Open Access in der Rechtswissenschaft

In der Rechtswissenschaft ist die Anzahl deutscher Open-Access-Veröffentlichungen relativ überschaubar, wenngleich auch im Bereich Jura zunehmend online publiziert wird, z.B. viele Dissertationen. So sind bei Dissonline.de 1.165 juristische Dissertationen mit Stand August 2014 nachgewiesen.

Da in vielen Arbeitsbereichen aktuelle juristische Literatur benötigt wird und die Nachfrage dementsprechend hoch ist, sind die Buch- und Zeitschriftenpreise gerade im Vergleich zu naturwissenschaftlichen Fächern als moderat zu bezeichnen. Auf dem juristischen Publikationsmarkt in Deutschland sind zahlreiche Wettbewerber aktiv und bei renommierten Journalen mit hohen Auflagen ist es für Autor/innen nicht unüblich, dass sie für ihre Veröffentlichung auch ein kleines Honorar erhalten. Darüber hinaus stehen Juristinnen und Juristen aufgrund der vielen rechtswissenschaftlichen Datenbanken in der Regel zahlreiche Volltexte online - wenn auch gegen Gebühr - zur Verfügung. Der Anreiz, sich für alternative Publikationsmodelle zu engagieren, ist dementsprechend gering.

Juristische Veröffentlichungen zeichnen sich noch durch eine weitere Besonderheit aus: Sie umfassen vielfach urheberrechtsfreie Texte. Gerichtsurteile, Gesetzestexte sowie andere amtliche Werke unterfallen in Deutschland gem. § 5 Urheberrechtsgesetz (UrhG) keinem Urheberrechtsschutz, so dass diese Texte von jedermann verbreitet und publiziert werden können. Gerade die aktuelle Rechtsprechung ist traditionellerweise ein wesentlicher Bestandteil vieler juristischer Zeitschriften, Datenbanken und Druckwerke.

Bei diesen amtlichen Werken hat sich in den vergangenen Jahren die allgemeine Sichtbarkeit aufgrund der zunehmenden Anzahl interessanter Onlineprojekte und Internetauftritte auch in Deutschland deutlich verbessert.

Open-Access-Zeitschriften

Die Zeitschriftenlandschaft in der Rechtswissenschaft ist breit gefächert. Hier kann beispielsweise zwischen den Ausbildungs-, Praktiker-, Teildisziplin- und Archivzeitschriften unterschieden werden. Den höchsten Anspruch haben juristische Archivzeitschriften, da sie versuchen alle Teilgebiete der Rechtswelt zu vereinen und ebenso wie der Zeitschriften der Teildisziplinen stark wissenschafts- und/oder forschungsbasiert sind. Praktiker-Zeitschriften legen hingen den Fokus auf aktuelle Rechtsprechung und Rechtsentwicklungen sowie  prozessuale Fragen. Die Ausbildungszeitschriften werden i.d.R. von Universitätsprofessoren herausgegeben und häufig von Nachwuchsjuristen für das Publizieren erster wissenschaftlicher Artikel genutzt

Im Directory of Open Access Journals (DOAJ) sind unter den insgesamt mehr als 200 juristischen Zeitschriften (Stand: Juli 2018) nur relativ wenige Titel in deutscher Sprache aufgelistet, während die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) mit 2.282 frei zugänglichen Journalen aus dem Bereich der Rechtswissenschaft eine recht große Sammlung umfasst, hierunter aber auch historische Ausgaben sowie Entscheidungs- und Gesetzessammlungen. Aktuelle wissenschaftliche Zeitschriften in deutscher Sprache und mit dem Fokus auf das deutsche Recht finden sich nur vereinzelt.

  • Bucerius Law Journal (BLJ). Nach amerikanischer Tradition gibt die private Bucerius Law School in Hamburg seit 2007 eine Zeitschrift heraus, deren Redaktion durch Studierende erfolgt, denen jedoch ein wissenschaftlicher Professorenbeirat zur Seite steht. Die Ausgaben erscheinen dreimal im Jahr und bieten neben Aufsätzen auch regelmäßig einen Gastkommentar, einen internationalen Beitrag und ein Streitgespräch.
  • Forum Historiae Iuris (FHI). Diese Zeitschrift zu rechtshistorischen Themen erschien erstmals 1996 an der Humboldt-Universität zu Berlin und wird von einem internationalen Gremium renommierter Rechtshistoriker/innen herausgeben. Die einzelnen Aufsätze und Rezensionen werden in unregelmäßigen Abständen überwiegend in deutscher Sprache publiziert.
  • Humboldt Forum Recht. Diese Internetzeitschrift, deren erste Ausgabe 1996 erschien, weist bereits eine lange Tradition auf. Sie wird gemeinsam von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen der Humboldt-Universität zu Berlin herausgegeben. Sie setzt einen Schwerpunkt auf rechtspolitische Fragestellungen.
  • JurPC (Internet-Zeitschrift für Rechtsinformatik und Informationsrecht).Die wöchentlich erscheinende Zeitschrift zum Informationsrecht wird von Prof. Dr. Maximilian Herberger, der an der Universität Saarbrücken Rechtsinformatik lehrt, seit 1997 frei zugänglich im Internet publiziert. Neben aktueller Rechtsprechung enthält sie auch Aufsätze, Rezensionen und Urteilsbesprechungen. Ihr Newsletter erreicht über 5.000 Abonnent/innen.
  • Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik (ZIS). Die überwiegend deutschsprachige Zeitschrift, die von renommierten Strafrechtsprofessor/innen herausgegeben wird, erscheint monatlich seit dem Jahr 2006 und enthält wissenschaftliche Aufsätze, Urteilsanmerkungen und Buchrezensionen zum deutschen, europäischen und internationalen Straf- und Strafprozessrecht.
  • Zeitschrift für das juristische Studium (ZJS). Diese Zeitschrift, die seit 2008 im Zweimonatsrhythmus erscheint, richtet sich speziell an Studierende, die sich für Prüfungen und das Erste juristische Staatsexamen vorbereiten. Die Beiträge selbst, die alle Rechtsgebiete umfassen und neben Aufsätzen und Rechtsprechung auch Lernbeiträge und Übungsfälle beinhalten, werden nicht von Studierenden, sondern von Hochschulprofessor/innen, Praktiker/innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen verfasst.
  • Journal of Intellectual Property, Information Technology and E-Commerce Law (JIPITEC) ist eines der ersten juristischen Open-Access-Journals aus Deutschland und wurde 2010 gegründet. Herausgeber sind Thomas Dreier, Axel Metzger und Gerald Spindler. Die Zeitschrift veröffentlicht Beiträge in englischer und auch deutscher Sprache. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Europäischen Recht und erscheint drei bis viermal pro Jahr.
  • HRR-Strafrecht. Die Zeitschrift ist ein Angebot der Hamburger Anwaltskanzlei und Strate und Ventzke unter dem Herausgeber Dr. h.c. Gerhard Strate und dem Projekt-/ Schriftleiter Prof. Dr. Karsten Gaede. Das Projekt bietet kostenlosen Zugang zur aktuellen höchstrichterlichen Rechtsprechung im Strafrecht und Strafverfahrensrecht aus allen Themengebieten und umfasst auch internationale Urteile. Insgesamt sind 16.000 Entscheidungen und über 500 Fachbeiträge frei zugänglich.
  • Rg Rechtsgeschichte – Legal History. Der einmal jährlich erscheinende Online- und Printtitel wird von dem Professor für Rechtsgeschichte Thomas Duve herausgegeben und befasst sich mit der Teildisziplin der Rechtsgeschichte.
  • sui-generis.ch. Ziel von sui-generis.ch ist die Publikation von juristischen Beiträgen zu Themen, die insbesondere wegen ihrer Aktualität nicht nur für das juristische Publikum interessant sind. sui-generis.ch will via Open-Access die Brücke von der Wissenschaft in die Gesellschaft schlagen und gleichzeitig den schon längst fälligen Schritt in die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens gehen.

 

Des weiteren folgt eine Auswahl interessanter englischsprachiger Open-Access-Journale mit dem Schwerpunkt auf dem internationalen Recht  z.T. mit deutscher Beteiligung auf der Herausgeberseite:

  • Electronic Journal of Comparative Law (EJCL). Die niederländische Zeitschrift wird seit 1997 von der Universität Tilburg (Schoordijk Institute) herausgegeben und erscheint mit durchschnittlich 3 bis 4 Ausgaben im Jahr überwiegend in englischer Sprache.
  • German Law Journal (GLJ).Die amerikanisch-kanadische Internetzeitschrift mit deutscher Beteiligung erscheint monatlich seit dem Jahr 2000 jeweils mit einem bestimmten Schwerpunktthema pro Ausgabe. Inhaltlich widmet sie sich deutschen, europäischen und internationalen Rechtsfragen in englischer Sprache. Sie wird durch die Robert Bosch Stiftung gefördert.
  • Göttingen Journal of International Law (GoJIL). Vielversprechend ist mit seinen ersten zwei Ausgaben im Jahr 2009 auch das Göttingen Journal of International Law gestartet, das ausschließlich in englischer Sprache erscheint und hauptverantwortlich von Studierenden publiziert wird.
  • Harvard Human Rights Journal. Die jährlich erscheinende Zeitschrift, die von Studierenden der Harvard Law School herausgegeben wird und ebenfalls in gedruckter Form erscheint, ist seit der Ausgabe von 1999 frei im Netz zugänglich. Die älteren Ausgaben sollen demnächst ebenfalls online erscheinen.
  • International Journal of Communications Law & Policy (IJCLP). Diese Zeitschrift, die unter Mitwirkung der rechtswissenschaftlichen Institute der Universitäten Münster, Yale, Singapur, Florenz und Mailand entsteht, ist bereits in 13 englischsprachigen Ausgaben erschienen, die bis in das Jahr 1998 zurückreichen.
  • Stanford Technology Law Review (STLR). Die Zeitschrift, die 1997 von Studierenden der Stanford Law School gegründet wurde, verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, indem sie insbesondere Verbindungen zwischen der Rechtswissenschaft und den technologischen sowie politischen Entwicklungen aufzeigt. Die regelmäßig erscheinenden Aufsätze in englischer Sprache können von den Leser/innen auch durch Kommentare online diskutiert werden.

Disziplinäre Repositorien und Datenbanken

Disziplinäre Repositorien, Institutionelle Repositorien, nicht kommerzielle Online-Datenbanken – die Zahl der Open Access-Publikationsserver, die ausschließlich juristische Publikationen im Internet zugänglich machen, ist überschaubar.

In der juristischen Disziplin wird überwiegend traditionell im klassischen Printformat publiziert. Reine Open Access-Archive für die Rechtswissenschaften gibt es daher nur wenige, zumeist wird auf den diversen Plattformen die juristische Disziplin mit anderen, eng verwandten Fachbereichen kombiniert (v.a. „Politik“, „Wirtschaftswissenschaften“).

Die Suche nach nichtkommerziellen Open Access Plattformen mit dem Fokus auf „Rechtswissenschaft/en, Jus“ im DACH-Bereich bringt eine subjektive alphabetische Auswahl wie folgt. Die Repositorien der einzelnen Universitäten und Fachhochschulen können hier nicht in ihrer Gesamtheit berücksichtigt werden, es werden aber einige Beispiele erwähnt. Ein kleiner Exkurs bringt ein paar sehr gute Beispiele aus den USA.

  • Archive of European Integration: The Archive of European Integration (AEI) is an electronic repository and archive for research materials on the topic of European integration and unification. The AEI collects two types of materials: certain types of independently-produced research materials and official European Community/European Union documents. At present, the AEI contains 72562 documents, a lot of them "law".
  • BASE: Die Bielefeld Academic Search Engine (BASE) ist eine der weltweit größten Suchmaschinen für wissenschaftliche Web-Dokumente. Der Index umfasst über 140 Millionen Dokumente aus über 6.000 Quellen. Bei etwa 60% der in BASE indexierten Dokumente sind die Volltexte frei zugänglich (Open Access). Suche: DDC Filter Recht", große Anzahl an rechtswissenschaftlichen Publikationen.
  • CADMUS is the EUI's Research Repository, containing the academic publications of its members. It is run by the European University Institute at Fiesole, Italy. It contains EUI-members' academic publications produced during their time at the EUI and those based on research carried out during their time at the EUI. Cadmus also includes all publications from academic series sponsored by the EUI, such as working paper series and theses written by EUI researchers. The EUI supports the principle of Open Access.
  • Commons Open Repository Exchange (CORE): CORE is a library-quality repository for sharing, discovering, retrieving, and archiving digital work. CORE provides Humanities Commons members with a permanent, open access storage facility for their scholarly output, facilitating maximum discoverability and encouraging peer feedback.
  • DART (DART-Europe E-theses Portal): DART-Europe ist eine Vereinigung von Bibliotheken und Bibliothekskonsortien, die gemeinsam das Ziel verfolgen, den weltweiten Zugang zu europäischen Dissertationen zu verbessern. DART-Europe wird unterstützt von  LIBER (Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche). Außerdem ist DART-Europe die Europäische Arbeitsgruppe der Networked Digital Library of Theses and Dissertations (NDLTD). Die DART-Europe Partner stellen Wissenschaftlern ein zentrales europaweites Portal für die Suche nach Online-Dissertationen zur Verfügung und sie beteiligen sich aktiv an Entwicklungen zu Online-Dissertationen.
  • Datenbank-Infosystem (DBIS): Das Datenbank-Infosystem (DBIS) ist ein kooperativer Service zur Nutzung wissenschaftlicher Datenbanken. Dieser Dienst wurde mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von der Universitätsbibliothek Regensburg entwickelt. Inzwischen wird das Datenbank-Infosystem als Nutzerservice in 319 Bibliotheken in DACH genutzt. Momentan umfasst das Datenbank-Infosystem 12413 Einträge. Davon sind 5252 Datenbanken frei über das Internet verfügbar und stellen eine umfassende Auflistung der Datenbanken aus virtuellen Fachbereichen dar, z.B. auch: DBIS der Vorarlberger Landesbibliothek, Fachbereich Rechtswissenschaften. Aufgrund der Fülle war es nicht möglich alle Einträge auf OA zu überprüfen, Stichproben waren aber positiv.
  • Digitale Bibliothek RERO DOC: Auf dem RERO DOC Server finden sich Online-Dissertationen, Masterarbeiten oder andere wissenschaftliche Publikationen der Westschweizer Universitäten (Preprints und Postprints). Die digitale Bibliothek RERO DOC verfügt über eine benutzerfreundliche Suchmaske, die eine Suche nach Dokumententyp oder nach Kanton ermöglicht und hat sich der Open Access Bewegung angeschlossen. RERO DOC enthält 54810 Dokumente, mehr als 1000 Dokumente aus dem Bereich Recht.
  • Econstore: Econstore ist ein Publikationsserver für wirtschaftswissenschaftliche, aber auch juristische Fachliteratur. Er wird als nichtkommerzielles öffentliches Angebot von der ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften betrieben. Die dort versammelten Volltexte sind alle im Sinne des Open Access frei und dauerhaft zugänglich, die Suche ist nach Institutionen und Sammlungen möglich.
  • Elektronisches Publikationsportal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: ist das digitale Publikationsportal für ÖAW Forschung. Hier gibt es eine große Anzahl an rechtswissenschaftlichen Publikationen, vor allem auf dem Gebiet Rechtsgeschichte.
  • EU Law and Publications: The Publications Office of the European Union (Publications Office), based in Luxembourg, is an interinstitutional office whose task is to publish the publications of the institutions of the European Union. Its core activities include production and dissemination of legal and general publications in a variety of paper and electronic formats, managing a range of websites providing EU citizens, governments and businesses with digital access to official information and data from the EU, including EUR-Lex, the EU Open Data Portal, EU Bookshop, TED (Tenders Electronic Daily), CORDIS and ensuring long-term preservation of content produced by EU institutions and bodies.
  • European Research Papers Archive (ERPA): Das europäische Netzwerk ERPA, das 1997 von renommierten Forschungsinstituten gegründet wurde, ist kein klassischer Dokumentenserver, sondern bezeichnet sich selbst als common access point" für Veröffentlichungen über die Europäische Integration. Über eine gemeinsame Suchmaske können derzeit über 1.872 frei zugängliche Dokumente durchsucht werden, die auf unterschiedlichen Servern gehostet werden, u.a. Jean Monnet Working Papers Series, MPIfG Discussion & Working Papers, ARENA Working Paper Series, European Governance Papers, Working Papers of Robert Schuman Centre for Advanced Studies und Working Papers of Mannheim Centre for European Social Research. Das Archiv ist seit 2015 nicht mehr neu befüllt worden, nicht alle Dokumente sind Open Access, viele allerdings davon rechtswissenschaftlichen Inhalts.
  • Forschungsplattform Alexandria: Die Forschungsplattform Alexandria (Institutionelles Repository) beinhaltet die Publikationen, Projekte und Personenprofile von Forschenden, die an der Universität St. Gallen arbeiten. Die Plattform ergänzt damit die forschungsbezogenen Informationen auf den weiteren Webseiten der Universität St. Gallen oder derer Institute, Centers und Schools. Die Universität St. Gallen bekennt sich zum Grundsatz von Open Access, der besagt, dass alle öffentlich geförderte Forschung auch öffentlich und unentgeltlich zur Verfügung stehen soll (Reglement zur Open Access Policy, genehmigt von Universitätssenat am 15. Dezember 2008). Enthalten sind ca. 5100 Einträge zu den Stichworten Law"/Recht".
  • Infoscience der EPFL Lausanne: Infoscience is the institutional Archive of the EPFL, a database used to archive and report works and scientific publications (articles, Conference papers, proceedings, books, book chapters, posters, reports, etc.), produced by the laboratories of Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne.
  • <intR>2Dok[§]: Das mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft realisierte disziplinäre Open Access-Repositorium <intR>²Dok ist die zentrale Publikationsplattform des an der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz angesiedelten Fachinformationsdiensts für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung. Das Repositorium hat sich dem Ziel verpflichtet, offenen und kostenfreien Zugang zu qualitätsgesicherten wissenschaftlichen Originalbeiträgen und Zweitveröffentlichungen aus allen Bereichen der internationalen und interdisziplinären Rechtsforschung dauerhaft sicherzustellen. Als erstes rechtswissenschaftliches Fachrepositorium in Deutschland ist <intR>²Dok dem Ziel verpflichtet, offenen und kostenfreien Zugang zu qualitätsgesicherten wissenschaftlichen Originalbeiträgen und Zweitveröffentlichungen aus allen Bereichen der internationalen und interdisziplinären Rechtsforschung dauerhaft sicherzustellen.
  • Library and E-Resources: Unter Open Access Resources" versammeln sich auf dieser von der Europäischen Kommission zu Verfügung gestellten Plattform Links zu einer großen Auswahl zu EU-Recht und anderen Publikationen, Dokumentenregister zu EU Institutionen, Links zu historischen Archiven, Statistiken usw.
  • OAIster: Suchmaschine für OA-Inhalte von institutionellen Repositorien und Dokumentenservern, bietet eine große Fülle an Ergebnissen, darunter mehr als 1000 rechtswissenschaftliche Publikationen.
  • OAPEN: The OAPEN Foundation is a not-for-profit organisation based in the Netherlands, with its registered office at the National Library in The Hague. OAPEN is dedicated to open access, peer-reviewed books. OAPEN operates two platforms, the OAPEN Library (www.oapen.org), a central repository for hosting and disseminating OA books, and the Directory of Open Access Books (DOAB, www.doabooks.org), a discovery service for OA books. They work with publishers to build a quality-controlled collection of open access books, and provide services for publishers, libraries and research funders in the areas of dissemination, quality assurance and digital preservation.
  • Open Book Publishers: Open Book Publishers want to change the nature of the traditional academic book. Books are published in hardback, paperback, pdf and ebook editions, but they also include a free online edition that can be read via our website, downloaded, reused or embedded anywhere. These free online books are currently being accessed by over 20,000 readers each month in more than 200 countries. Open Book Publishers, founded in 2008, is already the biggest open access academic publisher of monographs in the UK and amongst the leaders in the English-speaking world.
  • OpenAire ist ein von 38 Projektpartnern getragenes Verbundprojekt zum Aufbau einer elektronischen Forschungsinfrastruktur in der Europäischen Union. Ziel des Projektes ist es, europaweit über ein zentrales elektronisches Portal einen öffentlichen und kostenlosen Zugang zu qualitätsgeprüften wissenschaftlichen Artikeln zu ermöglichen". Die Suche lässt sich vielfältig einschränken, Publikationen sind Open oder Closed Access verfügbar.
  • OpenEdition: OpenEdition Books ist eine elektronische Publikationsplattform für Bücher in Geistes- und Sozialwissenschaften. Mehr als die Hälfte der Publikationen werden Open Access veröffentlicht. Zusätzliche Dienstleistungen werden den abonnierten Institutionen und Bibliotheken angeboten (allerdings noch wenige Bücher zu Recht). Die vier Plattformen sind: OpenEdition Books (online books platform), Revues.org (online journal platform), Hypotheses (research blog platform) und Calenda (humanities and social sciences diary). Der Law-Content soll noch erweitert werden.
  • OpenDOAR: OpenDOAR ist ein Verzeichnis akademischer Repositorien. Es ist sowohl möglich, gezielt nach Repositorien, als auch in deren Inhalt zu suchen (Subject Area"). Sehr praktisch ist die Möglichkeit der Einschränkung nach Ländern und Software. Recherche möglich über search subjects", hier: Law and Politics".
  • OpinioIurishttps://opinioiuris.de/: Die freie juristische Bibliothek der Uni Tübingen ist eine Open-Access-Plattform zur Veröffentlichung und Sammlung von juristischen Inhalten. Das Ziel des Projektes OpinioIuris ist, eine umfassende, wissenschaftliche und qualitativ hochwertige juristische Bibliothek zu erschaffen, die die technischen und gesellschaftlichen Vorteile des Internets nutzt und damit das für Rechtskundige, Rechtsinteressierte und die Allgemeinheit bedeutende Rechtswissen speichert und einem breiten Publikum kostenlos eröffnet; alles nach dem Prinzip: publizistisches Eigenwohl infolge von wissenschaftlichem Gemeinwohl.
  • Paperity: A multidisciplinary aggregator of Open Access journals and papers. Paperity is the first multi-disciplinary aggregator of Open Access journals and papers, "gold" and "hybrid". Paperity is the way towards more efficient scholarly communication in all research fields, from Sciences, Technology, Medicine, to Social Sciences, to Humanities and Arts. Paperity’s ultimate goal is to aggregate 100% of Open Access literature, published in any place around the world, in any field of research.
  • Publikationsserver der Universität Regensburg: ist das Institutionelle Repositorium der Universität Regensburg mit einer wachsenden Sammlung von Publikationen aus der Universität. Mit dem Publikationsserver unterstützt die Universitätsbibliothek Regensburg die Wissenschaftler der Universität bei der Veröffentlichung von Publikationen gemäß der Open Access Policy der Universität Regensburg oder im Sinne der Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
  • RePec - Research Papers in Economics: RePEc ist kein Repository, auf dem Volltexte abgespeichert werden, sondern ein dezentral betriebener Verbundkatalog mit Volltextlinks. Eigentlich passt RePec somit nicht in diese Liste, wird aber der Vollständigkeit halber hier auch aufgezähl. Etwa die Hälfte der dort verlinkten 1,5 Millionen Publikationen (v.a. Journal Articles und Working Papers) sind frei verfügbar, viele Texte auch Open Access. RePEc wird auf nichtkommerzieller Basis dezentral durch ein Team von Wissenschaftlern betrieben (ebenso: Munich Personal RePEc Archive, im Unterschied zu RePec aber Personen- und nicht Institutionenbezogen).
  • Saarbrücker Bibliothek: Die Saarbrücker Bibliothek des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität des Saarlandes umfasst eine Sammlung von aktuell 352 Aufsätzen zu unterschiedlichen juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Themen.
  • Social Sciences Open Access Repositoriy (SSOAR): Der bei GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften gepflegte Volltextserver SSOAR sammelt und archiviert sozialwissenschaftlich relevante Literatur und stellt sie entsprechend der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen im Open Access frei im Netz zur Verfügung. Mit der Archivierung auf SSOAR unterstützen Autorinnen und Autoren sowie Verlage den freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und eine optimierte Sichtbarkeit von sozialwissenschaftlichen Forschungsergebnissen. SSOAR beschreitet im Wesentlichen den Weg des Grünen Open Access und sieht sich als Zweitveröffentlicher qualitätsgeprüfter Literatur.
  • ZENODO: Zenodo ist ein OA online-Speicherdienst, der hauptsächlich für wissenschaftliche Datensätze, aber auch für wissenschaftsbezogene Publikationen, Berichte, Präsentationen, Videos etc. verwendet werden kann. Finanziert wird der Dienst durch die Europäische Kommission.
  • Zurich Open Repository and Archive (ZORA): ZORA bietet offenen und weltweiten Zugang zu Forschungsergebnissen der Universität Zürich. Der Fokus liegt auf geprüften wissenschaftlichen Publikationen. ZORA wird von der Hauptbibliothek gemeinsam mit der Zentralen Informatik der Universität Zürich betrieben.

Exkurs: Archive und Plattformen in den USA

Humanities Commons: Humanities Commons is a trusted, nonprofit network where humanities scholars can create a professional profile, discuss common interests, develop new publications, and share their work. The Humanities Commons network is open to anyone. Humanities Commons is based on the open-source Commons-in-a-Box project of the City University of New York and the CUNY Graduate Center and is an expansion of the MLA’s MLA Commons, which launched in January 2013.

LawArXiv: Law ArXiv ist ein von einem Konsortium aus Bibliotheken in den USA gegründetes Repositorium für juristische Inhalte, es unterstützt die Idee von Open Access.

Law Review Commons:  The Law Review Commons brings together a growing collection of law reviews and legal journals in an easily browsable and searchable format. It contains both current issues and archival content spanning over 100 years. All Law Review Commons publications are made freely available online through their institutions’ bepress Digital Commons repositories. The Commons includes many of the leading U.S. law reviews.

Open Knowledge Repository (OKR): The World Bank is the largest single source of development knowledge. Since its launch in 2012, millions of publications have been downloaded from the OKR.

SocArXiv: SocArXiv is an open archive of the social sciences. It is a partner of the nonprofit Center for Open Science (COS) and is housed at the University of Maryland. SocArXiv provides a free and publicly accessible platform for social scientists to upload working papers, pre-prints, published papers, data, and code. SocArXiv is dedicated to opening up social science, to reach more people more effectively, to improve research, and build the future of scholarly communication.  Since the development of SocArXiv was first announced in July 2016, researchers have deposited more than 1,400 papers. (Suche nach “Law” per Filter möglich)

Recherchieren in der Rechtswissenschaft

Gesetzessammlungen

  • Gesetze im Internet. Eine verlässliche Quelle für bundesweite Gesetzesvorschriften ist das gemeinsame Onlineprojekt der Juris GmbH und des Bundesjustizministeriums, das fast das gesamte aktuelle Bundesrecht inklusive zahlreicher Verwaltungsvorschriften der einzelnen Ministerien umfasst. In ähnlicher Weise wie mit dem Bundesjustizministerium kooperiert die Juris GmbH auch mit mehreren Bundesländern, deren Landesgesetze ebenfalls frei im Internet zur Verfügung stehen, z.B. Landesrecht BW Bürgerservice.
  • Bundesgesetzblatt. Auch das Bundesgesetzblatt, dem als amtliches Verkündungsorgan allein Rechtsverbindlichkeit zu-kommt, ist mittlerweile komplett mit allen Jahrgängen seit 1949 über die Internetseiten des Bundesanzeiger Verlags online einsehbar. Der kostenfreie Zugang, der Bürgerzugang genannt wird, ermöglicht im Gegensatz zur Abonnentenversion jedoch nur einen lesenden Zugriff auf die PDF-Dokumente.
  • Parlamentsdokumentation. Der Deutsche Bundestag bietet gemeinsam mit dem Bundesrat auf seinen Internetseiten den Volltextzugang zu den Drucksachen und Protokollen der 7. bis 16. Wahlperiode über sein Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentarische Vorgänge namens DIP.
  • Eur-Lex. Im Sinne der europäischen Transparenzinitiative sind die Rechtsvorschriften der Europäischen Union in allen 24 Amtssprachen, darunter das Amtsblatt, internationale Abkommen, Akte des Gesetzgebungsverfahrens, parlamentarische Anfragen und sonstige amtliche Dokumente über die Website Eur-Lex im Volltext umfassend dokumentiert und öffentlich einsehbar.

Urteilssammlungen

Zunehmend stellen deutsche und europäische Gerichte ihre Urteile im Volltext online zur Verfügung, insbesondere die obersten Bundesgerichte, z.B.:

  • CVRIA; Gerichtshöfe der Europäischen Gemeinschaften, Entscheidungen seit dem Jahr 1997, (bei EUR-Lex auch vereinzelt noch ältere Urteile)
  • Human Rights Documentation (HUDOC), Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, seit 1998, teilweise älter
  • OpenJur: freie Urteilsdatenbank mit über 340.000 frei zugänglichen deutschen Gerichtsentscheidungen.

Weitere Volltexte im Internet:

Eine Auswahl:

  • Digitalisierte Zeitschriftenjahrgänge aus dem 19. Jahrhundert. Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte viele für die Rechtswissenschaft bedeutende Zeitschriften des 19. Jahrhunderts digitalisiert, deren Volltexte nun im Internet frei zur Verfügung stehen.
  • Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht e.V. Der erst 2011 von jungen juristischen Wissenschaftlern/innen gegründete Verein realisierte im Rahmen der 52. Assistententagung 2012 für das Gebiet des Öffentlichen Rechts eine Open-Access-Publikationsplattform, wo Autoren ihre Analysen, Berichte zu Judikaten, Verträge, Gesetzgebungsakten- und Neuerscheinungen, aber auch Tipps zur Recherche nach Neuerscheinungen (Monographien) nach dem Peer-Review-Verfahren veröffentlichen können.
  • Virtuelles Datenschutzbüro. Das Virtuelle Datenschutzbüro ist ein gemeinsames Portal verschiedener Datenschutzinstitutionen von Bund und Ländern, das umfassend über das deutsche Datenschutzrecht informiert und u.a. auch zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze, Gutachten und weitere Volltexte verlinkt.
  • Der RWS-Verlag. Er bietet neben seinen kostpflichtig zu erwerbenden Büchern und Zeitschriften einen kostenlosen Zugang zu einem Volltext-Zeitschriftenarchiv zwischen den Jahren 1999-2008 auf ihrer Website an. Weitere Volltexte ab 2009 sind auf den jeweiligen Homepages der Zeitschriften des RWS-Verlags archiviert.

JurOA

Am 19. Oktober 2018 wurde in Frankfurt am Main das Netzwerk Open Access für die Rechtswissenschaft (jurOA) gegründet. Ihm gehören Vertreter(innen) aus Wissenschaft, Verlags- und Bibliothekswesen sowie der Forschungsförderung an. Das Netzwerk führt intern einen Informationsverteiler (Mailingliste), der Interessierten auf Anfrage offensteht.

 

 

Berarbeitung der Inhalte dieser Seite durch:
Prof. Dr. Ulrike Verch und Julia Wiesner, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, ergänzt von Gertraud Novotny, UB WU Wien