Open Access in der Musikwissenschaft

Wie in vielen anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen geht auch in der Musikwissenschaft das Primat der Printpublikation bzw. der digitalen Publikationen im Closed Access erst langsam zugunsten von Open-Access-Publikationen zurück. Dazu trägt auch die Struktur des Faches bei, das neben der universitären Verankerung vor allem an Musikhochschulen und freien Forschungsinstituten verortet ist, die nur teilweise über eigene Infrastrukturen wie institutionelle Repositorien verfügen.

Eine stärkere Orientierung Richtung Open Access wird u. a. von den Fachgesellschaften für Musiktheorie und für Musikwissenschaft (z. B. durch die Zeitschrift ZGMTH oder Publikationen der GfM) sowie von einzelnen Wissenschaftler*innen vorangetrieben.

Open-Access-Zeitschriften

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) listet unter dem Subject “Music and books on music” 61 Einträge (Stand: Juni 2021), nur wenige davon sind in Deutschland angesiedelt bzw. deutschsprachig. In Deutschland beginnt die Zahl der genuinen Open-Access-Zeitschriften erst seit einigen Jahren zu wachsen. Diese werden zumeist nicht über Verlage herausgegeben, sondern werden oftmals über eine eigene Plattform der jeweiligen Herausgebenden bereitgestellt (z. B. bei den Zeitschriften ZGMTH und ACT).

Seit 2018 bietet der Fachinformationsdienst (FID) Musikwissenschaft unter dem Label musiconn.publish auch einen Hosting-Service für Open-Access-Zeitschriften.

Wichtige deutschsprachige Open-Access-Zeitschriften sind:

Einige Zeitschriften stellen ihre Inhalte in Absprache mit den Rechteinhaber*innen nach einer gewissen “moving wall” frei zur Verfügung. Dazu gehören in Deutschland u.a.

Open-Access-Bücher

Unter dem Stichwort “music” listet das Directory of Open Access Books (DOAB) 594 Titel (Stand: Juni 2021), wobei diese vorwiegend aus dem englischsprachigen Raum kommen. Die Online library and publication platform OAPEN verzeichnet unter der Rubrik “music” 105 Titel, auch diese zumeist englischsprachig.

Open-Access-Bücher sind im deutschsprachigen Raum zumeist als hybrides Angebot in den einschlägigen Verlagen zu finden, zu nennen sind unter anderem Schott, transcript oder Allitera. Neben den Verlagsangeboten finden sich auch Bücher, die über Repositorien wie musiconn.publish bereitgestellt werden.

Disziplinäre Repositorien

Seit 2018 fungiert musiconn.publish als musikwissenschaftliches Fachrepositorium für Deutschland. Das Repositorium dient der kostenfreien elektronischen Publikation, dem Nachweis und der langfristigen Archivierung von musikwissenschaftlicher Fachliteratur. Dieser Service ist Teil des DFG-geförderten, gemeinschaftlich von der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) München und der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden betriebenen Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft. Er steht allen interessierten Autor*innen des genannten Fachgebiets zur Verfügung und enthält Open-Access-Artikel und -Bücher.

Einige Verlage (z. B. der Georg Olms Verlag) nutzen die Möglichkeit, über dieses Repositorium eigene Publikationen im Open Access zweitzuveröffentlichen.

Bearbeitung der Inhalte der Seite: Dr. Andrea Hammes