Das folgende Glossar umfasst grundlegende Begriffe zum Thema Open Access, die auf der Website open-access.net verwendet werden und erklärt diese kurz.

Altmetrics

Altmetrics sind bibliometrische Kennzahlen, die die Wirkung einer wissenschaftlichen Publikation messen. Sie haben sich als erweiterte Alternative zu den traditionellen bibliometrischen Maßen wie dem Journal Impact Factor etabliert und umfassen die vielfältigen Reaktionen, die eine Publikation im Web erhalten kann. Die Daten werden automatisiert generiert und beziehen sich beispielsweise auf die Anzahl an Downloads, die Zahl der Verlinkungen sowie Erwähnungen, Diskussionen und Likes in Social Media oder Blogs. Impact Factor

APC

APCs stehen für “Article Processing Charges” und bezeichnen Publikationsgebühren in Open-Access-Zeitschriften. Nur etwa 30 % aller Open-Access-Zeitschriften erheben APCs. Die Zahlung durch die Autor*innen bzw. deren Institution/Arbeitgeber an einen Verlag erfolgt i. d. R. nach dem Peer Review und der Annahme eines Artikels zur Veröffentlichung. → Peer ReviewPublikationsgebühren

arXiv

arXiv ist ein Dokumentenserver für Preprints aus Physik, Mathematik, Informatik und verwandten Gebieten. Ausgesprochen wird arXiv als „archive“. Paul Ginsparg richtete den Server 1991 am Los Alamos National Laboratory ein um Preprints in der Physik frei zugänglich zu machen.

BASE

BASE (Bielefeld Academic Search Engine) ist eine der weltweit größten Suchmaschinen für wissenschaftliche Web-Dokumente, die u. a. auf Texte aus Repositorien zugreift.  Bei der Mehrzahl der in BASE indexierten Dokumente sind die Volltexte frei zugänglich (Open Access). Die Suchmaschine BASE wird von der Universitätsbibliothek Bielefeld betrieben.

Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen

Durch ihre Unterzeichnung der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen verpflichten sich Forschungsorganisationen und Universitäten, die Weiterentwicklung des Open-Access-Gedankens zu unterstützen, indem sie z. B. Forscher*innen darin bestärken, ihre Ergebnisse Open Access zu veröffentlichen.→ Bethesda Statement on Open Access PublishingBudapest Open Access Initiative

Bethesda Statement on Open Access Publishing

Im Bethesda Statement on Open Access Publishing wird die Notwendigkeit betont, wissenschaftliche Forschungsergebnisse schnell, effizient und offen zu verbreiten. Es hebt die Möglichkeit und die Pflicht hervor, wissenschaftliche Ergebnisse, Ideen und Entdeckungen entgeltfrei mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit zu teilen. → Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem WissenBudapest Open Access Initiative

BMBF

Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt innovative Projekte und Ideen in der Forschung durch gezielte Förderprogramme. Das Ministerium unterstützt Open Access auch als Grundprinzip in der Förderung und möchte dessen Sichtbarkeit und Akzeptanz erhöhen. Die Förderinitiativen sind Teil einer 2016 beschlossenen Open-Access-Strategie des BMBF.

BPC

BPCs (“Book Processing Charges”) sind Publikationsgebühren, die Verlage für die Open-Access-Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Buchs von den Autor*innen verlangen. Häufig werden diese Gebühren von der Einrichtung, an der die Autor*innen beschäftigt sind, oder einer Forschungsförderinstitution übernommen. → PublikationsfondsPublikationsgebühren

Budapest Open Access Initiative

Die Budapest Open Access Initiative (BOAI) ist ein Zusammenschluss internationaler Wissenschaftler*innen. In einer 2002 veröffentlichten Erklärung fordert die Initiative den freien, unentgeltlichen Zugang zu wissenschaftlicher Fachliteratur und deren Nachnutzbarkeit in allen akademischen Feldern. → Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem WissenBethesda Statement on Open Access PublishingOpen Access

Closed Access

Closed Access ist das Gegenteil von Open Access. Der Zugriff auf Publikationen ist dabei nur gegen ein Entgelt möglich. Im Englischen wird auch von “toll access” gesprochen.

cOAlition S

Das Konsortium cOAlition S ist ein Zusammenschluss einer Vielzahl nationaler Forschungsförderorganisationen mit Unterstützung der Europäischen Kommission. Es erarbeitete den Plan S zur Umsetzung von Open Access zu Publikationen aus geförderten Forschungsprojekten. → Plan S

Creative-Commons-Lizenzen

Die gemeinnützige Organisation Creative Commons hat mehrere Copyright-Lizenzen, bekannt als Creative-Commons-Lizenzen, kostenlos für die Öffentlichkeit zur Nutzung freigegeben. Die Lizenzen sind weit verbreitet, einfach verständlich und bieten ein hohes Maß an Flexibilität. Dies wird dadurch erreicht, dass sie sich aus vier kombinierbaren Lizenz-Bausteinen zusammenfügen lassen:

  • BY – Namensnennung “by attribution”: Name der/des Urheber*in nennen und soweit technisch möglich Hyperlink auf das Ursprungsmaterial sowie die CC-Lizenz setzen
  • ND – keine Bearbeitungen / “no derivatives”: Das Werk darf zwar bearbeitet / verändert werden, aber die bearbeitete Fassung darf nicht weitergegeben werden.
  • SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen / “share alike”: Das Werk darf bearbeitet / verändert werden, aber die Weitergabe ist nur unter derselben Lizenz erlaubt.
  • NC – nicht-kommerziell / “non-commercial”: Eine Weiterverwendung ist nur für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt.
    Lizenz

DEAL

Das Projekt DEAL wurde von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen im Auftrag der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) initiiert. Ziel von DEAL ist es, bundesweite Lizenzverträge mit einer Open-Access-Komponente (“publish and read”) für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften (E-Journals) mit den größten Wissenschaftsverlagen (Elsevier, Springer Nature und Wiley) abzuschließen. Mit Wiley konnte 2019 ein Vertrag geschlossen werden, mit Springer Nature 2020.→ Transformation

DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland und die größte nationale Forschungsfördereinrichtung Europas. Ihre Mitglieder sind forschungsintensive Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Verbände sowie die Akademien der Wissenschaften. Die DFG fördert Open Access mit verschiedenen nationalen und internationalen Programmen.

DINI

Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) setzt sich u. a. für Web-Standards ein, um sicherzustellen, dass Open-Access-Literatur in Repositorien auffindbar, archiviert und zugänglich ist.

DINI-Zertifikat

Das DINI-Zertifikat für Open-Access-Publikationsdienste ist ein anerkanntes Gütesiegel für Repositorien, das die Qualität der angebotenen Dienstleistungen gegenüber Autor*innen, Nutzer*innen und Geldgeber*innen deutlich erkennbar werden lässt. Das Zertifikat kann von Repositorien-Betreiber*innen beantragt werden. → DINI

DOAB

Das Directory of Open Access Books (DOAB) ist ein durchsuchbarer Index für wissenschaftliche Bücher, die einem Peer-Review-Prozess unterzogen und unter einer Open-Access-Lizenz veröffentlicht wurden. Es bietet Links zu den Volltexten der Publikationen auf Verlagswebsites oder Repositorien.

DOAJ

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) ist ein an der Universität Lund gegründetes, gemeinschaftlich kuratiertes Online-Verzeichnis für  Open-Access-Zeitschriften. Das Verzeichnis wird von einer unabhängigen Non-Profit-Organisation getragen. Für die Aufnahme müssen die Zeitschriften verschiedene Anforderungen erfüllen wie z. B. geeignete Qualitätssicherungsverfahren und sofortiges Open Access ohne Embargofrist.

DOI

Ein Digital Object Identifier (DOI) ist eine dauerhafte Kennung, die aus alphanumerischen Zeichen besteht. Dieser Identifikator verweist auf einen Datensatz oder ein Objekt, die über diese Ziffernkennung abgerufen werden können. Dadurch kann eine Text- oder Datenpublikation dauerhaft zitiert werden.

DORA

Die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) fordert eine Verbesserung der Art und Weise, in der die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung bewertet werden. Daraus ist eine weltweite Initiative entstanden, in der alle wissenschaftlichen Disziplinen und wichtige Interessengruppen vertreten sind. DORA kritisiert unter anderem die missbräuchliche Verwendung des Impact Factors für die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen. → Impact Factor

Double Dipping

Von Double Dipping wird gesprochen, wenn Verlage für Zeitschriften, deren Zugang sie bereits im Abonnement verkaufen, zusätzlich hohe Gebühren dafür verlangen, dass Autor*innen einzelne Artikel im Sinne von Open Access frei zugänglich machen können. Der Verlag verdient hier also zweimal: durch Zeitschriften-Abonnements (Subskriptionen)  und die zusätzlichen Open-Access-Gebühren. Hier spricht man auch von hybridem Open Access, bei dem im Gegensatz zu “echtem” Open Access nicht die gesamte Zeitschrift frei zugänglich ist, sondern nur einzelne Artikel “freigekauft” werden. Hybride ZeitschriftenOpen AccessSubskription

Dual Publishing

Dual Publishing bezeichnet die parallele Veröffentlichung von digitalen Open-Access-Versionen und einer kostenpflichtigen gedruckten Ausgabe. Es ist häufig bei der Publikation von Open-Access-Büchern anzutreffen.

Embargofrist

Als Embargo- oder Sperrfrist wird der Zeitraum bezeichnet, nach dem es Verlage den Autor*innen erlauben, den Volltext ihrer Publikation als Zweitveröffentlichung auf einem Repositorium verfügbar zu machen (im Sinne des → Open Access Grün). Die Länge der Frist hängt vom Ermessen des jeweiligen Verlags ab. Bei Zeitschriften liegt sie meist zwischen 6 und 12 Monaten, manchmal auch bei 24 Monaten.Zweitveröffentlichung

Fair Open Access

Fair Open Access bezeichnet eine Non-Profit-Version von Open Access Gold, die eine vollständige, sofortige und transparente Umsetzung von Open Access anstrebt. Gleichzeitig ist es ein Ziel von Fair Open Access die Kontrolle über den Publikationsprozess an die wissenschaftliche Gemeinschaft zurückzugeben. Diese Prinzipien werden von der Fair Open Access Alliance (FOAA) unterstützt. → Open Access GoldScholar-led Publishing

FWF

Der Wissenschaftsfonds FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung. Der FWF unterstützt Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten und verpflichtet Wissenschaftler*innen, Forschungsergebnisse aus vom FWF geförderten Projekten im Internet frei zugänglich zu machen. Der FWF ist Mitglied der cOAlition S.

HAL

Das HAL (Hyper Articles en Ligne) ist das zentrale Open-Access-Repositorium in Frankreich. Es wird von der französischen Forschungsorganisation Centre national de la recherche scientifique (CNRS) betrieben.

Hybride Zeitschriften

Sogenannte hybride Zeitschriften sind Subskriptionszeitschriften, die ihren Autor*innen anbieten, einzelne Artikel gegen Zahlung einer Open-Access-Publikationsgebühr (APC) “freizukaufen”, d. h. sofort im Open Access zu veröffentlichen. Dabei besteht die Gefahr des “Double Dippings”, d. h. der Doppelzahlung von Subskriptions- und Publikationsgebühren an Verlage. → APC  Closed AccessDouble DippingSubskription

Impact Factor

Der Journal Impact Factor ist ein numerisches Maß, das die durchschnittliche Anzahl der Zitate zu Artikeln angibt, die in den letzten zwei Jahren in einer Zeitschrift veröffentlicht wurden. Er dient zum bibliometrischen Vergleich und wird häufig als Indikator für die Qualität einer Zeitschrift und die darin erscheinenden Artikel verwendet. Er wird auf Grundlage der im Science Citation Index enthaltenen Zeitschriften berechnet und umfasst somit auch Open-Access-Zeitschriften. Die missbräuchliche Nutzung des Impact Factors für die Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen wird zunehmend kritisiert. → DORA

Knowledge Unlatched

Der kommerzielle Open-Access-Dienstleister Knowledge Unlatched aus Berlin bietet durch ein Crowdfunding-Modell Möglichkeiten zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen.

Lizenz

Als Lizenzen bezeichnet man standardisierte Verträge, mittels derer der/die Rechteinhaber*in Nutzungsrechte an Dritte einräumt. Den Forderungen von Open Access wird ein Lizenzierungsmodell gerecht, wenn es den freien, weltweiten Zugang zu einer Publikation sowie deren uneingeschränkte Nachnutzung gestattet. Die meist verbreiteten offenen Lizenzen im Bereich von Wissenschaft und Forschung sind die Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen). → Creative-Commons-Lizenzen

OA2020

Die Initiative Open Access 2020 (OA2020) ist ein von der Max Planck Digital Library initiierter globaler Zusammenschluss von Wissenschafts- und Forschungsorganisationen. Dieser setzt sich dafür ein, den Übergang vom derzeitigen Abonnementsystem für wissenschaftliche Publikationen zu neuen Open-Access-Modellen zu beschleunigen. Es soll sichergestellt werden, dass Forschungsartikel sofort Open Access veröffentlicht werden und dass die mit ihrer Verbreitung verbundenen Kosten transparent, gerecht und wirtschaftlich tragbar sind. → Transformation

OAI-PMH

Das Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH) ist ein Kommunikationsprotokoll zur Interoperabilität von verschiedenen Repositorien durch den Austausch von Metadaten. Via OAI-PMH stellen Repositorien ihre strukturierten Metadaten zur Verfügung, die von anderen Dienstleistern über OAI-PMH-Serviceanfragen gesammelt werden können.

Open Access

In der → Budapest Open Access Initiative wird Open Access folgendermaßen definiert:  "Open Access meint, dass [....] Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, sodass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internetzugang selbst verbunden sind. In allen Fragen des Wiederabdrucks und der Verteilung und in alalen Fragen des Copyright überhaupt sollte die einzige Einschränkung darin bestehen, den jeweiligen Autorinnen und Autoren Kontrolle über ihre Arbeit zu belassen und deren Recht zu sichern, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird." → Open Access GoldOpen Access Grün

Open Access Gold

Der goldene Weg des Open-Access-Publizierens – auch Gold Open Access oder Goldener Open Access genannt – bezeichnet die Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Werke als Artikel inOpen-Access-Zeitschriften, alsOpen-Access-Monografie oder als Beitrag in einem Open Access erscheinenden Sammelwerk oder Konferenzband. Diese Texte durchlaufen für gewöhnlich denselben Qualitätssicherungsprozess, den auch Closed-Access-Werke durchlaufen, meist in Form eines Peer Review oder Editorial Review. → Open Access

Open Access Grün

Der grüne Weg – auch Self Archiving, Selbstarchivierung oder Grüner Open Access genannt – bezeichnet die Zweitveröffentlichung von in einem Verlag oder einer Zeitschrift erschienenen Beiträgen auf Repositorien. Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung solcher Werke auf der Website der Autorin / des Autors verstanden. Diese kann zeitgleich mit oder nachträglich zur Publikation der Inhalte im Verlag erfolgen und ist möglich für Preprints und Postprints wissenschaftlicher Artikel, aber auch andere Dokumentarten wie z. B. Monografien, Forschungsberichte, Konferenz-Proceedings.  → Open Access → RepositoriumPreprintPostprintZweitveröffentlichung

Open Access Monitor

Der Open Access Monitor erfasst das Publikationsaufkommen deutscher akademischer Einrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften, analysiert Subskriptions- und Publikationsausgaben sowie Zitationen und bereitet die Daten statistisch auf. Betreiber ist das Forschungszentrum Jülich.

Open Access Platin / Diamant

Viele Open-Access-Zeitschriften funktionieren ohne APCs. Das heißt, es entstehen keine Kosten für die Autor*innen, sondern die Finanzierung erfolgt aus institutionellen Mitteln, durch Förderer oder z. B. auch über Bibliothekskonsortien, zu denen sich verschiedene Bibliotheken zusammenschließen. Dieses Modell, das auch als “Platinum OA” oder “Diamond OA” bezeichnet wird, ist eine Unterart des Open Access GoldOpen Access

Open Access Policy

In einer Open Access Policy oder Open-Access-Leitlinie benennen Organisationen ihre Richtlinien bezüglich Open Access. Diese Richtlinien legen die Rollen, Rechte und Verantwortlichkeiten verschiedener Akteur*innen innerhalb der Institution für die Umsetzung von Open Access fest.

OpenAIRE

Open Access Infrastructure for Research in Europe (Open AIRE) ist ein seit 2009 laufendes Projekt der Europäischen Kommission zum Aufbau einer elektronischen Infrastruktur zur Archivierung von Forschungspublikationen aller 27 EU-Mitgliedsstaaten, für den Umgang mit Artikeln, Preprints und Konferenzpublikationen sowie für die Verwaltung von Forschungsdatensätzen.

OpenDOAR

Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) ist ein zentrales Verzeichnis für Open-Access-Repositorien.

Open Journal Systems

Open Journal Systems (OJS) ist die meistgenutzte Open-Source-Software für das Management von Einreichungen, das Peer Review und die Publikation wissenschaftlicher Zeitschriften. → Peer ReviewPublic Knowledge Project

Open Monograph Press

Open Monograph Press (OMP) ist eine Open-Source-Software zur Verwaltung und Veröffentlichung wissenschaftlicher Bücher. Sie kann für die Verwaltung des redaktionellen Workflows verwendet werden, der erforderlich ist, um Monographien, Sammelbände und wissenschaftliche Buchausgaben zu veröffentlichen. → Public Knowledge Project

Open Peer Review

Als Open Peer Review werden verschiedene Varianten der Qualitätsprüfung wissenschaftlicher Manuskripte bezeichnet, die im Gegensatz zum traditionellen Peer Review transparent und offen, zum Teil auch kollaborativ stattfinden.→ Peer Review

Opt-out

Opt-out meint generell den Ausstieg oder die Abwahl beispielsweise eines Dienstes oder einer Option durch eine Widerspruchserklärung. Forschungsförderungen, die zu Open Access bzw. Open Data verpflichten, bieten zum Teil ein Opt-out, also die Möglichkeit sich aus berechtigten Gründen gegen die freie Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zu entscheiden (wie beispielsweise, wenn es nicht vereinbar mit dem Schutz personenbezogener Daten ist).

Overlay Journal

Overlay Journals sind Open-Access-Zeitschriften, die die Infrastruktur von Preprint-Servern nutzen. Einreichungen werden von den Autor*innen beispielsweise als Preprint auf arXiv zugänglich gemacht und gleichzeitig zur Aufnahme in ein Overlay Journal vorgeschlagen. Wird die Einreichung nach erfolgreichem Peer Review akzeptiert, bleiben sowohl die ursprüngliche Fassung als auch die überarbeitete Zeitschriftenversion bestehen. → arXivPeer ReviewPreprint

Peer Review

Das Peer-Review-Verfahren ist das gängigste Verfahren der Qualitätsprüfung von wissenschaftlichen Beiträgen vor ihrer Veröffentlichung. Dabei handelt es sich um eine Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit durch unabhängige Gutachter bzw. Wissenschaftler*innen desselben Fachgebiets, sog. "Peers" (engl. für "Ebenbürtige; Gleichrangige"). →Open Peer Review

Plan S

Plan S ist eine internationale Strategie eines Konsortiums von Forschungsförderern zur Umsetzung von sofortigem Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen, die aus geförderten Forschungsprojekten entstanden sind. Der Plan sieht vor, dass Empfänger*innen von Fördermitteln der cOAlition S die daraus resultierenden Publikationen ohne Embargofrist unter offenen Lizenzen zur Verfügung stellen, entweder in hochwertigen Open-Access-Plattformen oder -Zeitschriften oder in offenen Repositorien, die die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. → cOAlition S

Postprint

Unter Postprint versteht man einen Text, der bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen wurde. Postprints kennen zwei Erscheinungsformen: Zum einen kann ein Postprint völlig identisch mit der formal, also im Verlag bzw. einer Zeitschrift veröffentlichten Fassung (der sogenannten Publisher's Version oder Version of Record), sein. Zum anderen kann der Postprint mit dieser Verlagsversion inhaltlich gleich sein, aber sich von ihr z. B. in Formatierung, Layout oder Paginierung unterscheiden. Im zweiten Fall spricht man von der akzeptierten Autorenfassung (“author accepted manuscript”, AAM). → Version of Record

Predatory Publishing

Predatory Publishing bedeutet etwa „räuberisches Publizieren“. Bei „Predatory Journals“ handelt es sich um Zeitschriften, die wissenschaftliche Autor*innen mit aggressiver Werbung und vermeintlich professionellem Auftreten zur Veröffentlichung von Beiträgen gegen Zahlung einer Publikationsgebühr auffordern, jedoch keine oder nur unzureichende Maßnahmen der Qualitätssicherung organisieren.

Preprint

Bei einem Preprint handelt es sich um eine (noch) nicht begutachtete wissenschaftliche Publikation, d. h. die Qualität wurde noch nicht abschließend in einem Peer-Review-Verfahren begutachtet. Als Preprint wird manchmal auch ein Text in Form seiner Manuskriptfassung bezeichnet, die bei einer Zeitschrift oder einem Verlag für eine Veröffentlichung eingereicht wurde. → Peer Review

Public Knowledge Project

Das Public Knowledge Project (PKP) ist eine Forschungs- und Entwicklungsinitiative, in deren Rahmen Open-Source-Software für die Verwaltung und Publikation von Zeitschriften und Konferenzen entwickelt wurde. Open Journal Systems (OJS), Open Conference Systems (OCS) und Open Monograph Press (OMP) verbessern den Zugang zu Wissen und helfen, Publikationskosten zu senken. → Open Journal SystemsOpen Monograph Press

Publikationsfonds

Open-Access-Publikationsfonds sind ein Instrument, über das wissenschaftliche Einrichtungen ihre Autor*innen bei der Zahlung von Open-Access-Publikationsgebühren unterstützen. Dies umfasst häufig die Erstattung von APCs oder BPCs, aber auch die Förderung von konsortialen Angeboten, Open-Access-Infrastrukturen oder Mittel für die Transformation von Subskriptionszeitschriften zu Open-Access-Zeitschriften.. Wissenschaftliche Organisationen tragen so zur finanziellen Unterstützung von Open-Access-Publikationen bei. Dabei folgen sie meist eigens definierten Kriterien zur Übernahme der anfallenden Kosten. APCBPCPublikationsgebühren

Publikationsgebühren

Publikationsgebühren werden von Verlagen für die Veröffentlichung einer Publikation erhoben. Einige Verlage erheben beispielsweise Gebühren für Farbabbildungen (“colour charges”) oder die Anzahl der Seiten einer zu publizierenden Veröffentlichung (“page charges”).  Im Open-Access-Kontext stellen Publikationsgebühren ein mögliches Geschäftsmodell zur Finanzierung der Publikation dar. Da Open-Access-Publikationen für Leser*innen entgeltfrei genutzt werden können, zahlen hier also nicht die Leser*innen sondern die Publizierenden für die Veröffentlichung. Für die Publikation eines Artikels in einer wissenschaftlichen Zeitschrift fallen sogenannte Article Processing Charges (APC) an, für die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Buchpublikation Book Processing Charges (BPC). → APCBPC

Repositorium

Ein Repositorium ist ein an Universitäten oder Forschungseinrichtungen betriebener Dokumentenserver, auf dem wissenschaftliche Materialien archiviert und weltweit offen und langfristig zugänglich gemacht werden. Unterschieden werden institutionelle Repositorien (von Institutionen wie Universitätsbibliotheken, anderen Infrastruktureinrichtungen oder Forschungsorganisationen betrieben) und disziplinäre Repositorien (institutionsübergreifend, thematisch gebündelt, z. B. für eine Fachdisziplin). ROAR

ROAR

Das Registry of Open Access Repositories (ROAR) ist eine Liste von Open-Access-Repositorien. Die durchsuchbare internationale Datenbank indexiert die Erstellung, den Standort und das Wachstum institutioneller Open-Access-Repositorien und deren Inhalte. Repositorium

Scholar-led Publishing

Der Begriff Scholar-led Publishing bezieht sich auf ein Publikationsmodell, bei dem Wissenschaftler*innen sich organisieren und zusammenschließen, um ihre Forschungsergebnisse selbstbestimmt zu veröffentlichen. Scholar-led Publishers sind also von Wissenschaftler*innen geführte Verlage. → Fair Open Access

Self Archiving

Durch Self Archiving oder Selbstarchivierung werden Publikationen zusätzlich auf einem Repositorium zweitveröffentlicht, um einen offenen Zugriff darauf zu ermöglichen. Teils wird darunter auch die Zugänglichmachung auf der Website der Autorin / des Autors verstanden. → Open Access GrünRepositoriumZweitveröffentlichung

Sherpa Romeo

Sherpa Romeo (Rights Metadata for Open Archiving) ist ein Verzeichnis für die Richtlinien von Zeitschriften zur Zweitveröffentlichung über den Grünen Weg des Open Access. → Open Access GrünZweitveröffentlichung

SNF

Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) fördert im Auftrag der Schweizer Bundesregierung Forschung aller Wissenschaftsbereiche. Er verpflichtet darüber hinaus alle geförderten Wissenschaftler*innen dazu, ihre Resultate frei zugänglich zu veröffentlichen.

SPARC Europe

Die Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition Europe (SPARC) ist eine Allianz von europäischen Wissenschafts- und Forschungsbibliotheken, Nationalbibliotheken, Bibliotheksorganisationen und Forschungseinrichtungen. Sie will die Open-Access-Bewegung weiter voranbringen.

SSRN

DasSocial Science Research Network (SSRN) ist einer der größten Preprint-Server im Bereich der Sozialwissenschaften. Die durchsuchbare Datenbank ermöglicht es, Working Papers und Abstracts kostenlos hochzuladen.

Subskription

Subskription ist das traditionelle Modell der Finanzierung von Zeitschriften über Abonnements. Verlage geben Zeitschriften heraus, die dann von interessierten Nutzer*innen abonniert werden, um Zugriff auf die Inhalte zu erhalten. Im wissenschaftlichen Kontext sind dies vor allem die Bibliotheken wissenschaftlicher Einrichtungen. Durch gestiegene Subskriptionspreise ist die sogenannte Zeitschriftenkrise entstanden. Ein Gegenmodell zur Subskription ist Open Access. → Open AccessZeitschriftenkrise

Transformation

Der Begriff Transformation bezeichnet die vollständige Umstellung des wissenschaftlichen Publikationswesens auf Open Access, u. a. durch die Umwandlung traditioneller Subskriptionszeitschriften in Open-Access-Zeitschriften.  OA2020Open Access GoldPlan SSubskription

Version of Record

Bei der „Version of Record“ oder Verlagsversion handelt es sich um einen Text, der bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen wurde und identisch mit der formal, also im Verlag bzw. einer Zeitschrift, veröffentlichten Fassung ist. → Postprint

Zeitschriftenkrise

Durch gestiegene Subskriptionspreise ist in den 1990er-Jahren die sogenannte „Zeitschriftenkrise“ entstanden. Während die Zeitschriftenpreise immer weiter steigen, haben Bibliotheken für den Erwerb von Zeitschriften nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung und sind durch die höheren Kosten dazu gezwungen Zeitschriften abzubestellen. Eine adäquate Versorgung der Wissenschaftler*innen mit den benötigten wissenschaftlichen Informationen wird daher immer schwieriger. → Subskription

Zenodo

Zenodo ist ein universelles Datenrepositorium, das im Rahmen des europäischen OpenAIRE-Projekts entwickelt wurde und vom CERN betrieben wird. Es ermöglicht die Veröffentlichung von Datensätzen, Forschungssoftware, Berichten und anderen forschungsbezogenen digitalen Dokumenten. Für jede Einreichung wird ein persistenter Digital Object Identifier (DOI) erstellt, der die gespeicherten Objekte leicht zitierfähig macht.

Zweitveröffentlichung

Mit einer Zweitveröffentlichung werden Dokumente, die in einem Verlag oder einer Zeitschrift erschienenen sind, zusätzlich auf Open-Access-Dokumentenservern (oder Repositorien) veröffentlicht, um einen offenen Zugriff darauf zu ermöglichen. Dabei sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Vorgaben der Verlage, z. B. Embargofristen, zu beachten. → Open Access GrünRepositoriumSelf ArchivingZweitveröffentlichungsrecht

Zweitveröffentlichungsrecht

Laut § 38 des deutschen Urheberrechtsgesetzes dürfen Urheber*innen wissenschaftliche Beiträge, die im Rahmen einer mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschung entstanden und in einem periodisch erscheinendem Werk veröffentlicht wurden, zweitveröffentlichen. Das bedeutet, dass die akzeptierte Manuskriptversion, also der Version nach Durchlaufen des Qualitätsprüfungsprozesses aber noch vor Übertragung ins Verlagslayout, zu nicht gewerblichen Zwecken nach einer Sperrfrist von 12 Monaten öffentlich zugänglich gemacht werden darf. Es besteht keine Zweitveröffentlichungspflicht. Entscheidet sich der/die Urheber*in für eine Zweitveröffentlichung, muss er/sie dazu die Quelle der Erstveröffentlichung angeben. Eine Zweitveröffentlichung in einem Repositorium ist also in diesen Fällen rechtlich möglich. Embargofrist

Letzte Änderungen am 26. April 2021.
Author*innen: Finja Schenk, Maximilian Heber und das IPOA-Redaktionsteam.