MONTAG I DIENSTAG I MITTWOCH

 

09:30 – 10:30 Uhr

KEYNOTE 2: ELENA ŠIMUKOVIČ
Eine Erfolgsgeschichte? Open Access zwischen kollektivem Handeln, (un-)sichtbaren Infrastrukturen und neoliberalen Verwandlungen

Lichthof / Info

Elena Šimukovič (Universität Wien)
https://orcid.org/0000-0003-1363-243X

Abstract
Auf dem Weg zum von einigen Großinitiativen ausgerufenen Entscheidungsjahr 2020 ist Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen zum prominenten Tagesordnungspunkt bei vielen Forschungseinrichtungen, Förderorganisationen und ihren Dachverbänden geworden. Doch während die Fragen „Was?“ und „Wann?“ schon beantwortet zu sein scheinen, wird über „Wie?“ und „Weshalb?“ noch heftig diskutiert. Dabei geht es nicht nur um Vor- und Nachteile bestimmter Open Access-Modelle, sondern auch um Grundsatzfragen zu akademischer Freiheit, der Rolle von Wissenschaft in der Gesellschaft oder internen Hierarchien im Wissenschaftsbetrieb. Ausgehend von Beobachtungen der jüngeren Vergangenheit lädt der Vortrag dazu ein, die mit einer umfassenden Umstellung auf Open Access verbundenen Versprechungen und ihre stillschweigenden Annahmen genauer zu betrachten. Auch wenn die gesamten vielschichtigen Auswirkungen auf die verschiedenen Teilbereiche des Wissenschaftssystems noch kaum absehbar sind, kommen die ersten zum Teil unbeabsichtigten Folgen bereits zum Vorschein. Um diese Entwicklungen und ihre möglichen Nebeneffekte in einem größeren Deutungsrahmen darzustellen, wird auf hilfreiche Konzepte aus dem Bereich der Wissenschafts- und Technikforschung zurückgegriffen. Dazu gehören die Soziologie der Erwartungen, die soziale Konstruktion von technologischen Artefakten und die Verflechtung von kollektiven Sehnsüchten und Werteordnungen in großangelegten wissenschaftspolitischen Anliegen.

Biografie
Elena Šimukovič studierte Informations- und Bibliothekswissenschaften an der Universität Vilnius und der Humboldt-Universität zu Berlin und war beruflich im Forschungsdatenmanagement und im Open Access-Publizieren tätig. Zurzeit verfasst sie ihre Dissertation an der Universität Wien und war zuletzt Mitglied in der ExpertInnengruppe der Europäischen Kommission zur „Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens und der wissenschaftlichen Kommunikation“.

10:30 – 11:15 Uhr

POSTERSESSION

Lichthof / Info

Bei den Open-Access-Tagen 2019 gelten Poster zu aktuellen Forschungsergebnissen oder Projekten im Themenfeld Open Access als vollwertige Konferenzbeiträge. Alle Poster werden in einer eigenen Postersession vorgestellt. Während der Session stehen die Autor*innen zur Verfügung, um mit anderen Tagungsteilnehmer*innen über ihre Poster zu diskutieren. Die besten drei Poster werden während der Abschlussveranstaltung am Mittwoch prämiert.


11:15 – 11:30 Uhr

KAFFEEPAUSE

Lichthof


11:30 – 13:00 Uhr

SESSION 5

Raum: B305 / Info

Plan S - Aufgaben für Bibliotheken und Forschungseinrichtungen
Tullney, Marco (https://orcid.org/0000-0002-5111-2788)
Abstract

Plan S, ein koordiniertes Vorgehen vor allem europäischer Forschungsförderer für einen schnelleren Umstieg auf Open Access, zielt in erster Linie auf die geförderten Wissenschaftler*innen. Für wissenschaftliche Bibliotheken und weitere wissenschaftliche Einrichtungen ergeben sich Aufgaben bei der Implementierung. Dies geht über die offenkundigen Beratungsaufgaben hinaus und beinhaltet die Ausgestaltung von institutionellen Richtlinien und die Berücksichtigung in Lizenzverhandlungen. Eine besondere Rolle kommt der Überprüfung und Modernisierung selbst betriebener Infrastruktur (Repositorien, Zeitschriften etc.) zu.
Die Open-Access-Ziele von Plan S können von Bibliotheken einfach akzeptiert werden. Aber erst, wenn sie sich tatkräftig, mutig und aktiv an der Ausgestaltung beteiligen, können sie die Entwicklung beeinflussen. Dies ist auch wichtig für die Förderung von Bibliodiversität und Nachhaltigkeit von Open Access. Nachhaltigkeit bezieht sich hier nicht nur auf eine dauerhafte Finanzierbarkeit, sondern auch eine insgesamt robuste, offene, innovationsgeeignete Publikationslandschaft. Sollten Bibliotheken mit ihren Überlegungen, Planungen und Maßnahmen abwarten wollen, bis alle Förderer ihre Implementierung final vorgelegt haben, riskieren sie den Verlust wertvoller Zeit für etwaige Umstellungen von Diensten und Strategien.
Im Vortrag werden Vorschläge für die Orientierung von Bibliotheken und Forschungseinrichtungen auf Plan S und ähnliche Entwicklungen gemacht.

Open-Access-Transformationsrechnung für wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland
Schönfelder, Nina (https://orcid.org/0000-0001-5294-5354)
Abstract

Ein wesentliches Ziel des Projektes OA2020-DE ist die Unterstützung von Wissenschaftseinrichtungen bei der Open-Access-Transformation durch eine verbesserte Datenerhebung zu Publikationsaufkommen und -kosten. Unter einer Open-Access-Transformation wird die Umwandlung  bestehender, subskriptionsbasierter Zeitschriften (sowie von Monographien, Sammelwerken etc.) in den Gold Open Access verstanden. Dieser Prozess kann mit Kosten für die Autor_innen verbunden sein (bspw. in Form von Artikelbearbeitungsgebühren, APCs). Hierzu müssen die in den Erwerbungsetats wissenschaftlicher Bibliotheken gebundenen Gelder so umgeschichtet werden, dass sie künftig für die Finanzierung dieser und anderer Open-Access-Publikationskosten herangezogen werden können. Auf diese Weise kann die Transformation durchgeführt werden, ohne die wissenschaftlichen Autor_innen mit zusätzlichen Aufwänden zu belasten. Der Beitrag untersucht, ob die derzeitigen Erwerbungsmittel (vor allem aus dem Zeitschriftenbereich) ausreichend sind, um die Artikelbearbeitungsgebühren der Wissenschaftler_innen einer Einrichtung zu tragen. Die hier vorgestellte, sogenannte Transformationsrechnung wird für sechs Wissenschaftseinrichtungen auf Basis ihrer Publikationen der Jahre 2015, 2016 und 2017 durchgeführt und es werden ggf. budgetäre Engpässe identifiziert. Die Transformationsrechnung orientiert sich dabei an der Pay-It-Forward-Studie der University of California Libraries.

SCOAP³-DH: Stand 2019 – Bilanz und Ausblick
Ludwig, Judith
Pöche, Alexander
Abstract

2020 startet die nächste Phase der globalen Initiative SCOAP³, die es sich unter der Führung des CERNs zur Aufgabe gemacht hat, dass alle wissenschaftlichen Artikel im Bereich der Hochenergiephysik im Open Access veröffentlicht werden.
Für die deutschen Hochschulen organisiert die TIB im Rahmen des Projekts SCOAP³-DH die finanzielle Beteiligung an SCOAP³ seit 2014. Das Ende von Phase 2 wird zum Anlass genommen, eine Zwischenbilanz zu ziehen: Was wurde bisher erreicht? Wo liegen die Herausforderungen? Was wird sich ab 2020 ändern? Und was können wir aus SCOAP³-DH für andere Open-Access-Projekte lernen?

WORKSHOP 5

Raum: A320 / Info

Diskutieren Sie mit! Gemeinsame Kriterien zur Förderung von Open-Access-Monografien?
Universitäten und Forschungsverbünde stellen zunehmend Mittel für die Förderung von Open-Access-Monografien bereit. Sie stehen dabei einer Vielzahl ganz heterogener Fragen gegenüber, die sich um strategische Förderziele, Marktbedingungen und Transparenz, Kosten- und Angebotsstrukturen, Prozesse und Workflows drehen. Welche Publikationen sollen bzw. können überhaupt gefördert werden? Welche Angebote macht der Markt, welche Angebote müssen wir dafür selbst schaffen? Wie sind verschiedene Finanzierungsformen zu bewerten? Wie nachhaltig ist das Freikaufen von Content? Wo sollte strategisch investiert werden? Wie lassen sich Marktbedingungen mitgestalten? Welche neuen Aufgaben und Rollen kommen damit auf Infrastruktureinrichtungen und ihre MitarbeiterInnen zu?
Der Workshop lädt dazu ein, diese Fragen gemeinsam zu diskutieren. Er steht unter dem Leitgedanken, dass es gemeinsamer Standards und Förderkriterien bedarf, um die Transformation der wissenschaftlichen Großformate wissenschaftsfreundlich und nachhaltig zu gestalten. Die Diskussion baut auf den Erfahrungen auf, die bislang im Rahmen von Publikationsfonds für Monografien gemacht wurden. Sie bezieht aber auch die Lessons-Learned aus der Finanzierung von Zeitschriftenartikeln prüfend mit ein.
Für den Workshop haben sich VertreterInnen ganz unterschiedlicher Institutionen zusammengeschlossen. Der niedersächsische Publikationsfonds, die Leibniz-Gemeinschaft sowie die Bibliotheken der neun großen Technischen Universitäten in Deutschland (TU9) stellen darin ihre Perspektiven auf die Monografienförderung zur Diskussion, um eine möglichst breite Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen.
Im Rahmen eines Impuls-Cafés stellen wir den Teilnehmenden die genannten Themen als Blöcke vor und erarbeiten in interaktiven Formaten grundlegende Punkte und Lösungsansätze, die für eine nachhaltige Monografienförderung wesentlich sind.

Schobert, Dagmar (https://orcid.org/0000-0002-1792-3077)
Rosenke, Nicole (https://orcid.org/0000-0001-7597-7885)
Steinsieck, Andreas (https://orcid.org/0000-0002-1447-9329)
Bargheer, Margo (https://orcid.org/0000-0001-8246-8210)
Orth, Astrid (https://orcid.org/0000-0003-4776-1440)
Pohlschmidt, Monika (https://orcid.org/0000-0002-7418-8435)
Kändler, Ulrike

WORKSHOP 6

Raum: E242 / Info

Open Access-Advocacy – Erfahrungsaustausch und Aufbau eines Netzwerks
Wir alle fragen uns, wie wir WissenschaftlerInnen für das Thema Open Access sensibilisieren und informieren können. Oft kommen wir dabei allerdings auch an unsere Grenzen. Manche Dinge, die wir mit viel Aufwand vorbereiten, bringen nicht den erhofften Effekt oder haben nur sehr geringe Teilnehmer*innenzahlen. In diesem Workshop möchten wir –nach einem kurzen Impulsvortrag, der in das Thema einführt– zum Erfahrungsaustausch anregen, wie die Gestaltung von Beratungen, Fortbildungen, Workshops und Informationsmaterialien zum Thema Open Access gelingt. Hierzu möchten wir einen Raum bieten, um sich über Zielgruppen, Veranstaltungsformate, Beratungsthemen, die Gestaltung von Informationsmaterialien usw. auszutauschen, und innovative Ideen zu diskutieren, wie das Thema Open Access ansprechend vermittelt werden kann. Vor allem möchten wir aber auch eine Community aus Interessierten bilden, die ein längerfristiges Interesse daran hat, sich auszutauschen und sich bei der Erstellung von Materialien und Ausrichtung von Veranstaltungen gegenseitig zu unterstützen. Gemeinsam wollen wir überlegen, welche konkreten Ziele wir uns setzten möchten und auf welche Weise die Informationsplattform open-access.net hierfür genutzt werden kann. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Oberländer, Anja (https://orcid.org/0000-0003-4388-2552)
Nölte, Britta
Arning, Ursula
Schmitz, Jasmin (https://orcid.org/0000-0003-1427-1808)


13:00 – 14:30 Uhr

MITTAGSPAUSE

Lichthof


14:30 – 16:00 Uhr

SESSION 6

Raum: B305 / Info

Open Access an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland - Ergebnisse einer Erhebung im Jahr 2018
Pampel, Heinz (https://orcid.org/0000-0003-3334-2771)
Abstract

Der Beitrag stellt die Ergebnisse einer Erhebung zu Open Access unter wissenschaftlichen Einrichtungen vor in Deutschland. An der Erhebung haben sich von September bis November 2018 403 wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt. Diese Erhebung ist wohl die bisher umfangreichste Studie zu den Open-Access-Aktivitäten an Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und Ressortforschungseinrichtungen.
Die Ergebnisse der Erhebung  geben u. a. einen Überblick über die Verbreitung von Leit-und Richtlinien zu Open Access und über den Stand der Open-Access-Infrastrukturen in Deutschland. Weiter bieten die Ergebnisse einen Einblick in den Umgang mit Open-Access-Publikationskosten und das damit verbundene Monitoring der Finanzmittel an wissenschaftlichen Einrichtungen. Auch beschreibt die Studie den Stand des Open-Access-Monitorings an wissenschaftlichen Einrichtungen und beschäftigt sich mit der Implementierung von Transformationsstrategien zur Förderung von Open Access.
Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Projektes “Options4OA” gefördert.

Open Access in Brandenburg - Strategiepapier zu Offenheit in Wissenschaft, Forschung und Kultur
Euler, Ellen (https://orcid.org/0000-0002-8897-420X)
Freyberg, Linda (https://orcid.org/0000-0002-4620-7571)
Abstract

In fünf Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und Thüringen) sind bereits Strategien zu den Themenfeldern Open Access, E-Science oder Open Science entstanden. Brandenburg wird nun im Sommer 2019 eine Open Access Strategie veröffentlichen, die im Rahmen eines partizipativen Prozesses zu mehr „Offenheit in Wissenschaft, Forschung und Kultur“ in Brandenburg entstanden ist.
In dem Vortrag soll ein Überblick des Prozesses gegeben werden sowie das finale Strategiepapier vorgestellt werden.
Das Projekt „Open Access Strategie Brandenburg“ ist im November 2018 unter der Leitung von Prof. Dr. jur. Ellen Euler, LL.M. an der Fachhochschule Potsdam (FHP) gestartet und wird im Mai 2019 mit der Übergabe des finalen Strategiepapiers in dieser Form enden. Im Mittelpunkt stand die Gestaltung eines transparenten, kollaborativen und integrativen Prozesses, welcher die Bereiche Hochschule, Wissenschaft, Bibliothek, Kultur und Forschung an der Erarbeitung der Strategie beteiligt. Unter anderem wurde zur Ausgestaltung dieses Prozesses das Format eines Book Sprints gewählt, welcher im März 2019 unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern der Brandenburger Forschungs- und Kultureinrichtungen sowie externen Expertinnen und Experten stattfand.
In dem Strategiepapier werden vor dem Hintergrund des mit dem digitalen Wandel verbundenen globalen Transformationsprozess Ziele und konkrete Maßnahmen für die einzelnen Akteursgruppen in der Wissenschaft, namentlich die Wissenschaftler*innen, die Infrastruktureinrichtungen, die Hochschulen und die Landesregierung formuliert. Basierend auf diesen strategischen Zielen wird zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Strategie ein Monitoring- und Beratungskonzept vorgelegt.

Nachhaltigkeit durch Institutionalisierung: Die Open Policy des Austrian Centre for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Hannesschläger, Vanessa (https://orcid.org/0000-0003-0938-0890)
Abstract

In der digitalen Geisteswissenschaft (“digital humanities”, DH) zeigt sich in den letzten Jahren ein zunehmender Trend in Richtung Öffnung von Forschungsmaterialien. Während in den “traditionellen” Geisteswissenschaften vor allem Open Access, also die freie Verfügbarmachung von Aufsätzen und Büchern ein Thema ist, beschäftigen sich DH mit der Öffnung des gesamten Spektrums an Forschungsmaterial, das im Laufe der (digitalen) Arbeit erzeugt wird: Open Source und Open Data sind hier neben Open Access zu bestimmenden Trends geworden.
Während Fördergeber zunehmend fordern, als Gegenleistung für Forschungsfinanzierung frei zugängliche Daten und Ergebnisse geliefert zu bekommen und Forschende ihre Arbeit aus karrierestrategischen oder ideologischen Gründen öffnen möchten, wird die größtmögliche Öffnung von Forschung oft noch von den Strukturen der Institutionen be- oder sogar verhindert, an denen sie ausgeführt wird. Um zu verhindern, dass institutionelle Verbindlichkeiten (zum Beispiel die in Arbeitsverträgen festgelegte Übertragung von Nutzungsrechten an Forschungsergebnissen an die Institution) die Mitarbeiter*innen davon abhalten, ihre Forschung so weit wie legal möglich zu öffnen und sie im Gegenteil dazu zu animieren, aktiv nach Öffnung zu trachten, hat sich das Austrian Centre for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ACDH-OeAW) eine “Open Policy” verordnet. In diesen “Richtlinien für das Management von Forschungsdaten, -ergebnissen und Software am ACDH-OeAW” werden neben dem prinzipiellen Willen zur Öffnung auch Empfehlungen zu Veröffentlichungsstrategien, Lizenzierung und nachhaltiger Verfügbarmachung von Forschung festgehalten.
In diesem Vortrag sollen diese Richtlinien zur Öffnung vorgestellt werden. Ebenso wird Thema sein, wie die Idee zur offiziellen Verankerung von Openness im Profil des ACDH-OeAW in einem bottom-up Prozess entstand. Auch die Grenzen, die der Institutionalisierung von Openness an einem Institut wie dem ACDH-OeAW im Kontext eines breiteren institutionellen Gefüges wie der Akademie der Wissenschaften gesetzt sind, werden in diesem Vortrag zum Thema gemacht, wobei ein Raum zur Diskussion für Institutionalisierungsstrategien geboten werden soll.

WORKSHOP 7

Raum: A320 / Info

OpenAPC-Workshop: Kostentransparenz in Open-Access-Transformationsverträgen
OpenAPC verzeichnet bislang Kostendaten zu Open-Access-Artikeln in Gold-OA- und Hybrid-Zeitschriften. Angesichts der Komplexität von Kostenmodellen für an Transformationsverträgen teilnehmende Einrichtungen und des Kostenumfangs für bislang subskriptionsstarke sowie perspektivisch für publikationsstarke Einrichtungen stellt sich die Frage, wie auch die institutionellen Kosten pro Open-Access-Artikel in Hybrid-Zeitschriften im Kontext von Transformationsverträgen zukünftig transparent berichtet werden können. Zudem betreffen Transformationsverträge mit großen Verlagen relevante Mengen von Zeitschriftenartikeln. So deckt beispielsweise der DEAL-Wiley-Vertrag ca. 12% des jährlichen deutschen Publikationsoutputs in wissenschaftlichen Zeitschriften ab.
Im Rahmen des DFG-geförderten Projekts „INTACT“ hat OpenAPC bereits Erfahrung im Monitoring von Open-Access-Artikeln in Hybrid-Zeitschriften aus transformativen Verträgen (Springer Compact) gesammelt. Im Kontext des aktuell laufenden BMBF-geförderten Projekts "Kostentransparenz als Beitrag zur Open-Access Transformation - KOA" möchten wir in diesem Workshop gemeinsam mit der datengebenden OpenAPC-Community am Beispiel des DEAL-Wiley-Vertrags ein Verfahren zu Erfassung und kostentransparenten Darstellung von artikelbezogenen Kosten aus Transformationsverträgen erarbeiten.

Pieper, Dirk (https://orcid.org/0000-0002-6083-9348)
Broschinski, Christoph

WORKSHOP 8

Raum: E242 / Info

Open Access in Regionalbibliotheken – Ideenbörse für gemeinsame Handlungsfelder
Regionalbibliotheken ohne universitären Versorgungsauftrag treten bislang wenig in der Open-Access-Bewegung in Erscheinung, die sich wesentlich auf Publikationsdienste und Publikationsförderung für die Wissenschaft konzentriert hat. Dennoch können Regionalbibliotheken bei der nachhaltigen und dauerhaften Unterstützung der Open-Access-Transformation in den Regionen eine wichtige Rolle übernehmen. Dazu müssen konventionelle Aufgaben und Dienstleistungen weiterentwickelt und neue Dienste etabliert werden.
So können Regionalbibliotheken eigene Daten, Digitalisate und Publikationen wo immer möglich zur freien Nachnutzung verfügbar machen. Sie können wissenschaftlich Publizierende aus den Regionen (z.B. Wissenschaftler*innen aus Bibliotheken, Archiven, Museen oder Historischen Vereinen) und Historische Kommissionen mit wiss. Publikationen zur Landeskunde und Landesgeschichte beraten, unterstützen und entsprechende Dienstleistungen wie Repositorien und Publikationsfonds anbieten. Sie können mit eigenen Veranstaltungen und Schulungen das Bewusstsein für die Bedeutung von Open Access fördern. Und sie können Open Access in die Erwerbung einbinden.
Im strategischen Zukunftsfeld der Forschungsdaten spielen Regionalbibliotheken eine herausragende Rolle als Datenproduzenten. Ihr umfangreiches Material an Retrodigitalisaten, Regional- und Personalbibliographien könnte nach den FAIR-Prinzipien aufbereitet  und den wissenschaftlichen Communities zur Verfügung gestellt werden. Da Regionalbibliotheken ihre Digitalisate und Daten vermehrt in (spartenübergreifende) kooperative Dienste einbringen, sind Open-Access-Szenarien in kooperativen Projekten und die Frage gemeinsamer Policies ein notwendiges und durchaus kontrovers diskutiertes Thema.
Mit diesem Workshop möchten wir eine Plattform bieten, um in offener Diskussion Handlungsfelder für Regionalbibliotheken zu identifizieren und möglicherweise erste Projektideen für einen nachhaltigen Open-Access-Wandel zu entwickeln.

Steinsieck, Andreas (https://orcid.org/0000-0002-1447-9329)
Wehry, Matthias
Roeder, Corinna (https://orcid.org/0000-0001-5383-0911)
Mangei, Johannes

TOOL-MARKTPLATZ

Galerie / Info

Vorstellung von innovativen und kreativen Software-Lösungen

Auf dem Toolmarktplatz werden innovative Software-Werkzeuge und Webapplikationen vorgestellt, die das wissenschaftliche Arbeiten und Publizieren im Sinne von Open Access und Open Science unterstützen und als Open Source Software nachgenutzt werden können. Live- und Demoversionen der Anwendungen werden von den Autor*innen vorgeführt und mit den Teilnehmer*innen diskutiert.

Moderation:
Astrid Orth (https://orcid.org/0000-0003-4776-1440)
Jochen Schirrwagen (https://orcid.org/0000-0002-0458-1004)
Paul Schultze-Motel


16:00 – 16:30 Uhr

KAFFEEPAUSE

Lichthof


16:30 – 18:00 Uhr

SESSION 7

Raum: B305 / Info

Innovative Open-Access-Forschungsprojekte - Ideenwettbewerb des BMBF
Boysen, Mathias
Zimbehl, Philipp
Abstract

Für die Open-Access-Tage 2019 in Hannover ist eine Session angeboten, in der sich Open-Access-Projekte vorstellen können, welche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus über 63 Vorschlägen aufgrund ihrer besonders innovativen Ansätze zur Schaffung, Verbreitung und Handhabe von Open-Access-Publikationen ausgewählt wurden. Bewährte Modelle und ganz neue Ideen zeigen die Vielfalt und den Ideenreichtum der Open-Access-Bewegung. Zielsetzung ist, im Rahmen der Session sowohl den Gesamtrahmen und die politische Zielrichtung des Ideenwettbewerbs vorzustellen, als auch interessierten Projekten die Gelegenheit zu geben, ganz praktisch ihre (vorläufigen) Ergebnisse im Vergleich vorzustellen – und so ihren Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit der OA-Community zu intensivieren.

SESSION 8

Raum: A310 / Info

SONAR: Förderung, Monitoring und Nachweis von OA in der Schweiz
Schuldt, Karsten
Prongué, Nicolas (https://orcid.org/0000-0003-0938-6029)
Bissels, Gerhard
Abstract

Im Projekt SONAR (Swiss Open Access Repository, Laufzeit 2019-2020) wird der Versuch unternommen, die Open Access-Publikationen mit Bezug zur Schweiz zu verzeichnen und auszuwerten sowie gleichzeitig ein „Repository as a Service‟ für wissenschaftliche Autorinnen und Autoren in Institutionen ohne solches (z.B. an kleinen Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen) anzubieten. Beteiligt sind am Projekt der Bibliotheksverbund der Romandie und Hochschulen aus den drei Sprachräumen des Landes (Chur, Lugano, Genf). Der Finanzier des Projektes – swissuniversities, die Vereinigung der Hochschulen der Schweiz –, aber auch Bibliotheken, Forschungsförderer und andere Institutionen erwarten von SONAR Einsicht in den Stand und die Entwicklung von Open Access in der Schweiz, auch im Hinblick auf die hiesige OA-Strategie, die analog zu Strategien in der EU eine möglichst baldige Umstellung des wissenschaftlichen Publikationssystems anstrebt.
Das Projekt geht Probleme an, die auch in den Nachbarländern bzw. der EU angegangen werden und versucht, durch Zusammenführung schon vorhandener Infrastrukturen und Daten eine möglichst pragmatische Infrastruktur zu schaffen, welche langfristig (a) Daten zur OA-Entwicklung und (b) weitere Unterstützung für kleine Hochschulen und andere Einrichtungen, die am Rand der Forschung stehen (z.B. Pädagogische Hochschulen), bieten soll. Obgleich von einem für die Schweiz spezifischen Pragmatismus geprägt, hat sich das Projekt auch herausfordernde Aufgaben gestellt, insbesondere den Versuch, automatisiert aus Volltexten internationaler Quellen relevante Informationen zu extrahieren, um auch solche Publikationen einbeziehen zu können, die nicht in offiziellen Schweizer Repositories verzeichnet wurden.
Der Vortrag soll das Projekt und seinen Stand der weiteren OA-Community im DACH-Raum bekanntmachen und zur Diskussion stellen, gleichzeitig die Herausforderungen eines solchen Projektes in einem stark föderalen Land, mit seinen zahllosen Stakeholdern und Interessen, aufzeigen.

Vorkommen und Bewertung von Open-Access-Nachweisen in Unpaywall
Hobert, Anne
Jahn, Najko
Abstract

Der Open-Access-Discovery-Dienst Unpaywall hat sich in den letzten Jahren zu einer maßgeblichen Quelle für den Nachweis von Open-Access-Publikationen in der quantitativen Wissenschaftsforschung und beim Open-Access-Monitoring entwickelt. Jedoch unterscheiden sich die Methoden, wie Daten des Dienstes erhoben und verwendet werden. Während einige Ansätze sich ausschließlich auf Unpaywalls „besten“ Nachweis konzentrieren, das den verlagsseitigen Zugang bevorzugt, versuchen andere, die vielfältigen Open-Access-Publikationsmöglichkeiten, die mit Unpaywall erfahrbar sind, zu berücksichtigen.
In unserem Beitrag stellen wir eine Datenanalyse des Gesamtdatenbestands von Unpaywall für Publikationen zwischen 2008 bis 2018 vor. Von über 31 Millionen Zeitschriftenartikeln, die Unpaywall auf ihren Open-Access-Status hin untersuchte, weist der Dienst derzeit rund 12 Millionen Artikel mit mindestens einem offen verfügbaren Volltext nach. Die Vollerhebung der verschiedenen Open-Access-Evidenztypen zeigt deutliche Überschneidungen zwischen Verlagsplattformen und Repositorien. Zudem wird deutlich, dass das verlagsseitige Open Access in Journalen, die nicht im DOAJ gelistet sind, den größten Anteil ausmacht.
Wie bei jeder bibliometrischen Datenquelle stellt sich daher auch bei der Verwendung von Unpaywall für empirische Open-Access-Studien die Frage nach einem verantwortungsbewussten Umgang, insbesondere bei der Entwicklung einer Indikatorik und der Datengewinnung. Wir stellen daher zum Abschluss ein Matchingverfahren mit der Web-of-Science-Datenbank des Kompetenzzentrums Bibliometrie zur Diskussion, welches eine möglichst pluralistische Sichtweise auf das Open-Access-Publikationsverhalten deutscher Universitäten ermöglichen soll.

Open Access – Ein Vorschlag zur Klassifikation und Operationalisierung
Hobert, Anne
Taubert, Niels (https://orcid.org/0000-0002-2357-2648)
Abstract

Der Begriff Open Access bezeichnet nicht nur eine bestimmte Art des wissenschaftlichen Publizierens – nämlich den leserseitig kostenlosen, freien Zugang zu Forschungsergebnissen in einem digitalen Format – sondern impliziert auch, dass dieser erstrebenswert ist. Zusammen mit der großen Vielfalt von Open-Access-Typen erschwert der normative Gehalt des Begriffs die Verständigung über wissenschaftliches Publizieren und freie Zugänglichkeit sowie die empirische Beforschung des Phänomens.
Ziel des Beitrags ist es, ein nicht-normatives Verständnis von Open Access zu entwickeln, das sich für empirische Studien im Bereich der Bibliometrie und Wissenschaftsforschung eignet. Dies erfolgt in drei Schritten: Erstens werden die normativen Gehalte des Begriffs expliziert und von den deskriptiven Begriffsbestandteilen getrennt. Daran anschließend findet zweitens eine Durchsicht der Dimensionen statt, die der Unterscheidung verschiedener Typen von Open Access zugrundeliegen. Basierend darauf wird ein Klassifikationsschema entwickelt, das in den einzelnen Dimensionen vollständig ist und zu abgrenzungsstarken Open-Access-Klassen führt. Der empirische Nutzen einer solchen Klassifikation hängt nicht nur von der Stringenz der konzeptionellen Überlegungen ab, sondern auch von der Operationalisierbarkeit der Klassen. Daher wird drittens illustriert, welche offenen Datenquellen für einen Nachweis der verschiedenen Klassen genutzt werden können.
Um den Nutzen von Klassifikation und Operationalisierung zu illustrieren, schließt der Beitrag mit einem Ausblick auf das Projekt OAUNI, mit dem Open-Access-Profile für sämtliche Universitäten Deutschland erstellt und Determinanten zur Erklärung von Unterschieden in den Profilen empirisch getestet werden sollen.

WORKSHOP 9

Raum: A320 / Info

Das Engagement der Vielen - wie mit kollektiven Ansätzen die nachhaltige OA-Finanzierung gestaltet werden kann
Für die Förderung von Open-Access-Publikationen haben sich Author/Article Processing Charges (APC) als Standard-Finanzierungsform von OA-Zeitschriftenartikeln etabliert. Diese werden von immer mehr Förderinstitutionen unterstützt. Daneben etabliert sich die Förderung von Buch-Publikationen nach ähnlichem Schema mittels Book-Processing-Charges. Beides hat jedoch Grenzen, sowohl was die Auswahl und die Höhe der Finanzierung als auch die Mechanismen der Förderung angeht (welche Autor_innen/Einrichtungen zahlen, welche Marktverzerrungen entstehen, wenn Einzelpublikationen gefördert werden, welche Auswirkungen hat die APC-Dominanz auf die Vielfalt im Publikationsmarkt). Eine weitere Herausforderung für die OA-Transformation besteht in den oft engen Grenzen und schwierigen Abstimmungsprozessen der bisherigen institutionellen, regionalen oder bestenfalls nationalen Finanzierungsmöglichkeiten. Erfahrungen aus den letzten Jahren zeigen außerdem, dass es keine One size fits all – Lösung für die Organisation der Open-Access-Publikationskosten geben kann, sondern passgenaue Ansätze basierend auf der Publikations- und Rezeptionskultur der jeweiligen Fachdisziplin entwickelt werden müssen.
In kurzen Impulsvorträgen wird die Thematik durch die Autor_innen aus ihren jeweiligen Perspektiven und Erfahrungen umrissen. Danach werden in einer interaktiven Session u.a. folgende Punkte diskutiert:

  • Welche kooperativen Ansätze können die institutionellen Förderungen ergänzen?
  • Welche Konsortien haben hier bereits erfolgreiche Erfahrungen gemacht?
  • Wie muss die Akteurskonstellation Autor_in – Herausgeber_in – Verlag – Bibliothek neu/anders definiert werden, damit gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden kann?

Der Workshop richtet sich in erster Linie an Teilnehmer*innen, die schon über Wissen und Erfahrungen im Bereich Gestaltung von Open-Access-Publikationskosten verfügen (z.B. durch die Ausgestaltung und Betreuung eines Publikationsfonds, durch Tätigkeit für einen Universitätsverlag, durch Verhandlung von Transformationsverträgen etc.). Daneben sollen Interessierte und Neulinge einen schnellen Einstieg in die Problematik bekommen und von den bisherigen Erfahrungen anderer Institutionen profitieren.

Bargheer, Margo (https://orcid.org/0000-0001-8246-8210)
Orth, Astrid (https://orcid.org/0000-0003-4776-1440)
Jobmann, Alexandra (https://orcid.org/0000-0001-6464-4583)
Siegert, Olaf (https://orcid.org/0000-0003-2122-0857)

WORKSHOP 10

Raum: E242 / Info

Spontane Session


16:30 – 18:00 Uhr

OPTIONAL: FÜHRUNG

Herrenhäuser Gärten / Info

Die Herrenhäuser Gärten – ein Ensemble von Anlagen aus verschiedenen Epochen europäischer Gartenkunst – zählen zu Hannovers bekanntesten Attraktionen. Ihren historischen Nukleus bildet der im 17. Jahrhundert angelegte Große Garten, der heute zu den besterhaltenen und bedeutendsten Barockgärten Europas zählt. Wer den Großen Garten kennenlernen möchte, erhält dazu im Rahmen einer ca. 1,5-stündigen Führung Gelegenheit.

Treffpunkt: Wird noch bekannt gegeben

Anmeldung erforderlich
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl!
Teilnahmegebühr: 7,30 EUR

Adresse: Herrenhäuser Gärten, Alte Herrenhäuser Str. 3, 30419 Hannover

ab 19:00 Uhr

KONFERENZDINNER

Schlossküche Herrenhausen / Info

Das Konferenzdinner findet am Dienstagabend (1. Oktober) statt. Wir sind in der Schlossküche Herrenhausen zu Gast, in unmittelbarer Nähe zum Großen Garten der Herrenhäuser Gärten. Begleitet von einem festlichen Menü gibt der Abend Gelegenheit zum entspannten Austausch.

Begrenzte Teilnehmer*innenzahl!
Anmeldung erforderlich
Teilnahmegebühr: 30,00 EUR

Adresse: Schlossküche Herrenhausen, Alte Herrenhäuser Str. 3, 30419 Hannover