – direkt im Frontend der Informationsplattform.
Diese neuen Änderungen möchten wir im Rahmen des diesjährigen Toolmarktplatz präsentieren und gern neue Teilnehmende für unsere Community gewinnen, die aktiv an den Inhalten der Informationsplattform Open Access mitarbeiten möchten.

Link zu einer lauffähigen Version der Anwendung: https://dev.open-access.net/startseite
Angaben zur Softwarelizenz: Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Angaben zum Verhältnis von Einreicher/in und vorgestellter Software: Daniel Beucke ist Projektmanager und Sibylle Nägle ist die Entwicklerin der Software
Angaben zu besonderen technischen Anforderungen, z. B. Internetanschluss per LAN-Kabel: (verlässliches) WLAN oder LAN-Anschluss

Ploc: Eine mobile App für Open Access Inhalte
Burmeister, Rodger
Sokolovska, Nataliia
Abstract

Mit der mobilen App pocket library for open content (ploc) wollen wir die Auffindbarkeit von Open Access Inhalten in Repositorien (grünes Open Access) verbessern. Durch die Bereinigung von Publikationsmetadaten und mit Hilfe von Textanalyseverfahren wollen wir die Verbreitung von grünen Open-Access-Publikationen fördern, Wissenschaftler miteinander vernetzen und neue Wege der Qualitätssicherung durch Peer-Feedback aufzeigen. Drei Kernfunktionen werden hierfür konzipiert und implementiert: ein Publikationsfeed, der ForscherInnen über Neuerscheinungen im eigenen Feld kurz und bündig informiert, eine Expertensuche, die ForscherInnen mit ähnlichen Interessen zusammenbringt und eine Feedbackfunktion, die den Austausch mit fachlich relevanten Peers in frühen Forschungsphasen ermöglicht.
Für die nächsten Verwertungsschritte suchen wir insbesondere die Zusammenarbeit mit Infrastruktureinrichtungen (z. B. Forschungsbibliotheken) und disziplinären Fachgruppen. Mit Bibliotheken können wir ein Tool entwickeln, das LeserInnen über fachlich relevante Neuerscheinungen informiert und beim Durschstöbern von Forschungsliteratur mobil unterstützt. Mit disziplinären Fachgruppen würden wir unsere Feedbackfunktion testen und diese an bestehende Arbeitsabläufe und Bedarfe anpassen (Beta-Test).

Während der Open Access Tage planen wir den Prototypen von zu demonstrieren und wollen gemeinsam mit potenziellen EndnutzerInnen und institutionellen AnwenderInnen die Relevanz einzelner Funktionen diskutieren. Das Feedback des Zielpublikums wird uns helfen, die App weiter an konkrete Bedürfnisse der EndnutzerInnen anzupassen. Der Prototyp wird gegen Ende des Jahres frei verfügbar gemacht und als Open-Source-Lizenz (GPLv3) veröffentlicht. Mit unseren vorläufigen Forschungsergebnissen, wie auch Erfahrungen aus der Entwicklungsarbeit, Metadatenbereinigung und Nutzerevaluationen würden wir gerne zur Diskussion über Open Review und Open Feedback-Praktiken sowie Open Access Metadaten beitragen und Wege der Digitalisierung dieser Prozesse aufzeigen und mitgestalten.
Die Anwendung ist Teil des Projekts DREAM (Digital Research Mining), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der deutschen Open-Access-Strategie zur Förderung von Open-Access-Innovationen gefördert wird.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie unter folgendem Link: https://www.fzi.de/forschung/projekt-details/dream-digital-research-mining/

16:00 – 16:30 Uhr

KAFFEEPAUSE

Lichthof


16:30 – 18:00 Uhr

SESSION 7

Raum: B305 / Info

Innovative Open-Access-Forschungsprojekte Ideenwettbewerb des BMBF
Boysen, Mathias
Zimbehl, Philipp
Abstract

Für die Open-Access-Tage 2019 in Hannover ist eine Session angeboten, in der sich Open-Access-Projekte vorstellen können, welche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus über 63 Vorschlägen aufgrund ihrer besonders innovativen Ansätze zur Schaffung, Verbreitung und Handhabe von Open-Access-Publikationen ausgewählt wurden. Bewährte Modelle und ganz neue Ideen zeigen die Vielfalt und den Ideenreichtum der Open-Access-Bewegung. Zielsetzung ist, im Rahmen der Session sowohl den Gesamtrahmen und die politische Zielrichtung des Ideenwettbewerbs vorzustellen, als auch interessierten Projekten die Gelegenheit zu geben, ganz praktisch ihre (vorläufigen) Ergebnisse im Vergleich vorzustellen – und so ihren Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit der OA-Community zu intensivieren.

SESSION 8

Raum: A310 / Info

SONAR: Förderung, Monitoring und Nachweis von OA in der Schweiz
Schuldt, Karsten
Prongué, Nicolas (https://orcid.org/0000-0003-0938-6029)
Bissels, Gerhard
Abstract

Im Projekt SONAR (Swiss Open Access Repository, Laufzeit 2019-2020) wird der Versuch unternommen, die Open Access-Publikationen mit Bezug zur Schweiz zu verzeichnen und auszuwerten sowie gleichzeitig ein „Repository as a Service‟ für wissenschaftliche Autorinnen und Autoren in Institutionen ohne solches (z.B. an kleinen Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen) anzubieten. Beteiligt sind am Projekt der Bibliotheksverbund der Romandie und Hochschulen aus den drei Sprachräumen des Landes (Chur, Lugano, Genf). Der Finanzier des Projektes – swissuniversities, die Vereinigung der Hochschulen der Schweiz –, aber auch Bibliotheken, Forschungsförderer und andere Institutionen erwarten von SONAR Einsicht in den Stand und die Entwicklung von Open Access in der Schweiz, auch im Hinblick auf die hiesige OA-Strategie, die analog zu Strategien in der EU eine möglichst baldige Umstellung des wissenschaftlichen Publikationssystems anstrebt.
Das Projekt geht Probleme an, die auch in den Nachbarländern bzw. der EU angegangen werden und versucht, durch Zusammenführung schon vorhandener Infrastrukturen und Daten eine möglichst pragmatische Infrastruktur zu schaffen, welche langfristig (a) Daten zur OA-Entwicklung und (b) weitere Unterstützung für kleine Hochschulen und andere Einrichtungen, die am Rand der Forschung stehen (z.B. Pädagogische Hochschulen), bieten soll. Obgleich von einem für die Schweiz spezifischen Pragmatismus geprägt, hat sich das Projekt auch herausfordernde Aufgaben gestellt, insbesondere den Versuch, automatisiert aus Volltexten internationaler Quellen relevante Informationen zu extrahieren, um auch solche Publikationen einbeziehen zu können, die nicht in offiziellen Schweizer Repositories verzeichnet wurden.
Der Vortrag soll das Projekt und seinen Stand der weiteren OA-Community im DACH-Raum bekanntmachen und zur Diskussion stellen, gleichzeitig die Herausforderungen eines solchen Projektes in einem stark föderalen Land, mit seinen zahllosen Stakeholdern und Interessen, aufzeigen.

Vorkommen und Bewertung von Open-Access-Nachweisen in Unpaywall
Hobert, Anne
Jahn, Najko
Abstract

Der Open-Access-Discovery-Dienst Unpaywall hat sich in den letzten Jahren zu einer maßgeblichen Quelle für den Nachweis von Open-Access-Publikationen in der quantitativen Wissenschaftsforschung und beim Open-Access-Monitoring entwickelt. Jedoch unterscheiden sich die Methoden, wie Daten des Dienstes erhoben und verwendet werden. Während einige Ansätze sich ausschließlich auf Unpaywalls „besten“ Nachweis konzentrieren, das den verlagsseitigen Zugang bevorzugt, versuchen andere, die vielfältigen Open-Access-Publikationsmöglichkeiten, die mit Unpaywall erfahrbar sind, zu berücksichtigen.
In unserem Beitrag stellen wir eine Datenanalyse des Gesamtdatenbestands von Unpaywall für Publikationen zwischen 2008 bis 2018 vor. Von über 31 Millionen Zeitschriftenartikeln, die Unpaywall auf ihren Open-Access-Status hin untersuchte, weist der Dienst derzeit rund 12 Millionen Artikel mit mindestens einem offen verfügbaren Volltext nach. Die Vollerhebung der verschiedenen Open-Access-Evidenztypen zeigt deutliche Überschneidungen zwischen Verlagsplattformen und Repositorien. Zudem wird deutlich, dass das verlagsseitige Open Access in Journalen, die nicht im DOAJ gelistet sind, den größten Anteil ausmacht.
Wie bei jeder bibliometrischen Datenquelle stellt sich daher auch bei der Verwendung von Unpaywall für empirische Open-Access-Studien die Frage nach einem verantwortungsbewussten Umgang, insbesondere bei der Entwicklung einer Indikatorik und der Datengewinnung. Wir stellen daher zum Abschluss ein Matchingverfahren mit der Web-of-Science-Datenbank des Kompetenzzentrums Bibliometrie zur Diskussion, welches eine möglichst pluralistische Sichtweise auf das Open-Access-Publikationsverhalten deutscher Universitäten ermöglichen soll.

Open Access – Ein Vorschlag zur Klassifikation und Operationalisierung
Hobert, Anne
Taubert, Niels (https://orcid.org/0000-0002-2357-2648)
Abstract

Der Begriff Open Access bezeichnet nicht nur eine bestimmte Art des wissenschaftlichen Publizierens – nämlich den leserseitig kostenlosen, freien Zugang zu Forschungsergebnissen in einem digitalen Format – sondern impliziert auch, dass dieser erstrebenswert ist. Zusammen mit der großen Vielfalt von Open-Access-Typen erschwert der normative Gehalt des Begriffs die Verständigung über wissenschaftliches Publizieren und freie Zugänglichkeit sowie die empirische Beforschung des Phänomens.
Ziel des Beitrags ist es, ein nicht-normatives Verständnis von Open Access zu entwickeln, das sich für empirische Studien im Bereich der Bibliometrie und Wissenschaftsforschung eignet. Dies erfolgt in drei Schritten: Erstens werden die normativen Gehalte des Begriffs expliziert und von den deskriptiven Begriffsbestandteilen getrennt. Daran anschließend findet zweitens eine Durchsicht der Dimensionen statt, die der Unterscheidung verschiedener Typen von Open Access zugrundeliegen. Basierend darauf wird ein Klassifikationsschema entwickelt, das in den einzelnen Dimensionen vollständig ist und zu abgrenzungsstarken Open-Access-Klassen führt. Der empirische Nutzen einer solchen Klassifikation hängt nicht nur von der Stringenz der konzeptionellen Überlegungen ab, sondern auch von der Operationalisierbarkeit der Klassen. Daher wird drittens illustriert, welche offenen Datenquellen für einen Nachweis der verschiedenen Klassen genutzt werden können.
Um den Nutzen von Klassifikation und Operationalisierung zu illustrieren, schließt der Beitrag mit einem Ausblick auf das Projekt OAUNI, mit dem Open-Access-Profile für sämtliche Universitäten Deutschland erstellt und Determinanten zur Erklärung von Unterschieden in den Profilen empirisch getestet werden sollen.

Moderation: Jochen Schirrwagen

WORKSHOP 9

Raum: A320 / Info

Das Engagement der Vielen wie mit kollektiven Ansätzen die nachhaltige OA-Finanzierung gestaltet werden kann
Für die Förderung von Open-Access-Publikationen haben sich Author/Article Processing Charges (APC) als Standard-Finanzierungsform von OA-Zeitschriftenartikeln etabliert. Diese werden von immer mehr Förderinstitutionen unterstützt. Daneben etabliert sich die Förderung von Buch-Publikationen nach ähnlichem Schema mittels Book-Processing-Charges. Beides hat jedoch Grenzen, sowohl was die Auswahl und die Höhe der Finanzierung als auch die Mechanismen der Förderung angeht (welche Autor_innen/Einrichtungen zahlen, welche Marktverzerrungen entstehen, wenn Einzelpublikationen gefördert werden, welche Auswirkungen hat die APC-Dominanz auf die Vielfalt im Publikationsmarkt). Eine weitere Herausforderung für die OA-Transformation besteht in den oft engen Grenzen und schwierigen Abstimmungsprozessen der bisherigen institutionellen, regionalen oder bestenfalls nationalen Finanzierungsmöglichkeiten. Erfahrungen aus den letzten Jahren zeigen außerdem, dass es keine One size fits all – Lösung für die Organisation der Open-Access-Publikationskosten geben kann, sondern passgenaue Ansätze basierend auf der Publikations- und Rezeptionskultur der jeweiligen Fachdisziplin entwickelt werden müssen.
In kurzen Impulsvorträgen wird die Thematik durch die Autor_innen aus ihren jeweiligen Perspektiven und Erfahrungen umrissen. Danach werden in einer interaktiven Session u.a. folgende Punkte diskutiert:

  • Welche kooperativen Ansätze können die institutionellen Förderungen ergänzen?
  • Welche Konsortien haben hier bereits erfolgreiche Erfahrungen gemacht?
  • Wie muss die Akteurskonstellation Autor_in – Herausgeber_in – Verlag – Bibliothek neu/anders definiert werden, damit gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden kann?

Der Workshop richtet sich in erster Linie an Teilnehmer*innen, die schon über Wissen und Erfahrungen im Bereich Gestaltung von Open-Access-Publikationskosten verfügen (z.B. durch die Ausgestaltung und Betreuung eines Publikationsfonds, durch Tätigkeit für einen Universitätsverlag, durch Verhandlung von Transformationsverträgen etc.). Daneben sollen Interessierte und Neulinge einen schnellen Einstieg in die Problematik bekommen und von den bisherigen Erfahrungen anderer Institutionen profitieren.

Bargheer, Margo (https://orcid.org/0000-0001-8246-8210)
Orth, Astrid (https://orcid.org/0000-0003-4776-1440)
Jobmann, Alexandra (https://orcid.org/0000-0001-6464-4583)
Siegert, Olaf (https://orcid.org/0000-0003-2122-0857)

WORKSHOP 10

Raum: C311 / Info

Spontane Session

15:45 - 16:30 Uhr

OPTIONAL: SPAZIERGANG ZUR FÜHRUNG

Pferdestatue vor der Uni (Welfenschloss) / Info

Gemeinsamer Spaziergang zum Treffpunkt der Führung durch die Herrenhäuser Gärten um 16:30 Uhr

Treffpunkt: An der Pferdestatue vor dem Universitäts-Hauptgebäude (Welfenschloss)

16:30 – 18:00 Uhr

OPTIONAL: GARTENFÜHRUNG

Herrenhäuser Gärten (Großer Garten) / Info

Die Herrenhäuser Gärten – ein Ensemble von Anlagen aus verschiedenen Epochen europäischer Gartenkunst – zählen zu Hannovers bekanntesten Attraktionen. Ihren historischen Nukleus bildet der im 17. Jahrhundert angelegte Große Garten, der heute zu den besterhaltenen und bedeutendsten Barockgärten Europas zählt. Wer den Großen Garten kennenlernen möchte, erhält dazu im Rahmen einer ca. 1,5-stündigen Führung Gelegenheit.

Anmeldung erforderlich
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl!
Teilnahmegebühr: 7,30 EUR

Adresse: Herrenhäuser Gärten, Alte Herrenhäuser Str. 3, 30419 Hannover
Treffpunkt: Infopavillon (Bitte bringen Sie die Buchungsbestätigung mit zur Führung!)

Wie komme ich hin?
Um zu den Herrenhäuser Gärten zu gelangen, nehmen Sie bitte die Straßen-/U-Bahn-Linie 4 oder 5 stadtauswärts und steigen Sie an der Haltestelle HERRENHÄUSER GÄRTEN aus. Der Infopavilllon (Treffpunkt) befindet sich links von der Haltestelle.

Alternativ können Sie mit uns über die Herrenhäuser Allee und durch den Georgengarten zum Herrenhäuser Schloss spazieren (ca. 1,8 Kilometer).
Treffpunkt: 15:45 Uhr an der Pferdestatue vor dem Universitäts-Hauptgebäude.

ab 19:00 Uhr

KONFERENZDINNER

Schlossküche Herrenhausen / Info

Das Konferenzdinner findet am Dienstagabend (1. Oktober) statt. Wir sind in der Schlossküche Herrenhausen zu Gast, in unmittelbarer Nähe zum Großen Garten der Herrenhäuser Gärten. Begleitet von einem festlichen Menü gibt der Abend Gelegenheit zum entspannten Austausch.

Begrenzte Teilnehmer*innenzahl!
Anmeldung erforderlich
Teilnahmegebühr: 30,00 EUR

Adresse: Schlossküche Herrenhausen, Alte Herrenhäuser Str. 3, 30419 Hannover

Wie komme ich hin?
Um zur Schlossküche zu gelangen, nehmen Sie bitte die Straßen-/U-Bahn-Linie 4 oder 5 stadtauswärts und steigen Sie an der Haltestelle HERRENHÄUSER GÄRTEN aus. Das Restaurant liegt unmittelbar rechts neben dem Schloss.